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Einladung zur Reise

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: Charles Baudelaire
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Einladung zur Reise
Untertitel:
aus: Die Blumen des Bösen. S. 72-74
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1901
Verlag: Bondi
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer: Stefan George
Originaltitel: L’Invitation au voyage
Originalsubtitel:
Originalherkunft: Les Fleurs du Mal
Quelle: Google-USA* und Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
Aus dem Zyklus: Trübsinn und Vergeisterung
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
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Bearbeitungsstand
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[72]
LIV
EINLADUNG ZUR REISE


Meine schwester mein kind!
Denk dir wie lind
Wär es dorthin zu entweichen!
     Liebend nur sehn ·

5
     Liebend vergehn

In ländern die dir gleichen!
     Der sonnen feucht
     Verhülltes geleucht
Die mir so rätselhaft scheinen

10
     Wie selber du bist

     Wie dein auge voll list
Das glitzert mitten im weinen.

[73] Dort wo alles friedlich lacht –
Lust und heiterkeit und pracht.

15
     Die möbel geziert

     Durch die jahre poliert
Ständen in deinem zimmer
     Und blumen zart
     Von seltenster art

20
In ambraduft und flimmer.

     Die decken weit
     Die spiegel breit
In Ostens prunkgemache
     Sie redeten dir

25
     Geheimnisvoll hier

Die süsse heimatsprache.

Dort wo alles friedlich lacht –
Lust und heiterkeit und pracht.

     Sieh im kanal

30
     Der schiffe zahl

Mit schweifenden gelüsten!
     Sie kämen dir her
     [74] Aufs kleinste begehr
Von noch so entlegenen küsten.

35
     Der sonne glut

     Ersterbend ruht
Auf fluss und stadt und die ganze
     Welt sich umspinnt
     Mit gold und jazint

40
Entschlummernd in tief-warmem glanze.


Dort wo alles friedlich lacht –
Lust und heiterkeit und pracht.