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Eine schreckliche Hinrichtung

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
Autor: Walther Kabel
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Titel: Eine schreckliche Hinrichtung
Untertitel:
aus: Das Buch für Alle, Illustrierte Familienzeitung, Jahrgang 1910, Heft 6, S. 143
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1910
Verlag: Union Deutsche Verlagsgesellschaft
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Erscheinungsort: Stuttgart
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Quelle: Commons
Kurzbeschreibung:
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Bearbeitungsstand
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[143] Eine schreckliche Hinrichtung. – Der Herzog von Monmouth, der sich an die Spitze einer gegen den König Jakob II. entstandenen Empörung gestellt hatte, wurde besiegt, gefangen genommen und zum Tode verurteilt. Als er am 19. Juli 1685 das Blutgerüst betrat, verlangte man noch eine öffentliche Abbitte von ihm. Doch ruhig antwortete er: „Ich bin nicht hierher gekommen, um zu reden, sondern um zu sterben.“ Die Augen ließ er sich nicht verbinden, und als er auf dem Richtstuhle saß, reichte er dem Scharfrichter sechs Goldstücke, indem er hinzusetzte: „Aber mach’ es besser mit mir als mit Lord Russel, dem du vier Hiebe geben mußtest.“ Der Scharfrichter versprach es, und der Herzog setzte noch einmal hinzu: „Siehe wohl zu, daß du nicht zweimal haust. Sonst kann ich nicht dafür einstehen, daß ich mich nicht bewegen werde.“

Trotz dieser Ermahnungen hieb der Henker doch zweimal zu, ohne den Kopf des Herzogs vom Rumpfe zu trennen. Da wendete sich dieser zu dem Scharfrichter und stöhnte schmerzlich: „Mein Gott, wie marterst du mich!“ Noch zwei Streiche tat der Scharfrichter, und noch immer fiel der Kopf nicht, so daß er schließlich mit einem Messer abgeschnitten werden mußte.

W. K.