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Ein Strolch sieht spielende Kinder

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: Joachim Ringelnatz
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Titel: Ein Strolch sieht spielende Kinder
Untertitel:
aus: 103 Gedichte, S. 48
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1933
Verlag: Ernst Rowohlt
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Berlin
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Originalherkunft:
Quelle: UB Bielefeld und Commons
Kurzbeschreibung:
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Bearbeitungsstand
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Ein Strolch sieht spielende Kinder


Die kleinen Kinder sind so groß.
Sie umarmen sonnigen Sand.
Mir geben sie einfach einen Stoß
Und greifen nach einer Frauenhand.

5
Sie jauchzen ohne Scham und Verstand

Nackt in eines Fräuleins Schoß.

Soll ich sie nach dem Wege fragen,
Weil ich mich nicht an Erwachsne getrau.
Sie wissen mir doch nichts zu sagen,

10
Zeigen mir nur ein fremdes Geschau,

Wie – Seehunde unter Menschen verschlagen.

Die Kinder sind so groß. Ich bin klein.
Sie sind so sauber; ich bin ein Schwein.
Ich suche Arbeit und Geld und Bett.

15
Sie wollen nur ins Freie.


Wenn ich Kinder – oder eine Mutter hätt’ –

Wie sie es schreien, ihre Ringelreihe!
Wer möchte ihnen das Spiel verderben.
Aber doch: Jetzt – so – müßten sie sterben.