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Ein Kampf in den Wolken

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Textdaten
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Autor:
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Titel: Ein Kampf in den Wolken
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 19, S. 597, 611
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1890
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[597]

Ein Kampf in den Wolken.
Zeichnung von W. Gräbheim.

[611] Ein Kampf in den Wolken. (Zu dem Bilde S. 597) Die alten Chroniken wissen gar mancherlei zu erzählen von Gefechten und Schlachten, die sich in früheren Jahrhunderten die Thiere geliefert haben sollen. So fand angeblich im Jahre 1438 bei Lüttich ein großer Kampf zwischen einer ungeheuren Menge von Geiern und Raben statt, in welchem die ersteren obsiegten. Im Jahre 1461 trugen in einem ähnlichen Gefechte, das bei Benevento in Süditalien sich entsponnen hatte, die Raben den Sieg davon. Eine ungemein blutige und verlustreiche Schlacht fand 1587 an der kroatischen Grenze, unweit der Feste Wichatsch, zwischen mehr als einer Million Gänse und Enten statt. Die Einwohner von Wichatsch sollen sich an den Todten und Verwundeten dieser Schlacht krank gegessen haben. Adler sollen 1656 bei Danzig und 1662 bei Magdeburg gegeneinander gekämpft haben. Seltener sind Schlachten zwischen den vierfüßigen Thieren. Nach einer französischen Chronik sollen 1580 auf einer Ebene Frankreichs eine ungeheure Menge Schweine einander bekämpft und getödtet haben.

So die wundergläubigen Chroniken. Besser bezeugt ist der Kampf zwischen Thieren, welchen unser Künstler schildert. W. Gräbheim zeigt uns die Rabenkrähe in einem Unterfangen, wie es öfters beobachtet wird. Ein Mäusebussard hat zur Abwechslung einmal einen jungen Hasen oder ein Kaninchen „geschlagen“, d. h. gefaßt, und will sich mit seinem Raube in ein sicheres Versteck flüchten. Aber er hat die Rechnung ohne den Wirth gemacht. Die schwarze Feldpolizei, die hat scharfe Augen, und wenn sie etwas mit Beschlag belegen kann, ist sie immer bei der Hand. Mit wüthendem Geschrei stürzen sich die Rabenkrähen auf den beutebeladenen Bussard – die Federn fliegen, er kann sich gegen den vereinten Angriff mit der schweren Bürde nicht wehren – seine Fänge öffnen sich – und unbehelligt kann er weiter streifen – während die schwarze Gesellschaft mit höhnenden Rufen dem Raube nach zur Erde schießt.