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Ein Hauptquartier auf dem Marsch

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Textdaten
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Autor: Ludwig Pietsch
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Titel: Ein Hauptquartier auf dem Marsch
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 49–50, S. 824–827, 837–839
Herausgeber: Ernst Keil
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1870
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[824]
Ein Hauptquartier auf dem Marsch.
Von Ludwig Pietsch.

 Versailles, Mitte November.
Seitdem in den ersten Tagen des October das große königliche Hauptquartier von Ferrière, dem Schlosse Rothschild’s, nach Versailles verlegt wurde und dort nun gleichzeitig mit dem kronprinzlichen und dem der dritten Armee manche Woche lang seinen festen Stand genommen hat, ist von „Märschen des Hauptquartiers“ in Berichten vom Kriegsschauplatze keine Rede mehr gewesen. Diese Rubrik ist aus den Zeitungsspalten gleichsam verschwunden, während früher, bei dem schnellen sieghaften Vorrücken der großen Armeekörper, der Hauptquartiermärsche in jeder Woche mindestens drei Mal Erwähnung geschah. Aber eben nur Erwähnung. Der Berichterstatter ist ja so leicht versucht, das, was ihm selbst aus steter Anschauung vertraut und geläufig ist, auch bei seinen Lesern als bekannt vorauszusetzen. Ja, diese selbst lesen achtlos über dergleichen hinweg, und doch, wie viele meiner verehrten daheimgebliebenen Leser werden sich wirklich klar darüber sein, was das heißt: das Hauptquartier marschirte heute von da nach dorthin, oder wurde gestern von X. nach Y. verlegt? ja, wie viele werden nur wissen, was allein schon dieses Sammelwesen „das Hauptquartier“ eigentlich ist, aus welchen Gliedern, Elementen, Anhängseln es besteht?

Beim Beginn des französischen Krieges wurden - das ist Jedem bekannt - drei Hauptquartiere gebildet; das eine, speciell durch den Titel des „großen Hauptquartiers“ ausgezeichnet war das des Königs, das andere das des Prinzen Friedrich Karl, das dritte das der Südarmee, das heißt des Kronprinzen von Preußen. Das erstgenannte blieb bis zu den großen Kämpfen um Metz förmlich stationär in Mainz und Kaiserslautern. Nach der dritten Entscheidungsschlacht, der von Gravelotte, welche Bazaine’s Heeresmacht dort festbannte, trat es bald parallel dem des kronprinzlichen, bald dessen Route kreuzend, auch seinerseits den schnellen Vormarsch gegen Paris hin an. Statt seiner blieb das des Prinzen Friedrich Karl angesichts jener furchtbaren Veste drittehalb Monate fast localisirt. Das Hauptquartier der deutschen Südarmee aber hat, entsprechend deren unaufhaltsamem Siegeszuge durch den Osten Frankreichs, sich bis Versailles eigentlich in ununterbrochener Bewegung befunden.

Wie einfach auch immer die Sitten, wie schlicht das äußere [825] Auftreten des preußischen Hofes zum Beispiel im Verhältniß zum kaiserlich französischen sein mochte, – so ein reisendes Hauptquartier bildet auch noch bei uns eine Art kleiner Armee, bedeckt marschirend ein gut Stück Wegs, nimmt einquartiert ein gutes Stück des betreffenden Dorfes oder Städtchens ein. Man könnte seinen Gesammtkörper eintheilen in das eigentliche fürstliche Quartier und das damit vereinte Obercommando der betreffenden Armee. Beide haben dieselbe Spitze in dem königlichen oder prinzlichen Oberfeldherrn, also bei der Südarmee in dem Kronprinzen von Preußen. Der speciellere Chef des Quartiers aber unter diesem ist der Oberquartiermeister Oberst von Gottberg, der Chef des Obercommandos unter dem Prinzen der Generallieutenant von Blumenthal. Diesem ordnet sich wieder das ganze Personal seines Generalstabes unter, die Befehlshaber, die Militärbevollmächtigten der alliirten Staaten, die Adjutanten, die Chefs der Intendantur, die Ingenieurgeographen. Das Quartier selbst seinerseits begreift wieder die persönliche prinzliche Adjutantur, die Ordonnanzofficiere, das mit in’s Feld rückende Hofbeamtenpersonal (dieses unter der Leitung des Hofmarschalls Grafen von Eulenburg), die eingeladenen Gäste fürstlichen, militärischen, bürgerlichen Charakters, die Leibärzte etc. Die Dienerschaft, Kutscher, Lakaien, Köche, Officierburschen und Escorte bilden dann schließlich noch eine Unterabtheilung für sich, und der Fuhrwerkpark der unentbehrlichen Colonnen folgt dem langen Zuge. Ein Element, welches im großen königlichen Hauptquartier eine so außerordentlich wichtige Stellung einnimmt, fehlt dem kronprinzlichen dabei noch ganz: die Gruppe der Staatsmänner und Diplomaten der geheimen Cabinetsräthe, Minister, Kanzler, welche während des Kriegszugs selbst die letzte oberste Leitung der inneren Politik nicht aus der Hand lassen und die Thaten der Heere schon für die künftige Gestaltung des Friedens zu verwerthen arbeiten.

Soldatengrab auf den Speicherer Höhen.
Nach der Natur aufgenommen von K. Kögler.


Schon die bloße Aufzählung der einzelnen zu einem Hauptquartier gehörigen Gruppen wird ungefähr ermessen lassen, welche Personenmenge, welche Anzahl von Pferden und Wagen ein solches mit sich in’s Feld zu führen hat, welch einen complicirten Organismus es bildet; wie große Umsicht und Verwaltungstüchtigkeit erforderlich ist, um dies Ganze in wohlgeordnetem Zusammenhange und ungestörtem Functioniren zu erhalten.

Die ersten siegreichen Schlachten sind geschlagen, die tapfere Armee unter Frankreichs berühmtestem Feldherrn aufgelöst, weit in’s Land hinein zerstoben, das mit seinen „natürlichen Wällen“ offen und so gut wie unvertheidigt vor dem Sieger daliegt. Der hat weder Zeit noch Trieb, auf seinen Lorbeeren zu ruhen. Rastlos vorwärts nach der Spur des Gegners ist die allgemeine Losung. Die einzelnen Armeecorps sind dem großen strategischen Plane des Krieges entsprechend auf ihren verschiedenen Marschstraßen vorwärts dirigirt. Die höchsten Anforderungen sind dabei an ihre Marschtüchtigkeit, Kraft, Ausdauer, Ertragungsfähigkeit gestellt; aber keine Anforderung ist so groß, daß ihr diese Männer und Jünglinge nicht entsprächen.

Die Meldungen sind beim Obercommando eingetroffen, seine Anordnungen sind vollzogen, die einzelnen Corps haben die bestimmten Routen besetzt oder Orte erreicht. Die Straßen sind abgesucht, von Hindernissen wie von Verdächtigen gesäubert. Das Hauptquartier kann seinen Weitermarsch antreten.

Das Quartier des nächsten Abends, einige Meilen vorwärts, ist sicher in unserer Truppen Händen; sein Name ward am Abend zuvor im Bureau des Obercommandos oder in der geselligen Vereinigung des Hauptquartiers zugleich mit der festgesetzten Stunde des morgigen Aufbruchs mitgetheilt. Gewöhnlich lautet diese siebeneinhalb oder achteinhalb Uhr. Bei außerordentlichen Gelegenheiten, wo ein besonders weiter Marsch zu machen ist, oder [826] gar eine Feldschlacht in sicherer Aussicht steht – überrascht worden durch eine solche ist die dritte Armee in diesem ganzen Feldzuge noch niemals, man wußte Ort und Zeit jedes Mal ziemlich sicher vorher zu bestimmen – , wurde die Stundne auch wohl selbst bis zu vier Uhr Morgens vorgerückt. Man ist eben mit seiner schnell gemachten Marschtoilette und im günstigen Fall seinem Morgenimbiß fertig geworden, hat Abschied von seinen Quartiergebern (fast immer konnte ich sagen, schnell gewonnenen Freunden) genommen, hat Handkoffer und Reisetasche wieder geschlossen, so tönen schon von draußen her aus einer benachbarten Gasse immer lauter und näher kommend die wohlbekannten Klänge des Preußenliedes von der Militärmusik der begleitenden Infanteriebedeckungsmannschaft gespielt. Zu diesen Klängen marschirt dieselbe vor das Quartier des Obercommandos, um dort die über Nacht daselbst eingestellte Bataillonsfahne wieder abzuholen. Sie bleibt auch draußen unentfaltet in ihrer schwarzen Umhüllung, und um sie geordnet marschiren die Compagnien zum Dorf oder Städtchen hinaus weit vorwärts auf der Landstraße hin, Hauptmann und Lieutenants zu Pferde an der Spitze. Dort machen sie Halt.

Draußen herrscht bereits lebhafte Bewegung. Die Marschcolonne langt allmählich in ihren einzelnen Bestandtheilen an; es gilt, sie draußen der vorgeschriebenen, streng festgehaltenen Reihenfolge gemäß zu ordnen, ihre Vollständigkeit zu controlliren, jedes eigenmächtige Ausschreiten zu verhindern, jede Verwirrung zu lösen. Die Oberleitung bei der Durchführung dieser schwierige Aufgabe fällt dem Quartiermeister, Major von Winterfeld, zu. Es ist eine von den stattlichsten militärischen Figuren. Mittelgroß, breitbrüstig, von einer gewissen allgemeinen Beleibtheit, das ganz kurz geschorene Haar und der kurze Vollbart (sogenannter „Generalstabsbart“) auffallend silbergrau, während die großen, feurigen wunderschönen braunen Augen, die Leichtigkeit der Bewegungen, die Festigkeit der Haltung und des Sitzes im Sattel, Alles an ihm den Mann von kaum vierzig Jahren bekundet. Als getreue Helfer und Ausführer seiner Befehle stehen diesem Chef, der sein Auge überall haben muß, dem Nichts entgehen darf, zunächst seine Armeegensd’armen zur Seite. Sie haben sich während dieses ganzen Feldzugs auf’s Trefflichste bewährt; an Pflichteifer und Treue, wie an körperlicher Tüchtigkeit gleich unermüdlich, haben sie sich in ihrem schwierigen Berufe außerordentlich verdient gemacht. Dieser besteht nach der erleuchteten Ansicht der Franzosen bekanntlich nur darin, „mit dem Carabiner in der einen und mit dem Säbel in der andern Hand“, die nur gezwungen und widerwillig, wie eine Heerde zum Schlachthaus, zum Krieg und Marsch getriebenen Landwehren am Davon- und Heimlaufen zu verhindern; in Wirklichkeit aber bekanntlich in der Landstraßenpolizei im Feindeslande und im Ordnunghalten bei den Märschen auf den Wegen und an den Quartierorten. Beim Hauptquartier der dritten Armee fungirt als Oberwachtmeister der ihr beigegebenen Gensd’armen unser nicht genug zu schätzender Freund Herr Brodsky, sonst in Preußisch Holland stationirt, neulich mit dem eisernen Kreuz belohnt für Verdienste und Leistungen, die in ihrer Art für das Gelingen der großen Aufgabe des Krieges so wichtig und so sehr der Anerkennung werth waren, wie kriegerische Tapferkeit. Er ist der Mustertypus des Armeegensd’armen; stark, breit, mit schmetternder Donnerstimme begabt, mit martialischem, schwarzbärtigem Soldatengesicht, das freilich trotzdem nur in höchster Zorneserregtheit durch die Lotterei irgend eines Colonnenkutschers die unverwüstliche Gutmüthigkeit des Ausdrucks verliert; ein Centaur im Sattel, immer wieder im Carrière die ganze Länge der Colonne auf und nieder sprengend, um überall nach dem Rechten zu sehen und nöthigenfalls auch mit der soliden, tüchtig aus Riemen geflochtenen Verlängerung seines Zeigefingers seinen Wünschen an Pferde und Lenker einen Nachdruck zu geben, gegen welchen keine Appellation gilt. Noch ein paar Andere, auch ein baierischer und ein württembergischer Camerad, fungiren mit ihm, an der linken Seite der vorrückenden Colonne herreitend, zu gleichem Zweck. Doch wird ihr Licht völlig von dem des Oberwachtmeisters überstrahlt.

Am weitesten voraus, an der Spitze des ganze Zuges, wenn er nicht, wie während des Marsches durch die Vogesen und bis Luneville, durch eine Infanterie-Ehrenescorte eröffnet wird, rangirt sich die ihn führende Ulanenescadron. Die des kronprinzlichen Hauptquartiers gehörte zum ersten westpreußischen Ulanenregiment und wurde von ihrem Rittmeister Krüger und den Lieutenants von Wickede, von Jareszewski und von Rekowski geführt. Diese prächtigen Reiter haben eine geräuschlosere, im Grunde ruhigere Aufgabe, als die vielgeplagten Armeegensd’armen. Sie haben eben nur schweigend zu reiten, und das verstehen sie freilich mit einer Meisterschaft, die Bewunderung verdient. Mit ihren, wie den der Armeegensd’armen, übrigens ausgesucht vorzüglichen und dauerbaren Thiere sind sie wie verwachsen; es überrascht mich immer einigermaßen, wenn sie am Ende des Tagesmarsches überhaupt absteigen. Hinter der Ulanenescadron oder vielmehr in ihrer Mitte bleibt beim Ordnen auf der rechten Seite der Landstraße die Stelle gleichsam offen gehalten, in welche später der Kronprinz mit seinen Herren sich dem Zuge einfügt.

Die nächstfolgende Gruppe bilden Armeegensd’armen und die grünuniformirten, während des Marsches berittenen Ordonnanzen des Hauptquartiers und Obercommando’s, das schwarzlederne Landwehrkäppi statt des Helmes auf dem Kopfe. An diese Abtheilung schließt sich auf dem Marsche selbst die lange Reitercolonne der Burschen und Stallknechte der Herren von der Suite mit deren Hand- und Packpferden. Diese rücken aber erst mit ihren Gebietern selbst unmittelbar hinter ihnen aus, und haben nicht erst nöthig, hier vorher Spalier zu bilden und rangirt zu werden.

Und nun kommen die Wagen aus der Dorfgasse oder aus des Städtchens Thor herausgerollt, eine bunt und abenteuerlich gemischte Gesellschaft. Selbstverständlich die kronprinzlichen Wagen voran. Wie Der, dem sie dienen, glänzen sie durch keinen äußerlichen Prunk und Luxus. Eine einfache bequeme Halbchaise zuerst. Auf dem einen Sitz hinter dem heraufgezogenen Spritzleder saß bis vor Kurzem noch Gustav Freytag’s verehrte Gestalt, welcher die deutsche Literatur, der wohl zum ersten Male in einem deutschen Kriege die Honneurs in ähnlich ehrender Weise gemacht wurden, dabei so lauter und würdig seinerseits zu vertreten wußte. Manchmal neben ihm, ein andermal auf dem Bock des nächsten Fourgons, Georg Bleibtreu, das edle feine Gesicht vom Rande seines grauen Calabresers beschattet und durchleuchtet vom Anblick all' der großen und gewaltigen geschichtlichen Bilder seines eigensten Genres, die sich hier in diesem wunderbaren Kriege seinem Künstlerauge leibhaftig zeigte. Ein anderer, omnibusähnlich gebauter Wagen mit den nächsten kronprinzlichen Leibdienern und Stallknechten, und der große elegant blaulackirte viereckige Kasten des Küchenfourgons folgen. –

So geht es weiter, die hübsche viersitzige leichte Kutsche der Chefs der Intendantur, der Herren Geheimräthe Baretzky und Müller, gewöhnlich auf Grund besonderen Privilegiums zunächst hinter den oben genannten und noch vor den mannigfachen Fuhrwerken des Obercommandos, seiner Registratur, seines Generalstabs, seiner beiden Ingenieur-Geographen, vor denen der begleitenden Fürsten, ihrer Chaisen und Fourgons und der drei Generalärzte, der Herren Wegener, Wilms und Bögner. Letztere sieht man so gut wie die Intendanturräthe, deren Assessoren und die begleitenden jüngeren Assistenzärzte Döring, Bade, John oft genug der Bequemlichkeit des Wagens den Sitz im Sattel ihrer Pferde vorziehen und unermüdlich und ritterlich jedem Ulanen zum Trotz mit der Suite des Prinzen oder neben der Wagencolonne einhersprengen. Vor der Equipage des zweitgenannten Generalarztes rasselt ein Gefährt von ziemlich dorfursprünglicher Form, ein starkbepackter Leiterwagen, der etwas unharmonisch in der Reihe der übrigen erscheint. Er trägt das kostbare Gepäck der erlesensten Instrumente, Medicalien, Verbandgegenstände zum unmittelbaren Gebrauch des berühmten Operateurs. Während die meisten Fahrer der übrigen Wagen Trainsoldaten oder Reservisten sind, die mit der Kunst des „Rosselenkens“ schon von ihrem sonstigen bürgerlichen Beruf her vertraut waren, wird dieser Instrumentenwagen von einem jungen Burschen geführt, welcher für solchen Zweck etwas unfreiwillig mit Thieren und Gefährt von Weißenburg am Tage der Schlacht zur Mitfahrt engagirt wurde. Allmählich hat er das Heimweh und die Trauer bereits überwunden, seine Garderobe in nie gehoffter Weise ergänzt und den Gedanken ganz angenehm finden gelernt, mit seinen wohlgenährten Pferden auf diese Art bis nach Paris zu gelangen.

Ein zierlicher, vorn offener kleiner Halbwagen mit einem untersetzten kräftigen Traber an der Gabel, der meist vom Besitzer selbst gelenkt wird, trägt die schlanke, feine Gestalt des jugendlichen, liebenswürdigen, gelehrten Historikers Professor Dr. Hassel, welcher die etwas dornenvolle Aufgabe, die officiellen Berichte vom Hauptquartier der dritten Armee für den Preußischen Staatsanzeiger [827] abzufassen, während des ganzen Feldzugs mit so anerkennenswerthem Geist und Tact zu lösen wußte. Ein kleiner Planwagen weiter zurück trägt mit, großen schwarzen Buchstaben auf seinem Leinwandverdeck die Worte gemalt: „Mr. Russell, Hauptquartier, dritte Armee“ und birgt unter dessen Höhlung den „Intendanten“ und zwei Diener dieser weltberühmten Correspondentengröße. Er selbst, der stattliche breitschultrige Herr mit dem weißen kurzen Schnurrbart und den feurigen schwarzen Augen, die unter seines grauen Calabresers Rand so scharf beobachtend klar und kühn umherblicken, immer gekleidet in einen kurzen grauen, hinten in der Taille straff zusammengezogenen Rock von eigenthümlichem Schnitt und hohe Reitgamaschen an den Beinen, er selbst erscheint immer nur zu Pferde, so gut wie seine beiden Landsleute, Mr. Skimmer, der Correspondent der „Daily News“, der bereits in China, im amerikanischen Kriege, ich glaube auch gar in Abyssinien solcher Reporterpflicht genügt hat, und Mr. Landells, der treffliche Kriegszeichner für „Illustrated London News“.

Die Hauptchaisen und Fourgons des zum Hauptquartier gehörigen deutschen Fürsten- und Thronfolgercollegiums sind nur ganz ausnahmsweise, kaum beim entsetzlichsten Wetter, von ihren Herren besetzt, dafür aber mit Koffern und Reisetaschen so dicht und hoch bepackt, daß für Fahrer und Bediente schwer nur ein Plätzchen abzustehlen ist. Den Schluß und Schwanz der ganzen Auffahrt macht, wie gesagt, die oft in sehr fragwürdiger Gestalt auftretende Colonne von Bauerwagen, welche den Hafer für die Pferde des Quartiers nachfahren; die meisten sind mit ihren Pferden und Besitzern bereits von Speyer und noch weiter zurück her mitgenommen. Trotz der nie verstummenden, verdrossenen Verwünschungen ihres Schicksals, in welchen sich diese Herren ergehen, ist deren Situation keineswegs so schlimm, da jeder von ihnen Rationen für sich und seine Pferde, drei und einen halben Thaler täglichen Lohn und, wenn seine Thiere unterwegs den Strapazen erlagen, noch immer einen ziemlich vortheilhaften Ersatz für die Gefallenen erhält.

Um die Folge strenger einhalten zu können, ist an jedem Wagen der ganzen langen Reihe irgendwo mit Kreide deutlich lesbar durch eine Nummer die ihm zukommende Stelle in der Rangordnung markirt, aber oft genug wird diese vom Fahrer vergessen, und der Oberwachtmeister hat unaufhörlich scharf zu passen und mit unerbittlicher Energie einzugreifen, wenn Alles in Richtigkeit und guter Ordnung bleiben soll. Diese zu halten wird ihm oft genug noch schwerer gemacht durch irgend eine gerade gleichzeitig aus demselben Orte und auf demselben Wege hinausmarschirende Proviant- oder Munitionscolonne, durch einen Artilleriezug oder ein Infanterieregiment mit all seinem Train. Dann dröhnt und schmettert der Befehlsruf „Rrrrächts haaaltennnn!“ und die Wächter der Ordnung jagen und preschen die Reihe hinunter, um seine Ausführung zu controlliren. Es ist ein saures Amt, eines von denen, das Keinem gegeben und sicher auch Keinem erwünscht ist, der nicht „den Verstand“ und das Zeug dazu schon vorher besitzt. –

Aber endlich ist Alles in Richtigkeit. In langer, möglichst gerader Linie stellt sich die Hauptquartiercolonne längs der äußersten Rechten der Landstraße hin. Herr Brodsky kann mit seinem Werke zufrieden sein. Da klingt es plötzlich von Wagen zu Wagen bis zu den Ulanen an der Spitze hin: „Der Prinz kommt!“ und jeder Kopf wmdet sich zur Linken, auf welcher die Cavalcade zuerst im ruhigen Schritt der Pferde herannaht.

[837] In den Straßen der kleinen Quartierstadt haben sich beim Nahen des kronprinzlichen Zuges auch wohl die grollend geschlossenen Jalousien manches Häuschens wenigstens halb geöffnet, Manches weiße Frauenmützchen, mancher neugierig blickende Kopf wird sichtbar; vor manchen Thüren, an mancher Gartenmauer und Hecke stehen in blauen Blousen die Bewohner, im Morgenrock die Weiber, die Kleinen auf dem Arm. Und gewiß: der kommende Reiterzug ist werth, gesehen zu werden. Immer an der Spitze der Erste der Kronprinz selbst, meist auf seiner Fuchsstute „Wörth“ reitend. Er trägt stets die Militärmütze, abwechselnd Ueberrock oder Waffenrock, den Stern des schwarzen Adlerordens auf der Brust. Schärpe, Korbsäbel und sehr hochgehende, gewöhnlich aber bis unter das Knie hinuntergeschobene weite blanke Reiterstiefeln über den dunkeln Beinkleidern mit breiten rothen Streifen. An keinem der vielen Morgen vom 6. August bis zum letzten Marsch vor Versailles am 19. September haben wir den Kronprinzen so an der Spitze seines Hauptquartiers hervorreiten gesehen, ohne daß derselbe Ausdruck der männlichen Freudigkeit und des freien herzlichen Wohlwollens bei aller echt fürstlichen natürlichen Hoheit sein prächtiges bärtiges wettergebräuntes Antlitz geschmückt hätte. Wenn er so an der Linken der Wagencolonne einherreitet, hat er für jeden der ihm bekannteren Insassen einen muntern Morgengruß, ein kleines Wort, den zu erfreuen, an den es gerichtet wird. Neben dem Führer der Südarmee reitet deren genialer und kluger General, v. Blumenthal, zur andern Seite gewöhnlich der Hofmarschall Graf Eulenburg, der persönlich dem Prinzen von seiner Jugendzeit her noch befreundete Adjutant Major Mischke, der Oberquartiermeister [838] Oberst v. Gottberg und in nächster Nähe, im Kürassierüberrock und Mütze, Herzog Ernst’s von Coburg hohe Gestalt. Dann farbig und waffenblitzend eine Wolke von Reitern – Prinzen, Generalstabs-, Ordonnanzofficiere, fremde Militärs ohne bestimmte Reihenfolge; der unschuldige Anlaß dieses furchtbaren Kriegs, Prinz Leopold von Hohenzollern; Herzog Eugen von Württemberg, ein graubärtiger ritterlicher Herr mit einem Paar kühner dunkler Augen hinter den Brillengläsern; der blonde jugendliche Thronfolger desselben Königreichs, Prinz Wilhelm; der Erb-Großherzog von Sachsen-Weimar in Husarentracht; der von Strelitz in preußischer Infanterie-Uniform, neben ihm sein hochgewachsener Begleiter Oberst v. Gagern; Fürst Putbus mit der rothen Kreuzesbinde der Johanniter am Arm, Graf von Frankenberg, und Major v. Knesebeck desgleichen, letzterer in gewisser Entfernung von dem schlank und straff im Sattel sitzenden General v. Herkt, dessen Erscheinung eine durch die gleiche Landwehrkürassieruniform noch unterstützte Aehnlichkeit mit der des Grafen Bismarck zeigt; die jüngeren persönlichen Begleiter des Kronprinzen, Rittmeister v. Schleinitz, der ihm im letzten Winter in den Orient folgte, und der Kammerherr Graf Seckendorf, ein nicht blos hochgebildeter, sondern auch künstlerisch auf’s Glücklichste begabter Officier, der während des abyssinischen Feldzugs dem britischen Hauptquartier attachirt war.

Hier wird England seinerseits vertreten durch den Militärbevollmächtigten Oberst Walker, einen hochgewachsenen frischen rüstigen Herrn mit grauen Bartcoteletten, goldgeränderter blauer Mütze und rother englischer Husarentracht, geborener Cavallerist und erfahrener Zeuge von bereits fünf großen Kriegen unserer Zeit. Württemberg wird durch den Militärbevollmächtigten Oberst v. Fabre-Dufour, die herrlichste Mannesgestalt in jener über Alles kleidsamen württembergischen Officiertracht; Baiern durch den schlanken Major v. Freyberg als Militärbevollmächtigten, außerdem durch General v. Bothmer, Graf Xylander, Freiherrn v. Godin vertreten.

Es würde zuviel, sie alle aufzuzählen, die Ordonnanz-, die Generalstabs-, Ingenieur-, Artillerie-, Husarenofficiere, alle jene verwegenen, unermüdlichen schneidigen Cavaliere, die Hoffnung der preußischen Armee: Lieutenant v. Blumenthal, der kluge feine Sohn des Generals (von den Frankfurter Dragonern), Major v. Hahnke, der Recognoscirer par excellence, mit den merkwürdigen tiefen dunkelblauen Augen unter den dichten schwarzen Brauen, ein Charakterkopf, den man nie wieder vergißt, Rittmeister v. d. Lancken, Hauptmann Lenke, Hauptmann v. Carnatz, Lieutenant v. Delbrück, v. Bronsart, Lieutenant v. Gustadt, v. Mutius, v. Sommerfeld, Hauptmann Bosse, Graf Harrach, der berühmte Maler, der in solcher Zeit und solcher Pflichtübung, wie die eines Ordonnanzofficiers (erstes Garde-Landwehrkürassierregiment) ist, doch noch Augenblicke findet, sein außerordentliches Talent in mancher Meisterzeichnung und Aquarelle aus der gewaltigen und mannigfachen Wirklichkeit um ihn her zu bethätigen. Eine der für ein Malerauge erquicklichsten unter diesen Reitergestalten aber giebt, wenn er sich dieser glänzenden Gesellschaft einmal zu Pferde anschließt, der Generalarzt Dr. Wilms. Das unvergleichlich edel, groß und fein geschnittene Antlitz dieses um Menschenwohl so hoch verdienten Meisters ist durch die Photographie allbekannt. Die Aehnlichkeit mit dem ersten Napoleon in seiner Consulperiode ist überraschend. Wenn Wilms aber so auf seinem Schimmel neben uns dahinreitet, wird sie, abgesehen von der Uniform, bis zur Illusion vollständig.

Viel von seinem Glanze verliert natürlich dieser brillante Reitertrupp, welchem sich nach den Armeegensd’armen und Ordonnanzen unmittelbar die lange Reihe der bepackten Handpferde mit ihren berittenen Geleitern (sämmtlich mit Schleppsäbeln bewaffnete Lakaien, Stallknechte oder Soldaten) anschließen, wenn statt des sommerlichen lachenden Morgensonnenscheins, wie er so häufig auf der reichen wechselvollen Landschaft um uns her lag, der auch nicht eben seltene Regen dicht eindringend ohne Aufhören niederströmt. Dann birgt sich all’ das lustige und farbige Schimmern und Blitzen unter der schwarzen wie polirtes Gußeisen glänzenden Hülle der langen, bis fast zu den Füßen niederreichenden Gummiregenmäntel und Kapuzenröcke. Ja der Kreis wird, wenn das Unwetter gar zu stark und unerträglich anwährt, auch wohl gelichtet, indem mancher hohe Herr es dann doch vorzieht, statt ihm im Sattel auf kothiger Landstraße zu trotzen, Zuflucht davor unter dem Verdeck und hinter dem Spritzleder seines für ihn immer bereiten Wagens zu suchen.

Wie lang auch der vorgeschriebene Marsch des Lagers sein möge, ob man ihn zu Pferde, ob als Angehöriger oder gastlich eingeladener Beisitzer eines der Wagen mitmache – es ist immer dafür gesorgt, daß die Zeit schnell und angenehm verstreicht. Die umgebende Landschaft, all’ diese hübschen in Parks und Gärten halb verborgenen koketten Villen, die gothischen Kirchen, alterthümliche Schlösser, an denen diese Departements so reich sind, die herrlichen Weinberge, die schattigen sonnendurchblitzten Wälder, die wohlgehaltenen Canäle, die weiten Fernsichten von der Höhe der wiederholt schroff aufsteigenden Landstraße und all’ das bedeutsame und großartige kriegerische Leben, das die ländliche Arbeit in den Feldern, den friedlichen Verkehr in Städtchen, Dörfern und auf den Chausseen abgelöst hat, all’ jene endlosen Wagen- und Truppenzüge, die sich auf allen Straßen neben uns, und so weit das Auge reicht, langsam, aber unaufhaltsam vorwärts wälzen (nur die Schienenstraßen stehen verödet und die Bahnhöfe verlassen), die Bivouacs auf den Feldern am Wege, wo die Soldaten vom Lager unter den Laubhütten oder von den Feuern aufspringen und zur Chaussee heraneilen, um den Prinzen mit ihren Hurrahs zu begrüßen – all’ diese tausend wechselnden Bilder geben unerschöpflichen, immer interessanten Stoff der Betrachtung, stets neu, stets eigenthümlich von allem sonst Gewohnten abweichend, in welcher Beleuchtung, in welchem Wetter sie sich auch zeigen mögen.

Die Ereignisse der jüngsten Vergangenheit, deren Zeuge man gewesen, wie diejenigen, dere Erfüllung man von der nächsten Zukunft erwartet, die Erinnerungen aus der fernen Heimath, die man verlassen, die Persönlichkeiten, zwischen denen man lebt, die kleine oft ziemlich pikante Chronik des Quartiers bilden ebenso viele Gegenstände des unterhaltendsten Geplauders mit den Mitreitern oder Wagennachbarn, Intendanten, Officieren, Aerzten etc. Und diese stete Bewegung in frlscher freier Luft reizt so wohlthuend „die Begier nach dem Mahl“; Jeder scheint jeder Zeit mit dem besten Appetit gesegnet zu sein. Kaum ist die erste Stunde der Fahrt oder des Ritts vorüber, so fängt Einer oder der Andere an, in den Sattel. oder Wagentaschen zu suchen. Keiner ist ganz, ohne weise Vorsorge zu treffen, aus dem Quartier der letzten Nacht geschieden; denn Jeder wußte, daß er unterwegs auf keine gastliche Stätte rechnen durfte, die den durstigen oder hungrigen Wanderer labe. Hier erscheint eine Flasche trefflichen Cognacs, dort eine guten Rothweins, hier ein paar harte Eier, dort Brod und Speck. Quantitäten feuriger Flüssigkeit, die sonst ihren Mann sofort umwerfen würden, lernen auch zarte Naturen in sich aufnehmen ohne irgend andere als nur munter erhöhende, wärmende, erfrischende Wirkungen. Die gegenseitige Gastlichkeit ist unbegrenzt, und die vielgeplagten vorbeijagenden Armeegensd’armen dürfen sich ebensowenig über einen Mangel an derselben von Seiten der Wageninsassen beklagen. Oft geht der ganze Zug stundenlang nur im Schritt: zum Beispiel, wenn der Prinz in solcher Gangart der voraufmarschirenden Infanterie-Escorte folgte. Aber das wird den Reitern bald langweilig und ermüdend. Plötzlich sieht man über das Verdeck der Vorwagen weit vorn die schwarzweißen Fähnlein an den Lanzenspitzen der Ulanen sich schneller flatternd bewegen, und die ganze Cavalcade setzt sich in Trab, rasselnd gefolgt von der Mannschaft der Handpferde, die Wagen im scharfen Jagen hinterher, daß die weißen Staubwolken Alles verhüllend aufwirbeln, oder der nasse Koth des vom Regen erweichten Weges bis in die Gesichter der Wageninsassen sprüht und spritzt.

Ungefähr um die Mitte des Tagemarsches ertönt der von Wagen zu Wagen fortgepflanzte Ruf: „Rendezvous!“ und Alles hält wie angewurzelt. An irgend einem wohlausgewählten geschützten Platze, auf einer Wiese am hohen Chausseedamme, in einem lustigen Wäldchen am Wege hat der Hofmarschall oder der Kronprinz persönlich den Frühstücksplatz ausgewählt. Die Herren der Hauptquartiers sind von den Pferden abgestiegen, lagern oder stehen im Schatten der sonnendurchschimmerten grünen Wipfel, oder auch unbekümmert und ungeschützt im niederströmenden Regen, die Feldflaschen kreisen, man bietet und nimmt Brod, Chocolade, kalte Hühner. Hier erschallt lautes Lachen über irgend ein gutes Bonmot, zu dem ein aufgefundenes Pariser Journal Veranlassung gegeben hat; dort stehen andere Gruppen ernst prüfend über [839] die Generalstabskarte der nächsten Departementssection gebeugt. Auch aus den Wagen ist man ausgestiegen, besieht sich gegenseitig, „vertritt sich“ und „füttert“ im ausgedehntesten Maßstabe. Das Ganze sieht viel ähnlicher einer kolossalen munteren Gesellschaftsreise zu Pferd und Wagen mit überwiegend militärischen Theilnehmern als einem Kriegszuge durch Feindes Land. Freilich, je weiter man in demselben vorrückt, desto mehr hat sich dieser Charakter gewandelt, desto häufiger, finsterer und trauriger sind die Spuren des bitteren blutigen Ernstes geworden, auch auf den Wegen, welche das Hauptquartier marschirte!

Die Stunde des Rendezvous ist vorüber, und vorwärts geht es in alter Weise, in alter Ordnung, nur daß zuweilen der Kronprinz mit seinem Reitergefolge schneller vorausgesprengt ist und die Colonne ohne diese Spitze zu folgen hat. Sechs Stunden, auch wohl acht oder zwölf mag der ganze Marsch gedauert haben; da stockt der Zug. Man blickt nach vorn aus dem Wagenfenster nach der Ursache. Es zeigt sich der Eingang eines Dörfchens oder Städtchens, und an diesem Eingange steht der gestern Abend schon vorausgerittene Quartiermacher Hauptmann von Bosse oder der junge hübsche braunäugige, elegante und unermüdliche schlesische Dragonerlieutenant Herr von Bissing oder der Feldjägerlieutenant Herr von Hauschild und überreichen jedem der Heranreitenden oder Fahrenden seinen Quartierzettel mit der Anweisung, wo er den gastlich für ihn bereiteten Ort zu suchen hat, an dem er sein Haupt hinlegen könne für diese Nacht. Es ist wie eine Art gütiger Vorsehung, die über uns waltet.

Das ist eines Hauptquartiers Marsch in den Zeiten verhältnißmäßiger Waffenruhe. Angesichts naher großer Entscheidungskämpfe freilich gestaltet es sich wesentlich anders. Vielleicht darf ich den Lesern der Gartenlaube gelegentlich von dem Marschiren und Verhalten des Hauptquartiers und Obercommandos in der Schlacht erzählen.