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Ein Gruß vom Osterhasen

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Textdaten
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Autor:
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Titel: Ein Gruß vom Osterhasen!
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 11, S. 180
Herausgeber: Adolf Kröner
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Erscheinungsdatum: 1894
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
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Ein Gruß vom Osterhasen! Er läßt sich den verehrten Leserinnen bestens empfehlen und schickt – stets beflissen, mit der Zeit fortzuschreiten – seine und seiner Kinder Photographien zu freundlichem Gedächtnis und geneigter Nutzanwendung. Daß er selbst mit dem Färben der Eier alle Pfoten voll zu thun hat, zeigt sein Konterfei, es kostete ihn kein geringes Studium, unter Beibehaltung der alten erprobten explosionssicheren Pfanne, aber an der Hand der neueren Chemie seine Farbstoffe immer schöner und bunter zu bereiten, deshalb findet er keine Zeit mehr für die künstlerische Ostereier-Malerei und von seinen Kindern hat er keine Unterstützung zu hoffen. Der von Hause aus sehr talentvolle Aelteste legt wenig Ehrgeiz für die Osterhasen-Laufbahn an den Tag: er hat sich eines zu Schaden gekommenen Eies bemächtigt und benutzt dasselbe als Wetterdach zum beschaulichen Stillleben. Zwei von den jüngeren, stämmige aber höchst materiell gesinnte Burschen, sind unter die Gigerln gegangen. Der Jüngste, ein feuriger Poet mit stets verliebtem Herzen, bringt einem soeben dem Ei entschlüpften Hasenfräulein eine zarte Huldigung dar, statt dem alten Vater an die Hand zu gehen. Nur der Zweitälteste, Hans geheißen, ein gutmütiger, aber beschränkter Kerl, der nicht einmal Eier zu legen, geschweige sie zu färben versteht, dieser hat mit gewohnter Dienstfertigkeit die Eilbestellung an die Redaktion übernommen und läuft nun schwerbepackt, was die Beine leisten wollen, um rechtzeitig anzukommen.

Gerade ist es noch Zeit, daß wir die Hasenbilder unseren künstlerisch begabten Leserinnen zum Schmuck der Ostereier überliefern können! Sie sind auf verschiedene Weise dartustellen: entweder zeichnet man sie mit der Feder auf ein vorher mit Seifenwasser gereinigtes, hartgekochtes Ei, indem man den Hintergrund mit einer lichten Deckfarbe, grün, blau, lila, rosa, gelb, bemalt oder auch mit der schönen überall käuflichen Gold- oder Silbertinktur. Wer sehr geschickt ist, nimmt auch wohl die Oelpalette zur Hand und trägt das ganze Bildchen in Farbe auf. Außerdem läßt es sich – aber dazu gehört gleichfalls eine sichere und geübte Hand! – mit einer in Salzsäure getaichten Feder auf ein in gewöhnlicher Weise gefärbtes Ei zeichnen, wo dann die Striche weiß erscheinen. Beiläufig gesagt: diese Technik eignet sich auch vorzüglich zum Aufschreiben scherzhafter Sprüche.

Zum Schluß geben wir noch ein in den „Liebhaberkünsten“ veröffentlichtes Verfahren, um Eier mit reliefartigen Inschriften und Bildern zu versehen. Man schreibt oder zeichnet das Gewünschte mit einer noch unbenutzten Feder, die statt in Tinte in flüssiges Wachs, Fett oder Firnis getaucht wird, auf die Schale eines Eies und legt dieses vier Stunden lang in eine scharfe Säure (etwas verdünnte Salzsäure). Ueberall, wo die isolierende Masse die Schale nicht schützt, wird Kalk darin durch die Säure zersetzt und die Schrift bleibt reliefartig zurück.

Hoffentlich findet unsere Ostergabe eine freundliche Aufnahme und vielseitige Verwendung bei unsern Leserinnen!