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Ein Epilog

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: L. S.
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Titel: Ein Epilog
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 18, S. 308
Herausgeber: Ernst Keil
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1871
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[308] Ein Epilog. Wir können die freundlichen Anfragen, die wir von so vielen Seiten nach den weitern Schicksalen des Officiers erhalten, dessen Abenteuer in Feindesland unsere Erzählung Pulver und Gold berichtete, nicht ohne Dank und Antwort lassen. Unser Held ist, von seiner Verwundung genesen, wieder bei seinem Truppentheil eingetreten und hat in den heißen Kampfestagen der Werder’schen Armee das Glück gehabt, sich das eiserne Kreuz zu erwerben; am dritten Tage jenes blutigen Ringens, beim Rückzuge der feindlichen Streitkräfte hat er durch rastloses Vordringen bei der Verfolgung über Noroy hinaus Chateau Giron von einem Haufen Lyoner Mobilen befreit, die in voller Auflösung und eben im Begriff waren, das Haus zu plündern. Blanche Kühn hat ihn zu ihrer vor Angst und Schrecken dem Tode nahen Mutter gebracht und diese ihm als dem Retter ihres Lebens gedankt und in ihrer Erschütterung voll nachgiebiger Güte die Geständnisse ihrer Tochter aufgenommen; auch dem Abbé Etienne haben jene Tage und der Anblick der aufgelöst dem Schweizer Gebiet zu strömenden Bourbaki’schen Schaaren andere Ansichten über französisches und deutsches Wesen beigebracht; als nach der Capitulation Belforts unser Officier nach Villersexel in Cantonnementsquartier kam und so nach dem nahen Chateau Giron zurückkehren konnte, hat er den Segen der Mutter zur Verbindung Blanche’s mit einem Deutschen erhalten, und Glauroth sagt, dieser Feldzug habe ihm das eiserne Kreuz mit Myrthenlaub eingebracht. – Bei der allgemeinen Auflösung der Verhältnisse in jener hart mitgenommenen Gegend hat sich keine Behörde gefunden, welche sich für befugt gehalten, von Fräulein Kühn eine Entschädigungssumme für die in ihrem Hause mit Beschlag belegte Kriegscasse eines nicht mehr existirenden Truppenkörpers anzunehmen. – Wegen eines in seiner früheren Unterredung mit dem Arzte von Noroy gebrauchten scharfen Ausdrucks über die Feindseligkeit, die sich bei unseren kleinen Nachbarvölkern als Folge unserer Siege gezeigt, hat unser Officier die Herausforderung eines Schweizer Journalisten erhalten, der darüber so in Hitze gerathen, wie einst die Leute von Chur über ein Wort Spiegelberg’s in den ersten Auflagen der Räuber (II. 3.), deren Verfasser doch später den Tell dichtete! Unser Held hat bei dem Ausdruck nichts Uebleres gemeint, als wir mit dem harmlosen Namen „die kleinen Raubstaaten“, der gutmüthig hingenommen wird, verbinden. Er hat jedoch die Herausforderung angenommen; der Herausforderer aber hat nach den Züricher Vorgängen nichts weiter von sich vernehmen lassen. Glauroth, der jetzt mit seinem Freunde in Villersexel im Quartier liegt, begleitet ihn auf seinen häufigen Ritten nach Chateau Giron und beschäftigt sich dann damit, entweder den Abbé Etienne zum Arianismus zu bekehren, oder in der Bibliothek der französischen Literatur angenehme und bildende Seiten abzugewinnen. Sie hoffen beide binnen Kurzem die Entlassung aus dem Reserveverhältniß zu erhalten.
L. S.