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Disputation (Heine)

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Autor: Heinrich Heine
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Titel: Disputation
Untertitel:
aus: Romanzero. Drittes Buch: Hebräische Melodien.
Seite 261-283
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1851
Verlag: Hoffmann und Campe
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Erscheinungsort: Hamburg
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Quelle: Google und Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
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[261]

 Disputation.

In der Aula zu Toledo
Klingen schmetternd die Fanfaren;
Zu dem geistlichen Turnei
Wallt das Volk in bunten Schaaren.

5
Das ist nicht ein weltlich Stechen,

Keine Eisenwaffe blitzet –
Eine Lanze ist das Wort,
Das scholastisch scharf gespitzet.

Nicht galante Paladins

10
Fechten hier, nicht Damendiener –

Dieses Kampfes Ritter sind
Kapuziner und Rabbiner.

Statt des Helmes tragen sie
Schabbesdeckel und Kapuzen;

15
Scapulier und Arbekanfeß

Sind der Harnisch, drob sie trutzen.

[262]
Welches ist der wahre Gott?

Ist es der Hebräer starrer
Großer Eingott, dessen Kämpe

20
Rabbi Juda, der Navarrer?


Oder ist es der dreifalt’ge
Liebegott der Christianer,
Dessen Kämpe Frater Jose,
Gardian der Franziskaner?

25
Durch die Macht der Argumente,

Durch der Logik Kettenschlüsse
Und Citate von Autoren,
Die man anerkennen müsse,

Will ein jeder Kämpe seinen

30
Gegner ad absurdum führen

Und die wahre Göttlichkeit
Seines Gottes demonstriren.

Festgestellt ist: daß derjen’ge,
Der im Streit ward überwunden,

35
Seines Gegners Religion

Anzunehmen sei verbunden,

[263]
Daß der Jude sich der Taufe

Heil’gem Sacramente füge,
Und im Gegentheil der Christ

40
Der Beschneidung unterliege.


Jedem von den beiden Kämpen
Beigesellt sind elf Genossen,
Die zu theilen sein Geschick
Sind in Freud und Leid entschlossen.

45
Glaubenssicher sind die Mönche

Von des Gardians Geleitschaft,
Halten schon Weihwasserkübel
Für die Taufe in Bereitschaft,

Schwingen schon die Sprengelbesen

50
Und die blanken Räucherfässer –

Ihre Gegner unterdessen
Wetzen die Beschneidungsmesser.

Beide Rotten stehn schlagfertig
Vor den Schranken in dem Saale,

55
Und das Volk mit Ungeduld

Harret drängend der Signale.

[264]
Unterm güldnen Baldachin

Und umrauscht vom Hofgesinde
Sitzt der König und die Kön’gin;

60
Diese gleichet einem Kinde.


Ein französisch stumpfes Näschen,
Schalkheit kichert in den Mienen,
Doch bezaubernd sind des Mundes
Immer lächelnde Rubinen.

65
Schöne, flatterhafte Blume –

Daß sich ihrer Gott erbarme –
Von dem heitern Seine-Ufer
Wurde sie verpflanzt, die arme,

Hierher in den steifen Boden

70
Der hispanischen Grandezza;

Weiland hieß sie Blanch’ de Bourbon,
Donna Blanka heißt sie jetzo.

Pedro wird genannt der König,
Mit dem Zusatz der Grausame;

75
Aber heute, milden Sinnes,

Ist er besser als sein Name.

[265]
Unterhält sich gut gelaunt

Mit des Hofes Edelleuten;
Auch den Juden und den Mohren

80
Sagt er viele Artigkeiten.


Diese Ritter ohne Vorhaut
Sind des Königs Lieblingsschranzen,
Sie befehl’gen seine Heere,
Sie verwalten die Finanzen.

85
Aber plötzlich Paukenschläge,

Und es melden die Trompeten,
Daß begonnen hat der Maulkampf,
Der Disput der zwei Athlethen.

Der Gardian der Franziskaner

90
Bricht hervor mit frommem Grimme;

Polternd roh und widrig greinend
Ist abwechselnd seine Stimme.

In des Vaters und des Sohnes
Und des heil’gen Geistes Namen

95
Exorziret er dem Rabbi,

Jakob’s maledeiten Samen.

[266]
Denn bei solchen Controversen

Sind oft Teufelchen verborgen
In dem Juden, die mit Scharfsinn,

100
Witz und Gründen ihn versorgen.


Nun die Teufel ausgetrieben
Durch die Macht des Exorzismus,
Kommt der Mönch auch zur Dogmatik,
Kugelt ab den Katechismus.

105
Er erzählt, daß in der Gottheit

Drei Personen sind enthalten,
Die jedoch zu einer einz’gen,
Wenn es passend, sich gestalten –

Ein Mysterium, das nur

110
Von Demjen’gen wird verstanden,

Der entsprungen ist dem Kerker
Der Vernunft und ihren Banden.

Er erzählt: wie Gott der Herr
Ward zu Bethlehem geboren

115
Von der Jungfrau, welche niemals

Ihre Jungferschaft verloren;

[267]
Wie der Herr der Welt gelegen

In der Krippe, und ein Kühlein
Und ein Oechslein bei ihm stunden,

120
Schier andächtig, zwei Rindviehlein.


Er erzählte: wie der Herr
Vor den Schergen des Herodes
Nach Aegypten floh, und später
Litt die herbe Pein des Todes

125
Unter Pontio Pilato,

Der das Urtheil unterschrieben,
Von den harten Pharisäern,
Von den Juden angetrieben.

Er erzählte: wie der Herr,

130
Der entstiegen seinem Grabe

Schon am dritten Tag, gen Himmel
Seinen Flug genommen habe;

Wie er aber, wenn es Zeit ist,
Wiederkehren auf die Erde

135
Und zu Josaphat die Todten

Und Lebend’gen richten werde.

[268]
„Zittert, Juden!“ rief der Mönch,

„Vor dem Gott, den ihr mit Hieben
Und mit Dornen habt gemartert

140
Den ihr in den Tod getrieben,


„Seine Mörder, Volk der Rachsucht,
Juden, das seid ihr gewesen –
Immer meuchelt ihr den Heiland,
Welcher kommt, euch zu erlösen.

145
„Judenvolk, du bist ein Aas,

Worin hausen die Dämonen;
Eure Leiber sind Kasernen
Für des Teufels Legionen.

„Thomas von Aquino sagt es,

150
Den man nennt den großen Ochsen

Der Gelehrsamkeit, er ist
Licht und Lust der Orthodoxen.

„Judenvolk, ihr seid Hyänen,
Wölfe, Schakals, die in Gräbern

155
Wühlen, um der Todten Leichnam’

Blutfraßgierig aufzustöbern.

[269]
„Juden, Juden, ihr seid Säue,

Paviane, Nashornthiere,
Die man nennt Rhinozerosse,

160
Crocodile und Vampyre.


„Ihr seid Raben, Eulen, Uhus,
Fledermäuse, Wiedehöpfe,
Leichenhühner, Basilisken,
Galgenvögel, Nachtgeschöpfe.

165
„Ihr seid Vipern und Blindschleichen,

Klapperschlangen, gift’ge Kröten,
Ottern, Nattern – Christus wird
Eu’r verfluchtes Haupt zertreten.

„Oder wollt ihr, Maledeiten,

170
Eure armen Seelen retten?

Aus der Bosheit Synagoge
Flüchtet nach den frommen Stätten,

„Nach der Liebe lichtem Dome,
Wo im benedeiten Becken

175
Euch der Quell der Gnade sprudelt –

Drin sollt ihr die Köpfe stecken –

[270]
„Wascht dort ab den alten Adam

Und die Laster, die ihn schwärzen;
Des verjährten Grolles Schimmel,

180
Wascht ihn ab von euren Herzen!


„Hört ihr nicht des Heilands Stimme?
Euren neuen Namen rief er –
Lauset euch an Christi Brust
Von der Sünde Ungeziefer!

185
„Unser Gott, der ist die Liebe,

Und er gleichet einem Lamme;
Um zu sühnen unsre Schuld
Starb er an des Kreuzes Stamme.

„Unser Gott, der ist die Liebe,

190
Jesus Christus ist sein Name;

Seine Duldsamkeit und Demuth
Suchen wir stets nachzuahmen.

„Deshalb sind wir auch so sanft,
So leutselig, ruhig, milde,

195
Hadern niemals, nach des Lammes,

Des Versöhners, Musterbilde.

[271]
„Einst im Himmel werden wir

Ganz verklärt zu frommen Englein,
Und wir wandeln dort gottselig,

200
In den Händen Lilienstenglein.


„Statt der groben Kutten tragen
Wir die reinlichsten Gewänder
Von Moußlin, Brokat und Seide,
Goldne Troddeln, bunte Bänder.

205
„Keine Glatze mehr! Goldlocken

Flattern dort um unsre Köpfe;
Allerliebste Jungfraun flechten
Uns das Haar in hübsche Zöpfe.

„Weinpokale wird es droben

210
Von viel weiterm Umfang geben,

Als die Becher sind hier unten,
Worin schäumt der Saft der Reben.

„Doch im Gegentheil viel enger
Als ein Weibermund hienieden,

215
Wird das Frauenmündchen sein,

Das dort oben uns beschieden.

[272]
„Trinkend, küssend, lachend wollen

Wir die Ewigkeit verbringen,
Und verzückt Halleluja,

220
Kyrie Eleyson singen.“


Also schloß der Christ. Die Mönchlein
Glaubten schon, Erleuchtung träte
In die Herzen, und sie schleppten
Flink herbei das Taufgeräthe.

225
Doch die wasserscheuen Juden

Schütteln sich und grinsen schnöde.
Rabbi Juda, der Navarrer,
Hub jetzt an die Gegenrede:

„Um für deine Saat zu düngen

230
Meines Geistes dürren Acker,

Mit Mistkarren voll Schimpfwörter
Hast du mich beschmissen wacker.

„So folgt Jeder der Methode,
Dran er nun einmal gewöhnet,

235
Und anstatt dich drob zu schelten,

Sag’ ich Dank dir, wohlversöhnet.

[273]
„Die Dreieinigkeitsdoktrin

Kann für unsre Leut nicht passen,
Die mit Regula-de-tri

240
Sich von Jugend auf befassen.


„Daß in deinem Gotte drei,
Drei Personen sind enthalten
Ist bescheiden noch, sechstausend
Götter gab es bei den Alten.

245
„Unbekannt ist mir der Gott,

Den ihr Christum pflegt zu nennen;
Seine Jungfer Mutter gleichfalls
Hab ich nicht die Ehr zu kennen.

„Ich bedaure, daß er einst,

250
Vor etwa zwölfhundert Jahren,

Ein’ge Unannehmlichkeiten
Zu Jerusalem erfahren.

„Ob die Juden ihn getödtet,
Das ist schwer jetzt zu erkunden,

255
Da ja das Corpus Delicti

Schon am dritten Tag verschwunden.

[274]
„Daß er ein Verwandter sei

Unsres Gottes, ist nicht minder
Zweifelhaft; so viel wir wissen

260
Hat der letztre keine Kinder.


„Unser Gott ist nicht gestorben
Als ein armes Lämmerschwänzchen
Für die Menschheit, ist kein süßes
Philantröpfchen, Faselhänschen.

265
„Unser Gott ist nicht die Liebe;

Schnäbeln ist nicht seine Sache,
Denn er ist ein Donnergott
Und er ist ein Gott der Rache.

„Seines Zornes Blitze treffen

270
Unerbittlich jeden Sünder,

Und des Vaters Schulden büßen
Oft die späten Enkelkinder.

„Unser Gott, der ist lebendig
Und in seiner Himmelshalle

275
Existiret er drauf los

Durch die Ewigkeiten alle.

[275]
„Unser Gott, und der ist auch

Ein gesunder Gott, kein Mythos
Bleich und dünne wie Oblaten

280
Oder Schatten am Cocythos.


„Unser Gott ist stark. In Händen
Trägt er Sonne, Mond, Gestirne;
Throne brechen, Völker schwinden,
Wenn er runzelt seine Stirne.

285
„Und er ist ein großer Gott.

David singt: Ermessen ließe
Sich die Größe nicht, die Erde
Sei der Schemel seiner Füße.

„Unser Gott liebt die Musik,

290
Saitenspiel und Festgesänge;

Doch wie Ferkelgrunzen sind
Ihm zuwider Glockenklänge.

„Leviathan heißt der Fisch,
Welcher haust im Meeresgrunde;

295
Mit ihm spielet Gott der Herr

Alle Tage eine Stunde –

[276]
„Ausgenommen an dem neunten

Tag des Monats Ab, wo nämlich
Eingeäschert ward sein Tempel;

300
An dem Tag ist er zu grämlich.


„Des Leviathan’s Länge ist
Hundert Meilen, hat Floßfedern
Groß wie König Ok von Basan,
Und sein Schwanz ist wie ein Cedern.

305
„Doch sein Fleisch ist delicat,

Delicater als Schildkröten,
Und am Tag der Auferstehung
Wird der Herr zu Tische beten

„Alle frommen Auserwählten,

310
Die Gerechten und die Weisen –

Unsres Herrgotts Lieblingsfisch
Werden sie alsdann verspeisen,

„Theils mit weißer Knoblauchbrühe,
Theils auch braun in Wein gesotten,

315
Mit Gewürzen und Rosinen,

Ungefähr wie Matelotten.

[277]
„In der weißen Knoblauchbrühe

Schwimmen kleine Schäbchen Rettig –
So bereitet, Frater Jose,

320
Mundet dir das Fischlein, wett’ ich!


„Auch die braune ist so lecker,
Nämlich die Rosinensauce,
Sie wird himmlisch wohl behagen
Deinem Bäuchlein, Frater Jose.

325
„Was Gott kocht, ist gut gekocht!

Mönchlein, nimm jetzt meinen Rath an,
Opfre hin die alte Vorhaut
Und erquick’ dich am Leviathan.“

Also lockend sprach der Rabbi,

330
Lockend, ködernd, heimlich schmunzelnd,

Und die Juden schwangen schon
Ihre Messer wonnegrunzelnd,

Um als Sieger zu skalpiren
Die verfallenen Vorhäute,

335
Wahre spolia opima

In dem wunderlichen Streite.

[278]
Doch die Mönche hielten fest

An dem väterlichen Glauben
Und an ihrer Vorhaut, ließen

340
Sich derselben nicht berauben.


Nach dem Juden sprach aufs neue
Der katholische Bekehrer;
Wieder schimpft er, jedes Wort
Ist ein Nachttopf, und kein leerer.

345
Darauf replicirt der Rabbi

Mit zurückgehaltnem Eifer;
Wie sein Herz auch überkocht,
Doch verschluckt er seinen Geifer.

Er beruft sich auf die Mischna,

350
Commentare und Tractate,

Bringt auch aus dem Tausves-Jontof
Viel beweisende Citate.

Aber welche Blasphemie
Mußt er von dem Mönche hören!

355
Dieser sprach: der Tausves-Jontof

Möge sich zum Teufel scheren.

[279]
„Da hört alles auf, o Gott!“

Kreischt der Rabbi jetzt entsetzlich;
Und es reißt ihm die Geduld,

360
Rappelköpfig wird er plötzlich.


„Gilt nichts mehr der Tausves-Jontof,
Was soll gelten? Zeter! Zeter!
Räche, Herr, die Missethat,
Strafe, Herr, den Uebelthäter!

365
„Denn der Tausves-Jontof, Gott,

Das bist du! Und an dem frechen
Tausvesjontof-Läugner mußt du
Deines Namens Ehre rächen.

„Laß den Abgrund ihn verschlingen,

370
Wie des Kora böse Rotte,

Die sich wider dich empört
Durch Emeute und Complotte.

„Donnre deinen besten Donner!
Strafe, o mein Gott, den Frevel –

375
Hattest du doch zu Sodoma

Und Gomorrha Pech und Schwefel!

[280]
„Treffe, Herr, die Kapuziner,

Wie du Pharaon getroffen,
Der uns nachgesetzt, als wir

380
Wohl bepackt davon geloffen.


„Hunderttausend Ritter folgten
Diesem König von Mizrayim,
Stahlbepanzert, blanke Schwerter
In den schrecklichen Jadayim.

385
„Gott! da hast du ausgestreckt

Deine Jad, und sammt dem Heere
Ward ertränkt, wie junge Katzen,
Pharao im rothen Meere.

„Treffe, Herr, die Kapuziner,

390
Zeige den infamen Schuften,

Daß die Blitze deines Zorns
Nicht verrauchten und verpufften.

„Deines Sieges Ruhm und Preis
Will ich singen dann und sagen,

395
Und dabei, wie Mirjam that

Tanzen und die Pauke schlagen.“

[281]
In die Rede grimmig fiel

Jetzt der Mönch dem Zornentflammten:
„Mag dich selbst der Herr verderben,

400
Dich Verfluchten und Verdammten!


„Trotzen kann ich deinen Teufeln,
Deinem schmutz’gen Fliegengotte,
Luzifer und Belzebube
Belial und Astarothe.

405
„Trotzen kann ich deinen Geistern,

Deinen dunkeln Höllenpossen,
Denn in mir ist Jesus Christus,
Habe seinen Leib genossen.

„Christus ist mein Leibgericht,

410
Schmeckt viel besser als Leviathan

Mit der weißen Knoblauchsauce,
Die vielleicht gekocht der Satan.

„Ach! anstatt zu disputiren,
Lieber möcht’ ich schmoren, braten

415
Auf dem wärmsten Scheiterhaufen

Dich und deine Kameraden.“

[282]
Also tos’t in Schimpf und Ernst

Das Turnei für Gott und Glauben,
Doch die Kämpen ganz vergeblich

420
Kreischen, schelten, wüthen, schnauben.


Schon zwölf Stunden währt der Kampf,
Dem kein End ist abzuschauen;
Müde wird das Publicum
Und es schwitzen stark die Frauen.

425
Auch der Hof wird ungeduldig,

Manche Zofe gähnt ein wenig.
Zu der schönen Königin
Wendet fragend sich der König:

Sagt mir, was ist Eure Meinung?

430
Wer hat Recht von diesen Beiden?

Wollt Ihr für den Rabbi Euch
Oder für den Mönch entscheiden?

Donna Blanka schaut ihn an,
Und wie sinnend ihre Hände

435
Mit verschränkten Fingern drückt sie

An die Stirn und spricht am Ende:

[283]
Welcher Recht hat, weiß ich nicht –

Doch es will mich schier bedünken,
Daß der Rabbi und der Mönch,

440
Daß sie alle beide stinken.