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Die weiße Frau (Baader)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: Bernhard Baader
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Titel: Die weiße Frau
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aus: Badisches Sagen-Buch II, S. 576
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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Quelle: Commons, Google
Kurzbeschreibung:
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Bearbeitungsstand
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Die weiße Frau.

Zwischen Waldwimmersbach und der Mühle läuft über die Wiesen ein schmaler Fußpfad, welcher zu einer Quelle führt. Auf diesem Wege zeigt sich täglich um Mittag und Mitternacht eine weiße Frau mit einem Bund Schlüssel in der Hand. Zu ihren Lebzeiten war sie Kammerfrau bei einer Herrschaft gewesen, von der ihr, als jene sich im Krieg flüchtete, deren Vermögen zur Aufbewahrung anvertraut wurde. Dieses vergrub sie, starb aber bald darauf eines plötzlichen Todes. Da Niemand den Ort des Schatzes wußte, so kam die Herrschaft darum und mußte nach ihrer Rückkehr von Allmosen leben. Sie verfluchte deßhalb die Kammerfrau, welche seitdem in der Gegend, wo sie den Reichthum vergraben, umgehen muß. Ihre Erlösung ist nur alle sieben Jahre möglich; sie pflegt alsdann dreimal zu nießen und auf jedes Nießen soll man ihr „Helf Gott!“ zurufen. Thut man dieses, so zeigt sie Einem, wo der Schatz verborgen liegt und wie er gehoben werden kann. Da man aber bald darauf sterben muß, so hat es noch Niemand gewagt, zum Drittenmal „Gott helfs“ zu rufen und die weiße Frau ist dann stets mit einem tiefen Seufzer verschwunden.

(Nach mündl. Ueberlieferung mitgetheilt von Bernh. Baader in Mone’s „Anzeiger etc.“ Jahrg. 1838.)