Zum Inhalt springen

Die verschwiegene Nachtigall

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
Autor: Richard Zoozmann
als Übersetzer von
Walther von der Vogelweide
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Die verschwiegene Nachtigall
Untertitel:
aus: Deutscher Minnesang. S. 397f.
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1910
Verlag: J. Habbel
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Regensburg
Übersetzer:
Originaltitel: Under der linden
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf commons
Kurzbeschreibung:
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]


[397]
Die verschwiegene Nachtigall.


Unter der Linden
Bei der Heide,
Wo unser zweier Bett gemacht,
Da mögt ihr finden,

5
Wie wir beide

Pflückten im Grase der Blumen Pracht.
Vor dem Wald in tiefem Tal,
Tandaradei!
Lieblich sang die Nachtigall.

10
Ich kam gegangen

Hin zur Aue –
Mein Trauter harrte schon am Ort.
Wie ward ich empfangen,
O Himmelsfraue!

15
Des bin ich selig immerfort.
[398]
Ob er mich küßte? Wohl manche Stund,

Tandaradei!
Seht, wie ist so rot mein Mund.

Da tät er machen

20
Uns ein Bette

Aus Blumen mannigfalt und bunt.
Darob wird lachen,
Wer an der Stätte
Vorüberkommt, aus Herzensgrund:

25
Er wird sehn im Rosenhag,

Tandaradei!
Sehen, wo das Haupt mir lag!

Wie ich da ruhte,
Wenn man es wüßte,

30
Barmherziger Gott – ich schämte mich.

Wie mich der Gute
Herzte und küßte,
Keiner erfahr es als er und ich,
Und ein kleines Vögelein –

35
Tandaradei!

Das wird wohl verschwiegen sein!