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Die verbrannte Hexe zu Hohendorf

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Textdaten
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Autor: Jodocus Donatus Hubertus Temme
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Titel: Die verbrannte Hexe zu Hohendorf
Untertitel:
aus: Die Volkssagen von Pommern und Rügen. S. 292–293
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1840
Verlag: Nicolaische Buchhandlung
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Erscheinungsort: Berlin
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Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google und Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
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Bearbeitungsstand
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[292]
248. Die verbrannte Hexe zu Hohendorf.

In dem Dorfe Hohendorf im Kreise Greifswald lebte einmal eine Küsterfrau, die eine Hexe war. Sie wußte sich zwar sehr fromm und gottesfürchtig zu stellen, so daß sie die Bibel auswendig wußte und daß der Pfarrer von ihr sagte, sie sey eine seiner andächtigsten Zuhörerinen. Aber ihre [293] Teufelsstreiche kamen zuletzt doch an das Tageslicht, und sie wurde nun zum Feuertode verurtheilt. Da nahm der Prediger, der noch immer an ihre Schuld nicht glauben wollte, mit ihr die Abrede, daß sie nach ihrer Hinrichtung ihm erscheinen solle, wenn sie unschuldig sey als eine Taube, sonst aber als ein Rabe. Nachdem sie nun aber hingerichtet war, da erschien auf einmal dem Prediger ein schwarzer Rabe, der schrie deutlich: Coax, Coax, Gott einmal verschworen, derselbe ewig verloren! Darauf erkannte der Prediger, daß er sich doch geirrt habe, und daß Kirchengehen und Bibellesen allein es nicht thuen.

Mündlich.