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Die schlesischen Weber

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
Autor: Heinrich Heine
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Titel: Die schlesischen Weber
Untertitel:
aus: Album. Originalpoesien. S. 145-146
Herausgeber: H. Püttmann
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1847
Verlag: Reiche
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Borna [eig. Bremen/Brüssel 1846]
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: HH-Portal und Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
Siehe auch Die armen Weber
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Bearbeitungsstand
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[145]
7. Die Schlesischen Weber.

     (Vom Dichter revidirt.)

Im düstern Auge keine Thräne,
Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
Deutschland, wir weben Dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch –

5
 Wir weben, wir weben!


Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir gebeten
In Winterskälte und Hungersnöthen;
Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
Er hat uns geäfft und gefoppt und genarrt –

10
 Wir weben, wir weben!


Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,
Den unser Elend nicht konnte erweichen,
Der den letzten Groschen von uns erpreßt,
Und uns wie Hunde erschießen läßt –

15
 Wir weben, wir weben!


Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
Wo jede Blume früh geknickt,
Wo Fäulniß und Moder den Wurm erquickt –

20
 Wir weben, wir weben!


[146]
Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,

Wir weben emsig Tag und Nacht –
Altdeutschland, wir weben Dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch,

25
 Wir weben, wir weben!