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Die deutsche „Atlantis“ in Amerika

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Titel: Die deutsche „Atlantis“ in Amerika
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 48, S. 532
Herausgeber: Ferdinand Stolle
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Erscheinungsdatum: 1853
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[532] Die deutsche „Atlantis“ in Amerika. In Detroit, unweit des Niagarafalles im Staate Michigan, erscheint eine von Christian Esselen redigirte „Zeitschrift für Wissenschaft, Politik und Poesie: „Atlantis“, etwa die 140ste deutsche Zeitung in Amerika. Einige Nummern, die uns zu Gesicht kamen, lassen auf ein bedeutendes deutsches Leben und Geschäft dort schließen. Der deutsche Theaterverein in Detroit kündigte das neue Lustspiel von F. L. Schmidt: „Die Theilung der Erde“, an, welches im Moltz’schen Saale aufgeführt und mit einem Balle beendigt werden sollte. Ludwig Winkler (früher in Leipzig) erläßt eine Aufforderung zur Gründung eines Turnvereins. Friedrich Becker empfiehlt seinen „Darmstädter Hof“, H. Klußmann sein „Gasthaus zum Vater Rhein“, J. Miller die „Münchener Bierhalle“, B. Waldeck seinen „Wein- und Biersalon“, M. Brandt seine „Wirthschaft“, Held sein „Hotel“, Max Weber das „Hotel Constanz“, Reiske „Weinhandlung und Wirthschaft“, ein anderer Deutscher sein „River-Hotel“ am Niagarafall und seine Wagen, welche die Reisenden von Eisenbahnhöfen abholen; andere Deutsche Kleiderläden, Handlungen aller Art, Handwerke, Näheschulen für junge Damen, Apotheken, Tischler-Associationen, Bierbrauereien, ein Herr Böhnlein seine deutsche Buchhandlung mit der Versicherung, daß er jedes in Deutschland erschienene Buch schnell und billig besorge, dabei auch seine Niederlage von Uhren, Herr Bach seine Tanzschule u. s. w. Besondere Erwähnung verdient das über Europa und Amerika ausgebreitete Commissions-, Speditions- und Wechselgeschäft von Rischmüller und Löscher, das sich besondere Verdienste um die Personen-Beförderung von Europa nach Amerika erworben hat und in allen bedeutenden Seestädten beider Welten durch zuverlässige Agenten vertreten ist. So sieht man selbst aus der hintern Partie einer amerikanischen Zeitung, den Anzeigen, daß Deutschland drüben blüht:

„Und aus den Furchen, die Columb gezogen,
Geht Deutschlands Zukunft auf.“

Und das deutsche Mutterland liefert vorläufig noch tüchtig Samenkorn, wofür die Amerikaner von drüben Millionen von Scheffeln Korn und Weizen herüber schicken. Ohne unsere Brüder in Amerika wäre jetzt das deutsche Viergroschenbrot nicht viel größer als ein Viergroschenstück. Die amerikanischen Getreidebuden sind jetzt aber auch in Beziehung auf die Leichtigkeit der Beförderung den meisten deutschen Städten näher, als das Land der podolischen Ochsen.