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Die Römerbäder zu Badenweiler

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Textdaten
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Autor: Georg Zetter
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Titel: Die Römerbäder zu Badenweiler
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch I, S. 269–271
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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Quelle: Commons und Google
Kurzbeschreibung:
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Indexseite
[269]
Die Römerbäder zu Badenweiler.[1]

Mit Wehmuth schaut euch Jeder,
Der pilgernd euch genaht,
Ihr alten Römerbäder
Die längst die Zeit zertrat.

5
Wohl schlieft ihr unterm Thale

Den tausendjähr’gen Schlaf,
Bis jüngst auf eure Maale
Des Bauern Pflugschaar traf.

Die Gemmen, längst zerschlagen,

10
Der Bider seltner Kranz,
[270]

Sie künden und sie sagen
Von alter Tage Glanz.

Als noch dort überm Forste,
Das Schwert in brauner Faust,

15
Der Römer in dem Horste

Mit seiner Schaar gehaust,

Da mochte voller quellen
Des Heilborns reiche Fluth,
Wenn in den edeln Wellen

20
Der Tiber Sohn geruht;


Wenn sich im kräft’gen Schwalle
Der narb’ge Leib gekühlt
Und seiner Wunden alle
Genesen sich gefühlt.

25
Das war ein lustig Baden!

Verjünget stand er auf
Und zog auf grünen Pfaden
Zu neuem Siegeslauf. –

Wie anders ist es heute!

30
Es starrt das Römerhaus

Verödet in die Weite,
Kein Ritter schaut heraus.

Der Knechtschaft Joch sank nieder,
Kein’ Sclavengeißel schwirrt,

35
Es klingen freie Lieder,

Wo Ketten einst geklirrt.

Nun seh’n die öden Hallen
Kaum einem Schatten gleich,
Es ist, wie sie, zerfallen

40
Das alte Römerreich.
Friedrich Otte.

¹) Als in dem letzten Viertel des verflossenen Jahrhunderts der Markgraf Karl Friedrich in den reizenden Thalgegenden der Vorberge des Schwarzwaldes sich ein Lusthaus erbauen wollte, lockte ihn vor allen die herrliche Lage auf die Höhen hinter Müllheim, und er beschloß, diesen


  1. [270] Als in dem letzten Viertel des verflossenen Jahrhunderts der Markgraf Karl Friedrich in den reizenden Thalgegenden der Vorberge des Schwarzwaldes sich ein Lusthaus erbauen wollte, lockte ihn vor allen die herrliche Lage auf die Höhen hinter Müllheim, und er beschloß, diesen [271] Punkt zu wählen. In dem schmalen Wiesenthälchen erhebt sich der Vorsprung, auf dem so malerisch das Dorf Badenweiler liegt, rückwärts an den hohen Blauen gelehnt, der mit den anstoßenden Bergen einen Waldigen Kessel bildet. Auf der Spitze des Vorsprunges ruhen bis Trümmer der alten Burg Baden, ernst hinausblickend in die lachenden Gefilde des Rheinthals. Schon die ersten Nachgrabungen für die neuen Bauten führten sogleich auf Trümmer, in welchen der Forscher die versunkene Römerherrlichkeit erkannte. Des Fürsten Sorgfalt unterstützte die weiteren Untersuchungen und in kurzer Zeit war die ganze Ruine offen zu Tage gelegt und Veranstaltung getroffen, sie vor weiterem Verfall zu schützen und den Forschungen der Gelehrten zugänglich zu machen. Eine vollständige, mit einer in diesen Gegenden ungewöhnlichen Pracht erbaute römische Badeanstalt war nun mit all’ ihrem Reichthum dem Grabe wieder entstiegen.
    (Vergleiche Max v. Ring’s „Malerische Ansichten der Ritterburgen Teutschlands.“ 2. Heft.)