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Die Hexe als Sau

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: Wilhelm Busch
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Titel: Die Hexe als Sau
Untertitel:
aus: Ut ôler Welt. Volksmärchen, Sagen, Volkslieder und Reime. S. 137
Herausgeber: Otto Nöldeke
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1910
Verlag: Lothar Joachim
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Erscheinungsort: München
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Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: ULB Düsseldorf und Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
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Bearbeitungsstand
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45.

Einem jungen Manne wurde gesagt seine Mutter wäre eine Hexe. Er wollte aufpassen, ob es wahr wäre, und in der Mainacht mußte ihm die Mutter bei der Grützemühle leuchten. Da wurde sie auf einmal zu einem Weidenbaum. – Der Sohn legte sich auf den Stall und paßte auf, wann seine Mutter wieder käme. Da kamen eine Menge Hexen, auf Kälbern und Gösseln angeritten, mit Musik ins Haus, und tanzten. Der Teufel, ihr Oberster, sagte: »Es sind zwei Augen zu viel da; soll ich sie auspusten?« Die Frau sagte: »Nein« – weil sie meinte, es wäre nur das kleine Kind.

Ehe sie weggingen, mußte jede geloben, etwas Böses zu thun. Die Frau sagte: »Wenn ihres Sohnes Frau auf der Diele beim Buttern das Kind wiegte, so wollte sie als alte Sau die Wiege umstoßen, daß das Kind den Arm bräche.« Den andern Tag sagte der Mann zu seiner Frau, sie sollte buttern, obwohl sie erst den Tag vorher gebuttert hatte. Die Alte ging auf der Diele hin, und gleich darauf kam eine alte Sau und warf die Wiege um, daß das Kind heraus fiel und den einen Arm brach. Der Sohn nahm einen dicken Knüppel und schlug der Sau zwischen die Ohren, daß Blut floß; und weil er ihr Blut gelöst hatte, so stand mit einem Mal die Alte da. Da sah der Sohn wohl, daß seine Mutter eine Hexe war; er zeigte sie an, und sie wurde verbrannt.