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Die Entdeckung des Aluminiums

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Textdaten
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Titel: Die Entdeckung des Aluminiums
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 10, S. 324
Herausgeber: Adolf Kröner
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Erscheinungsdatum: 1899
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger G. m. b. H. in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[324] Die Entdeckung des Aluminiums. Die Geschichte der Chemie lehrt uns, daß das Aluminium in freiem Zustande zuerst von dem Chemiker Wöhler hergestellt wurde. Er erhielt es im Jahre 1827 als graues Pulver und im Jahre 1845 in Form kleiner glänzender Metallkugeln. Seit 1854 wird das Metall nach verschiedenen Methoden technisch gewonnen. Es ist aber alles schon einmal dagewesen, und vermutlich war das Aluminium in reinem Zustande bereits im Altertum bekannt. Daran erinnerte neuerdings die „Centralzeitung für Optik und Mechanik“. Wie Plinius berichtet, erschien einmal im Palaste des römischen Kaisers Tiberius ein Metallarbeiter. Er bot dem Imperator einen Gegenstand als Metall an, das äußerlich wie Silber aussah, aber auffallend leicht war. Auf die Frage des Kaisers, wo dieses Metall zu finden sei, erwiderte der Arbeiter, daß er es aus thonhaltiger Erde gewinnen könne. Nun forschte Tiberius weiter, ob der Arbeiter seine Kunst schon anderen mitgeteilt habe. Der Gefragte gab zur Antwort, daß außer ihm nur Jupiter das Geheimnis kenne. Diese Erklärung besiegelte das Schicksal des Unglücklichen. Tiberius fürchtete, das neue Metall könnte den Wert des Goldes und des Silbers beeinträchtigen, und ließ die Werkstatt des römischen Aluminiumerzeugers zerstören und ihn selbst enthaupten. So blieb das Verfahren unbekannt. Es liegt nahe, daß jener Metallarbeiter ein einfacheres und wohl auch billigeres Mittel zur Herstellung des Aluminiums als die uns geläufigen chemischen Verfahren kannte. Ein Nachentdecken und Nacherfinden könnte somit noch heute einem findigen Manne Nutzen bringen; um seinen Kopf brauchte er in unserer Zeit nicht zu fürchten.