Zum Inhalt springen

Die Eckernförde-Halle auf der Coburger Veste

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
<<< >>>
Autor: A. S.
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Die Eckernförde-Halle auf der Coburger Veste
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 50, S. 796-797
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1860
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[796]
Die Eckernförde-Halle auf der Coburger Veste.

An demselben Platze, wo im Frühjahre 1628 die Dänen unter Christian IV. die deutschen Kaisertruppen schlugen und wo sie am 7. December 1813 von der deutschen Legion unter Wallmoden geschlagen wurden, in Eckernförde wurde am 5. April 1849 unter dem Commando des Herzogs von Coburg-Gotha das dänische Linienschiff Christian VIII. in die Luft gesprengt, die Fregatte Gefion aber gefangen genommen und Eckernförde getauft. Der Gefion gestrichene rothe Flagge mit dem weißen Kreuz ist jetzt segelförmig ausgebreitet auf der Hinterwand einer Halle auf der Coburger Veste; vor derselben steht mächtig aufgerichtet der Schnabel jenes in die Luft gesprengten Schiffes, das Gallionbild König Christian VIII., Scepter und Reichsapfel tragend. Links und rechts an der decorirten Wand hängen Capitain Paludans Degen und andere eroberte Siegeszeichen. Durch eine weite und hohe Glasthüre ist die Halle vom innern Hof der Veste geschieden.

Am 26. Aug. d. J., am Nachmittag eines schönen Sonntags, aber stand jene Halle weit offen, geschützt von einem sie umziehenden Halbkreis der Coburger Turner; in diesem Halbkreis flatterte die von den

[797]

Die Gefions-Flagge und das Gallionbild Christian VIII.

Turnern bis jetzt bewahrte und hieher getragene Fahne, die die schleswig-holstein’schen Turner bei dem großen Feste in Coburg geschwenkt und dann zurückgelassen hatten als heiligmahnendes Vermächtniß, weil sie es nicht wagen durften und wollten, sie zurückzubringen in ihr geknechtetes Land. – Wie es nach der Beschreibung des Coburger Turnfestes in Nr. 27 der Gartenlaube so allgemein und lebhaft gewünscht wurde, hatte der Sieger bei Eckernförde es genehmigt, die Fahne sollte aufgestellt werden dürfen als mahnendes Symbol in jener verheißenden Halle, doch einfach, still und ernst, wie die stille ernste Sache es gebiete. Und so geschah es denn auch; unter den Klängen „Schleswig-Holstein meerumschlungen“ schritten die Turner in feierlichem Ernst zur Halle, bildeten den Halbkreis, entblößten ihre Häupter, schmückten die verwaiste Fahne mit dem Ehrenbande eines Turners und trugen sie in die Halle. Das Alles geschah wortlos, in grabesernster Stille; tiefes Schweigen lag auch auf der weithin versammelten Menge. Dieses Schweigen, diese Stille sprachen seltsam ergreifend zu Allen; lauter und mahnender, als alle Reden und Gesänge es vermocht hätten. – Nun aber plötzlich ein dreifaches, donnerndes Gutheil auf Schleswig-Holsteins freiere Zukunft und die Halle wurde geschlossen. – Möchte sie bald wieder auffliegen, um neue Siegeszeichen zu empfangen! Möchte die freie Zukunft des armen Landes schon in schwellender Knospe liegen!
A. S.