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Die Blumen (Schiller)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
Autor: Friedrich Schiller
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Titel: Die Blumen
Untertitel:
aus: Friedrich Schiller: Gedichte von Friedrich Schiller; S. 39-40.
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum: o. A.
Erscheinungsdatum: 1854
Verlag: J. G. Cotta
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Erscheinungsort: Stuttgart und Tübingen
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Originalherkunft:
Quelle: Scans auf commons
Kurzbeschreibung:
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fertig
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[39] Die Blumen.

Kinder der verjüngten Sonne,
     Blumen der geschmückten Flur,
Euch erzog zu Lust und Wonne,
     Ja, euch liebte die Natur.

5
Schön das Kleid mit Licht gesticket,

Schön hat Flora euch geschmücket
     Mit der Farben Götterpracht.
Holde Frühlingskinder, klaget!
Seele hat sie euch versaget,

10
     Und ihr selber wohnt in Nacht’.


Nachtigall und Lerche singen
     Euch der Liebe selig Loos,
Gaukelnde Sylphiden schwingen
     Buhlend sich auf eurem Schooß.

15
Wölbte eures Kelches Krone

Nicht die Tochter der Dione
     Schwellend zu der Liebe Pfühl?
Zarte Frühlingskinder, weinet!
Liebe hat sie euch verneinet,

20
     Euch das selige Gefühl.


Aber hat aus Ranny’s Blicken
     Mich der Mutter Spruch verbannt,
Wenn euch meine Hände pflücken
     Ihr zum zarten Liebespfand,

25
Leben, Sprache, Seelen, Herzen,

Stumme Boten süßer Schmerzen,
[40] Goß euch dies Berühren ein,
Und der mächtigste der Götter
Schließt in eure stillen Blätter

30
     Seine hohe Gottheit ein.