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Der letzte Tag (Lersch)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
Autor: Heinrich Lersch
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Titel: Der letzte Tag
Untertitel:
aus: Herz! Aufglühe dein Blut. Gedichte im Kriege, S. 100
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1916
Verlag: Eugen Diederichs
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Erscheinungsort: Jena
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Internet Archive und Commons
Kurzbeschreibung:
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Bearbeitungsstand
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Der letzte Tag


Soll einer fallen, fühlt ers früh am Tag. –
Wenn kaum die Welt aus Nacht und Dunkel tritt,
gibt sie ihm alle Herrlichkeit noch einmal mit,
soviel die Seele fassen kann und mag.

5
Er staunt: ein Wunder! Wie die Welt verklärt

in dieser Schreckensstunde sich ihm schenkt und gibt.
Es dankt ihm alles, was er je geliebt.
Von neuem wird ihm alles Glück gewährt.

Das Glück aus Gott, aus Erde, Tag und Nacht –

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o Sonne, die zum frohen Schaffen schien,

die süße Ruh, die Müden ward verliehn
in Lebenstagen, rasch und heiß vollbracht.

Und nun? Er fühlt wie Traum um sich den Tod.
Die andern sterben, doch ich – komm nach Haus.

15
Er lächelt tief, malt spätes Glück sich aus.

Am Himmel steigt und wächst das Morgenrot,

bis ihn die Sonne groß und heiß umwirbt!
Das volle Licht – ihn schauert. Geht – und lacht,
spricht mit Kameraden, bis der Kampf erwacht.
–     –     –     –     –     –     –     –     –     –     –     

20
Die Freunde wundern sich, wie schön er stirbt.