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Der letzte Berliner Pfahlbau

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Textdaten
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Autor:
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Titel: Der letzte Berliner Pfahlbau
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 24, S. 741, 771
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1890
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Die Zeichnung von Arthur Jensen mit dem Pfahlbau an der Fischerbrücke beim Mühlendamm ist auch in der Zeitschrift Der Bär, 18.1892, zu finden; mit Notiz zum Bild in derselben Ausgabe.
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[741]

Der letzte Berliner Pfahlbau.
Zeichnung von Arthur Jensen.

[771] Der letzte Berliner Pfahlbau. (Mit Abbildung S. 741.) Alte Gebäude umweht oft ein eigener Zauber, und nur ungern trennt man sich heute von Erinnerungen aus früheren Jahrhunderten; man sucht im Gegentheil alten Häusern aufzuhelfen und sie als Denkmäler einer vergangenen Zeit zu erhalten, sofern nicht aus zwingenden Gründen ihre Abtragung erforderlich ist.

Auf den ersten Anblick glaubt man wohl in dem „letzten Berliner Pfahlbau“, den unser Zeichner hier anschaulich wiedergiebt, ein Hamburger Bild vor sich zu sehen. Hamburg war einst gerade an Gebäuden solchen Stils reich, und es schien oft unbegreiflich, daß nicht der Sturm über Nacht einmal einem derartigen Jahrhunderte alten Mauerwerk den Todesstoß versetzte. Aber die Architekten jener Epochen bauten fest und kernig, und so hat auch bisher der „letzte Berliner Pfahlbau“ die Zeiten überstanden, bis nun – das Haus liegt an der Fischerbrücke und trägt die Nummer 28 – auch sein Ende durch Abbruch herangekommen ist.

Das mehrstöckige Gebäude den „letzten Pfahlbau“ zu nennen, ist man berechtigt, da es auf Pfählen steht, welche in das Wasser eingestampft sind. Eigentlich hat nur die Hinterfront etwas Anmuthiges, das Auge Fesselndes; Veranden ziehen sich die ganze Breitseite der Stockwerke entlang. Die Säulengeländer sind von Holz, und wilder Wein schlingt im Sommer seine grünen Arme um die Brüstungen. Aber auch allerlei Gethier hatte sich eingenistet, Tauben und Krähen ließen sich darauf nieder und in dunkler Nacht huschte auch mal ein Kätzlein mit behende gesetzten Pfoten hier und dort hin, aber nicht in mörderischer Absicht, sondern als Kamerad der Vögel und Hunde, welche die Veranden bevölkerten. –

Eine Fahne, welche die Aufschrift trägt: „Es lebe die Schiffahrt“, deutet auf den Wasserverkehr hin, und ebenso verleiht ein Laden mit dem Wappen der Elbstadt Hamburg dem Hause das Gepräge eines Fischerhauses. Wenn unseren Leser diese Zeilen vor Augen kommen, ist der alte Bau schon weggeräumt, aber er hat doch für die Erinnerung hier bildlich ein Unterkommen gefunden. – h –