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Der kaufmännische und gewerbliche Hilfsverein für weibliche Angestellte in Berlin

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: Bn.
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Titel: Der kaufmännische und gewerbliche Hilfsverein für weibliche Angestellte in Berlin
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 39, S. 668
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1894
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[668] Der kaufmännische und gewerbliche Hilfsverein für weibliche Angestellte in Berlin hat in seinem fünfjährigen Bestehen eine Reihe so bedeutender Erleichterungen und Verbesserungen für das Los der Laden- und Geschäftsgehilfinnen erzielt, daß eine Mitteilung darüber wohl in weitere Kreise gebracht zu werden verdient. Aus kleinen Anfängen 1889 hervorgegangen, faßte er zunächst den Wohnungsnachweis für fremd Ankommende, Erteilung von Rat und Stellenvermittlung, sowie Krankenhilfe ins Auge. Bald war er durch zahlreichen Beitritt in der Lage, auch an die bessere Ausbildung seiner Mitglieder zu denken, es wurden Unterrichtskurse kaufmännischer und allgemeiner Natur eingerichtet, Büchersammlungen und Unterhaltungsabende zur Erholung der vielangestrengten Gehilfinnen dargeboten, außerdem ihnen unentgeltlicher Rat in Rechtsfragen gesichert. Eine genaue Umfrage bei den heute auf 6000 gestiegenen Mitgliedern des Vereins lieferte die Unterlagen für die Schrift „Die Ausbildung und Stellung der Handlungsgehilfinnen in Berlin. Ein Ratgeber für die kaufmännische Laufbahn junger Mädchen“. Neuerdings wurde außer einer kaufmännischen Vorbereitungsschule noch eine Schreibmaschinen-Schule in Verbindung mit Stenographie eingerichtet, weil diese Thätigkeit für Frauen sehr geeignet und lohnend ist. Seit 1. September ist die Stellenvermittlung für weibliche Handlungs- und Gewerbegehilfen versuchsweise auf ganz Deutschland ausgedehnt worden.

Im übrigen sorgen Ferienkolonien, Nachweis billiger Sommerfrischen, guter Mittagstisch im Vereinslokal, Theater-Vorstellungen zu niedrigen Preisen für angemessenen Lebensgenuß. Der Verein kam einem wirklichen Bedürfnis entgegen und hat deshalb erfreuliche und große Erfolge zu verzeichnen. Aehnliches wäre in anderen Städten ganz wohl möglich, daher geben wir gerne die Anregung dazu weiter. Jede derartige Schöpfung bedeutet ein Stückchen Lösung der sozialen Frage, und der Dank von Tausenden lohnt dem halben Dutzend thätiger und gutgesinnter Menschen, die zur ersten Gründung eines solchen Vereins sich zusammengethan haben. Bn.