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Der Wintergarten

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Textdaten
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Autor: Johann Karl Wilhelm Geisheim
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Titel: Der Wintergarten
Untertitel:
aus: Gedichte, Zweites Bändchen. S. 257–258
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1839
Verlag: Josef Max und Komp.
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Erscheinungsort: Breslau
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Originalherkunft:
Quelle: Commons, Google
Kurzbeschreibung:
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[257]
Der Wintergarten.


Die Nächte wurden länger,
Die Gartenlust war aus;
Die Fluren wurden bänger,
Wir floh’n in’s Winterhaus.

5
Da hab’ ich einen Garten

Im Hause längst gesehn,
Drinn Blumen aller Arten
Bei grünen Bäumen stehn.

Dort war es wie im Lenze,

10
Wenn Blüth’ und Blatt sich regt,

Und lust’ger Vögel Tänze
Den Lerchenschlag bewegt.

Wie Abendlicht die Bäume
Durchblitzt und golden mahlt,

15
Vom Glanz’ der Frühlingsträume

Sah ich mich dort umstrahlt.

Fort war des Ernstes Schwere,
Nur lenzig war mein Sinn;
Bald hüpft’ ich mit, als wäre

20
Der Kuckuck ich darinn.


[258]
Denn wißt, der Frühlingsgarten

Den ich vermeint’ zu schau’n,
Die Blumen aller Arten
Sind unsre lieben Frau’n.

25
Den Traum der Frühlingslichter

Weckt schöner Augen Glanz;
Die fröhlichen Gesichter
Sind Laub und Blumenkranz.

Laßt uns der Blumen warten,

30
Und ihres Schmucks uns freu’n

Und in dem Wintergarten
Recht oft den Lenz erneu’n.