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Der Wahlspruch, den die Turnerei

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Textdaten
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Autor: Rudolf Lavant
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Titel: Der Wahlspruch, den die Turnerei
Untertitel:
aus: Eichenlaub und Fichtenreis
Herausgeber: Wilhelm Achilles
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1901
Verlag: Verlag von Wilhelm Achilles
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Erscheinungsort: Leipzig-Eutritzsch
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Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons,
S. 40–41
Kurzbeschreibung:
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Bearbeitungsstand
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[40]

30. (1900.)


     Mel.: Wohlauf, die Luft geht frisch und rein etc.

     1. Der Wahlspruch, den die Turnerei vor Alters sich gegeben, das schlichte: „Frisch, fromm, fröhlich, frei“, enthält ihr ganzes Streben. Sein rauschender Gedankenflug weilt nicht an dumpfem Orte – [41] es geht ein stolzer, großer Zug bewußt durch die vier Worte. Valleri, vallera etc.

     2. Du sollst zu bleibendem Gewinn in regem, rüst’gem Walten im Alter selbst den frischen Sinn dir ungetrübt erhalten. Sei niemals halb und niemals lau, Perrücken feind und Zöpfen; sei schwarz, sei weiß, doch nimmer grau – so ziemt es jungen Köpfen!

     3. Laß an das „fromm“ dich ohne Scheu zu allen Stunden mahnen, denn unter „frumb“ verstand man „treu“ – den Führern und den Fahnen. Und stürzten selbst die Berge ein in Zucken und in Schwanken – wir wollen treue Männer sein in Thaten und Gedanken!

     4. Wenn Du ein echter Turner bist, so duftet im Gemüte trotz Schicksalsdruck und Hinterlist des Frohsinns holde Blüte, und möge auch der Puls der Zeit im Fiebertakte schlagen – des Herzens echte Fröhlichkeit wird Alles leichter tragen.

     5. Du sollst am trotzigen Genick den Turnersmann erkennen – es soll in seinem hellen Blick der Stolz der Freiheit brennen. Und sänk’ er nieder todeswund und säh sein Herzblut rinnen – der freie Mann auf freiem Grund wird doch den Sieg gewinnen.

     6. Was auch die Feinde stets geehrt an unsern Volksgenossen – in den vier Worten liegt sein Wert versiegelt und verschlossen. Kein Wort, das lauter künden kann von deutschen Wesens Adel, als das: „Er war ein Turnersmann, ein Turner ohne Tadel!“