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Der Streit der heiligen Berge

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Textdaten
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Autor: Johann Gottfried Herder
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Titel: Der Streit der heiligen Berge
Untertitel:
aus: Zerstreute Blätter (Dritte Sammlung) S. 253-254
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1787
Verlag: Carl Wilhelm Ettinger
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Erscheinungsort: Gotha
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Quelle: ULB Düsseldorf und Commons
Kurzbeschreibung:
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[253]
Der Streit der heiligen Berge.


Als Gott sein Gesetz zu geben auf Sinai stieg, traten vor ihn die Geister der Berge im Lande der Verheissung. „Warum verschmähest du Uns, deine Erkohrnen; und wählest den fremden Berg, einen dürren Fels der heidnischen Wüstenei zu deines Fußtritts Schemel?“

„Wer seyd ihr, sprach Jehovah, daß ihr es wagt, der Schemel meiner Herrlichkeit zu werden? Schauet umher. Mein Tritt war dort auf jenen ersunknen Bergen, auf den zerfallenen Hügeln der alten Zeit; wo ist jetzt die Krone ihres Gipfels?“

„Aber auf Euch, fuhr der Gnädige fort, will ich meine Herrlichkeit milder offenbaren: Du lachender Tabor, sollt das verklärte Antlitz meines Sohnes schaun und zu ihm meine sanftere Stimme hören. Berg Gottes, du fruchtbarer [254] Karmel, auf dir soll einst mein zweiter Knecht, Elias wohnen und meinen Namen mit Feuer vom Himmel den Menschen kundthun. Du Libanon, sollt mein Heiligthum baun und du bescheidner, schweigender Zion, auf Dir, dem kleinsten der Berge soll einst mein Heiligthum ruhn, meines Namens ewige Wohnung. Der Berg, da das Haus Jehovahs ist, wird alsdann höher seyn als alle Berge der Erde und über alle Hügel erhaben werden.“

Freudig verließen die Berge das Angesicht Jehovahs: sie neideten den Sinai nicht mehr und der kleinste von allen, der demüthige Zion ward künftig der Größeste der Berge.