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Der Rattenfänger (Goethe)

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Textdaten
Autor: Johann Wolfgang von Goethe
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Titel: Der Rattenfänger
Untertitel:
aus: Taschenbuch auf das Jahr 1804, S. 148–149
Herausgeber: Johann Wolfgang von Goethe und Christoph Martin Wieland
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum: 1802
Erscheinungsdatum: [1803]
Verlag: Cotta
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Erscheinungsort: Tübingen
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google = Commons
Kurzbeschreibung: Erstdruck des Gedichts
Eintrag in der GND: [1]
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[148]

Der Rattenfänger.

Ich bin der wohlbekannte Sänger,
Der viel gereiste Rattenfänger,
Den diese altberühmte Stadt
Gewiß besonders nöthig hat.

5
Und wären’s Ratten noch so viele,

Und wären Wieseln mit im Spiele;
Von allen säubr’ ich diesen Ort,
Sie müssen mit einander fort.
   
Dann ist der gutgelaunte Sänger

10
Mitunter auch ein Kinderfänger,

Der selbst die wildesten bezwingt,
Wenn er die goldnen Mährchen singt.
Und wären Knaben noch so trutzig,
Und wären Mädchen noch so stutzig,

15
In meine Saiten greif’ ich ein,

Sie müssen alle hinter drein.

[149]

   
Dann ist der vielgewandte Sänger
Gelegentlich ein Mädchenfänger;
In keinem Städtchen langt er an,

20
Wo er’s nicht mancher angethan.

Und wären Mädchen noch so blöde,
Und wären Weiber noch so spröde:
Doch allen wird so liebebang
Bey Zaubersaiten und Gesang.
 (Von Anfang.)