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Der Kampf vor Sebastopol

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Textdaten
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Titel: Der Kampf vor Sebastopol
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 24, S. 317–320
Herausgeber: Ferdinand Stolle
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Erscheinungsdatum: 1855
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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Der Kampf vor Sebastopol.

Mit einer Abbildung des Kampfplatzes vom Fort Konstantin aus.

Das Drama auf der Halbinsel ruft in seinem blutigen Wechsel immer neue Darstellungen der Scenen und Situationen hervor, die geeignet sind, uns ein möglichst klares Bild der dortigen Ereignisse zu geben.

Wir nehmen bei der heutigen Abbildung einen Standpunkt ein, wie er bis jetzt noch von keinem Berichterstatter gewählt, von keinem Blatte bildlich dargestellt worden ist, im Fort Konstantin selbst, von dessen Krone man die kleine Scholle Erde überblickt, um deren Besitz sich jetzt Franzosen, Engländer, Russen, Türken, Sardinier, Aegypter, Polen, Griechen, Araber und Tscherkessen schlagen. Die Zeichnung ward während eines der Bombardements der Flotte aufgenommen und dürfte unsern Lesern wegen ihrer Uebersichtlichkeit sehr willkommen sein. Von hier aus finden wir leicht das Terrain der Angriffsobjekte, die in den letzten Tagen von den Alliirten in den eisernen Gürtel gezogen worden sind, der sich enger und enger um die Seefeste schließt. Wir haben kaum nöthig, den Blick des Lesers auf die hervorragendsten Parthien unseres Bildes zu lenken, die mit Hülfe der beigegebenen Noten schnell gefunden werden können, und wir beschränken uns daher nur auf die Bemerkung, daß die am 6. und 7. erstürmten Verschanzungen der Belagerten theils seitwärts, theils hinter dem Malakoffthurm (Nr. 16 und 19) gelegen sind, deren Besitz die Alliirten in den Stand gesetzt hat, die bedeutenderen Befestigungen des Malakoffthurms etc. jetzt mit aller Energie und leichter als zuvor anzugreifen. Die Erstürmung dieses Thurmes würde eine Wendung in dem Riesenkampfe herbeiführen, die über das Schicksal der im Hafen ankernden russischen Flotte und der Stadt Sebastopol selbst, besonders aber über die zu ihren Füßen sich befindenden Zeughaus und Pulvermagazine entscheidend wäre, denn jetzt schon, nach Erstürmung des grünen Mamelon ist, wie alle Nachrichten übereinstimmen, die russische Flotte sehr gefährdet und kann jeden Augenblick durch die Geschütze der Alliirten vernichtet werden, wenn nicht, wie zu vermuthen steht, die Russen es vorziehen, dieses Zerstörungswerk selbst zu verrichten. Nach den neuesten Nachrichten sind bereits die Schiffe aus dem Kriegshafen entfernt. Aber selbst im Besitz des so sehr gefürchteten Malakoffthurmes

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Sebastopol und der Kampfplatz vom Fort Konstantin aus gesehen
1. Fort Konstantin. 2. Alliierte Flotte. 3. Fort und Cap Alexander. 4. Quarantaine-Fort. 5. Fort und Batterien von Sebastopol. 6. Fort Nikolaus. 7. Fort St. Paul. 8. Fort Katharina. 9. Handelshafen. 10. Kriegshafen. 11. Stadt. 12. Große Straße. 13. Runder Thurm 14. Mast-Tuhrm 15. Festungsmauer. 16. Malakoff-Thurm. 17. Zeughaus und Pulvermagazine. 18. Vorstadt.19. Marmelon-Hügel und russische Vorwerke vor dem Malakoff-Thurm. 20. Schlucht zwischen engl. und franz. Lager. 21. Versenkte russische Schiffe 22. Französische Batterien. 23. Franz. Batterien im Kirchhof. 24. Englische Batterien. 25. Batterien d. franz. Marine. 26. Englisches Lager. 27. Eisenbahn von Balaklava. 28. Thäler von Tschernia und Baïdar. 29. Türkisches Lager. 30. Französisches Lager. 31. Kamiesch-Bai. 32. Französische Magazine. 33. Cap Cherson. 34. Strelitzen-Bai 35. Bai von Chersones. 35. Quarantaine-Hafen.

[320] steht den Alliirten noch ein furchtbarer Kampf bevor, da die Stadt von den verschiedenen Forts, namentlich von Fort Konstantin vollständig beherrscht, mit vortrefflichen Vertheidigungswerken nach Angabe des bekannten Generals Tottleben versehen ist, und von einer Armee vertheidigt wird, die sich an Tapferkeit und Ausdauer wohl mit den Alliirten messen kann. Die nächsten Tage werden entscheidend sein, aber auch viel Blut kosten.