Zum Inhalt springen

Der Kampf nach dem Tode

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
<<< >>>
Autor: Johann Georg Theodor Grässe
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Der Kampf nach dem Tode
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 2. S. 182-183
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Dresden
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* und Commons
Kurzbeschreibung:
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[182]
785) Der Kampf nach dem Tode.
Mitgeth. v. H. Oberlehrer Scholz in Bautzen.

Eine Stunde östlich von Löbau befindet sich das Dorf Herwigsdorf, an dessen Kirche sich folgende Sage knüpft. Vor [183] vielen Jahren lebten hier der Ortspfarrer und der Rittergutsbesitzer nicht in bestem Einvernehmen. Beider gegenseitige Abneigung wuchs von Jahr zu Jahre und an eine Versöhnung war nicht zu denken. Als der Gutsherr starb, versagte der Pfarrer ihm die Begleitung zur Ruhestätte und ließ seinen nachbarlichen Amtsbruder die verordneten Amtshandlungen verrichten. Der Ortspfarrer verstarb auch und wurde vor seiner Beisetzung die letzte Nacht auf dem Paradebette in der Kirche ausgestellt. Die Kirchväter hatten die Ehrenwache zu übernehmen. Gegen Mitternacht waren sie in ihren Ständen eingenickt und erwachten fast gleichzeitig auf ein gewaltiges Gepolter, das von der herrschaftlichen Loge kam. Die Kirche war finster und eilend verließen sie das Haus. Auf dem Kirchhofe angelangt, hörten sie, daß in dem Innern der Kirche ein Kampf, wie auf Leben und Tod, gekämpft würde. Ihr Haar sträubte sich empor, doch als Alles wieder ruhig geworden war, wagten sie es, die Thüre zu öffnen und nach dem Pfarrer zu blicken. Da sahen sie Alles in Ordnung. Die Kerzen auf den Armleuchtern brannten hellleuchtend, der Pfarrer lag auf seinem Todtenlager und nur die große Perücke zeigte sich bei näherer Betrachtung etwas verschoben.