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Der Hahn von Gallien hat gekräht!

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: Julius Rodenberg
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Titel: Der Hahn von Gallien hat gekräht!
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 10, S. 133
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1859
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Rodenberg, Julius: Deutsche Antwort auf die Welsche Frage, 1859, MDZ München
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Bild
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Bearbeitungsstand
fertig
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[133]
Der Hahn von Gallien hat gekräht![1]

Der Hahn von Gallien hat gekräht;
Wacht auf!
Reibt Euch die Augen, eh’s zu spät,
Wacht auf!

5
Eh’ sich sein stolz Gefieder bläht,

Und ihm sein falsches Spiel geräth,
Wacht auf, wacht auf, wacht auf!

Du Kaiseraar, Du Königsaar,
Wach auf!

10
In Deinen Horsten, stolzes Paar,

Wach auf!
Laß Deine Schwingen leuchten klar,
Das Vaterland ist in Gefahr,
Wach auf, wach auf, wach auf!

15
Wirf Deine Mähnen, Welfenroß,

Wach auf!
Schäum’ in’s Gebiß, Du Kampfgenoss’,
Wach auf!
Beiß in die Zügel, beiß in’s Schloß,

20
Die Hufen zeig’ dem feilen Troß,

Wach auf, wach auf, wach auf!

Heb’ Deine Tatzen, Kattenleu,
Wach auf!
Brüll’ um das ganze Truggebäu,

25
Wach auf!

Zeig Dich dem Rechte Deutschlands treu,
Die alte Ehre, mach’ sie neu,
Wach auf, wach auf, wach auf!

Du weißer Falk, wohlauf zum Stoß,

30
Wach auf!

Aus Deiner Wälder grünem Schooß
Wach auf!
Schieß in die Luft und mach’ Dich los,
Es dünken kleine Kräh’n sich groß –

35
Wach auf, wach auf, wach auf!


Du Bär von Bernburg, alt und braun,
Wach auf!
Dein Brummen wird die Welt erbau’n,
Wach auf!

40
Was Fänge, Tatzen hat und Klau’n,

Das soll dem Hahn die Federn krau’n,
Wacht auf, wacht auf, wacht auf!

Nun kräh’ Du nur am Seinestrand,
Wacht auf!

45
Hier steht ein Volk und hebt die Hand,

Wacht auf!
Und hebt die Hand, zum Streit bemannt
Für Freiheit, Recht und Vaterland,
Wacht auf, wacht auf, wacht auf!


  1. Von unserm Mitarbeiter Jul. Rodenberg, der soeben unter dem Titel: „Deutsche Antwort auf die welsche Frage“ ein Heft politischer Gedichte bei C. Rümpler in Hannover erscheinen ließ.
    D. Redakt.