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Der Edelknabe und die Müllerinn

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
Autor: Johann Wolfgang von Goethe
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Titel: Der Edelknabe und die Müllerinn
Untertitel: Altenglisch
aus: Friedrich Schiller:
Musen-Almanach für das Jahr 1799, S. 102–104
Herausgeber: Friedrich Schiller
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1799
Verlag: J. G. Cotta
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Erscheinungsort: Tübingen
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: HAAB Weimar = Commons
Kurzbeschreibung:
Siehe auch Der Edelknabe und die Müllerin für die Ausgabe letzter Hand, 1827.
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Bild
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Bearbeitungsstand
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[102]
Der Edelknabe und die Müllerinn.


Altenglisch.


Edelknabe.

Wohin? wohin?
Schöne Müllerinn!
Wie heißt du?

Müllerinn.

      Lise.

Edelknabe.

5
Wohin denn wohin?

Mit dem Rechen in der Hand?

Müllerinn.

Auf des Vaters Land
Auf des Vaters Wiese!

Edelknabe.

Und gehst so allein?

[103]
Müllerinn.

10
Das Heu soll herein,

Das bedeutet der Rechen.
Und im Garten daran
Fangen die Birn zu reifen an,
Die will ich brechen.

Edelknabe.

15
Ist nicht eine stille Laube dabey?


Müllerinn.

Sogar ihrer zwey
An beyden Ecken.

Edelknabe.

Ich komme dir nach,
Und am heißen Mittag,

20
Wollen wir uns drein verstecken.

Nicht wahr im grünen vertraulichen Haus –

Müllerinn.

Das gäbe Geschichten.

[104]
Edelknabe.

Ruhst du in meinen Armen aus ?

Müllerinn.

Mit nichten!

25
Denn wer die artige Müllerinn küßt,

Auf der Stelle verrathen ist.
Euer schönes dunkles Kleid
Thät mir leid
So weiß zu färben.

30
Gleich und gleich! so allein ists recht!

Ich liebe mir den Müllerknecht,
An dem ist nichts zu verderben.

GOETHE.