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Das neue Hauptpostgebäude in Köln

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Textdaten
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Titel: Das neue Hauptpostgebäude in Köln
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 44, S. 756
Herausgeber: Adolf Kröner
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Erscheinungsdatum: 1893
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[756] Das neue Hauptpostgebäude in Köln. Schon längst genügte das alte Hauptpostamt in der Glockengasse zu Köln nicht mehr den Bedürfnissen des heutigen Verkehrs, ebenso hatte das Postamt 2 in der Marzellenstraße, dem vorzugsweise der bedeutende Auslandverkehr oblag, über große Knappheit des Raumes zu klagen. Nach langem Harren sollte der alten Colonia am Rheine endlich auch ein würdiges Posthaus beschieden sein. Es erhebt sich auf dem Grundstücke der ehemaligen Artillerie- (der sogenannten Dominikaner-) Kaserne als eine Zierde der Stadt und ein mächtiges Denkmal des gewaltigen Postverkehrs unserer Zeit. In der Architektonik des Gebäudes zeigt sich eine glückliche Vermischung der Frühgothik mit modernen Elementen und Formen. Die Fassade, die nach der Straße „An den Dominikanern“ liegt, hat eine reichgegliederte, dabei keineswegs übertriebene Ornamentik. Trotz ihrer Breite ist das kühn Emporstrebende des gothischen Stiles gewahrt, die Eintönigkeit einer langen Fensterreihe ist durch den schmucken Bau des Mittelportales, der aus der Fluchtlinie hervortritt, und durch die Eckthürme völlig überwunden. Ueber dem Hauptportal erblicken wir links die Steinfigur des Kaisers Wilhelm I., rechts die des regierenden Kaisers, über dem linken Portal ragt die Gestalt des Kaisers Friedrich, über dem rechten das Standbild des Königs Friedrich Wilhelm IV. empor.

Das neue Hauptpostgebäude in Köln.

Wie das Aeußere, so ist auch das Innere stilgerecht durchgeführt. Bei der Ausschmückung hat sich hier zur Bildhauerabeit die Farbe gesellt. Die Wände erhalten durch die in Grün und Roth ausgeführten Malereien etwas Anheimelndes und Freundliches. Die Bequemlichkeit und praktische Anordnung der Diensträume wird von den Postbeamten sehr gelobt, und ohne Zweifel wird auch das Publikum nach der feierlichen Einweihung des Gebäudes am 15. November d. J. mit den inneren Einrichtungen zufrieden sein; denn dem praktischen Bedürfniß ist ebenso wie dem Schönheitssinne Rechnung getragen worden.

Das Erdgeschoß enthält die Räume für das Briefpostamt, dessen Schalterhalle eine Sehenswürdigkeit ist, das Paketpostamt, die Telegrammannahmestelle, die Zollabfertigung und die Dienstzimmer der Oberpostkasse; das erste Stockwerk ist für die Oberpostdirektion und die Wohnung des Oberpostdirektors bestimmt; im zweiten Stocke ist bereits das Telegraphenamt untergebracht, außerdem sind dort die Dienstwohnungen der beiden Postdirektoren und des Telegraphendirektors sowie die Bauabtheilung der Oberpostdirektion; das Dachgeschoß endlich birgt die Räume für die Batterien des Telegraphenamtes.

Die Breite des Gebäudes beträgt 67,90 Meter, seine Tiefe 112,90 Meter, das Grundstück einschließlich des Posthofes und der Pferdestallungen umfaßt weit über 20000 Quadratmeter. Die Gesamtkosten belaufen sich auf mehr als 6 Millionen Mark. Mit dem nahen Hauptbahnhof, um dies noch zu erwähnen, ist das Postamt durch einen unterirdischen Gang verbunden.