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Das erste Lied

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Textdaten
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Autor: Victor Blüthgen
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Titel: Das erste Lied
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 23, S. 386
Herausgeber: Ernst Ziel
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1879
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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Bearbeitungsstand
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Das erste Lied.


Wer hat das erste Lied erdacht,
    Das in die Lüfte scholl?
Der Frühling fand’s in lauer Nacht,
    Das Herz von Wonne voll;
Er sang es früh im Fliederbaum
    Und schlug den Tact dazu;
„O Maienzeit, o Liebestraum,
    Was ist so süß wie Du?“

Da kamen Mück’ und Käferlein;
    Waldvöglein sonder Zahl;
Die übten sich die Weise ein
    Wohl an die tausend Mal.
Sie trugen’s durch den Himmelsraum
    Und durch die Waldesruh:
„O Maienzeit, o Liebestraum,
    Was ist so süß wie Du?“

Mir sang’s am Bach die Nachtigall,
    Da ward mir wonnig weh;
Nun folgt das Lied mir überall
    Durch Duft und Blüthenschnee.
Ich pflück’ den Zweig vom Fliederbaum
    Und sing’ es immerzu:
„O Maienzeit, o Liebestraum,
    Was ist so süß wie Du?“

Victor Blüthgen.