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Das Sonntagskind

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: Frank Wedekind
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Titel: Das Sonntagskind
Untertitel:
aus: Die vier Jahreszeiten
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1905
Verlag: Albert Langen, Verlag für Litteratur und Kunst
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Erscheinungsort: München
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans dieser Ausgabe auf Commons
S. 163
Kurzbeschreibung:
Aus dem Zyklus Winter.
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Bearbeitungsstand
fertig
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[163] Das Sonntagskind

Stets naht das Glück in lichter Sonnenpracht,
Gleichgültig, kalt vorüber mir zu wandern.
Mein junges Morgenrot verschlingt die Nacht,
Indes ein heller Freudenschimmer lacht

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In den verklärten Augen eines Andern.


Ein Sonntagskind! – Mir war sie niemals hold,
Die blinde Dame mit den vollen Händen.
So manchen Opferdienst ich ihr gezollt,
Sie schwebt dahin, um Gold und Minnesold

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An ihren Gunstbeglückten zu verschwenden.


O der verruchten Ungerechtigkeit!
Verzweifelnd reiß’ ich ihr vom Haupt die Binde:
„Sieh Göttin, sieh auch Diesen dir geweiht!“ –
Sie starrt mich schaudernd an, sie bebt, sie schreit

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Und flieht entsetzt zu ihrem Sonntagskinde.