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Das Edelweiß und sein Filzkleid

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Textdaten
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Titel: Das Edelweiß und sein Filzkleid
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 4, S. 132
Herausgeber: Adolf Kröner
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Erscheinungsdatum: 1892
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[132] Das Edelweiß und sein Filzkleid. Warum ist wohl die berühmteste Alpenpflanze, das schmucke Edelweiß, über und über in einen weißen glanzlosen Filz eingehüllt? Dieser Filz besteht aus kleinen, mit Luft gefüllten Gebilden, welche der Botaniker „Deckhaare“ nennt und welche die Pflanze vor übermäßiger Abgabe der Feuchtigkeit, vor deren allzu rascher Verdunstung schützen. Die Deckhaare sind eine Art trockener Leinwandmarkise, hinter welcher die zarten Theile der Pflanzen vor der übermäßigen Wirkung der Sonnenstrahlen sicher sind.

Ist denn aber das Edelweiß in den kühlen Alpenregionen solchen Gefahren des Verdorrens ausgesetzt? – Ja, denn es wächst auf abschüssigen Stellen, auf denen nur eine schwache Kruste Erde sich befindet, die in regenlosen Zeiten, wenn die Sonne niederstrahlt oder der trockene Föhn weht, in kürzester Zeit völlig ausgedörrt wird. Darum trägt es jenes Haarkleid, welches z. B. auch der Flora der Länder um das Mittelmeer so eigenthümlich ist, daß man die dortige Pflanzenwelt nicht „immer grün“, sondern eher „immergrau“ nennen könnte. – Die alpine Flora ist vielfach mit derjenigen der Polarländer verwandt, aber im hohen Norden würden wir vergebens nach dicht behaarten Pflanzen wie das Edelweiß oder die Edelraute suchen; im Gegentheil, dort haben die charakteristischen Pflanzen der Landschaft kahle grüne Blätter, denn sie bedürfen keines Schutzes gegen Verdorren. So ist der Schmuck des Edelweißes eine praktische Einrichtung der Natur, ein Schutzmittel für die Pflanze. * *