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Das Berner „Bureau Felicitas“

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Textdaten
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Titel: Das Berner „Bureau Felicitas“
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 25, S. 420
Herausgeber: Ernst Keil
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Erscheinungsdatum: 1871
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[420] Das Berner „Bureau Felicitas“. Unsere in Nr. 22 ergangene Aufforderung zu Erfahrungsberichten über das so geheimnißvoll sich ankündigende „Bureau Felicitas“ in Bern hat uns eine wahre Sturmfluth von Zusendungen zugezogen, so daß wir nunmehr dringend bitten müssen: damit Einhalt zu thun! –

Die Papiere, welche den Bewerbern, nachdem sie ihrem Achtgroschenbriefe noch die vier Risico-Thaler nachgesandt haben, verabfolgt werden, bestehen in

1) den „Statuten des concessionirten Central-Bureau ‚Felicitas‘ für Güter-Ein- und Verkäufe und Heiraths-Vermittelungen in Bern“. Damit ist der Zweck des Unternehmens klar ausgesprochen;
2) einem „Decret“ der Anstellung;
3) Instruction für die Herren Assistenten etc., welche diesen namentlich zusichert, daß sie nach hundert vermittelten und realisirten Verträgen eine Pension von jährlich sechshundert Thaler auf Lebenszeit erhalten sollen. – Die übrigen Papiere sind Geschäfts-Formulare für die beiden Hauptbranchen des Unternehmens.

Nur Einer der Betheiligten ist sofort an die rechte Schmiede gegangen, insofern er sämmtliche Felicitas-Papiere an den Vertreter des deutschen Reichs in Bern einsandte und diesen um Aufschluß über die Sache ersuchte. Auf Veranlassung der kaiserlich deutschen Gesandtschaft gab der Regierungsstatthalter von Bern folgende Erklärung:

„In Beantwortung Ihrer Anfrage vom 14. dieses Monats habe ich die Ehre Ihnen zu berichten, daß gegen die Firma ‚Felicitas‘ resp. Faulmann u. Co. (Sachse u. Co.) eine ausgedehnte Untersuchung wegen Prellerei durch das hiesige Untersuchungs-Richteramt geführt wird, deren Resultat abzuwarten ist.“

Das wollen auch wir in dieser Angelegenheit thun und hoffen unsern Lesern das Endergebniß recht bald mittheilen zu können.