Zum Inhalt springen

Bewegung von Schiffen durch Bodenreibung von Ketten ohne Ende

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
Autor: unbekannt
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Bewegung von Schiffen durch Bodenreibung von Ketten ohne Ende
Untertitel:
aus: Centralblatt der Bauverwaltung, No. 49, S. 456
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1883
Verlag: Verlag Ernst & Korn
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* = Commons
Kurzbeschreibung:
siehe auch: Tauerei
Eintrag in der GND: [1]
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]

[456] Bewegung von Schiffen durch Bodenreibung von Ketten ohne Ende. In einer der letzten Sitzungen der französischen Akademie der Wissenschaften wurden von dem Generalinspector der Marine, Dupuy de Lôme, einige Mittheilungen über Versuche gemacht, welche neuerdings auf der Rhone angestellt worden sind, um Schiffe durch Bodenreibung von Ketten ohne Ende, etwa in der skizzirten Weise, fortzubewegen. Man hatte einen Rhonekahn von 33 m Länge, 7,5 m Breite und 2,1 m Bordhöhe an jeder Seite mit einer solchen, auf das laufende Meter 46 kg wiegenden Kette ausgerüstet, deren oberer Zweig auf Rollen, welche mit Einkerbungen versehen waren, aufruhte, während der untere Zweig in das Wasser eintauchte und bis auf den Boden herabhing. Auf jeder Seite des Schiffes stand eine 15pferdekräftige Locomobile, durch welche die zugehörige Kette in Bewegung versetzt wurde.

Der Reibungswiderstand zwischen Kette und Flußboden erwies sich als ausreichend, um das Schiff gegen eine kräftige Strömung (3 m in der Secunde Geschwindigkeit) mit der bei Tauereidampfern üblichen Geschwindigkeit fortzubewegen. Durch Umstellung der Leitrollen, über welche der untere Kettenzweig herabgesenkt ist, hat man es in der Hand, die Kette nach Belieben für größere oder geringere Wassertiefen einzustellen. Bei der Probefahrt wechselten die Tiefen von 1,5 m bis 6,5 m. Wenn man die beiden Locomobilen mit ungleicher Kraft arbeiten läßt, so erfolgt eine Drehung des Schiffes. Die Versuche haben gezeigt, daß die Lenkbarkeit des Fahrzeugs auf diese Weise der Lenkbarkeit durch das Steuerruder nicht nachsteht. Solche Boote für die Rhone herzustellen, deren reißende Strömung und bewegliches Bett sowohl gewöhnliche Schleppdampfer, als auch Kettenschleppschiffe ungeeignet für den Schleppbetrieb erscheinen lassen, mag sich vielleicht als vorteilhaft erweisen. Der Gedanke ist nicht neu, sondern bereits öfters ausgesprochen und probeweise verwirklicht worden[1], ohne daß bis jetzt die Anwendung in großem Maßstabe erfolgt wäre, da mehrfache Schwierigkeiten entgegenstanden, von denen aber bei den neuen französischen Versuchen nichts bemerkt worden zu sein scheint.


  1. Mittheilungen hierüber finden sich im Mechanics Magazine, 1859, S. 281 und in den Mémoires de la Société des Ingénieurs civils 1863, S. 39.