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Beschreibung des Oberamts Tettnang/Kapitel A 2

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II. Natürliche Beschaffenheit.


1. Gebirge und Berge.

Gebirge und Berge im eigentlichen Sinne finden sich nicht, den angrenzenden Gehrenberg abgerechnet, der aber nur mit seinem Fuße das Oberamt berührt, im Übrigen dem Großherzogthum Baden angehört. Dagegen ist das Oberamt, wie andere Oberämter in Ober-Schwaben, mit mehr oder minder bedeutenden Hügeln und Hochrücken bedeckt und seine Oberfläche daher nichts weniger als eben, mit Ausnahme des an den Bodensee grenzenden Theils, wovon nachher die Rede seyn wird.

Das Hügelland verfällt in zwei, durch die Schussen getrennte Haupttheile: das westliche und das östliche. Der westliche Theil, der hauptsächlich dem Achgebiet angehört, steigt von der Bodensee-Ebene unvermerkt gegen die nord-westliche Grenze des Oberamts und den Gehrenberg an, und ist mit vielen, meist lang gestreckten Hügeln bedeckt, die sich gegen Nordwest immer mehr erheben, nirgends aber eine Höhe von Bedeutung erreichen. Der östliche Theil, der meist dem Argengebiet angehört, besteht aus stärkern Erhebungen und tiefern und schroffern Einfurchungen,| und kann daher auch bergiges Land genannt werden. Durch die Argen wird er wieder in zwei verschiedenartige Theile getheilt: den südlichen und den nördlichen. Der erstere, zwischen der Argen und dem Bodensee gelegene, unterscheidet sich von dem zweiten dadurch, daß er länger gestreckte Rücken enthält, welche auf beiden Seiten sehr stark abdachen, und daß diese Rücken parallel mit der Argen laufen, während sie in dem nördlichen Bezirke geradwinklich, von Norden nach Süden auf die Argen fallen. In beiden Theilen finden sich viele Seen, Weiher und Moorgründe, welche in dem Achbezirk nur selten vorkommen.


2. Thäler,

1) Das Achthal, Rothachthal. Es tritt aus dem Oberamt Ravensburg (s. dessen Beschrbg. S. 9.) bei Ramsenbühl in den Bezirk ein, und durchzieht diesen 31/2 St. lang in südlicher Richtung bis an den Bodensee. Von Ramsenbühl bis Neuhaus ist es eng und wild; hat steile, ziemlich hohe, meistens mit Wald bestockte Thalränder, von da bis Unter-Lottenweiler ist es ganz flach ohne Thalrand. Bei Unter-Lottenweiler verengt es sich wieder und hat bis Jettenhausen wieder schroffe Thalränder, die mit Holz bewachsen sind. Weiter hinab verliert es in dem Flachland den Charakter eines Thals. Der Thalgrund ist schmal, selten einige hundert Schritte breit und mit Wiesen und Äckern angebaut. In diesem Thale liegen die Orte Neuhaus, Althaus, Ziegelmühle, Ober- und Unter-Theuringen, Rammetshofen, Weiler, Reinach, Ittenhausen, Bunkhofen, Meistershofen u. s. w.

Ein Seitenthal des Achthales auf der linken Seite ist:

Das Thaldorfer Thälchen, das in südwestlicher Richtung von Thaldorf herunter zieht, und sich bei Ober-Theuringen mit dem Achthale vereinigt; darin liegen Thaldorf und Wammeratswatt. Seine Länge beträgt 5/4 Stunden, es ist schmal und hat hohe, steile, bewaldete Thalränder; der Grund ist durchgängig als Wiese benutzt.

| 2) Das Schussenthal. Es tritt aus dem Oberamt Ravensburg zwischen Reute und Mariathal in den dießseitigen Bezirk ein, und zieht von Norden nach Süden in einer Länge von 5 Stunden. Es kann hier nur uneigentlich Thal genannt werden, indem es aus mehreren Kesseln besteht, die von Altdorf an regelmäßig auf einander folgen, bis der große Kessel, die Bodensee-Ebene unterhalb Meckenbeuren, beginnt. In dem Schussenthale liegen viele Dörfer, Weiler und Höfe, und der Boden ist meistens zum Ackerbau benutzt, zum Theil auch Wiesengrund. Im Übrigen vergl. auch Oberamts-Beschreibung von Ravensburg S. 7.

Ein Seitenthal des Schussenthales auf der linken Seite ist:

das Schwarzachthal, das im Norden des Oberamts auf der Grenze zwischen den Oberämtern Tettnang und Ravensburg von Osten gegen Westen zieht, am Mahlweiher bei Ebersberg beginnt und bei Geßnauwiesen das Oberamt ganz verläßt. Die Thalränder sind aus Hügelreihen gebildet, welche es zu beiden Seiten begrenzen; es ist enge und der Boden moorig. Im dießseitigen Bezirk beträgt seine Länge 13/4 Stunden, und es liegen darin die Orte Ebersberg, Achmühle, Bachmaier, Vorderreute, Prestenberg, Burnau, Straß und Geßnauwiesen.

3) Das Argenthal. Es tritt nordöstlich aus dem Oberamte Wangen bei Schauwies ein, und zieht in einer Ausdehnung von 51/4 Std. erst südlich bis gegen Blumegg, dann in westlicher Richtung bis nach Gießen, wo es in die Bodensee-Ebene übergeht. Von Blumegg bis Heggelbach gehört es auf der einen Seite der Hohenz. Sigmaringischen Herrschaft Achberg an. Die Thalränder sind steil, schroff, außerordentlich zerrissen und fast durchgängig mit Wald bewachsen, nur ein kleiner Theil ist mit Reben bepflanzt. Bis Heggelbach ist die Thalebene schmal und nur einige hundert Schritte breit; von da an erweitert sie sich zu einer Breite von einer Viertelstunde. In der Nähe der Argen ist das Thal wenig kulturfähig, der wilde Bergfluß zerstört durch sein häufiges Austreten und den| Schutt, welchen er zurückläßt, alle Kultur; die übrige Thalfläche besteht aus Ackerfeld, selten aus Wiesen. Der Charakter des Thales ist wild romantisch, auf den Höhen ragen noch Überreste von Burgen hervor, als: Alt-Summerau, Neu-Summerau, Hochburg etc., sodann das Schloß Schomburg. Im Thale liegen die Orte Heggelbach, Langenau, Badhütte, Laimnau, Apflau, Wiesach, Reichen, Gießen und Gießenbrücke etc.

Seitenthäler des Argenthales:

Das Haslachthal, auf der rechten Seite des Argenthales. Es zieht aus dem Oberamt Wangen her und läuft in südlicher Richtung noch 1 Stunde lang durch das diesseitige Oberamt, wo es bei Engelitz in das Argenthal einmündet. Es ist ein sanftes, stilles Thal. Die Thalebene besteht meistens aus Wiesen. Außer der Haslach- und der Hag-Mühle liegen keine Orte darin.

Das Tannauer Thal. Es zieht, von dem Bollenbach bewässert, von Ober-Eisenbach herunter bis nach Laimnau, wo es in das Argenthal übergeht, und hat eine Länge von 11/2 Stunden. In ihm liegen Unter-Eisenbach, Tannau und Wiesertsweiler. Von Tannau an abwärts hat es schroffe Thalränder.

Außer den obigen Thälern gibt es noch mehrere kleinere, z. B. das Mühlbachthälchen, westlich vom Achthale, von Eichenmühle bis Fischbach; – das enge Nonnenthälchen bei Nonnenbach etc.


3. Ebenen und Auen.
Die einzige Ebene von Bedeutung ist die Bodensee-Ebene; sie ist aber zugleich eine der bedeutendsten, wo nicht die bedeutendste des Königreichs. Die Ebene breitet sich längs des Bodensee, fast von einer Grenze des Landes bis zur andern, nämlich von Friedrichshafen bis Kreßbrunn aus, und erstreckt sich landeinwärts bis nach Brochenzell und Meckenbeuren hinauf, jedoch so, daß sie sich bis dahin immer mehr verengt und fast ein Dreieck bildet. Der Flächenraum der Ebene beträgt eine starke Quadratmeile. In der Ebene münden die Ach, die Schussen und die Argen in den Bodensee aus, der größte Theil davon| gehört aber dem Gebiete der Schussen an. Sie ist zu 2/3 von Wald bedeckt und hauptsächlich nur an den Grenzen und längs der Schussen hin, welche den Wald und die Fläche mitten durchschneidet, angebaut. Die bedeutendern Orte, die darin liegen, sind: Friedrichshafen, Eriskirch, Langenargen, Oberdorf und Mariabronn. Der Boden ist meist feucht und sumpfig und die Ebene war offenbar einst Seegrund. Noch erkennt man deutlich an den auf der östlichen Grenze hinziehenden Halden die alten Seeufer, und minder bedeutende Ränder, die sich in der Ebene selbst befinden, zeigen sichtbar das allmählige Zurücktreten des Bodensees aus der Ebene an. (S. auch Gmünd.)

Kleinere Ebenen, welche unter den Begriff von Auen fallen, gibt es mehrere im Oberamte, sowohl im Ach- und Schussen-Gebiete, als auch insbesondere im Argen-Gebiete, wo auch die auf „-au“ ausgehenden Ortsnamen nicht umsonst sehr häufig sind, als: Apfelau, Langenau, Laimnau etc.


4. Gewässer.
A. Quellen.

Der Oberamtsbezirk ist reich an Quellwasser, besonders in dem östlichen Theile; fast überall finden sich auch Rohrbrunnen und nur einzelne wenige höher gelegene Orte haben Pumpbrunnen, oder Schöpfbrunnen, oder überhaupt Wassermangel. Eine besonders reiche Quelle ist in der Gemeinde Hemigkofen, bei Berg; ausgezeichnet durch die Reichhaltigkeit und die Güte seines Wassers ist der Mariabronnen, der dem Ort Mariabronn den Namen gab. (S. b. Mariabronn.) Mehrere reichhaltige Quellen entspringen hart an den Ufern des Bodensees, besonders in der Gegend zwischen Langenargen und Kreßbrunn.

Mineralquellen.
Zu Weiler, Gemeinde Berg, nahe an der Schussen und bei Ober-Ailingen, an der Ach, sind mineralhaltige Wasser, welche aber nur wenig Gehalt haben. Sie| werden nicht benützt, eben so wenig ein mineralhaltiges, aber geringes Wasser zu Tettnang, das vor einigen Jahren zur Errichtung einer Bade-Anstalt Veranlassung gab, die aber auch bereits wieder eingegangen ist. Die bedeutendste Mineralquelle ist die zu Badhütten bei Laimnau, wo sich auch eine Bade-Anstalt befindet. Sie ist ergiebig und enthält nach den Angaben des verstorbenen Dr. Koller hauptsächlich vegetabilisches Laugensalz, Eisenocker, Erdfett und etwas weniges Schwefel. Das Wasser ist zwar hell, aber nicht glänzend, eher lau als kalt, reizt ein wenig auf der Zunge, riecht kaum merklich nach Schwefel, wird beim Sieden etwas trüb und runzelt wie Seifenwasser die Haut des Badenden. Die Quelle liegt in der Molasse und entspringt wahrscheinlich aus einer der Thonschichten, welche unter dem Namen der Argenkreide bekannt sind. (S. unten und in der Ortsbeschreibung.)
B. Flüsse und Bäche.

Der Oberamtsbezirk theilt sich in die 3 dem Bodensee- oder Rheingebiete untergeordneten Flußgebiete der (Roth) Ach, Schussen und Argen.

1) Die Roth-Ach tritt auf der nordwestlichen Grenze des Oberamts, bei Ramsenbühl aus dem Oberamtsbezirk Ravensburg und dem Großherzogthum Baden herkommend, ein, und fällt nach 4stündigem südlichen Laufe 1/4 Stunde oberhalb Friedrichshafen in den Bodensee (s. Ravensburg S. 16). Die Orte, welche sie bewässert, sind Neuhaus, Althaus, Ober-Theuringen, wo sie 1 Mühle treibt, Unter-Theuringen, Weiler mit 2 Mühlen, die Rheinachmühle, Ittenhausen mit 2 Mühlen, Bunkhofen, Meisterhofen, Trautenmühle mit 2 Mühlwerken und Löwenthal mit 1 Mühle; im Ganzen 11 Orte mit 9 Mühlwerken. Brücken führen 7 über dieselbe. (S. unten.)

Nebenflusse der Ach.
a. Von der rechten Seite.

1) Der Bitzenhofer Bach, Rohmbach genannt, der oberhalb Bitzenhofen entspringt und bei Ober-Theuringen in die Ach geht.

| 2) Der Riedbach oder Rohrbach, der bei Unter-Theuringen entspringt und an Berg vorbei, nach 5/4stündigem Laufe, bei Meisterhofen in die Ach geht.
b. Von der linken Seite.

1) Der Thaldorfer Bach; er entspringt bei Ettmannsschmid, und läuft durch Wernsreute, Thaldorf, Wammeratswatt nach Ober-Theuringen, wo er in die Ach einfließt, s. a. S. 7.

2) Der Ailinger Bach, Dobelbach genannt, er entspringt bei Ober-Lottenweiler, geht durch Ober-Ailingen und bei Berg in die Ach.

3) Der Allmannsweiler Bach, er entspringt bei Hagendorn, geht durch Allmannsweiler und bei Löwenthal in die Ach.

2) Die Schussen; sie tritt bei Reute aus dem Oberamt Ravensburg in den Bezirk ein, und fällt in südlicher Richtung, ihren Lauf verfolgend, unterhalb Gmünd (Gemünde) bei Schwedi in den Bodensee. Sie hat viele Krümmungen, wodurch häufige Überschwemmungen veranlaßt werden, die jedoch seltener geworden sind, seit dem durch die Bemühungen der Oberbeamten Hoyer in Ravensburg und Klemm in Tettnang Correctionen ihres Laufs gemacht worden sind. Die Wassermasse der Schussen mag dem unserer Alpflüßchen Erms, Echatz, Blau etc. gleich seyn. Brücken führen 5 über sie. (S. unten.) Mühlwerke treibt sie nur 2 in Brochenzell. Die Schussen führt hauptsächlich gute Hechte und Karpfen. Von Eriskirch aus findet Schifffahrt in den Bodensee statt. Das Gefälle der Schussen und die sonstigen Verhältnisse sind schon in der Beschreibung von Ravensburg S. 12 abgehandelt. Die Orte, die an ihr liegen, sind: Oberzell, Brochenzell, Kehlen, Mariabronn, Eriskirch und 12 kleinere Weiler und Höfe.

Nebenflüsse der Schussen.
a. Von der rechten Seite.

1) Der Gillenbach, welcher die Hotterlochschlucht bewässert, durch Oberzell fließt und dort einmündet.

2) Der Dägelbach, weiter unten Weiherbach genannt; er entspringt bei Waltenweiler, läuft an Holzreute und Gerbertshaus vorbei, und mündet unweit der Lochbrücke ein. Außer diesen| nimmt die Schussen auf dieser Seite noch mehrere kleinere Bächlein auf. Das Bächlein, welches bei Weiler einfließt, treibt bei Appenweiler eine Mühle.
b. Von der linken Seite.

1) Die Schwarzach (Grenzbach), welche, auf der Grenze des Oberamts von Ebersberg bis Fürth gehend, schon bei Ravensburg Seite 15 beschrieben ist. Sie treibt im diesseitigen Bezirke 4 Mühlen: zu Ebersberg, Vorderreute, Tennenmoos und Madenreute. Die Schwarzach nimmt den Krebsbach, weiter unten Moosbach genannt, auf, welcher im Wasenmoos bei Hirschach entspringt, von Süden nach Norden durch Liebenau, Sandgrub, Langentrog, Schwarzenbach geht und bei Gutenfurt sich vereinigt.

2) Der Kohlbach, ein kleines Bächlein, das durch Reute und Siglishofen geht und daselbst einmündet.

3) Der Dobelbach, der bei Ried entspringt, in westlicher Richtung durch diesen Ort nach Tettnang, Walchesreute und Sibratshaus geht, wo er in die Schussen fällt. Er treibt 1 Mühle in Ried und 6 Mühlwerke in Tettnang, und nimmt ein durch Pfingstwaid und Motzenhaus fließendes Bächlein auf.

4) Der Breitenrein-Bach, der von Sanct Johann und Ernstruhe durch das Tettnanger Moos nach Breitenrein geht und unweit Wolfszennen, durch kleine Zuflüsse verstärkt, ausmündet. Bei Ernstruhe treibt er 1 Mühle.

3) Die Argen. Sie kommt in 2 Ästen, der obern und der untern Argen, aus dem Oberamt Wangen. Die erstere berührt unsern Bezirk kaum noch bei ihrer Vereinigung mit der letztern. Diese, die untere Argen, tritt bei Schauwies in den Bezirk ein, vereinigt sich mit jener bei Pflegelberg, setzt von da unter dem allgemeinen Namen: „Argen“ ihren Lauf in südwestlicher Richtung bis in die Nähe von Blumegg fort, wendet sich dann westlich und bildet in einer vielfach sich krümmenden Linie von anderthalb Stunden die Landesgrenze gegen die Hohenz. Sigmaringische Herrschaft Achberg. Bei Gießenbrück nimmt sie wieder ihre alte südwestliche Richtung an und fällt in mehrfachen Verzweigungen zwischen Langenargen und Thunau in den Bodensee. Ihr Lauf beträgt im Ganzen nach der Flußbahn 71/4 St., und nach der Thalbahn 61/2 Stunden. Die Argen ist wasserreicher als die Schussen, ihr Lauf ist| wild und reißend, bis sie die Bodensee-Ebene betritt, in der sie sich vielfach vertheilt. Bei ihren häufigen Überschwemmungen richtet sie große Verheerungen an, ihre Ufer sind mit Schutt und Gerölle bedeckt, auf welchen meistens nur wildes Gestrippe aufkommen kann. Der Fall der Argen beträgt nach den Württ. Jahrbüchern, Jahrgang 1832 S. 381, von der Vereinigung der obern und untern Argen bei Pflegelberg an bis zu ihrer Einmündung in den Bodensee auf 55/8 Stunden Entfernung gerade 300 P. F. oder auf 1 Stunde, einschließlich der Bodensee-Ebene, im Durchschnitt 53 P. F. Es führen 9 Brücken im Oberamtsbezirke über dieselbe. (S. unten.) Die Argen hat außer den gewöhnlichen Weißfischen auch Forellen, die aber mehr in den Nebengewässern vorkommen. Der Mühlen und Werke, die von den Argen-Gewässern getrieben werden, sind im Ganzen 12:   1 zu Hiltensweiler, 1 zu Langenau, die Hammerschmide bei Oberdorf, die Kochermühle mit 2 Werken, 7 zu Langenargen. – An der Argen unmittelbar liegt fast kein Ort.
Nebenflüsse der Argen.
a. Von der rechten Seite.

1) Die Haslach, die bei Rembrechts aus dem Oberamt Wangen eintritt und bei Engelitz einmündet. Ihr in vielen Krümmungen sich windender Lauf beträgt im Oberamte 11/2 St. An ihr liegen Haslach und Hag- und Lochmühle, wo sie 4 Mühlwerke treibt. An diesen Orten führen auch Brücken über die Haslach. Unweit der letzteren nimmt sie ein Bächlein auf, das bei Neuhaus entspringt und durch Vorder-Espach und Gunzenhaus geht.

2) Der Bollenbach, abwärts Mühlbach genannt, der bei Unter-Eisenbach aus den Abflüssen des oberen Eisenbacher Weihers und des östlicher liegenden Mahlweihers gebildet wird, und nach 11/2 Stunden unweit Laimnau die Argen erreicht. Die Orte Unter-Eisenbach, Tannau, Wiesertsweiler und Laimnau liegen an demselben, in beiden letzteren treibt er Mühlen. Zu Laimnau führen 1 hölzerne und 2 steinerne Brücken über ihn, in Unter-Eisenbach und Tannau je 1 hölzerne. Der Bach erhält mehrere Zuflüsse; zur Linken namentlich den Flockenbach und den Kreuzweiherbach. Ersterer entspringt bei Alberweiler, fließt| an Flockenbach und Ucht vorbei und mündet bei Tannau ein. Der Kreuzweiherbach, auch Mühlbach und Buchbach genannt, fließt aus dem Kreuzweiher, welcher wieder durch Bäche mit dem Hüttensee und Langenweiher in Verbindung steht, ab, und geht in westlicher Richtung durch Wildpoltsweiler, Bernaumühle, Gebhardsweiler und Wiesenweiler, wo er in den Bollenbach nach 1stündigem Laufe einmündet, und mit diesem vereinigt unter dem Namen Mühlbach weiter geht. Vor seiner Vereinigung treibt er 1 Mühle in Wildpoltsweiler und die Bernaumühle.
b. Von der linken Seite.

Der Wielandsweiler Bach ist von dieser Seite der einzige größere Zufluß der Argen; er fließt aus dem Wielandsweiler See ab, und geht nordwestlich durch Unter-Wolfertsweiler, Apflau und bei Gießen in die Argen. – Bei Kernaten fließt ein kleines Bächlein in die Argen, das daselbst eine Mühle treibt.

Unmittelbar in den Bodensee fließen noch:

Die Lippach, sie bildet 1/2 Stunde lang die Landesgrenze gegen Baden, und fließt 1/8 Stunde unterhalb Fischbach in den Bodensee.

Der Mühlbach, er kommt aus dem Badischen bei Effrizweiler, treibt im diesseitigen Bezirk die Eichelmühle, geht in südlicher Richtung, an Hofen vorbei, nach Fischbach, wo er 2 Mühlen treibt, und mündet gleich vor Fischbach in den Bodensee ein.

Der Mannzeller Bach, er entspringt bei Schnetzenhausen, fließt bei Neuhäuser vorbei nach Mannzell, wo er in den Bodensee fällt.

Der Riedbach, auch Mühlbach genannt, er entspringt an der Badischen Grenze, zwischen Riedern und Unter-Raderach, geht durch Schnetzenhausen, Waggershausen, und fällt nach einem Laufe von 13/4 Stunden bei dem Schloß Friedrichshafen in den See.

Der Nonnenbach, er entspringt in der Herrschaft Achberg und fließt der Landesgrenze entlang erst südlich, dann westlich, treibt die Obermühle mit 2 Werken, die Mittel- und Untermühle und in Nonnenbach selbst eine Mühle; westlich von Kreßbrunn mündet er nach einem| Laufe von 15/8 Stunden in den Bodensee ein. In Nonnenbach nimmt er den bei Gattnau entspringenden Fallenbach, auch Schneckenbach genannt, auf, welcher aus dem Degernsee durch Riedensweiler und Döllen geht, wo er eine Mühle treibt, und vor Gattnau einmündet.

Der Betznauer Bach, er fließt aus dem Schleinsee ab, geht durch Nitzenweiler und Betznau, wo er verschwindet, und, wie vermutet wird, unterirdisch weiter geht.

Ein Canal der Argen ist der Kocher-Mühlbach, welcher unterhalb der Gießenbrücke anfängt, von den Einwohnern von Thunau und Gohren zur Wiesenwässerung benutzt wird, die Kochermühle treibt und unterhalb Gohren wieder in die Argen geleitet ist.

C. Seen und Weiher.

Das Oberamt ist reich an Seen und Weihern, besonders in seinem östlichen Theile; der Hauptsee aber und eine Haupt-Zierde und Merkwürdigkeit desselben ist
     der Bodensee. Dieser große und herrliche See, der größte in Deutschland und einer der größten in Europa, gehört zwar nur zu einem kleinen Theil dem Königreich Württemberg an: gleichwohl glauben wir hier auf eine kurze Beschreibung des Ganzen eingehen zu müssen.[1]

Der Bodensee, Lacus bodamicus, hat seinen Namen nach der natürlichsten Ableitung von Bodmann, dem ehemaligen Königlichen Schlosse am Ende des ((Überlinger)) Sees. Von den Franzosen wird er Constanzer See, Lac de Constance, genannt, und in älteren Zeiten führte er auch den Namen Bregenzer See, Lacus brigantinus, ein Name, der jetzt nur noch dem Bezirke von Bregenz gilt. Andere Benennungen übergehen wir hier und führen nur noch an, daß der See häufig auch Schwäbisches Meer, Mare suevicum, genannt wurde.

| Der Bodensee liegt auf der südlichen Grenze des Königreiches und scheidet dieses von der Schweiz. Seine Höhe über der Meeresfläche beträgt nach der neuesten und zuverläßigsten Bestimmung, auf den mittlern Wasserstand zu Friedrichshafen, oder 9′ 2″ des dortigen Pegels berechnet, 1208[ws 1] P. oder 1369 W. Fuß.[2] Der See dehnt sich in ziemlich gerader Richtung von Südost nach Südwest aus und bildet eine längliche Figur,| die gegen Nordwest in zwei Arme sich theilt, wovon der eine der Überlinger See, der andere der untere See, nach dem Städtchen Radolfszell auch der Zeller See genannt wird, während der Hauptsee der obere See heißt. Der Zeller See ist von dem obern See auf eine halbe Stunde lang getrennt und steht in dieser Länge nur durch den Rhein mit dem letztern in Verbindung; der Überlinger See aber ist eine ununterbrochene Fortsetzung des obern Sees, und beide zusammen bilden nur Einen See. Die Länge dieses Sees von Bregenz bis an die Einmündung der Stockach beträgt 171/2 geom, Stunden, oder nahezu 9 geom. Meilen, von Bregenz bis Constanz aber, oder bis an die Grenze des obern Sees, beträgt sie 11 Stunden. Die Breite ist verschieden; seine größte Breite hat der See längs der Würt. Grenze hin, wo sie 4 Stunden und darüber beträgt.[3] Der Flächen-Inhalt des Bodensees, von dem man übrigens noch keine genaue Aufnahme hat, beträgt, auf den Grund der besten Karten berechnet, im Ganzen, einschließlich des Untersees und der Inseln, 91/2 Quadratmeilen. Die Ufer des Sees sind zwar nicht geradlinig, aber doch ziemlich regelmäßig, sanfte Buchten wechseln mit vorspringenden Landzungen, oder Landspitzen, hier Hörner genannt, ab. Bedeutende Ausbeugungen hat der See nicht; dagegen hat er zwei schöne Inseln, Mainau im Überlinger See und die bedeutende Insel Reichenau im Zeller See, wovon jene mit einem schönen Schlosse, diese mit 3 Pfarrgemeinden besetzt ist; zwei weitere kleinere Inseln – Lindau und Wasserburg, wozu früher als dritte noch Argen kam, liegen an den Ufern des obern Sees. Die Ufer sind meist flach, desto mehr aber rundum mit einer| Menge von Städten und Dörfern besetzt, welche das schöne Natur-Schauspiel, das der See darbietet, sehr beleben. Flach sind die Ufer hauptsächlich auf der deutschen Seite, und hier vornehmlich auf der Würtembergischen Grenze, so wie aufwärts gegen das Rheinthal und abwärts an beiden Enden des Sees. In diesen Gegenden breiten sich feuchte und sumpfige Ebenen aus, denen man deutlich ansieht, daß sie einst Seegrund waren, und die theils durch Zurücktreten des Sees, theils durch Anschwemmungen entstanden sind. S. o. Ebenen. Steil fallen die Ufer nur an wenigen Stellen, wie zu Mörsburg, Überlingen und Bodmann und an der Bergwand bei Bregenz ab. Die deutschen Ufer bleiben auch landeinwärts ziemlich flach, die Schweizer und Vorarlberger dagegen sind von den ansehnlichen Vorbergen der Schweizer- und Tyroler-Alpen begrenzt, die sich hinter jenen erheben. Der Anblick des Sees ist daher auch von der deutschen Seite aus noch viel malerischer und großartiger, als von der Schweizer Seite. Übrigens bietet der See auf allen Seiten die herrlichste Ansicht dar, und überall und bei jeder Witterung, in Sturm und Gewitter, wie in der Ruhe und bei heiterem Himmel, gewährt er dem Freunde der Natur den reichsten Genuß. Merkwürdig ist die Tiefe und Wassermasse des Sees. Jahrhunderte lang hat man sich über dieselbe mit irrigen und abenteuerlichen Angaben getragen; um der Ungewißheit ein Ende zu machen, veranlaßte das statistisch-topographische Büreau i. J. 1826 eine genaue Untersuchung derselben, die durch den Vermessungs-Commissär, Hauptmann von Gasser, der schon 1825 einige Untersuchungen vorgenommen hatte, und durch den Topographen Paulus, mit Beihülfe des Herrn Kaufmanns Schnell in Lindau, ausgeführt wurde. Das Ergebniß der Untersuchung ist in den Würt. Jahrbüchern, Jahrgang 1826, mit einer Karte ausführlich mitgetheilt worden. Es beträgt die größte Tiefe des Sees 964 W. oder 850 P. F.| Der Grund des Bodensee-Kessels liegt also tiefer als die tiefsten Gegenden des Würt. Unterlandes. Jene Tiefe befindet sich in der größten Breite des Sees, in der Mitte zwischen Friedrichshafen, Langenargen und Rorschach. Die früheren Angaben von der Tiefe des Sees wurden größtentheils unrichtig gefunden, namentlich die Angaben von der außerordentlichen Tiefe bei Mörsburg und Mehrerau; statt 1800 Fuß wurden bei Mörsburg nur 573 W. Fuß, und statt 2208 Fuß bei Mehrerau nur 201 F. als die größte Tiefe gefunden. Dagegen fand sich ein merkwürdiger Kessel bei Hegnau mit einer Tiefe von 768 Fuß. Eine andere merkwürdige Erscheinung wurde bei dem Einfluß des Rheins in den See beobachtet; es zeigte sich nämlich dort auf dem Seegrunde ein über eine Stunde weit in den See hinein sich erstreckendes, von hohen Böschungen oder Wänden begrenztes Thal, das seine Entstehung unstreitig dem Rhein-Einfluß verdankt. Im Übrigen wurde der tiefere Grund des Sees überall schlammig gefunden. Der Abfall des Seekessels von den Ufern aus zeigte sich nach der Beschaffenheit der Ufer verschieden: am steilsten ist er bei Mörsburg und Rorschach, an ersterem Ort hat der See unmittelbar an dem Felsenufer eine Tiefe von 122 Fuß, sonst nimmt der Fall meist langsam zu. Nachdem man durch die gedachten Untersuchungen, welche nach 13 Richtungen von 10 zu 10 Minuten angestellt wurden, die Beschaffenheit des Bodensee-Kessels näher kennen gelernt hatte, war es auch möglich, eine annähernde Berechnung seines cubischen Inhalts und seiner Wassermasse zu machen. Das Ergebniß dieser Berechnung war, daß wenn der Rhein mit seinem durch vieljährige Beobachtungen ausgemittelten Wasserabfluß bei Basel in den leeren Bodensee-Kessel flösse, er 2 Jahre und 20 Tage nöthig hätte, um denselben bis zu dem gewöhnlichen Wasserstande zu füllen. Der Stand des Wasserspiegels wechselt nach den Jahreszeiten: im Winter ist es am niedrigsten, im Sommer, und| zwar in den Monaten Juni und Juli, wenn der Schnee in den Alpen schmilzt, am höchsten. Der Unterschied zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Stand beträgt übrigens ordentlicher Weise nicht mehr als 61/2 W. Fuß; nur außerordentlicher Weise steigt er auch bis zu 12, und überschwemmt dann die Ufer an vielen Orten. Aber auch bei dem stärksten Anschwellen nimmt der See nur langsam zu: in dem Schwäbischen Merkur vom 24. Juni 1837 wurde es als etwas Außerordentliches berichtet, daß der Bodensee seit einigen Tagen in je 24 Stunden 4 bis 41/2 Zoll zunehme. Doch soll nach eingezogenen Erkundigungen zuweilen auch noch ein rascheres Anschwellen stattfinden. Das Wasser des Bodensees ist in der Regel sehr klar und hat eine angenehme bläulich grüne Farbe, die jedoch auf der Oberfläche nach der Beschaffenheit des Himmels und der Wolken wechselt. Die Temperatur des Wassers ist bis jetzt noch nicht gehörig untersucht worden, bis zum Überfrieren kommt es auch in kalten Wintern selten. Die Geschichtsbücher haben nur die Jahre 1215, 1269, 1277, 1311, 1435, 1560, 1573, 1587, 1695 und 1788 als solche aufgezeichnet, wo der See überfroren ist, und auch in diesen Jahrgängen geschah es nur selten ganz, selbst in dem außerordentlich kalten Winter von 1788 fand nur ein theilweises Überfrieren statt. Dagegen ist der See in dem Winter 1829/30, wo die Kälte in Friedrichshafen bis auf 22, in Stuttgart auf 25 und in Tuttlingen sogar auf 28 Grad R. stieg, auch in seiner größten Breite von einem Ufer bis zum andern überfroren. Nur in der Mitte, wo die größte Tiefe sich befindet, blieb ein kleiner Kreis übrig, worin die Eisdecke nicht ganz geschlossen war, sondern nur unverbundene Eismassen sich herumtrieben. Am 4. Februar ließ der Statthalter von Rorschach, der Seltenheit wegen, einen Sack Getreide in Langenargen auf einem Handschlitten abholen; ein lebhafter Verkehr über das Eis hatte aber schon vorher von andern Orten aus| zwischen den beiderseitigen Ufern stattgefunden. Die Schifffahrt stand natürlich ganz stille und wurde erst gegen Ende Februars wieder frei. S. Würt. Jahrbücher, Jahrgang 1830, S. 8 etc.

Sein Wasser erhält der See theils von unterirdischen Quellen, theils von Flüssen und Bächen, deren eine große Zahl in denselben sich ergießt. Den hauptsächlichsten Zufluß erhält der See von dem Rhein, von dem der Bodensee-Kessel eigentlich nur eine erweiterte und vertiefte Fortsetzung ist, und der auch den einzigen Abfluß des Sees bildet. Sodann fallen in den See, außer mehreren kleineren Gewässern: die Bregenzer Ach, in ältern Urkunden die Bregenz genannt, die Argen, die Schussen, die Roth-Ach, die Seefelder-Ach, die Stock-Ach, und auf der Schweizer Seite noch die Stein-Ach und die Gold-Ach.

Die herrschenden Winde auf dem See sind: der Nordwest- und der Ostwind, sodann der Südwind; jene sind zugleich merkwürdig wegen der Regelmäßigkeit, womit sie sich, hauptsächlich auf der Mitte des Sees, einstellen. Vormittags weht gemeiniglich Ostwind, Mittags Nordwest-und Westwind und Abends wieder Ostwind. Der Südwind, auch Föhn oder Pfäh genannt, ist seltener, aber häufig gefährlich, weil er die Schiffer oft jählings überfällt; er ist, wie wir unter dem Artikel Klima finden werden, auch sonst nachtheilig. Stürme sind dem See nicht fremd; sie kündigen sich gemeiniglich durch einen weiß-grauen Nebel und durch eine auf denselben folgende schwarze Wolke am Himmel an, haben aber dessenungeachtet schon manchem Schiffe und manchem Schiffenden den Untergang gebracht.

Schifffahrt und Fischerei sind der Hauptnutzen, den die Anwohner von dem Bodensee ziehen; sie gewähren ihnen einigen Ersatz dafür, daß sie auf der einen Seite kein Land und keine unmittelbare Nachbarschaft haben.| Die Schiffe des Bodensees sind theils Segelschiffe, theils Dampfboote. Die Segelschiffe wurden sonst in Lädinen und Halblädinen, Segner und Halbsegner getheilt. Jedes dieser Schiffe hatte seine bestimmte Größe und Ladungsfähigkeit, die Lädinen, als die größten, waren 110 F. lang und im Boden 14 F. breit, und laden 1500 bis 2500 Centner; die Segner sind 68 F. lang und auf dem Boden 81/2 F. breit. Jetzt ist jene Abteilung und Benennung außer Gebrauch gekommen, und an die Stelle der letztern nur die der „Marktschiffe“, mit Angabe ihrer Ladungsfähigkeit, getreten. Die Segelschiffe werden meist zu Hardt oder Bregenz gebaut. Der Bau ist sehr einfach und unvollkommen, in der Mitte steht ein großer, bei den größern Schiffen 82 Fuß hoher Mast, oder Segelbaum mit einem einzigen viereckigen Segel, ebenfalls von außerordentlicher Größe. Der Boden hat keinen Kiel, sondern ist, um der seichten Seeufer willen, flach. Kein Schiff hat ein Verdeck. Dampfboote gehen jetzt 4 auf dem See, und zwar der Wilhelm von Friedrichshafen, mit 20 Pferdekraft, der Leopold mit 40 und die Helvetia, mit 28 Pferdekraft, von Constanz, und der Ludwig, mit 45 Pferdekraft, von Lindau aus; ein fünftes wird für Friedrichshafen und ein sechstes für Lindau gegenwärtig gebaut. Das erste war der Wilhelm, das seine ordentlichen Fahrten mit dem Jahre 1824 begann. S. u. Außer den oben angeführten Segelschiffen hat man hauptsächlich nur in Kriegszeiten noch Schiffe anderer Art auf dem Bodensee gesehen. So schwammen im dreißigjährigen Kriege kleine Flotillen, theils von den Kaiserlichen, theils von den Schweden gebaut, darauf; einer Kriegsgaleere von 22 Kanonen hatten die Schweden den Namen ihrer Königin Christina gegeben. Ebenso bauten der englische Oberst Williams i. J. 1799 und die Franzosen i. J. 1800 Flotillen von Kanonenbooten auf dem See, sie wurden aber bald wieder abgetakelt, ohne daß besonders viel damit ausgerichtet worden wäre. Von dem Schifffahrtsbetrieb | wird, so weit er Würtemberg betrifft, unter dem Abschnitt Handel noch besonders die Rede seyn, ebenso von der Fischerei am gehörigen Orte. Der See ist übrigens nicht außerordentlich fischreich; man zählt 26 Arten von Fischen darin, von denen überdiß manche nur dem Alter nach verschieden sind, S. Fische. Merkwürdig ist, daß man auch in dem Bodensee, wie in andern Gewässern, eine Abnahme der Menge der Fische wahrnehmen will. Von Wasser- und Sumpfvögeln werden 66 Arten am Bodensee gezählt. Die an den Bodensee grenzenden Staaten sind: Östreich, Bayern, Würtemberg, Baden und die Schweiz, und zwar die Kantone Thurgau und St. Gallen. Die Würtembergische Landgrenze beträgt in gerader Linie 5 Stdn., einschließlich der Krümmungen aber 61/8 Stdn. Die an dem See liegenden Würtembergischen Orte sind: Kreßbrunn, Thunau, Langenargen, Schwedi, Eriskirch, Friedrichshafen, Seemoos, Mannzell, Fischbach und die Höfe Schnaidt und Seewald. Den Uferstaaten stehen nach altem Herkommen auch die Hoheits- und Jurisdictions-Rechte, jedem nach Maßgabe seiner Ufergrenze, zu. So war es wenigstens in ältern Zeiten: jeder Angrenzer übte über den anliegenden Theil des Sees die Hoheitsrechte aus. Übrigens wurde der Bodensee im Allgemeinen immer als ein zum deutschen Reich und zum Schwäbischen Kreise insbesonders gehöriger See betrachtet und daher auch schwäbisches Meer genannt. Dieß war auch um so natürlicher, als ja die jenseitigen Schweizerufer früher selbst zu Schwaben gehört hatten. Der schwäbische Kreis übte auch eine Art von Oberhoheit, ein sogenanntes Imperium universale, im Gegensatze zu dem Imperium particulare der einzelnen Staaten, über den See aus, Kraft dessen er z. B. in Zeiten des Kriegs und der Theurung die Militär- und Polizeimaßregeln anordnete, für die Vertheilung sorgte, bewaffnete Schiffe, die gemeiniglich in Lindau ausgerüstet| wurden, ohne Rücksicht auf die einzelnen Hoheitsgrenzen auf dem See kreuzen, Übelthäter bis an die Schweizerufer verfolgen ließ, Ausfuhrsperren anlegte etc. Das Haus Östreich, das außer Bregenz in vorigen Seiten auch die Stadt Constanz und Anderes an dem See besaß, noch ehe es zu den Montfortischen Besitzungen gelangte, machte mehrmals Versuche, die gleichen Rechte sich anzumaßen; der schwäbische Kreis widersetzte sich aber jedesmal mit Nachdruck und Erfolg; in den Jahren 1711 und 1742 gab er zur Aufrechthaltung seiner Rechte sogar eine Erklärung gegen Östreich zur Aufnahme in die Kaiserliche Wahl-Capitulation an die Churfürstlichen Wahlconvente ab. (Vergleiche Moser Wahlcapitulation Kaisers Karl VII. Bd. I. Anhang S. 19.) Auch die Particular-Hoheit der einzelnen Seeherrschaften gab Veranlassung zu manchen Streitigkeiten; man war insbesondere darüber nicht einig, wie weit die Grenzen eines Jeden in den See hinein sich erstrecken sollen, ob von beiden Seiten bis in die Mitte des Sees, oder aber nur soweit „Halden und Gründe“ gehen, wie beim Fischereirecht? ob also der See zwischen den gegenseitigen Herrschaften ganz getheilt, oder aber die Mitte frei seyn, ein „gefreiter Weitsee“ stattfinden solle? Am natürlichsten fand man jedoch die Theilung nach der Mitte des Sees, und dafür sprach die Praxis, dafür sprach auch Wegelin in einer „Dissertatio de Dominio Maris suevici, vulgo Lacus bodamici.“ 1742. sich aus. Auf diese Weise findet man den See auch in alten Karten getheilt. Erst in den neuern Karten ist das Einzeichnen der Hoheitsgrenzen gemeiniglich unterlassen worden. Das Auslassen derselben und Nichtbeachten der Seegrenzen erscheint aber nicht nur in staatsrechtlicher, sondern auch in geographischer Beziehung als ein Mangel; denn dadurch bleibt ja die Seefläche außer aller geographischen Berechnung. Es sind daher auch die Württembergischen Grenzen auf unserer Oberamts-Karte unter genauer Ausmittlung derselben nach dem Grundsatze der Theilung nach der | Mitte angezeigt worden.[4] Der Würtembergische Antheil an dem Bodensee beträgt hiernach 21/10 Quadratmeilen. Wollte man freilich von Seiten der deutschen Bundesstaaten auf die alten Rechte des schwäbischen Kreises zurückgehen; so könnte die Frage entstehen, ob in dieser Beziehung die Grenzen nicht weiter auszudehnen seyn dürften ?

Außer dem Bodensee hat das Oberamt noch viele kleinere Seen und Weiher, besonders in dem bergigen Argengebiete, und hier vornehmlich in der Umgegend von Langnau. Die bedeutendsten sind:

Der Tegernsee, neuerlich Degersee, bei Degersee. Er ist über eine Viertelstunde lang und 1/8 Stunde breit, im Ganzen 1041/8 Morgen groß und 36′ tief und nach dem Bodensee der größte der noch bestehenden Seen und Weiher des Oberamts. Der See ist ziemlich fischreich, er führt Karpfen, Hechte, Schleien und Birschlinge. Seit Aufhebung des Klosters Langnau, dem er gehörte, ist er Privateigenthum eines Fischers. In ältern Zeiten muß dem See eine besondere Wichtigkeit beigelegt worden seyn, da, in den Kaufbriefen über die ehemalige Herrschaft, Tegersee der See immer zuerst genannt wird.

Der Schleinsee, nahe bei dem ersteren, zwischen Schleinsee und Nitzenweiler, beinahe eine Viertelstunde lang und 1/16 Stunde breit, ohne sichtbaren Zufluß, aber mit einem nicht unbeträchtlichen Abfluß, dem Betznauer Bach. Er ist 481/8 Morgen groß, 108 Fuß tief und hat einen schlammigen Grund. Er soll unterirdisch von dem Tegernsee und von eigenen Quellen sein Wasser erhalten. Der See ist Staatseigenthum und das Fischwasser verpachtet. Außer Karpfen, Schleien, Birschlingen hat er eine besonders gute Art Hechte, auch viele Krebse.

| Der Muttelsee, 285/8 Morg. groß, bei Muttelsee.

Der Wielandssee, bei Wielandsweiler, 133/8 Morgen groß.

Der Langensee, zwischen den Weilern Ober- und Unter-Langensee, 50 Morgen enthaltend und 25 Fuß tief, nahe bei ihm ist der kleinere Hüttensee, beide Seen sind herrschaftlich und die Fischerei darin ist verpachtet. Außer den gewöhnlichen Fischen führt der See auch Weller.

Der Kreuzweiher bei Wildpoltsweiler, über eine Achtelstunde lang und 1/16 St. breit. Er ist mit dem Langensee durch einen Bach verbunden, der aus dem Kreuzweiher nach Wildpoltsweiler etc. geht. Der Weiher ist mit Karpfen besetzt und Privateigenthum. Minder bedeutend sind die Seen und Weiher: der obere Weiher bei Eisenbach, der Jägerweiher, Unter-Langenbergweiher, Gemsenweiher bei Schnaidt und Zannau, der Weiher bei Zannau, der Weiher bei Notzenhaus und der Mahlweiher bei Krummbach, der Igelsee und Holzweiher bei Vorder-Eschach, der Teufelssee bei Kernaten, der Mittelsee und obere See bei Primisweiler. Der Kammerweiher bei Ober-Wolfartsweiler, der blaue See bei Mindbuch. – Weit mehr stehende Wasser als jetzt hatte das Oberamt und insbesondere der Argenbezirk in frühern Zeiten, wie sich noch theils aus dem Terrain erkennen, theils auch durch Urkunden nachweisen läßt. Von den ausgetrockneten Weihern führen wir namentlich an: den Burgweiher und den Brandweiher bei Hinterberg, den Theuringer See und den Weiher bei Wammeratswatt, welcher 198 Morgen groß war, jetzt aber zu Wiesen angelegt ist. Der Flächenraum sämmtlicher Gewässer, jedoch mit Ausnahme des Bodensees, beträgt im Oberamtsbezirk 14774/8 Morgen.


5. Abdachung und Höhe.
Der ganze Oberamtsbezirk gehört dem Rheingebiet an und hat im Allgemeinen seine Abdachung von Norden nach Süden gegen den Bodensee; selbst die untergeordneten| Wasserscheiden zwischen der Ach und Schussen, und der Schussen und Argen weichen hievon wenig ab; nur der zwischen der Argen und dem Bodensee gelegene Theil des Oberamts macht mit der Argen selbst eine Ausnahme, indem er den von dem Bayerischen Hochland bei Kempten ausgehenden Fall von Osten nach Westen bis in die Bodensee-Ebene fortsetzt.

Die niedrigste Lage haben die Orte und Bezirke am Bodensee, die höchste die nordöstlich im Argengebiet gelegenen Orte und Bezirke, die zum Theil um 1000 und mehr Fuß höher liegen als die letztern.

Die bis jetzt gemessenen Höhen sind:
        Par. Fuß.       Würt. Fuß.
Bodensee tiefster Seegrund 358 406
Bodensee bei Friedrichshafen, mittler Wasserstand K. 1208 1370
Friedrichshafen, Erdfläche an der Kirche K. 1223 1386
Friedrichshafen, Schloßhof K. 1236 1401
St. Georgen E. N. 1237 1402
Gerbertshaus E. N. 1266 1435
Unter-Meckenbeuern E. N. 1282 1454
Tettnang, Erdfläche an der Kirche K. 1431 1623
Hochsträß bei Tettnang K. 1803 2044


6. Naturschönheiten und Merkwürdigkeiten.
Das Oberamt Tettnang zeichnet sich sowohl durch die Schönheit einzelner Landschaften, als auch und hauptsächlich durch den Wechsel der reizendsten Fernsichten aus, und behauptet in dieser Beziehung wohl unter allen Oberämtern des Landes eine der ersten Stellen. Eine Hauptschönheit und Merkwürdigkeit der Natur besitzt es in dem Bodensee, dessen Anblick auch einen an große Naturscenen gewohnten Beobachter mit Bewunderung erfüllt. Durch wildromantische Landschaftsbilder zeichnet sich das Argenthal aus; durch Lieblichkeit und Anmuth, durch Üppigkeit des Wachsthumes und überhaupt durch eine dem Süden sich nähernde Natur die Wein- und obstreichen Hänge gegen den Bodensee, insbesondere die Gegend von| Hemigkofen, Nonnenbach etc. Wie auffallend sticht doch der jetzige Zustand gegen das Bild ab, welches uns ein römischer Schriftsteller des vierten Jahrhunderts, Ammianus Marcellinus, von dem See hinterlassen hat, indem er seine Umgebung als eine garstige Wüste, den See wegen schauerlicher Wälder als völlig unzugänglich schildert, wo nicht etwa die römische Kraft eine Straße durchgeführt habe! – Bemerkenswerthe Punkte für schöne Aussichten sind: das Pfarrhaus zu Berg, die Neuhalde bei Tettnang, die Höhe bei Betznau, der Reichenbühl und die Hochwacht, oder die „neue Welt“ bei Gießenbrück, das Tettnanger Hochsträß, wo man den Bodensee mit zahlreichen Städten und Dörfern, den Bregenzer Wald mit dem Gebhardsberg und dem Rheinthal, die grünen Vorberge von Appenzell und St. Gallen, und die beschneiten Alpen Tyrols und der Schweiz, so wie zur Seite und rückwärts das Land in weitem Umkreise vom Heiligenberg und Gehrenberg bis zur Waldburg, und von der Waldburg hinauf bis nach Vorarlberg überschaut. Aber auch außer diesen Punkten welche herrliche Aussichten gewähren nicht selbst die Plätze in der Ebene, wie Friedrichshafen, Langenargen etc.


7. Boden und Klima.

a. Boden. Der Boden ist in dem größern Theil des Oberamts kiesig, in dem nordöstlichen Theile besteht er zum Theil auch aus sandigem Lehm, in dem Argenthal ist er meist sehr steinig, in den Ortschaften auf der rechten Seite der Schussen ist hauptsächlich Lehmboden, in den Niederungen ist feuchter Moorboden, welcher gewöhnlich zu Wiesen benützt wird. Den Untergrund bildet großentheils Letten.

b. Luft und Witterung. Das Klima ist nach den verschiedenen Lagen der Orte verschieden: der östliche Bezirk ist als der höhere, rauher und weniger fruchtbar, als der westliche; am mildesten aber von häufigen Nebeln heimgesucht ist die Bodensee-Ebene. Die Ernte tritt hier| auch um 8–14 Tage früher als in den nordöstlichen Gegenden des Oberamtsbezirks ein, obgleich sie auch hier früher, als in den meisten andern Landesgegenden eintritt; denn die südlichere geographische Lage verbirgt sich nirgends. In den milderen Bezirken gedeiht der Wein reichlich, auch kommen Mandeln und alle feinere Obstsorten und Gartengewächse fort. Nach den Beobachtungen des Herrn Dr. Dihlmann in Friedrichshafen war die mittlere Temperatur des Jahres 1835 daselbst + 7,22 Grad Reaum.; beinahe eben so hoch, als in Stuttgart, der höheren Lage und der Nachbarschaft des Sees ungeachtet. Im Ganzen sind Boden und Klima der Fruchtbarkeit günstig; nach den Notizen des Herrn Cameralverwalters Freisleben zu Tettnang wird an den zwischen der Argen und dem Bodensee gelegenen Orten nicht selten sogar eine doppelte Ernte gemacht, indem auf Raps und Wintergerste noch Kartoffeln und andere Hackfrüchte folgen. Das Klima ist im Allgemeinen auch gesund, nur an einzelnen Orten, z. B. in Langenargen will man ihm einen nachtheiligen Einfluß zuschreiben, s. u. An dem See wehen viele Winde, die häufig nicht nur stark, sondern auch scharf sind, so lange noch die Gebirge viel Schnee haben. Nachtheilig auf das allgemeine Wohlbefinden, wie auf das Gedeihen der Pflanzen wirkt der warme Südwind, Föhn oder Pfäh genannt, der in der Regel in den Sommermonaten, nicht selten aber auch im Frühjahr und Spätjahr erscheint. Er ist der Sirocco Italiens, der von da bis über die Gegenden des Bodensees sich verbreitet und hier erst erstirbt. Er verursacht Mattigkeit, Abspannung und Kopfweh; erscheint er im Frühjahr bei der Obstbaumblüthe, so verdirbt diese in der Regel, und im Herbste bringt er in wenigen Tagen ein auffallend schnelles Faulen der Weintrauben hervor. Es gibt auch eine kalte Pfäh, welche im Frühjahr häufig Frost und Schneegestöber im Gefolge hat. Gewitter und Wetterschlag sind selten, sie ziehen größtentheils den Schweizerbergen, oder den | Anhöhen des Donauthales nach. Aber tobend ist der Sturm, und schauerlich schön das Schauspiel, wenn ein Gewitter über dem See ausbricht.


8. Gebirgsarten, Versteinerungen und Mineralien.

Die geognostischen Verhältnisse des Oberamts sind ganz einfach; der tertiäre Sandstein, die Molasse, ist allgemein verbreitet und die einzige stehende Gebirgsart. Sie bildet den Grund des Bodensees und die erhabensten Punkte des Oberamts. In dem Argenthale und den Seitenthälern geht sie häufig in schroffen Abhängen und beinahe senkrechten Einschnitten zu Tage, hat sich jedoch noch nirgends als bauwürdig gezeigt. Tuffsteine gibt es eine halbe Stunde von Tettnang, sodann bei Primisweiler, aber ebenfalls nicht bauwürdig. Die Verbreitung des Gerölles, Kies, ist weniger allgemein als im Oberamt Ravensburg, und nimmt gegen den Bodensee hin immer mehr ab, wo es außer den Flußbetten und den Seeufern nur selten anders, als in die Molasse oberflächlich bedeckenden Lehm- oder Mergellagern eingemengt vorkommt. In der Regel liegt das Gerölle auf reinem Sand auf. Gerölle zu Nagelflüe verbunden, kommt in den steilen Rändern des Argenthals häufig vor. Mergellager hat hauptsächlich das Schussengebiet, sie werden aber wenig benützt. Lehmlager findet man in ziemlich allgemeiner Verbreitung, jedoch meist nur für Ziegeleien brauchbar. Die Lehmlager füllen hauptsächlich die Vertiefungen zwischen den Hügeln aus, und verhindern dort das Versinken des Wassers. Torflager sind häufig, hauptsächlich in dem nördlichen und mehr noch in dem nordöstlichen Theil des Oberamtes in den muldenförmigen Vertiefungen daselbst, s. u. Metalle fehlen.

Erkennbare Versteinerungen sind bis jetzt nicht gefunden worden.

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9. Pflanzen- und Thier-Reich.
A. Pflanzen.

a. Bäume. Man findet im Oberamte beinahe alle gewöhnlichen Holzarten Deutschlands, doch herrscht Nadelholz vor, besonders die Rothtanne oder Fichte, Pinus Picea, obschon auch die Edeltanne, Pinus Abies, hier häufiger ist, als in den meisten andern Gegenden Würtembergs; am Wasser findet man oft die schwarze Pappel, Populus nigra, die weiße Erle, Alnus incana, und die Traubenkirsche, Prunus padus, im Seewald hie und da den Eibenbaum, Taxus baccata.

b. Sträucher. Diese treten schon charakteristischer auf. Während einige unterländische Weiden fehlen, bilden neben der allgemeinen Bachweide, Salix Helix, die Uferweide, Salix riparia, und die Mandelweide, Salix amygdalina, in Gesellschaft des starren Kreutzdorns, Hippophaë rhamnoides, und der grauen Tamariske, Tamarix germanica, wie an den Flüssen Tyrols, die Einfassung der Argen. Der Pimpernußstrauch, Staphylaea pinnata, ist ziemlich häufig; im Seewalde kommt vielfach die Stechpalme, Ilex aquifolium, ebendieselbe auch in dem Tettnanger Walde nicht selten vor; in den Torfmooren gesellen sich zu den silberfarbigen Blättern der Moorweide, Salix repens, die dunkeln Früchte der Sumpf- und Moosbeere, Vaccinium uliginosum und Oxycoccos, während die rothe Preißelbeere, Vaccinium vitis Idaea, auch hier die feuchten Tannenwälder bewohnt.

c. Krautartige Pflanzen. Die Flora des Oberamts trägt in den Hauptzügen den Charakter der oberschwäbischen Molassenhügelbildung; es fehlen ihr die Felsenpflanzen der Alp und des Muschelkalks und viele in den tieferen Gegenden des Neckargebiets vorkommende Gewächse. Indessen ersetzt die südlichere Breite und der Einfluß des selten zufrierenden Bodensees die Höhenverschiedenheit, so daß selbst der Buchs im Freien baumartig emporsteigt. Auf der andern Seite hat die Nähe der Alpen eine Regenmenge zur Folge, welche wahrscheinlich selbst die des Schwarzwaldes übertrifft und eine eigene subalpinische Pflanzenwelt bildet.

Im Bodensee selbst gedeiht nur eine einzige Pflanze, Potamogeton perfoliatus, welche daher auch ausschließlich den Namen Seekraut führt. Die andern Wasserpflanzen vermögen nicht den heftigen Wellenschlag seiner offenen Halden zu ertragen und haben sich hinter den dichten Kranz von Schilf, Arundo Phragmites, zurückgezogen, welcher mit dicht verschlungenen Wurzeln der kräftigste Beschützer und Erhalter des Seeufers ist. Die stillen dunkeln Wasserspiegel bei Eriskirch etc., und die klaren Altwasser der| Argen und Schussen aber schmückt die gelbe und weiße Seerose Nuphar lutea und Nymphaea alba, der an langen Schnüren vor Anker liegende Froschbiß, Hydrocharis Morsus ranae, das Tausendblatt, Myreophyllum spicatum, die goldgelbe Blüthe des Wasserschlauchs, Utricularia intermedia et minor, der häufige Fieberklee, Menyanthes trifoliata, das oft mannshohe Sumpfkreuzkraut, Senecio paludosus, der Wasserschierling, Cicuta virosa, das Wasserfünfblatt, Comarum palustre und das hellgrüne Aspidium Thelypteris, das einzige im Wasser wachsende Farnkraut Deutschlands und in Würtemberg nur hier gefunden. Über dem meergrünen Torfmoose Sphagnum obtusifolium und acutifolium, breitet der Sonnenthau, Drosera rotundifolia und longifolia, die purpurnen Blätterrosen, aus und am Rande der Sümpfe blüht die hellgelbe Tofielda calyculata, der fieberheilende Gamander, Teucrium Scordium, das heftig abführende Gnadenkraut, Gratiola officinalis, die gelbe Wiesenraute, Thalictrum flavum, der wilde Schnittlauch, Allium sibiricum und die blaue Schwertlilie, Iris sibirica, zwei sonderbarer Weise in Sibirien und zwar von einem Würtemberger (Gmelin) früher als hier beobachtete Gewächse. Besonders deutlich spricht sich der subalpinische Charakter der Flora von Tettnang in den zahlreichen Riedgräsern aus. Während an Fluß- und Seeufern Carex paludosa, stricta und acuta, ellenhoch emporsteigend, reichliches Material zur Viehstreu und zum Sesselflechten liefern, breiten sich in den Moosen Carex leucoglochin, limosa, Davalliana, Oederi, panicea, ampullacea, mit kurzen Blättern und kleinen Ährchen als Erzeugnisse kälterer Regionen aus, und auf schlanken Halmen erheben sich dazwischen die schneeweißen Seidenquasten der Wollgräser, Eriophorum angusti folium und alpinum. Auf den weniger nassen Wiesen erinnern aber die hellrothe Schlüsselblume, Primula farinosa, und der himmelblaue, nur so lange die Sonne ihn bescheint offene Enzian, Gentiana verna an die Blumenteppiche der über den See ernst herüberschauenden Alpen. Charakteristisch für das feuchte, milde Klima Tettnangs ist sein Reichthum an Knaben-Kräutern, Orchideen, an welchen es jede andere Gegend Würtembergs übertrifft, wie hinwiederum Würtemberg das ganze übrige Deutschland. So wachsen, neben den allgemeiner verbreiteten, auf den Uferwiesen an der Argen zwischen dem blauen Eisenhut Aconitum neomontanum, dem in Würtemberg nur hier vorkommenden rosmarinblättrigen Weideröschen, Epilobium Dodonaei, und den Weiden- und Seedorngebüschen, die purpurblüthigen Orchis Morio, maculata, coriophora und ustulata, das Uracher Todtenköpfchen, Ophrys arachnites, und, | das grünliche Zweiblatt, Neottia ovata, bei Friedrichshafen die bienenblumige Ragwurz, Ophrys apifera, bei Eriskirch das schwer zu findende Weichkraut Malaxus paludosa und die kleine Gudiere, Goodiera repens, und zwischen Friedrichshafen und Langenargen das Fettkraut, Liparis Loefelii, an trockeneren Stellen die spiralförmig gedrehten Blüthenähren der Spiranthes aestivalis und autumnalis und die unscheinbare Herminie, Herminium Monorchis. Im Schatten der Wälder und Gebüsche findet man den nesselblättrigen Ehrenpreiß, Veronica urticaefolia, und den klebrigen und gequirlten Salbey, Salvia glutinosa und verticulata als verlorne Schildwachen der Alpenflor, das Hexenkraut, Circaea alpina, das nur zwischen Moos gedeihende, rundblättrige Labkraut, Galium rotundifolium, den Steinsamen, Lithospermum officinale, die Berg-Sterndolde, Astrantia major, einige Wintergrünarten, Pyrola secunda, uniflora und rotundifolia, das seltene Sperrkraut, Polemonium coeruleum, an den Wurzeln der Forchen das bleiche Ohnblatt, Monotropa Hypopithys, und in den Laubgehölzen die Schneetropfen, Galanthus nivalis, die himmelblaue Sternhyacinthe, Scilla bifolia, und die gelbe Vogelmilch, Ornithogalum luteum, drei zarte Zwiebelgewächse, welche, dem Laube der Bäume voraneilend, im Sonnenschein des Frühlings blühen und dann geschützt vor der Sonnengluth des Sommers in kühlen Schatten die Samen zur Reife bringen.

Außer diesen Gewächsen hat Herr Pfarrverweser Kaufmann zu Friedrichshafen noch drei für die Flora von Würtemberg ganz neue Pflanzen in der Nähe von Friedrichshafen aufgefunden: die Isnardie (Isnardia palustris, L.) und den kriechenden Wassermerk (Helosciadium repens, Koch); sie wachsen auf dem Grunde eines Weihers, auf welchem ihr grünes Laub üppig wuchert, ohne jemals zu blühen, so lange das Wasser die Pflanzen bedeckt, in heißen Sommern aber vertrocknet der Weiher, die Pflanzen kommen an die Luft und sogleich blühen sie und tragen reichlichen Samen, den das wiederkehrende Wasser zerstreut und erzieht. Noch schöner ist die dritte, die blaue Steinbreche (Saxifraga oppositifolia, L.), eine herrliche Alpenpflanze, welche merkwürdigerweise sich auch in der Gegend von Fischbach an dem Ufer des Bodensees in dichten Rasen angesiedelt hat, von da in das Badische hinüber zieht und, der Alpensitte getreu, sobald der Schnee verschwindet, ihre schönen hellrothen Blumen entfaltet, die bei dem Vertrocknen eine veilchenblaue Farbe annehmen.

Noch ist der Seeschwamm, Spongia lacustris, bemerkenswerth, welcher bis jetzt nur im Bodensee und in dem See des| Gartens des landwirthschaftlichen Vereins in Stuttgart beobachtet wurde. Der Flußschwamm Spongia fluviatilis, L., und das von Wartmann als eigenthümliches Erzeugniß des Bodensees beschriebene Fischbrod, Spongia friabilis, scheinen nicht davon verschieden.
B. Thiere (wilde).

a. Vierfüßiges Wild, Schweine und Hirsche fehlen ganz; im Übrigen kommen die gewöhnlichen vierfüßigen Thiere des Landes vor. Am Bodensee finden sich viele Füchse. Die Fischotter, Mustela lutra, hält sich an mehreren Flüssen auf und die Wasserspitzmaus, Sorex fodiens, ist sehr häufig an den Seeufern.

b. Vögel. Von Sing- und andern Vögeln kommt wieder das Gewöhnliche vor; von jenen findet sich nur die Nachtigall nicht ein. Dagegen steigen aus den benachbarten Hochgebirgen zuweilen große Raubvögel herab, so hielten sich im Sommer 1835 mehrere Lämmergeier einige Tage lang in dem Argenthale auf, wovon einer geschossen wurde. Von den 73 Arten Wasser- und Sumpfvögel, welche an und auf dem Bodensee gefunden werden und die in Hartmanns Beschreibung des Bodensees aufgezählt sind, gehören zu den selteneren und sind auch unserm Bezirke nicht fremd: der gemeine Kranich, Ardea Grus, im Frühling und Herbst ein Paar Wochen lang als Zugvogel, hauptsächlich auf der Schwäbischen Seite. – Der Schwarze Storch, Ardea nigra, der Nachtreiher A. nycticorax, der Purpurreiher, A. purpurea, die kleine Rohrdommel (Rohrreiger), A. minuta, der Silberschnabel, Tantalus Falcinellus, sehr selten, der Kampfhahn, Tringa pugnax, die Gambette (Rothbeinlein, Viertelsgrüel) Tringa Gambetta, der grüne Strandläufer (Schwarzflügel), Tr. Ochropus, die taurische Ralle, Rallus Pusillus, die wilde Gans, Anas Anser ferus, die weißköpfige Ente, Anas Leucocephala, die Löffelente A. Clypeata, die Pfeifente (Rothmoor, Rothkopf), Anas Penelope, die Knäckente, A. Querquedula. In kalten Wintern finden sich zuweilen auch der Schwan, Anas olor, die Kropfgans, Pelecanus Onocrotalus und der Kormoran, Pelecanus Carbo, ein. Eine Kropfgans wurde 1768 und wieder eine 1806 geschossen. Zehn Schwäne hielten sich in dem letzten Winter lange Zeit auf dem See auf. In kalten Wintern ist der Bodensee voll Geflügel, das von dem Norden und den benachbarten kleineren Seen hier zusammen kommt.

c. Von Amphibien ist außer den gewöhnlichen nur die giftige Vipera Chersea anzuführen, welche auf dem Bodensee nahen Torfmooren vorkommt.

| d. Fische. In den Flüssen und Bächen, so wie in den Seen und Weihern, kommen außer den gemeinen Flußfischen hauptsächlich Hechte und Karpfen, Forellen, Aschen, in dem Langensee auch Weller u. s. w. vor. In dem Bodensee hat man bis jetzt 26 Fischarten kennen gelernt, davon sind aber, wie oben schon bemerkt worden, manche nur dem Alter und Namen nach verschieden; 6 Arten kommen in Würtemberg sonst nirgends vor und mehrere Arten halten sich nur in gewissen Bezirken des Sees auf. Die bekanntesten und beliebtesten Bodenseefische sind: der Felchen, die Dreusche, Drösche, die Lachsforelle oder Rheinlanke, der Gangfisch, ein Name, der übrigens wie wir unten finden werden, drei verschiedenen jungen Fischarten gegeben wird. In Constanz werden die Gangfische marinirt, in Berlingen geräuchert und verschickt. Wir lassen hier aus den über die Bodenseefische erschienenen Schriften (G. L. Hartmanns Versuch einer Beschreibung des Bodensees, St. Gallen, 1808, und Helvetische Ichthyologie von G. L. Hartmann, Zürich, 1827) hier noch ein besonderes Verzeichniß derselben folgen, sie sind: der gemeine Aal, Muraena Anguilla, jedoch im Obersee sehr selten. Die Treische Gadus Lota, jung Mooserle, dann Schnektrische und später Treische; sie hält sich nur an steinigen Uferabhängen, die vom Quellwasser beständig erfrischt werden, auf. Ihr Fleisch ist sehr beliebt, das Pfund kostet im Winter 20 kr., und schon den vornehmen Römern galt ihre Leber als Delikatesse. (Plinius Hist. Nat. IX. 29.) Die Bartgrundel, Schmerle, Cobitis barbatula; der Wels, Silurus glanis, kommt im Bodensee höchst selten und nur durch Überschwemmung aus den Seen des Hegaues dahin geführt, vor. Die Grundförne, Salmo lacustris, ein sehr beliebter Fisch, der auch Grundforelle, Lachsforelle, Rheinlanke, Illanke etc. genannt ist, er wird 30–40 Pfund schwer. Im Sommer zieht sich der Fisch in den Rhein hinauf, wo er auch laicht, und erhält dort den Namen Rheinlanke. Eine Abänderung ist die Seeforelle, jung Brachtelen, später Förne und Schwebförne genannt. Die Rothforelle (Rötheli), Salmo salvelinus, selten, meistens nur in der Tiefe – die Asch, Äsche, Salmo Thymallus, heißt im ersten Jahre Kreßling, im zweiten Knäbli oder Ther. Die große Maräne, Salmo Maraena, jung Adelsperle, dann Adelfisch, Adelfelchen, Sandfelchen, Weißfelchen, Miesaderfelchen, auch Gangfisch, Sandgangfisch genannt, sehr häufig im See. Die Kilchen, Salmo maraena media, auch Kropffelchen, selten, am meisten auf dem schwäbischen Ufer um Überlingen bis gegen Langenargen, der Gangfisch Salmo maraenula, nach Hartmann und Nenning vorzugsweise Gangfisch, auch Weißgangfisch genannt; er hält sich | am meisten bei Constanz auf. Der Blaufelchen, Felchen, Salmo Wartmanni, heißt einjährig Seelen, Heuerling, Meidelfisch, zweijährig Stüben, dreijährig Gangfisch, auch grüner Gangfisch, im vierten Jahre Renken, im fünften Halbfelch oder Springer, im sechsten Dreyer, und erst im siebenten Felchen. Er lebt in großer Tiefe, kommt bei Donnerwettern und warmen Regen mehr an die Oberfläche herauf, wird dann in Menge als Gangfisch hauptsächlich bei Lindau gefangen, und theils frisch, theils marinirt verkauft. Er ist sehr geschätzt und hauptsächlich der Gegenstand der Bodenseefischerei. Er findet sich vornämlich am Untersee bis Meersburg herauf und kommt im Winter zur Laichzeit in den Obersee zwischen Friedrichshafen und Kreßbrunn, wo er sich etwa 14 Tage lang aufhält. Der Hecht, Esox Lucius; die Barbe Cyprinus Barbus; – Karpfe C. Gobio; die Schleiche, C. Tinca; der Brachmen, C. Brama, jung Scheiteln; das Rothauge C. erythrophthalmus, jung Fürnikel, dann Förn oder Schneiderfisch; der Rothfloßer, C. Rutilus, Rotte, Rottel; die Hasel, C. Dobula, auch Nefel, Landhasele; der Alet, C. Cephalus; die Blecke, Agöne, C. Alburnus, ein kleiner Fisch, im Bodensee sehr häufig, auf einen Zug wurden schon 10 Eimer derselben gefangen; die Felle, Ellritze, C. Phoxinus; der Berschling – Egli am Bodensee – Perca fluviatalis – der Gropp, Cottus Gobio.

Krebse. Edelkrebse gibt es namentlich viele im Schleinsee.


  1. Ausführlicher handeln von dem See: Hartmann, Versuch einer Beschreibung des Bodensees, 2te Aufl. St. Gallen 1808. Schwabs Bodensee. Stuttgart, Verlag der J.G. Cotta’schen Buchhandlung, 1827.
  2. Anders und sehr verschieden, und zwar von 1089 bis 1322 P. F. ist die Höhe des Sees früher bestimmt worden. Diese Verschiedenheit gab Veranlassung, daß i. J. 1832 dem Herrn Dr. Dihlmann in Friedrichshafen ein guter Höhenbarometer des statistisch-topographischen Büreau durch den verstorbenen Professor Schübler zu längern Beobachtungen zugestellt wurde. Die Beobachtungen wurden bis ins Jahr 1833 fortgesetzt und ihrer nicht weniger als 260 gemacht. Als Mittel aus denselben ergab sich eine Höhe des Sees von 1255 P. F. (S. Würtemb. Jahrbücher 1832, S. 386 etc.). Da indeß die große Entfernung zwischen den beiden Standpunkten Friedrichshafen und Tübingen, wo Schübler die correspondirenden Beobachtungen besorgte, immer noch einigen Zweifel in die Richtigkeit des Ergebnisses zuließ; so wurde im Sommer 1837 in Verbindung mit andern Höhen-Messungen auch noch eine trigonometrische Messung vorgenommen. Es geschah dieß durch den bei der Landes-Vermessung angestellten Trigonometer Kohler, einen eben so genauen als geschickten Beobachter, und es wurde von ihm das obige Resultat gefunden. Dieses Resultat weicht nun zwar bedeutend von dem der obigen Beobachtungen ab: die Abweichung hat aber ihren Grund vermuthlich hauptsächlich nur darin, daß die Höhe der Sternwarte von Tübingen, worauf die Höhe des Bodensees berechnet wurde, bisher zu hoch angenommen worden ist. Jedenfalls glauben wir die Kohlerische Bestimmung für ganz sicher und zuverlässig halten zu dürfen, denn sie erprobt sich auf jede Weise und stimmt mit zuverlässigen Messungen von andern Punkten so sehr überein, daß an ihrer Richtigkeit kaum mehr gezweifelt werden kann. So z. B. liegt nach dem früher schon angeführten Duttenhoferischen Nivellement der Federsee um 555 P. Fuß höher als der Bodensee, die mittlere Höhe des Federsees aber über der Meeresfläche beträgt nach Kohler u. A. 1763 P. F., jene von diesen abgezogen, bleiben genau wieder 1208′ für den Bodensee. Die Schussen bei Ravensburg unter der Brücke wurde von Kohler, übereinstimmend mit andern Beobachtungen zu 1307 P. F., also 99′ höher als der Bodensee bestimmt. Derselbe Unterschied aber hat sich nicht nur durch das Duttenhoferische Nivellement, sondern auch durch das ganz neuerlich für eine Eisenbahn-Anlage vorgenommene Nivellement herausgestellt. Abweichend aber von der Höhe des Bodensees bei Friedrichshafen ist ohne Zweifel die Höhe desselben aufwärts an andern Punkten, z. B. bei Bregenz, oder abwärts bei Constanz etc. Denn nach allen Wahrnehmungen liegt der Spiegel des Sees nicht wagrecht. Nähere Untersuchungen darüber hoffen wir später in den Würt. Jahrbüchern mittheilen zu können.
  3. Die Linie zwischen Friedrichshafen und Rorschach, die man gewöhnlich als die Breite annimmt, beträgt zwar 51/10 Stunden, aber diese Linie ist eine schiefe. Die Entfernung beträgt von Friedrichshafen nach Lindau 5 Stunden, Romanshorn 31/10 Stunden, Bregenz 7 Stunden, Constanz 61/10 Stunden.
  4. Die Karte des Östreichischen General-Quartiermeister-Stabs von Tyrol und Vorarlberg, worauf die obern Seegrenzen angedeutet sind, läßt die Würtembergische Grenze von der Rheinmündung ausgehen.
Anmerkungen Wikisource:
  1. Nach der Fußnote Seite 250 von 1298 auf 1208 korrigiert.