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Beschreibung des Oberamts Saulgau/Kapitel B 43

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43. Guggenhausen; 189 G.E.

1) Guggenhausen, ein kath. Weiler, 41/4 St. südl. von Saulgau, mit 52 Einw., Filial von Fleischwangen; den großen Zehnten bezieht der Staat, den kleinen und den Blutzehnten und aus dem Mahl- und Sägeweiher den Heuzehnten die Pfarrey.

Guggenhausen liegt an dem Fleischwanger Ried, von 2 Seiten bewässert. Es hat eine Mahlmühle, wozu eine Beymühle mit einer Hanfreibe gehört. Beyde stehen an kleinen Weihern. Daß ehemals ein größerer Weiher bey dem Orte sich befunden habe, beweist der oben bemerkte Heuzehnte aus dem Mahl- und Sägeweiher.

Einen Theil von G. hatten die von Königseck schon zu| Anfang des 14ten Jahrhunderts im Besitze, einen andern Theil kaufte Erhard von Küngegg von Hans von Stuben sammt der Gerichtsbarkeit. I. J. 1368 kaufte die Kirche Fleischwangen von den Gebrüdern Heinz und Hans von Wilflingen ihr Gut zu G. und erwarb damit die Gefälle, welche sie noch hat. Die Landvogteygrenze lief ehemals von Pfrungen herüber durch Guggenhausen, und die hohe und forstliche Obrigkeit war zwischen der Landvogtey und Königsegg nach der durch den Ort laufenden Straße getheilt. S. Hist. Bericht von der Landvogtey 1752. II. D. 154.

2) Bauhof, ein kath., hoch auf dem Königsecker Bergrücken gelegener, Weiler, mit 34 Einw., 3/4 St. nördl. von Guggenhausen, Filial von Unter-Waldhausen. Den großen Zehnten bezieht der Staat, den kleinen die Pfarrey Altshausen, wohin der Ort bis 1815 eingepfarrt war. Die Güter waren noch 1417 unmittelbares und in eigenem Umtrieb stehendes Eigenthum der von Königsegg, und wurden erst später in Lehenshöfe verwandelt.

3) Brunnen, ein Hof mit 8 kath. Einw., ehemals der Hof „zum Brunnen“ genannt, 3/4 St. südw. von Guggenhausen. Filial von Ebenweiler. Den großen Zehnten bezieht das Spital Ravensburg, den kleinen die Pfarrey (in Geld).

4) Egg, ein kath. Weiler, neben Brunnen, mit 55 Einw. Filial von Ebenweiler. Den großen Zehnten bezieht das Spital Ravensburg, das auch Lehen hat, den kleinen die Pfarrey, in Geld; die Königseggischen Höfe wurden 1360 von Ulrich von Reichenbach erkauft.

5) Haslach, auch Hasler Hof genannt, ein Hof mit 8 kath. Einw., 1/2 St. nördlich von Guggenhausen, Filial von Unter-Waldhausen. Die Zehnten bezieht die Pfarrey Unter-Waldhausen.

| 6) Lugen, ein kath. Weiler, 3/4 St. nordöstlich von Guggenhausen, mit 17 Einw., Fil. von Ebenweiler. Den großen Zehnten bezieht das Spital Ravensburg, den kleinen die Pfarrey in Geld. Der Ort war vormals Constanzisches und ist jetzt K. Lehen.

7) Muttenhaus, ein Hof zwischen Ebenweiler und Fleischwangen mit 3 kath. Einw., Filial von Fleischwangen. Den großen Zehnten bezieht die K. Hofkammer, den kleinen, Heu-, Obst- und Blutzehnten die Pfarrey.

8) Windenreute, ein Hof, bey Unter-Waldhausen, mit 7 kath. Einw. Filial von Unter-Waldhausen; die Zehnten bezieht die Pfarrey. Bey dem Hofe befindet sich ein Weiher.