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Beschreibung des Oberamts Rottweil/Kapitel B 24

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Neukirch,


Gemeinde III. Klasse mit 448 Einwohnern, worunter 13 Evangelische. a. Neukirch, Pfarrdorf, 332 Einwohner; b. Vaihingen, Weiler, 116 Einwohner. Kath. Pfarrei; die Evangelischen sind nach Rottweil eingepfarrt. 11/2 Stunden nordöstlich von der Oberamtsstadt gelegen.

Das weithin sichtbare Neukirch hat eine hohe freie Lage auf der Liashochebene, von der man eine schöne weitgedehnte Aussicht an den Hohenzollern, an den Heuberg, in die Baar und auf den Schwarzwald (vom Feldberg bis gegen den Kniebis) genießt. Der freundliche, reinliche, mit Obstbäumgärten umgebene Ort ist lang gedehnt an die durch denselben führende Rottweil–Schömberger Landstraße hingebaut, an der sich die meist getünchten, ziegelbedachten hübschen Häuser in mäßigen Entfernungen von einander lagern. Auch die paar kurzen Seitenstraßen sind gut unterhalten, so daß der Ort zu den besser aussehenden des Bezirks gezählt werden darf.

Die an der Südseite des Dorfs gelegene, den Aposteln Petrus und Paulus geweihte Pfarrkirche wurde im J. 1737 (diese Jahreszahl steht am Thurm) im Zopfstil erbaut und wird in ihrem freundlichen geräumigen Innern von hübschen Stuckdecken überspannt. Auch die drei Altäre sind im Rococostil gehalten, darunter der kolossale Hochaltar mit gedrehten Säulen und den tüchtigen lebensgroßen Figuren der Maria, des Petrus und Paulus. Am linken Seitenaltar (Brigittenaltar) sieht man eine gestaltenreiche, leider sehr grell bemalte spätgothische Holzschnitzerei: Krüppelhafte suchen Rettung bei der Heiligen. Die ebenfalls reich ausgearbeitete Kanzel ist mit den Statuetten der vier Kirchenväter geschmückt, der achteckige Taufstein alt und hohl. An der Nordseite des Chores erhebt sich, in vier Geschossen und von einem Satteldach mit zwei geschwungenen Staffelgiebeln bedeckt, der unten herauf noch gothische Thurm, der mit seinem ersten Stockwerk den Chor der früheren Kirche bildete und jetzt zur Sakristei dient; in ihr befindet sich ein gothisches| Sakramenthäuschen. Die Unterhaltung der Kirche ruht auf der Kirchenpflege, die subsidiäre auf der Gemeinde. An einer Scheune gegenüber der Kirche ist ein sehr schönes großes Klosterwappen (St. Blasien s. u.) eingemauert. Der freundlich umhegte Begräbnißplatz wurde im J. 1844 außerhalb des Orts an einem südlichen Abhange angelegt und im Jahre 1869 um die Hälfte erweitert.

Das nordwestlich bei der Kirche stehende schmucke zweistockige steinerne Pfarrhaus wurde im Jahre 1687 erbaut, und ist vom Staat zu unterhalten.

Südwestlich vom Dorf in der tiefen Tannenwaldschlucht des Weiherbaches liegt in reizender Abgeschiedenheit die Wallfahrtskapelle zur St. Maria zum Thann, im Jahre 1763 erbaut, 1860–63 vergrößert und verschönert; – und östlich vom Ort liegt die im Jahre 1682 erbaute Sebastianskapelle; die genannte Jahreszahl steht über dem Eingang, das Innere enthält eine ziemlich alte tüchtige Holzskulptur des h. Sebastian.

Das 1839 erbaute zweistockige Schulhaus enthält zwei Lehrzimmer, die Wohnung des Schulmeisters, die Gelasse für den Gemeinderath und im Souterrain ein öffentliches Backhaus. Neben dem Schulhaus steht ein öffentliches Waschhaus. Überdieß besitzt die Gemeinde ein Schafhaus in Vaihingen und einen Farrenstall nebst Scheune im Ort. Vicinalstraßen gehen nach Zepfenhan und Zimmern u. d. B.

Etwa 20 Pumpbrunnen liefern ein ziemlich gutes, jedoch etwas kalkhaltiges Trinkwasser, das aber in trockenen Jahreszeiten so spärlich fließt, daß der Wasserbedarf theilweise 1/4 Stunde vom Ort entfernt bezogen werden muß. An der Südseite der Markung fließt der Vollochsbach und überdieß greift der Wiesenthälesbach in die Markung ein.

Die Einwohner, von denen gegenwärtig 5 über 80 Jahre zählen, sind im allgemeinen fleißig, ordnungsliebend und nähren sich von Feldbau und Viehzucht, während die Gewerbe sich nur auf die nöthigsten Handwerke beschränken. Zwei Schildwirthschaften, worunter eine mit Bierbrauerei verbunden, und zwei Kramläden sind im Ort. Die Vermögensverhältnisse der Einwohner gehören zu den mittelmäßigen; die wohlhabende Klasse hat 50 Morgen, die mittlere 12–15 Morgen Grundeigenthum, und die unbemittelte nur 11/2 Morgen Allmanden. Unterstützung von Seiten der Gemeinde erhalten gegenwärtig 6 Personen.

Die mittelgroße Gemeindemarkung ist, soweit sie für den Feldbau benützt wird, mit Ausnahme einiger Thalgehänge eben, während die Waldungen an den vielfältig getheilten, ziemlich steilen Abhängen liegen. Der ziemlich ergiebige, nicht tiefgründige Boden besteht auf| der Hochebene aus den Zersetzungen des schwarzen Jurakalks, an den Gehängen aus denen der thonigen und sandigen Keuperschichten. Zwei Stubensandsteinbrüche sind in der Nähe der Kapelle Maria zum Thann angelegt. Wegen der hohen freien Lage ist das Klima rauh und feinere Gewächse gedeihen nicht, auch das Obst will nicht gerne gerathen. Die Gegend ist den Winden sehr ausgesetzt, auch wird sie von schädlichen Frühfrösten häufig heimgesucht, dagegen kommt Hagelschlag seltener vor.

Die Landwirthschaft wird gut und fleißig betrieben und verbesserte Ackergeräthe, wie der Brabanterpflug, die eiserne Egge, die Feld- und Dreschwalze, haben Eingang gefunden, auch ist eine Dreschmaschine im Ort. Als Düngungsmittel sind außer den gewöhnlichen Gips, Kompost und Asche in Anwendung. Zum Anbau kommen vorzugsweise Dinkel und Haber, weniger Gerste und Weizen, ferner Kartoffeln, viel dreiblättriger Klee und für das eigene Bedürfniß Reps, Flachs und Hanf. Von den Felderzeugnissen können jährlich nur 150 Schffl. Dinkel und 40 Schffl. Gerste und Haber nach außen verkauft werden. Der verhältnißmäßig ausgedehnte Wiesenbau liefert mittelgutes, theilweise saures Futter, das im Ort verbraucht wird. Die Wiesen sind durchaus zweimähdig und haben keine Wässerungseinrichtungen. Die mit späten Kernobstsorten (namentlich Äpfeln) und Zwetschgen sich beschäftigende Obstzucht ist nicht von Bedeutung und erlaubt nur höchst selten einen kleinen Verkauf nach außen. Eine Gemeindebaumschule und ein Baumwart sind vorhanden.

Die Gemeinde hat 57 Morgen Nadelwaldungen, deren jährlicher Ertrag zu Gunsten der Gemeindekasse um 80–100 fl. verkauft wird. Ferner bezieht die Gemeinde aus 70 Morgen Weide nebst der Herbstweide eine Pachtsumme von 1200 fl., aus der Pferchnutzung 120 fl. und aus Allmanden, von denen jeder Bürger 11/2 Morgen zur Benützung hat, 600 fl.

Von wenig Bedeutung ist die Pferdezucht, dagegen die Rindviehzucht in sehr gutem Zustande und gehört in dieser Beziehung zu den besten des Oberamtsbezirks; man züchtet die Simmenthalerrace und hat 3 Farren von gleicher Race aufgestellt. Der Handel mit Vieh beschränkt sich meist nur auf das entbehrlich gewordene und auf einiges Mastvieh; Milch wird ziemlich viel (täglich etwa 15 Maß) nach Rottweil abgesetzt. Auf der Markung läßt ein fremder Schäfer den Sommer über 150 Bastardschafe laufen und überwintert 500 Stück im Schafhaus zu Vaihingen. Die Schweinezucht (halbenglische Race) ist ziemlich beträchtlich und erlaubt einen namhaften Verkauf an Ferkeln und aufgemästeten Schweinen.

| Außer dem gewöhnlichen Stiftungsvermögen (s. Tabelle III) besteht noch ein Armenfonds von 1300 fl., gegründet im Jahr 1831 von Joseph Müller, Pächter auf dem Vaihinger Hof, mit 100 fl., wozu 1842 von Michael Pfeifer 60 fl. kamen; ferner ein Schulfonds von 300 fl., von obigem Joseph Müller mit 100 fl. gegründet, und endlich ein Thann-Kapellenfonds mit 300 fl., gestiftet im Jahr 1868 durch die Brüder Pfarrer Gustav Mey, Engelbert und Nikolaus Mey und deren Schwager Marzell Gaiß.

Von Spuren aus früher Vorzeit haben wir anzuführen: das sog. Heidenstädtle in dem Vaihinger Wald, ein umwallter viereckiger Raum, von dem jede Seite 125 Schritte lang ist; nach der Sage soll hier ein Ort gestanden sein, wahrscheinlicher ist jedoch, daß die Römer hier irgend eine Befestigung angelegt hatten. Bei der östlich vom Ort gelegenen Sebastianskapelle entdeckte man Reihengräber, die außer den menschlichen Skeletten noch Schmucksachen, Waffen etc. enthielten. Zunächst der Maria-Thannkapelle stand ein Waldbruderhaus, das erst in diesem Jahrhundert abging.

Der Ort, früher Nunchilcha, Nuchilca, Nuenkilch geschrieben, wird zuerst erwähnt durch hiesigen Besitz des Kl. St. Blasien, welchen die Päbste Calixt II. in der – übrigens von Jaffe (Regg. Pontif. 950) für unächt erklärten – Urkunde vom 19. März 1120, Innocenz II. den 21. Jan. 1137 und den 21. Jan. 1140, Hadrian IV. den 8. Juni 1157, Calixt III. den 26. April 1173, Alexander III. den 6. März 1179, sowie die Bischöfe von Constanz: Hermann I. den 4. Apr. 1158, Otto den 1. Nov. 1166, Hermann II. den 29. Juni 1189 wiederholt bestätigten (Wirt. Urkb. 1, 345. 385. 2, 14. 111. 172. 195. 122. 153. 266). Den betreffenden Urkunden zufolge wurde die hiesige Kirche dem Kl. St. Blasien schon von ihrem Stifter Gottfried von Berau mit der Hälfte des Zehenten geschenkt und erscheint im J. 1157 als eine Zugehörde der diesem Kloster untergeordneten Probstei Berau (bad. Amts Bonndorf). Noch im J. 1563 baute das Kl. St. Blasien ein steinernes Pfarrhaus und eine Zehent- und Viehscheuer zu „Neukilch bey Rottwyl an dem Neckher“ und erst den 29. Jul. 1739 verkaufte es das hiesige Patronat und Kollaturrecht, Gefälle, Zehenten u. s. w. mit seinem sonstigen Besitz in der Gegend an das Kl. Rottenmünster (Mone, Quellensammlung 2, 77. Wirt. Urkb. 2, 494). – Im J. 1281 kommt ein hiesiger Maier als Zeuge beim Verkaufe von Gütern zu Göllsdorf vor.

Im J. 1311 gab Graf Berthold von Sulz dem Jakob, Konrad, Ulrich und Trautwein aus der Rottweiler Patrizierfamilie Wirt Vogtei, Gericht und alle Güter allhier, was die Herzoge Simon| und Konrad von Teck seinem Vater und ihm geeignet hatten, zu Lehen, doch sollten sie noch von Friedrich von Hochmössingen mit 29 Mark Silbers weniger 1 Vierling gelöst werden, und im folgenden Jahre übergab denn auch der genannte Friedrich um diese Summe „das Dorf Neunkilch was er da hatte Leute und Güter, und das Gericht und alles Recht so er dazu hatte, sus oder so“, an obigen Jakob, Schultheißen zu Rottweil. Zwar klagte der Probst von Berau im J. 1346 gegen Jakob Wirts Söhne, daß sie die Vogtei und Gericht zu N. anders brauchen, als es billig und recht sei, drang jedoch mit seiner Klage nicht durch, während Johannes Wirth gen. von Stöffeln und sein Bruder Konrad im J. 1365 es erreichten, daß sie das Vogtrecht von den berau’schen Gütern allhier wie von Alters her zu genießen haben sollten, und daß ihnen der Probst jährlich auf St. Martinsabend 8 Maas Weines, des besten, den man selben Tags zu Rottweil feil findet, in 2 Flaschen zu geben hatte. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts war aber der wirtische Besitz an das Kl. Rottenmünster übergegangen, denn im J. 1452 klagte dieses Kloster vor dem Stadtgericht zu Rottweil gegen den Probst von Berau wegen ausständigen Vogtrechtzinses aus hiesigen Gütern, und im J. 1482 wurde der hiesige Pfarrherr Konrad Wurer verurtheilt, dem Kloster versessene 30 Schill. Hllr. Zins und fürohin jährlich aus der Pfarrei auf den Sonntag Invocavit 300 gute Gangfische zu einem Vogtrecht zu liefern.

Mit dem Kl. Rottenmünster kam der Ort im J. 1802 an Württemberg und wurde zunächst ein Amtsort des Stabs- und Rentamts Rottenmünster.

Zu der Gemeinde gehört:

b. Vaihingen; der schöne meist aus ansehnlichen Bauernwohnungen bestehende Weiler hat eine freie hohe Lage, 3/8 Stunden nördlich vom Mutterort an der Vicinalstraße von Neukirch nach Zimmern unter der Burg. Der Ort, von dem man eine reizende Aussicht an die Alb genießt, ist mit dem nöthigen Trinkwasser versehen; auch besteht daselbst eine vielbesuchte Schildwirthschaft. Die natürlichen und landwirthschaftlichen Verhältnisse sind denen in Neukirch gleich.

Auch dieser Ort, früher Vogingen, Voingen, Vaingen, Vögingen geschrieben, und wie es scheint einst bedeutender als heutzutage, wird zuerst in der gräflich hohenbergischen Geschichte genannt. Die Ritter Albert von Sonthof und sein Bruder Volkard nämlich schenkten in Anwesenheit des Gr. Burkard (III.) einen ihnen eigenthümlichen Hof allhier mit aller Zugehör zu ihrer Eltern und ihrem Seelenheil an| das Kl. Rottenmünster und zur Sicherstellung des Klosters namentlich gegen Ansprüche der Söhne Volkards stellte Gr. Burkards Sohn, Gr. Albert von Hohenberg, dem Kloster auf seine Bitte im J. 1262 eine Urkunde aus. Die Vogtei des Ortes war ohne Zweifel früher auch bei dem Hause Hohenberg, welches unter anderem im J. 1354 von einem hiesigen Gut jährlich einen Frischling bezog und nach der wahrscheinlich aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts stammenden Aufzeichnung der hohenbergischen Lehen für einen hiesigen Hof den Albrecht von Ow zum Lehensmann hatte (vergl. unten). Noch nach der Jurisdiktionstabelle vom J. 1804 machte Österreich in Bezug auf die Landeshoheit, Blutbann und Geleit, sowie die Forstherrlichkeit theilweise Ansprüche (Schmid Hohenb. 422).

Außerdem aber begegnet uns hinsichtlich des Dorfes V. sehr verschiedenartiger (theilweise wohl ursprünglich hohenbergischer Lehens-)Besitz, welcher besonders Rottweiler Patrizierfamilien zustand. Aus der Familie Cantzler verkaufte der Deutschordensherr zu Beuggen, Johannes, an seinen Bruder Heinrich, Bürger zu Rottweil, im J. 1364 um 83 Pfd. die Hälfte eines hiesigen Hofes; Heinrich C., Johannes C. Sohn, im J. 1373 an seinen gleichnamigen Vetter um 13 Pfd. Hllr. 1/4 am hiesigen Gericht und im J. 1390 um 17 Pfd. wiederum seinen Theil dieses Gerichts mit allen Rechten, Gewohnheiten, Nutzen und Zugehörden, Gülten, Hölzern u. s. w. Noch im J. 1450 erscheinen Mitglieder der Familie hier begütert, allein ums J. 1467 war dieselbe allda bereits ausgestorben und in ihrem Besitz eine der noch zu nennenden Familien nachgefolgt, ohne daß das Nähere hierüber bekannt wäre.

Aus der Familie Hagg erscheint Ital Hagg in den J. 1386 und 1392 hier begütert; es verkaufte aber die Wittwe Konrad Haggs, Agnes Maierin von Göllsdorf, mit Einwilligung ihrer fünf Söhne und einer Tochter den 19. Febr. 1471 um 112 fl. Rh. ihren halben Theil an dem Dorf mit Gerichten, Zwingen, Bännen und Herrlichkeit, einem halben Hof und verschiedenen Gülten an das Kl. Rottenmünster. Aus der Familie Betting war Hensle B. von Zepfenhan 1447 hier begütert, und kaufte Hans B. im J. 1467 von dem Rottweiler Bürger Jerg Hafner um 170 fl. Rh. all dessen Recht und Gerechtigkeit an dem halben Dorf zu V., es sei an Gericht, Holz, Feld, Wunn, Waid, Zwingen, Bännen und Gebieten, mit allen Herrlichkeiten und Zugehörden, dsgl. einen halben Hof, sowie im J. 1468 von Friedrich von Ow um 56 fl. Rh. den sog. Drittelhof allhier und im J. 1470 von dem Rottweiler Bürger Hans Wehinger um 9 fl. Rh. das sog. Wehingers Gütle. Allein im J. 1472 verkaufte derselbe mit seiner Hausfrau Älla – gegen| die gewöhnliche Leibdung, wie sie andere Pfründner hatten, mit Kaltem und Warmem, Essen und Trinken, dazu noch täglich Jedem 1/2 Maas Wein, die Unterhaltung ihrer vier und etwa noch später kommender Kinder bis zum 14. Jahre – den halben Theil zu und an V. dem Dörfle mit aller Zugehörde, den Zwicken-Hof, des Fürers Hof, den halben Hof, so der Haggen gewesen, des Wehingers Gütle, Kaspar von Kirneck Gut und noch einiges Weitere an das Kl. Rottenmünster. Auf diese Weise war nunmehr Rottenmünster in den Besitz des ganzen Orts gekommen, der fortan sein Schicksal theilte und im Anfang des 17. Jahrhunderts nur ein Hof genannt wird (vergl. Zepfenhan).

Ferner erscheinen gemäß den ausgefertigten Kaufsbriefen im Besitze einzelner ganzer oder getheilter Höfe, Gülten u. s. w. als Lehensherrn oder Lehensinhaber unter Anderem: der Edelknecht Heinrich von Werrenwag in den Jahren 1427, 1432; Heinrich von Immendingen, seine Gattin Ursula Böckin und deren 2ter Gemahl Hans Bock in den J. 1398, 1427, 1432, 1433; Ulrich von Welsingen und seine Gattin Margarethe Salzmann im J. 1433; Heinrich von Ow 1431, Friedrich von Ow, Vogt zu Rosenfeld, 1467, 1468; Konrad Imhof und sein Sohn Heinrich gesessen zu Zimmern im Löchle 1438, 1440, 1442, Elisabeth, Hannsen Imhof von Zimmern Wittwe 1476. – Endlich befand sich auch einiger geistlicher Besitz allhier: so der Johanniterkommende Rottweil in den J. 1432, 1478; Unsrer L. Frauen-Kapelle zu Rottweil 1475, 1494; der Pfarrkirche zu Gößlingen 1477, 1481; des St. Johannes-Altars zu Schömberg 1477; des Spitals zu Rottweil, welcher im J. 1629 um 280 fl. dem Kl. Rottenmünster eine Holzmark verkauft, die in des Klosters Voinger Hofs Bann steht.

Im J. 1831 verkaufte der Staat die Domäne Vaihingerhof um 50.000 fl. an die Gemeinde Neukirch.



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