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Beschreibung des Oberamts Neuenbürg/Kapitel B 16

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Herrenalb,
Gemeinde III. Kl. Herrenalb, Pfarrdorf mit Marktgerechtigkeit, Alb-Sägmühle. Bleiche, Weiler. Gaisthal, Weiler mit Aschenhütte. Thalwiese, Hof und Zieflensberg, Weiler. Kullenmühle, Weiler. 815 Einw., wor. 10 Kath. Ev. Pfarrei.


Das Pfarrdorf Herrenalb[1], 4 Stunden südwestl, von der Oberamtsstadt und 2 Stunden nordwestl. von der Großh. bad. Stadt Gernsbach gelegen, ist zugleich der Sitz eines Revierförsters und eines Postamts. Es hat mit seinen ehemaligen Klostergebäuden eine überaus romantische Lage in dem Albthale, einem tief eingeschnittenen, mit imposanten bewaldeten Bergen und Bergvorsprüngen umgebenen Schwarzwaldthale, dessen schmale Sohle sich bei dem Ort und noch mehr unterhalb desselben zu einer Breite von etwa 400 Schritten erweitert und mit dem üppigsten Wiesengrün bekleidet ist, das sich freundlich von dem Dunkelgrün der bis zur Sohle herabreichenden Nadelwaldungen abgrenzt. Die reizendste Partie aber bildet der sogen. Falkenstein, eine Felsengruppe des hier anstehenden Rothliegenden, die sich eine längere Strecke am Fuß der linken Thalgehänge, | etwa 1/4 Stunde unterhalb des Dorfs hinzieht. Graue gerundete, thurmähnliche Felsen steigen senkrecht, theilweise sogar überhängend, aus der wiesenreichen Thalebene empor und bilden pittoreske Partien, wie sie in den übrigen Theilen des Königreichs nicht wieder vorkommen. In den Felsenritzen haben sich die verschiedensten Pflanzen angesiedelt und bekleiden theilweise die starren Wände und Köpfe, was zur malerischen Ansicht dieser seltsamen Felsbildung Vieles beiträgt. Auf einem dieser Felsen sieht man noch deutliche Spuren einer ehemaligen Burg, in Graben und Wall bestehend; von hier aus genießt man eine zwar beschränkte, jedoch sehr anziehende liebliche Aussicht in das Albthal und einige Seitenthäler desselben, namentlich bildet Herrenalb mit seinen altergrauen, ehemals zu dem Kloster gehörigen Gebäuden eine sehr malerische Ansicht[2]. Das den Ort zunächst umgebende Gebirge hat einen eigenthümlichen, von dem übrigen Schwarzwald sich namhaft unterscheidenden Charakter; dasselbe ist von tief und wild eingeschnittenen Thälchen und Schluchten, zwischen denen sich imposante Bergvorsprünge und beinahe freistehende Berge gebildet haben, vielfältig durchbrochen und trägt das entschiedene Gepräge einer wildromantischen Gebirgsgegend. Von den sich besonders auszeichnenden Bergen sind zu nennen, der Wurstberg, der Maienberg, das Axtloch, der Rottenberg, in dessen Rücken sich der Mauzenberg 2649,5′ über die Meeresfläche erhebt und von dem man eine ausgedehnte, äußerst schöne Aussicht an die Vogesen, in das Murg- und Rheinthal, nach Straßburg, Speyer und über einen großen Theil des Schwarzwaldes genießt. In der Nähe des Mauzensteins liegt der Bernstein, wo sich dem Beschauer eine reizende Aussicht in die Thäler der Murg und des Rheins eröffnet. Auf dem sogen. Käppele, einer Einsenkung zwischen dem Heukopf und dem Aizenberg, welche den Gebirgspaß zwischen dem Alb- und dem Murgthale bildet, überblickt das Auge einerseits (gegen Osten) die hochaufsteigenden, dicht bewaldeten Berge bei Herrenalb, anderseits (gegen Westen) gestattet der Punkt einen Blick in die milde, Kastanien und Wein hervorbringende Gegend bei Loffenau und in das schöne Murgthal.

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Der nicht große Ort, welcher hauptsächlich aus den ehemals zum Kloster gehörigen, innerhalb der Klostermauern befindlichen Gebäuden und aus 2 außerhalb derselben hingebauten Häuserreihen besteht, | ist reinlich gehalten und macht einen freundlichen Eindruck, der durch die anmuthige Lage und die reizende Umgebung noch gesteigert wird. Einige hundert Schritte unterhalb des Orts liegt an der Straße nach Ettlingen der früher zu dem Kloster gehörige Viehhof, aus mehreren stattlichen Wohn- und Öconomiegebäuden bestehend, die nebst Garten und Hofraum von einer Mauer umfangen sind.

Das ehemalige Kloster, die Kirche und mehrere zum Kloster gehörige Gebäude waren rings mit einer festen Mauer und Graben umgeben; die Mauer steht noch, ist übrigens i. J. 1824 bedeutend erniedrigt worden. In der Mitte dieses mit Mauern umgebenen sehr ansehnlichen Raums steht die Pfarrkirche, östlich derselben stand das nun abgegangene Hauptgebäude des Klosters und der Haupteingang durch einen von Abt Marcus erbauten Thurm (1518–27), während sich einige sehr alte Öconomiegebäude noch erhalten haben; eines derselben ist zum Pfarrhaus, das andere zum Schulhaus eingerichtet worden. An der nördlichen Mauer steht das Gebäude, welches früher der Klosteroberamtmann, später der Kameralverwalter bewohnte und gegenwärtig für die Kaltwasseranstalt benützt wird. An der nordwestl. Ecke der Mauer befindet sich ein ursprünglich 4eckiger aus Buckelsteinen erbauter Thurm, der übrigens nicht vor die Mauer heraustritt, sondern nur die Bestreichung des Mauerganges und des inneren Hofraumes bezweckte. Der aus 6′ dicken Mauren bestehende Thurm hatte in seinem untersten Theil ein Verließ, in seinen oberen Theilen wurde er abgebrochen und zu Wohnungen eingerichtet; gegenwärtig dient er als Rathhaus. Über dem in neuerer Zeit eingebrochenen Eingang sind 3 Wappenschilde, die aus der Klostermauer hierher gebracht wurden, eingesetzt; von den Schilden enthält einer den deutschen Reichsadler, der andere das Wappen des Ordens der Cisterz, der dritte aber ist leer. Unter den Wappen ließ man erst in neuerer Zeit „1432. renovirt 1829“ anschreiben; erstere Jahreszahl steht auch an der nordwestlichen Ecke des Thurms, an einem theilweise platt gemeiselten Buckelsteine und mag zur Vermuthung geleitet haben, daß der Thurm in jener Zeit erbaut worden sey, allein die unteren Theile desselben sind offenbar älter und ihre Construction ist die des Emplekton. Wahrscheinlicher ist, daß diese Jahrszahl die Zeit, in welcher der Thurm verändert und in ein Wohngebäude umgewandelt wurde, angibt, um so mehr als der im germanischen Geschmack gehaltene, mit Staffelgiebel versehene Aufbau für diese Periode spricht.

Außer diesen Gebäuden steht noch innerhalb der Klostermauern | die ehemalige Klostermühle mit 3 Mahlgängen und einem Gerbgang, und einzelne andere Privaten gehörige Gebäude.

Die geräumige Pfarrkirche, ehemalige Klosterkirche, gehört drei verschiedenen Bauperioden an, indem sie im Laufe der Zeit mehrfache Veränderungen erlitt. Die ursprünglich im romanischen Styl dreischiffig erbaute Kirche wurde später in den germanischen geändert, namentlich ist derselben der mit einem halben Achteck schließende und mit Streben versehene Chor angesetzt worden, während ohne Zweifel an dem Langhause noch Manches der früheren Kirche beibehalten wurde, – hiefür sprechen einzelne Reste aus der romanischen Periode an dem östlichen Ende des Langhauses und an den zwei sogen. Seitenhallen zwischen Langhaus und Chor, die mit ihren Kreuzgewölben unstreitig nichts anderes, als Überbleibsel der ehemaligen Seitenschiffe sind. Im Jahr 1739 erlitt die Kirche eine durchgreifende, jedoch nicht zu ihrem Vortheil ausgefallene Veränderung, indem das Langhaus in einem modernen Rundbogenstyl neu erbaut wurde; der schön ausgeführte Chor mit seinen edel gehaltenen, germanisch gefüllten Spitzbogenfenstern blieb stehen und die Seitenschiffe sind bis auf die oben angeführten Reste weggenommen worden. Das Innere des Langhauses hat wie das Äußere desselben keinen architektonischen Werth, dagegen enthält der Chor ein schön construirtes Netzgewölbe, dessen Schlußsteine in der Richtung von Westen nach Osten folgende Darstellungen enthalten: 1) die Eberstein’sche Rose, 2) das Wappen von Herrenalb und 3) den Schutzpatron der Kirche.

Der Chor bewahrt mehrere Grabdenkmale von früheren Äbten und in den Chorfenstern sind einige Glasgemälde eingelassen. In der Bogenöffnung der nördlichen Seitenhalle befindet sich das meisterhaft in germanischem Styl gearbeitete Grabdenkmal des Markgrafen Bernhard I. von Baden, der 1431 starb; dasselbe ist aus rothem Sandstein in Form eines Sarkophags, auf dem der Markgraf in voller Rüstung ruht, ausgeführt. Die beiden Langseiten des Sarcophags sind mit blinden germanischen Fensterzierden geschmackvoll ausgefüllt und am oberen Rande ist folgende Umschrift angebracht: „Anno Domini 1431 tercio nonas Maji obiit illustris princeps Bernhardus Marchio de Baden.“ Die an dem Grabmal angebrachten Sculpturen stellen den heil. Jacobus, die heil. Maria, Barbara, Catharina etc. vor, und in dem Spitzbogen, der sich hoch über dieses Paradebett erhebt, laufen an den beiden Kanten zwei schöne Reihen germanischen Laubwerks. Der Markgraf ist übrigens nicht in Herrenalb, sondern in der Stiftskirche zu Baden beigesetzt, und das Denkmal scheint bei dem ersten Umbau der Kirche demselben zu | Ehren errichtet worden zu seyn. Von den Grabmalen der früheren Äbte bewahrt die Kirche noch drei mit folgenden Inschriften:

1) Dietericus I. abbas ... ardus V. abbas. Rupertus VIII. abbas. Heinericus X. abbas.

2) Eberhardus II. abbas. Heinericus VI. abbas. Der Raum für 2 weitere ist leer gelassen.

3) Conradus III. abbas. Heinericus VII. abbas. Der Raum für 2 weitere ist leer gelassen.

Alle drei Monumente sind auf die gleiche Weise ausgeführt; in der Mitte derselben ist ein Abt mit geschorenem Haupte und mit dem Krummstab dargestellt, während am Rande die Inschriften angebracht sind. In gleicher Art ist auch das Grabmal des Bischof von Speier, des einzigen Ebersteins, dessen Denkmal in der Kirche noch gefunden wird. Die Umschrift lautet: ....arnatione domini MCCXL obiit dominus beate memorie Conradus de Eberstein Spirensis (episcopus). (Sicher ist am Schluß V verschwunden, da Bischof Conrad im J. 1245 starb; bei Schannat, Vindem. lit. 1, 151 wird noch MCCXLV gelesen.)[3]

An der westlichen Seite der Kirche steht der ebenfalls im Jahr 1739 erbaute Thurm, welcher in seinen unteren Theilen viereckig ist und gegen oben in ein Achteck übergeht; derselbe enthält 2 Glocken aus neuerer Zeit und trägt ein mit Blech beschlagenes Bohlendach, aus dem eine schlanke Spitze emporwächst. An der südlichen Seitenhalle befindet sich ein Anbau der eine ehemalige Krypta enthält; sie zeigt noch entschiedene Spuren romanischer Bauweise, die übrigens theilweise in die früh-germanische geändert wurde. Auf dem Schlußstein des Gewölbes ist die Eberstein’sche Rose angebracht. Als man im Jahr 1851 einige Veränderungen an der Kirche vornahm, fand man eine lange Sandsteinplatte, die gleichsam als Auftritt in den an der Nordseite befindlichen Kircheneingang diente; sie lag umgekehrt und zeigt gutgearbeitete, erhaltene Bildwerke, bestehend in einem Kopfe mit der Bischofsmütze, zur Rechten das Ebersteinische | Wappen, zur Linken einen quer getheilten Wappenschild mit 3 Sternen. Diese Platte ist gegenwärtig in dem sogenannten Paradies (s. unten) aufgestellt.

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Besonders schön und merkwürdig ist die frei, westlich der Kirche stehende Vorhalle, das sogenannte Paradies, welches sich an die westliche, zum Theil noch stehende Giebelseite des alten Schiffs der Klosterkirche anlehnt; von dieser ehemaligen Giebelseite gegen Osten und von den wohlerhaltenen Stirnmauern eines ehmaligen Kreuzganges gegen Norden und Westen, wie von einer später aufgeführten Mauer gegen Süden umschlossen, bildet diese Vorhalle ein länglichtes Rechteck. Der Kreuzgang scheint sich ehemals weiter erstreckt zu haben. Im 15. Jahrh. wurde sein westlicher Theil, wo sich der Haupteingang befindet, mit einem hohen Giebel überbaut, die nördliche Stirnwand bis an die Giebelseite des alten Schiffs verlängert, alles übrige weggerissen und so der lange schmale Kreuzgang in eine breitere und kürzere Vorhalle verwandelt, deren Dach sich auf die erhöhte Giebelmauer stützte. Die westliche Giebelseite des Paradieses enthält noch den schön im romanischen Styl ausgeführten, abgestuften Eingang, zu dessen Seiten je ein geschmackvolles gekuppeltes Fenster angebracht ist. Diesen im romanischen Styl gehaltenen unteren Theilen der westlichen Giebelseite ist später ein Giebel im germanischen Geschmack aufgebaut worden; die Giebelspitze ziert ein schön gehaltenes Glockenthürmchen und unter demselben ist ein Ecce homo auf einem vorstehenden Kämpfer angebracht, dessen untern Theil ein Engel mit ausgebreiteten Flügeln, in der rechten Hand die Posaune, in der linken einen Schild mit dem Conventzeichen von Cisterz haltend, ziert. Über dem Christusbild steht die Jahrszahl 1462 (Zeit der Aufführung dieses Aufbaues) und zu beiden Seiten des Engels der Wahlspruch des Abts Johann: Soli Deo. Ohne Zweifel fällt auch die Erbauung des Chors an der ehemaligen Klosterkirche in diese Periode. Die nördliche Seite der Vorhalle, die wie die westliche, ein Theil des alten Kreuzganges ist, enthält noch 3 im schönsten Style des 12. Jahrhunderts gehaltene Fenster, deren jedes durch zierliche, auf gekuppelten Säulen ruhende Bogenstellungen in 2 Abtheilungen geschieden ist. Ein weit vorstehendes Gesims, aus einer Platte und drei mit Dreiecken verzierten Rundstäben bestehend, schließt die Mauer gegen oben ab. Beim dritten Fenster wurde der übrige Theil des Kreuzganges abgerissen und die Lücke bis an die Giebelwand des ursprünglichen Schiffs der Klosterkirche mit einer einfachen Quadermauer geschlossen. Die östliche Seite der Vorhalle (westliche Giebelwand des alten Kirchenschiffs) hat in der Mitte ein in schönen | Verhältnissen angeordnetes Thor, durch welches man in das Innere der alten Kirche gelangte; dasselbe bildet ein ablanges Viereck, den Zwischenraum vom oberen Rande des Thors bis zu dem Umfang des Halbkreisbogens über den Thürsäulen füllt ein flacher Stein, worauf im Halbkreise folgende Inschrift eingemeiselt ist: Ad portam vitae fratres properanter adite. Qui sunt condigni, nunc intrent corde benigni. Si quaeris lector fuerit quo nomine dictus noster fundator, Berdoltus || nomine fertur. Ipsum cum sanctis nunc detinet aula perennis. Im Innern des Paradieses sind an der nördlichen Mauer folgende Inschriften angebracht: Anno domini MCCC. obiit Burchart Steinmetz in octava pasche. Überdieß sind daselbst noch viele häufig nicht mehr lesbare Grabdenkmale von früheren Äbten, adeligen Familien, wie Eberstein, Flehingen, Gültlingen, Gärtringen, Remchingen, Straubenhardt etc. vorhanden.

Mehrere sind sehr schön gearbeitet, besonders der kolossale Grabstein des Sur von Gültlingen, der in Urkunden des 15. Jahrhunderts häufig genannt wird; das Grabmal des Abtes Marcus von Gernsbach, † 1531, jener des unglücklichen Abtes Lucas, † 1546, ferner die Grabsteine der ersten protestantischen Äbte etc.

Das Paradies, dieses interessante, ehrwürdige Baudenkmal, ist jetzt eine dachlose Ruine und müßte seinem Untergange schnell entgegen gehen, wenn nicht in neuester Zeit von Seiten des Staats für die Restauration desselben gesorgt würde.

Der ummauerte Begräbnißplatz grenzt an die Kirche und das Paradies; an dem Eingang in denselben sind zu beiden Seiten des Thors je ein ehemaliger Gewölbe-Schlußstein eingemauert, von denen der eine Ecce homo, der andere eine schwörende Hand enthält.

Das gut erhaltene, massiv erbaute Pfarrhaus ist, nachdem das frühere im Jahr 1750 abgebrannt, in einem ehemaligen Fruchtspeicher eingerichtet. An demselben befindet sich das Wappen des Abtes Lucas vom J. 1533, in welchem schrägrechts herüber die Anfangsbuchstaben seines Lieblingsspruches Ame me, te semper amavi stehen.

Das Schulhaus ist an das Pfarrhaus angebaut und hat mit demselben einen gemeinschaftlichen Eingang; es enthält 2 Lehrzimmer und die Wohnung des Schulmeisters und des Lehrgehilfen. An der Ecke des Schulhauses ist das Wappen des Klosters Herrenalb und gleichfalls das Wappen des Abts Lucas vom J. 1530 angebracht; über dem Eingang steht Soli Deo 1465. Neben der Volksschule besteht noch eine Industrieschule. Kirche, Pfarr- und Schulhaus, sowie der Begräbnißplatz sind Eigenthum des Staats, welcher auch die Unterhaltung derselben hat. Außerhalb der Klostermauren steht an | der Straße nach Dobel frei und angenehm die ansehnliche, dem Staat gehörige Wohnung des Revierförsters.

Einige 100 Schritte von dem Ort entfernt, auf dem sogenannten Maienberg, ist die von Dr. Weiß eingerichtete Wasserheilanstalt etwas erhöht und sehr freundlich gelegen; das im modernen Styl gehaltene, mit hübschen Gartenanlagen umgebene Gebäude, von dem man eine schöne Aussicht in das Albthal genießt, wird gegenwärtig nicht benützt.

An einzelnen Privatgebäuden sind noch Bildwerke, die von den alten Klostergebäuden oder von der ehemaligen Klosterkirche herrühren, eingemauert und zwar: an dem Hofthor des Gasthauses zum Ochsen eine uralte romanische Console mit 2 räthselhaften Thierfiguren, die erst in neuester Zeit an den Prinzen Wilhelm von Preußen verkauft wurde; an einem Gebäude neben diesem Gasthause eine romanische Lünette, in der Mitte derselben ein einfaches Kreuz und zu dessen Seiten je eine Rosette, an einem Gebäude innerhalb der Klostermauern eine Thierfigur, die ebenfalls aus der romanischen Periode stammt. An dem nördlichen Eingang in den Klosterhof, an dem früheren Oberamteigebäude, war eine aus rothem Sandstein gearbeitete, 6′ hohe und 4′ breite Gedächtnißtafel eingemauert; sie zeigt in stark erhabener Arbeit Christus am Kreuze, zu dessen Füßen Maria Magdalena und Johannes. Am untersten Rande enthält sie in der Mitte das Reichswappen, heraldisch rechts die Wappen von Württemberg-Teck und Pfalz-Bayern, links jene von Baden-Sponheim und Eberstein; auf beiden Seitenrändern das Wappen des Bisthums Speyer. Die Jahrszahl 1464 und der Wahlspruch „Soli Deo“ bezeichnen den Abt Johann von Udenheim als Stifter dieses Denkmals. Diese meisterhaft ausgeführte Gedächtnißtafel wurde an den Großherzog Leopold von Baden um 500 fl. verkauft und befindet sich gegenwärtig auf dem Schloß Eberstein bei Gernsbach.

Der Ort ist sehr wasserreich und 7 laufende Brunnen liefern in Fülle vortreffliches, ganz reines Wasser, mit einer Temperatur des Winters von 6°, des Sommers von 10° R. Wegen dieser Vorzüge des Wassers, verbunden mit dem gesunden Klima und der sehr reizenden Gegend, besteht seit dem Jahr 1839 hier eine Kaltwasserheilanstalt; sie kam im J. 1858 in den Besitz des Wasserarztes H. Kleinertz und befindet sich gegenwärtig in dem ehemaligen Kameralamtsgebäude, in welchem ein Conversationssaal ein Speisesaal, 23 freundliche und bequem eingerichtete Zimmer und 6 verschiedene Baderäume für die Anstalt hergestellt sind. Das Gebäude selbst ist mit schön angelegten Gärten rings umschlossen. In den Bädern finden | sich Apparate zu den vielfältigsten Applikationsmethoden des Wassers, zu Vollbädern, natürlichen und künstlichen Douchen, Regen- und Staubbädern Einrichtungen zu aufsteigenden Augen- und Seiten-Douchen, fließenden Sitzbädern von verschiedener Form, Wellenbädern, Dampf- und Fichtennadelbädern etc.

Die eine Stunde südlich vom Ort am Fuß des Langmartskopfs entspringende Alb fließt durch das Dorf und nimmt am nördlichen Ende desselben den am Fuß des Schweizerkopfs beginnenden Gaisbach auf. In der Nähe des Klosters theilt sich der Gaisbach und ein Theil fließt an der östlichen Klosterhofmauer fort, während der andere in den Klosterhof eingeleitet wird und sich dort mit einem Arm der an der westlichen Klosterhofmauer hinfließenden Alb vereinigt; die vereinigten Arme treiben die oben angeführte Mühle, fließen unterhalb des Rathhauses durch und gehen außerhalb der nördlichen Klosterhofmauer wieder in die Alb. Diese fließt mit mäßigem Fall ziemlich gekrümmt und tritt nur bei starken Regengüssen oder schnellem Schneeabgang aus, wobei sie übrigens nicht besonders gefährlich wird und nur zuweilen Sand und Gerölle auf den nahe liegenden Wiesen ablagert; dagegen dient sie zur Wässerung der Wiesen und treibt mehrere Sägmühlen; in früherer Zeit wurde sie auch zur Scheiterholzflößerei benützt. Das klare Flüßchen beherbergt Forellen und Krebse; das Fischrecht in demselben hat der Staat, welcher es verpachtet.

Die im Allgemeinen gesunden Einwohner erfreuen sich nicht selten eines hohen Alters; sie sind fleißig, rührig und zeichnen sich durch äußerlich gewandtes und artiges Benehmen vor den meisten Gemeinden des Bezirks aus; ihre Kleidung hat etwas Städtisches und ihre Mundart ist nicht die schwäbische, sondern mehr die des benachbarten Badens, sie haben von diesen Grenznachbarn, mit welchen sie in stetem Verkehr stehen, vieles angenommen, wie sie denn auch nicht „Schwaben“ genannt werden wollen, sondern als solche die weiter ostwärts liegenden Bewohner bezeichnen. Ihre Vermögensumstände sind durchschnittlich gering und außer dem Feldbau suchen die Einwohner sich durch Holzhandel, Holzfuhren (besonders nach Carlsruhe), Taglohnarbeiten und Holzmachen in den Staatswaldungen ihr Auskommen zu sichern. Auch die im Ort bestehende Wasserheilanstalt äußert in mancher Beziehung einen wohlthätigen Einfluß, soferne viele Leute einerseits daselbst Beschäftigung finden, anderseits Erzeugnisse wie Milch, Butter, Eier, Waldbeeren etc. gut verwerthen können. Von letzteren werden besonders die Heidelbeeren auch gebrannt. Die Gewerbe beschränken sich außer der schon angeführten | Mühle, der Sägmühle unterhalb des Orts und der Schildwirthschaften, nur auf die gewöhnlichsten Handwerker. Eine Sauerkleesalzfabrik bestand früher im Ort.

Die ziemlich große, sehr gebirgige Gemeinde-Markung ist mit Ausnahme der meist schmalen Thalebenen und der untersten Ausläufer der Thalgehänge mit Waldungen bestockt. Der im Allgemeinen für den Feldbau minder günstige, düngerbedürftige Boden besteht aus den Verwitterungen des bunten Sandsteins, des Todtliegenden und des Granits; während sich in den Thalebenen, namentlich in dem Albthale, Aluvialbildungen abgelagert haben, die für den Wiesenbau sehr geeignet sind.

Das Klima bildet einen Übergang von dem des rauhen Dobels bis zu dem milden von Loffenau und dem Murgthal; es gedeihen auch feinere Gewächse, namentlich Gurken und Bohnen. Die Rebe, welche früher hier gebaut wurde, rankt jetzt nur noch an einzelnen Gebäuden hinauf. Die Vegetation ist gegen Stuttgart etwa 14 Tage zurück. Die Luft ist durchschnittlich trocken und in Folge der balsamischen Ausdünstungen der nahen, weit gedehnten Nadelwaldungen sehr gesund und stärkend; Hagelschlag kommt selten vor.

Die Landwirthschaft wird so gut als es die Verhältnisse erlauben, betrieben; landwirthschaftliche Neuerungen, namentlich auch die Bereitung des Compostes, haben Eingang gefunden, wozu insbesondere der rationelle Betrieb des früher Benkieser’schen Hofguts wesentlich beitrug, das jedoch in neuester Zeit verkauft und vertheilt wurde. In willkürlichem Umtrieb kommen zum Anbau: Hafer, Roggen, Gerste, etwas Dinkel, Kartoffeln, Hanf, Flachs, Reps etc.; bei starker Aussaat erträgt in günstigen Jahren ein Morgen an Hafer 5–6 Scheffel, an Roggen 4 Scheffel und an Dinkel 5–6 Scheffel. Die Preise eines Morgens Acker bewegen sich von 50–200 fl. Die Getreideerzeugnisse reichen nicht für das Bedürfniß der Ortseinwohner, daher noch viele Früchte von Außen aufgekauft werden müssen. Der Wiesenbau, mit beinahe durchgängiger Wässerung, ist ausgedehnt und liefert pr. Morgen 30 Centner Heu und 12–15 Centner Öhmd; viele Wiesen erlauben noch einen dritten Schnitt.

Die Obstzucht, welche sich vorzugsweise mit Mostsorten, übrigens auch mit Tafelobst, Zwetschgen und Kirschen beschäftigt, wird mit ziemlichem Fleiß betrieben, namentlich zeichnet sich hierin die Parcelle Kullenmühle aus, die ein eigentliches Obstwäldchen bildet. Übrigens schaden Frühlingsfröste nicht selten der Obstblüthe. Die Jungstämme werden theils aus der, unter der Leitung des Ortsgeistlichen und des Schulmeisters stehenden, aus den Mitteln der | Schulkasse errichteten Baumschule bezogen, theils ziehen sie die Ortseinwohner selbst nach, da die auswärtigen, namentlich die aus dem Murgthale bezogenen, nicht gedeihen wollen.

Die Rindviehzucht war früher bedeutender, indessen halten die Wohlhabenderen einen schönen Viehschlag, theils Simmenthaler, theils Allgäuer, theils gekreuzte Race; namentlich äußerte der tüchtige Viehstand der ehemaligen Benkieserschen Maierei, von welcher auch die Farren gehalten wurden, einen sehr guten Einfluß auf die Viehzucht. Der Handel mit Vieh ist nicht sehr ausgedehnt, dagegen wird viel Milch an die Wasserheilanstalt verkauft. Das Vieh wird noch in einzelne Staatswalddistricte ausgetrieben. Auch die Zucht der Schweine hat in neuerer Zeit sehr abgenommen, dagegen nimmt die Zahl der Ziegen, welche von Unbemittelten der Milch wegen gehalten werden, täglich mehr zu.

Durch den Ort führt die Landstraße von Neuenbürg nach Gernsbach; Vicinalstraßen bestehen nach Dobel, nach Bernbach, Frauenalb und von da zu der 4 Stunden entfernten bad. Eisenbahnstation Ettlingen.

Herrenalb ist berechtigt, alljährlich 2 Vieh- und Krämermärkte abzuhalten; seit 1839 besteht auch ein Wochenmarkt.

Die Gemeindepflege hat kein Vermögen; das ursprüngliche, etwa 3000 fl. betragende Stiftungsvermögen ist durch den vormaligen Pfarrer Blum um 1500 fl. vermehrt worden, indem derselbe den Überschuß einer im Jahr 1847 veranstalteten und reichlich ausgefallenen Armencollekte im obigen Betrag an die Armenpflege abgeben konnte, was jetzt sehr wohlthätig wirkt (über das Vermögen der Gemeinde- und Stiftungspflege s. übrigens Tabelle III.).

Was die zu der Gemeinde gehörigen Parcellen betrifft, so liegt:

1) Alb-Sägmühle, 1/2 Stunde südlich vom Mutterort an der Alb (ist neuerlich abgebrannt).

2) Bleiche; Weiler, liegt beinahe 1/4 Stunde unterhalb des Orts an der Straße nach Neuenbürg. Diese Parcelle erscheint schon 1266 als Bleiche in einer Kloster Herrenalber Urkunde (Mone, Zeitschr. 12, 211).

3) Gaisthal, Weiler, besteht aus vielen einzelnstehenden, meist noch mit Schindeln gedeckten Wohnungen, die 1/2 Stunde südöstlich von dem Mutterort beginnen und sich theils in dem engen Gaisthale und dessen Seitenthälchen, theils auf den nächst gelegenen Anhöhen lagern; sie ziehen sich etwa 1/2 Stunde weit fort, so daß die letzte, südlichste Wohnung dieser Parzelle 1 Stunde von Herrenalb entfernt liegt; zu Gaisthal gehört:

Aschenhütte, eine Potaschesiederei, die 3/4 Stunden südöstlich | von Herrenalb auf einem Bergrücken zwischen zwei Seitenthälchen des Gaisthales gelegen ist.

Thalwiese, Hof, liegt beinahe eine Stunde südlich von dem Mutterort, auf einem Bergrücken zwischen dem Alb- und dem Gaisthal. In neuerer Zeit wurde daselbst eine Rettungsanstalt für verbrecherische und besonders entartete Kinder errichtet (s. hierüber den allg. Theil).

Zieflensberg, Weiler, nahe, südwestlich von Thalwiese gelegen.

4) Kullenmühle, Weiler, mit einem eigenen Anwalt; etwa 1/2 Stunde nördlich von Herrenalb, hat der weitläufig gebaute, meist aus einzeln stehenden Wohnungen bestehende Ort eine äußerst romantische Lage, theils in dem Albthale auf der linken Seite des Flüßchens, theils auf den unteren Ausläufern gegen dasselbe, nächst des oben beschriebenen Falkensteins. Der Ort erhielt seine Benennung von einem Namens Kull, der 1651 hier eine Sägmühle errichtete.

Geschichtliches über Herrenalb.
Berthold von Eberstein und seine Gattin Uta hatten 1138 im Albthal das Kloster Frauenalb gestiftet und beschlossen darauf in der Nähe ein Mönchskloster zu gründen, mit Genehmigung des Bischofs Günther von Speier und unter Beirath des Abts Berthold von Neuburg (im Elsaß), zu welch letzterem Kloster die neue, mit Cisterciensern bevölkerte Stiftung Herrenalb (in der ältesten Urkunde monasterium in Alba, später Alba dominorum) genannt – anfänglich und noch 1334 (Mone, Zeitschr. 6, 211) – in einem Abhängigkeitsverhältniß stund. Der Klosterbau wurde um 1150 ausgeführt. Den Stiftungsbrief kennt man nicht mehr im Original; die in eine Bestätigung von 1270 eingerückte Abschrift (Wirt. Urk.Buch 2, 49–51) trägt das Jahr 1148, welches jedoch zu andern in der Urkunde enthaltenen Angaben nicht stimmt (Stälin Wirt. Gesch. 2, 716). Die erste Bewidmung des Klosters begriff neben Gütern in Ottersweiher (bad. B.A. Bühl) und der Anwartschaft auf das Dorf Dobel (s. o.), einen beträchtlichen Waldbezirk auf beiden Seiten des Albflusses, dessen Umfang unter Angabe vieler Bezeichnungen von Örtlichkeiten genau beschrieben wird. Die Grafen von Eberstein erwiesen sich fortwährend freigebig gegen das Kloster und verliehen ihm manche Privilegien, schenkten ihm Ungeldsfreiheit, Einkünfte, Zehnten an manchen Orten, ja ganze Dörfer, wie 1278 Bahnbrücken. Auch dem rheinischen Pfalzgrafen Heinrich (um 1195), mehreren Markgrafen von Baden (1233. 1251. 1265. 1287), dem Herzog Konrad von Teck (1282), den Bischöfen Konrad von Speier (1238) | und Konrad von Straßburg (1278) verdankte es Befreiung von Zöllen, Ungeld, Dienstbarkeit und dergl. an verschiedenen, den betreffenden Herren gehörenden Orten.

Auch von den Päbsten erhielt das Kloster mehrmals Bullen, wodurch es unter den Schutz des päbstlichen Stuhles gestellt und mit verschiedenen Privilegien bedacht wurde (so am 21. Dec. 1177 von Pabst Alexander III., am 24. Aug. 1213 von Pabst Innocenz III., am 5. und 11. Oct. 1216 von Pabst Honorius III., am 3. Dec. 1255, 2. Jan. 1256, 13. u. 17. Juni 1259 von Pabst Alexander IV., am 30. April 1268 von Pabst Clemens IV. und so fort).

Am 14. Juni 1193 gebot Kaiser Heinrich VI.[4] allen Getreuen des Reichs, das Kloster, welches seines Schutzes sich erfreue, nicht zu belästigen oder zu beschweren und dieß auch von andern nicht zu dulden, und am 13. Aug. 1195 nahm er das Kloster mit all seinen Angehörigen und Gütern in seinen besondern Schutz. Am 29. Dec. 1275 freite König Rudolf I. den Hof des Klosters in Weil der Stadt von Steuer und Diensten; dasselbe that Kaiser Karl IV. den 16. Sept. 1349 und König Ruprecht den 10. April 1401, welch letzterer unter demselben Tage dem Kloster das privilegium fori exemti ertheilte. Den 12. Febr. 1334 bestätigte Kaiser Ludwig die Privilegien, Freiheiten und Rechte des Klosters im Allgemeinen, was spätere Kaiser, noch Kaiser Karl V. den 10. Febr. 1521 erneuten.

Bei den reichlichen Schenkungen, welche das Kloster erhielt, gelangte es zu einem bedeutenden, bis zum 14. Jahrh. sich immer steigernden Wohlstand, obwohl es, gleich andern Klöstern, durch manche Beeinträchtigungen und Beschädigungen zu leiden hatte. Seine Wohlthäter waren unter andern außer der Familie des Stifters, die Markgrafen von Baden, die Grafen von Vaihingen, die Edeln von Straubenhardt, von Schmalenstein, von Roßwag, von Remchingen, von Gärtringen. Erst im 15. Jahrh. mußte es zu einzelnen Verkäufen schreiten.

Die Schutzvogtei führten die Nachkommen des Stifters, die Grafen von Eberstein und von Zweibrücken-Eberstein. Als das Kloster jedoch auch im Gebiete fremder Herren Besitzungen erlangte, sprachen diese das Vogtrecht darüber an, und begehrten von dem Kloster so schwere Dienstleistungen, daß, als König Rudolf I. im Dec. 1275 nach Maulbronn kam, Abt, Prior und Kellermeister im Namen des ganzen Convents vor ihm erschienen und klagten, das | Kloster sey hiedurch in größten zeitlichen Verfall gerathen. Der König ließ hierauf durch den Burggrafen Friedrich von Nürnberg u. A. verhandeln mit dem ebenfalls anwesenden Grafen Simon von Zweibrücken (dem Sohne Graf Heinrichs von Zweibrücken und Agnesens von Eberstein) und Otto dem jüngeren von Eberstein, welche weitgreifende Vogtrechte über das Kloster sich angemaßt hatten, und diese bekannten nun öffentlich, daß sie kein Vogtrecht an das Kloster hätten, sondern nur dessen Schirmer seien. Darauf nahm der König selbst unter dem 29. Dec. d. J. das Kloster in seinen und des Reichs besondern Schutz unter Strafandrohung gegen dessen Bedränger. Weil aber die Mönche sich nicht jeder Zeit wegen erlittener Beleidigung an ihn wenden könnten, so erlaubte er ihnen ein Mitglied der Ebersteiner Familie, so lange solches ihnen förderlich sey, zum Beschützer in seinem und des Reichs Namen zu erwählen, doch sollte sich dieses auf keine Weise das Vogtrecht über das Kloster anmaßen. In diese Stellung eines Beschützers trat nun der ebengenannte Graf Simon zurück. (Die Anordnung Rudolfs selbst bestätigten König Adolf den 13. April 1295, an diesem Tag in Herrenalb selbst anwesend, und Kaiser Ludwig den 2. Juni 1338.)

Als aber bald nach 1275 Markgraf Rudolf von Baden († 1288), Gemahl Kunigundens von Eberstein, einen Theil der Ebersteinischen Besitzungen erhielt, so begannen auch die Markgrafen von Baden mit Ansprüchen auf den Schirm des Klosters hervorzutreten. Auch mit ihnen wurde unterhandelt und im Januar 1289 verpflichtete sich Markgraf Hermann † 1291 (Rudolfs Sohn) in gleicher Weise, wie sein Vater, der ebenerwähnten Anordnung König Rudolfs getreulich nachzukommen, besonders auch wegen des Schirmes; und dasselbe thaten im August 1291 die Markgrafen Rudolf († 1295) und Friedrich († 1333).

Im Jahr 1338 erschien eine Abordnung des Convents vor dem Kaiser Ludwig und klagte, das Kloster „sei von großem Unfrieden von sämmtlichen Herren wegen, mit denen es übersetzt sei, und besonders auch durch den Markgrafen Hermann von Baden in solche Armuth und Gebresten gefallen, daß die Mönche nicht wohl darin bleiben oder ihre Nothdurft haben möchten.“ Der Kaiser befahl hierauf den 18. April 1338 dem Grafen Ulrich von Württemberg, seinem Landvogt in Schwaben, sich in seinem und des Reiches Namen des Klosters anzunehmen und besonders nicht zu dulden, daß Markgraf Hermann oder Andere es wider Recht angriffen, beschwerten oder beraubten. Am 15. Jan. 1339 befahl der Kaiser auch den Reichsstädten Eßlingen, Reutlingen, Rottweil und ihren Bundesgenossen, | dem Grafen Ulrich als Schirmherrn oder dem Kloster selbst in allen Sachen beholfen zu seyn, es möge nun der Graf oder das Kloster sie darum mahnen und bitten. An ebendemselben Tage that er dem Kloster die Gnade, daß, wenn er als des Klosters Schirmer außer Landes sey und Graf Ulrich als Schirmer ihm abgienge, es dann einen andern beliebigen Schirmer wählen dürfe. Am 19. Juli 1344 befahl er auch Ulrichs Söhnen, dem Grafen Eberhard (dem Greiner) und Ulrich, das Kloster, wie ihr verstorbener Vater zu schirmen. Markgraf Hermann aber wollte sich hiemit nicht zufrieden geben, sondern fuhr fort, das Kloster auf mancherlei Art zu bedrängen und zu beschädigen, bis die Grafen von Württemberg ihn mit Waffengewalt zwangen, dieß zu unterlassen, worauf er zu Heidelberg in Gegenwart vieler Fürsten und Adelichen am 14. Febr. 1346 ein urkundliches Bekenntniß ausstellte, daß er das Kloster mit Gewalt und Unrecht angegriffen und sich aus Muthwillen, nicht aus Recht unterwunden habe, dessen Schirmer und Vogt zu seyn.

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Auch Kaiser Karl IV. nahm den 9. Dec. 1347 von Pforzheim aus das Kloster Herrenalb in königlichen Schirm, indem er zugleich es den Grafen Eberhard und Ulrich zu schützen befahl, und wiederholte am 16. September 1349 das Privilegium Kaiser Ludwigs vom 15. Jan. 1339, so daß das Kloster nach Abgang der Grafen Eberhard und Ulrich von Württemberg sich selbst einen andern Schirmer und Pfleger sollte wählen dürfen. Vorübergehend war gleichwohl durch denselben Kaiser Karl am 23. Mai 1350 Markgraf Hermann von Baden († 1353) als Schirmvogt aufgestellt; doch widerrief er den 28. Januar 1351 die deshalb ausgestellte Urkunde, als er erfuhr, daß der Markgraf ihm verschwiegen hatte, wie derselbe unter dem 14. Febr. 1346 auf dieses Recht Verzicht geleistet habe, und übertrug das Kloster den Grafen Eberhard und Ulrich von Württemberg zum Schutz und Schirm, welchen diese im Namen von Kaiser und Reich üben sollten. Am 21. Juli 1402 empfahl König Ruprecht dem Grafen Eberhard von Württemberg (dem Milden) den Schutz und Schirm des Klosters und erlaubte den 7. Juni 1403 dem Abt und Convent, weil jetzt viele wunderliche Läuf und Feindschaft im Land und daher zu besorgen sey, daß das Kloster angegriffen und beschädigt werden möchte, dasselbe mit Mauern, Thürmen, Gräben und andern Befestigungen zu schützen. Dieß geschah vornehmlich in Bezug auf den unruhigen Markgrafen Bernhard von Baden, welcher fortfuhr, das Kloster zu beunruhigen, bis er endlich bei seiner Aussöhnung mit König Ruprecht am 22. Febr. 1408 diesem versprach, es ruhig bei seinen Freiheiten, Rechten und Gütern | zu lassen. Am 15. Sept. 1414 bat das Kloster den Kaiser Sigmund, es auch künftig wie seine Vorgänger den Grafen von Württemberg zu empfehlen und es in deren Schirm zu geben und am 12. Aug. 1416 bekannte Abt und Convent, daß sie den Grafen Eberhard (den Milden) und dessen gleichnamigen Sohn zum Herrn und Schirmer angenommen hätten. Und so erhielt die württembergische Schirmherrschaft nicht so bald mehr eine Unterbrechung. Am 29. Juni 1459 versprach Graf Ulrich dem Kloster für sich und seinen Mündel Graf Eberhard: wenn sie in eine Fehde oder einen Krieg gerathen würden, wollten sie dasselbe mit seinen Besitzungen solchen Krieges müßig lassen, und Graf Eberhard selbst befreite es 1464 für Bezahlung von 1000 fl. von Jägeratz, Hundslege und Gastung und erneute ihm den 11. März 1465 das Versprechen, es gegen Jedermann außer gegen einen einmüthigen römischen Kaiser und König zu schirmen.

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Als aber nach dem Tode Herzog Eberhards I. im J. 1496 dessen übelberüchtigter Vetter Eberhard II. die Regierung antrat, stellte sich das Kloster unter Berufung auf sein Recht freier Schirmherrschaft unter markgräflich badischen Schutz, indem es unter dem 1. Nov. d. J. dem Markgrafen Christoph sich verschrieb, es wolle bei dessen Lebzeiten keinen andern Schutzherrn annehmen, und steckte dessen Fahne öffentlich auf. Darüber entrüstet drang Herzog Eberhard II., nachdem er mehreren Klosterorten Eid und Huldigung abgenommen hatte, in das Kloster mit 500 Mann Fußvolks und einigen Reitern und riß die Fahne nieder, wobei es nicht ohne Plündern abging. Das Kloster, nur kurze Zeit durch den Zwang dem Herzog sich fügend, beschwerte sich bei Kaiser und Reich, der Abt Bartholomäus persönlich beim Wormser Reichstag von 1497. Die Gründe jedoch, welche Eberhard für sein Recht auf den Schirm des Klosters anführte, erschienen so gewichtig, daß K. Maximilian, welcher unter dem 9. März 1496 die Anerkennung eines zu suchenden Schirmherrn sich vorbehalten und am 14. Sept. d. J. bereits den Übergang der Schutzherrschaft an den Markgrafen gut geheißen hatte, es dennoch nicht wagte, dem Herzog sein Anrecht zu bestreiten, um so weniger, da dieser seinerseits sich auch auf Zusagen der königlichen Majestät berief. Es kam vielmehr am 31. Mai 1497 zu Stuttgart zwischen Württemberg und Baden ein Vergleich zu Stande, welchen der König am 28. Sept. d. J. bestätigte und worin der Markgraf Christoph die Schirmvogtei des Klosters an den Herzog abtrat, sich jedoch den Schutz über die mehreren im badischen Gebiet | gelegenen Klosterdörfer wie Malsch und Langensteinbach vorbehielt (Mone, Zeitschr. 5, 216).

Im Bauernkrieg 1525 plünderten die Aufrührer das Kloster und benützten die Archivalurkunden als Streu. Im J. 1527 brannte die Abtei ab und der Abt wurde hiebei so sehr beschädigt, daß er dem Kloster nicht mehr vorstehen konnte.

Als 1535 Herzog Ulrich auch in Herrenalb reformiren wollte, baten die Mönche um Bedenkzeit, welche ihnen auch bis zum 23. Okt. bewilligt wurde. An diesem Tage aber erschienen im Kloster Reinhard von Sachsenheim und Philipp Volland, Vogt in Markgröningen, mit einem Credenzschreiben und mündlichen Auftrag des Herzogs, es sey sein ernstlicher Wille und Befehl, daß man seinen Gesandten Kleinodien, Gold, Silbergeschirr, Briefe, Register, Rechnungen u. s. w. ausliefere. Die Mönche aber sollten sich vorbereiten, um mit ihrer fahrenden Habe in längstens vierzehn Tagen dahin ziehen zu können, wohin der Herzog sie bescheide. Der Convent protestirte hiegegen und es wurde ihm gestattet, eine Supplik an den Herzog zu schicken; diese blieb jedoch ohne Erfolg, und am 28. Okt. erschienen Abgeordnete des Herzogs in Begleitung des Ambrosius Blarer mit 30 Pferden und 70–80 Bogenschützen, welche vor dem Kloster ihre Gewehre abfeuerten. Abt und Convent wurden vorgefordert und ihnen erklärt, es bleibe bei der fürstlichen Entschließung, wenn sie sich nicht gutwillig fügen wollten, so brauche man Gewalt. Die verlangte Bedenkzeit wurde nicht bewilligt; da entschloß sich der Abt zur Übergabe der Schlüssel, worauf die Heiligthümer des Klosters, Gold und Silber in Fruchtsäcke gepackt und nach Stuttgart geführt wurden. Im Januar 1536 wurde der noch vorhandenen Klostergeistlichkeit erklärt, sie müßte entweder den Mönchshabit ablegen oder mit einem Leibgeding das Kloster verlassen (Mone, Anzeiger 1834, 236). Der Abt Lucas Götz von Merstetten (bei Münsingen), welcher von Herrenalb abgezogen am 1. März 1536 auf der Pflege Langenstein vor Notar und Zeugen betheuerte, daß er nur aus Zwang sein Ordenskleid abgelegt habe, schien mit Gewalt sich wieder im Kloster festsetzen zu wollen und wurde deshalb nach Stuttgart in Haft gebracht; man gab ihm Schuld, 30.000 fl. bei Seite gethan zu haben. Sofort wurde Georg Trippelmann, genannt Paiß, aus Tübingen zum Administrator bestellt und nachgehends in Folge des Schmalkaldischen Krieges derselbe noch als katholischer Abt ernannt.

Gleichwohl schritt man zur weiteren Einführung der Reformation im ganzen Klosterbezirk. Abt Georg im J. 1555 resignirend | ja sich verehlichend, begnügte sich mit einem Leibgeding, worauf in demselben Jahre Philipp Degen, ein evangelischer Prediger, wiewohl vermittelst einer Capitulation, erwählt wurde (Sattler, Topogr. 600). In den Klosterorten erschienen herzogliche Abgeordnete, welche Zins- und Lagerbücher, Urkunden etc. einforderten. Gegen letzteres protestirte, so viel es die in Baden gelegenen Orte betraf, die badische Regierung unter Berufung auf den Vertrag von 1497 und klagte, als der Herzog auf seinem Recht bestand, beim Reichskammergericht. Später jedoch kam man überein, die Sache der Entscheidung des Kurfürsten Ludwig von der Pfalz zu überlassen, welcher am 14. Mai 1539 einen Vergleich zu Stande brachte. Durch diesen Vergleich wurde der Vertrag von 1497 bestätigt und festgesetzt, daß die Urkunden der in Baden gelegenen Klosterorte in Baden selbst aufbewahrt werden und den Markgrafen das Atzungs- und Einkehrrecht im Kloster für sie und ihr Hofgesinde vorbehalten bleiben sollte[5]. Im J. 1553 machte Graf Wilhelm von Eberstein erfolglose Schritte, jetzt nach Aufhebung des Klosters das demselben von seinen Vorfahren geschenkte Eigenthum wieder an sein Haus zu bringen. (v. Krieg, Grafen von Eberstein 156).

Ein neuer Streit entstand, als nach dem Tode Herzog Ulrich’s Markgraf Philibert von den in seinem Lande gelegenen Klosterorten Steuer einziehen ließ. Auf die Klage des Abts Philipp Degen zog Herzog Christoph im Nov. 1560 mit 370 Pferden und 400 Hackenschützen aus, nahm 23 badische Dörfer ein und bewirkte dadurch, daß der Markgraf schnell nachgab (Sattler 4, 157.). Am 18. Mai 1565 verglich sich der Herzog mit dem Markgrafen Karl von Baden und es fand ein gegenseitiger Tausch von Gefällen und Zehnten des Klosters in Baden gegen solche des Nonnenklosters zu Pforzheim in Württemberg statt (eb. 216.)[6].

Wie in andern Klöstern wurde auch hier eine Klosterschule mit 2 Lehrern errichtet, jedoch im Jahr 1595 mit einigen dieser Anstalten wieder aufgehoben. Nach dem kaiserlichen Restitutionsedikt von 1629 wurde das Kloster am 8. Sept. 1630 durch die kaiserlichen Commissarien | den Katholiken übergeben und mit Nicol. Bronneisen kam wieder ein katholischer Abt, welcher vom Kloster Salmansweiler, von dem Herrenalb jetzt abhängig wurde, dahin gesendet wurde. Zwar entfernten sich 1632 die katholischen Mönche, kamen jedoch 1634 wieder. Anfangs 1643 verwüstete eine Abtheilung des weimarischen Heers das Kloster und in ziemlich baulosem Zustand brachte es der westphälische Friede von 1648 am 24. Jan. 1649 an Württemberg und den lutherischen Glauben zurück (Tagebuch des Abts N. von 1640–43 bei Mone Quellensamml. der badischen Landesgesch. I, 244–250).

Die Documente des Klosters wurden von den Katholischen im 30jährigen Krieg nach Kloster Salmansweiler geflüchtet, weil der Abt dieses Reichsstiftes Generalvikar des Cistercienser-Ordens in Oberdeutschland und dessen Conservator war, und kamen dort erst in neuester Zeit wieder zum Vorschein. (Sie sind jetzt in Karlsruhe.)

Das Kloster hatte ein eigenes Gericht, das Portengericht, wohin die Klosterunterthanen von ihren Ortsgerichten appellirten und wovon dann die weitere Appellation an das württembergische Hofgericht ging. Es waren 12 aus dem Klosteramte gewählte Richter, die das Gericht auf Unkosten der streitenden Parteien besetzten. Weil aber diese Unkosten den Unterthanen beschwerlich fielen, hob man zu Ende des 16. Jahrh. das Gericht auf und die Appellationen geschahen seitdem an die nächsten Stadtgerichte (Sattler, Topogr. 602.).

Die Besitzungen des Klosters, welche zur Zeit seiner Aufhebung sämmtlich an Württemberg gelangten, waren: Herrenalb und dessen I, 5 angegebene Nachbarorte, was zusammen das Klosteroberamt bildete, das vormalige Klosteramt Merklingen mit den Dörfern Merklingen (1272–1469), Hengstett (1300), Gechingen (1303–1324), Hausen an der Würm, Simmotzheim (1320–1443) und der Pfleghof in Weil der Stadt (1275), das Stabsamt Dertingen mit den Dörfern Ober-, Unter-Dertingen (1181–1344), halb Freudenstein (1312)[7], Nußbaum (1460), Oberacker (1257–1488) und Bahnbrücken (1278), welche letztere drei Orte durch Tauschvertrag von 1806 an Baden kamen, endlich folgende (im J. 1603 gegen die Ämter Altensteig und Liebenzell im Tausch an Baden gegebene): die Kellereien Malsch und Langensteinbach mit den Ortschaften gleichen Namens (M. 1177–1346, L. 1296) und den dazu gehörigen Dörfern Urbach, Dietenhausen (1170), Spielberg (1292), Ittersbach und Obermutschelbach, die Pflegen | Ottersweiher und Weingarten und der Ort Rod unter Rippurg in Rheinbayern[8].

Die Reihe der katholischen Äbte ist, soweit solche urkundlich unter bestimmten Jahren vorkommen, folgende: Ulrich 1177, Albert 1186 (freilich in verdächtiger Urkunde), 1207, Siger 1216, Ludwig 1221, Walther 1224, 1227, Eberhard 1240–51, Walther 1254–1260, Konrad 1262–1281, Markward 1284–1302, Heinrich 1313, Rüdiger 1317, Berthold 1326, Eberhard 1329–34, Heinrich 1335, 1341, Ruprecht 1344–1364, Markward 1366–1398, Heinrich 1400–1403, Konrad 1414–1419, Heinrich 1427, † 14. Nov. 1459, Johann von Dertingen, † 6. Jan. 1466, Johann von Horb, † 28. März 1469, Johann von Udenheim 1469 ff., Nicolaus Wagenleiter 1476, † 1485, Bartholomäus von Richtenberg, † 24. Aug. 1505, Michael Scholl 1505–1518, Marcus Schön 1518, dankt ab 1527, Lucas Götz 1527, abgesetzt 1536, Georg Trippelmann genannt Paiß Administrator 1535. Abt 1546, dankt ab 1555.

In den protestantischen Zeiten waren nur von 1555–1630, 1633–1634 wirkliche Äbte (ihre Reihe s. bei Sattler, Topogr. 603 und Binder 75.). Seitdem die Klostergebäude im 30jährigen Kriege sehr herabgekommen waren, wurden sie nicht wieder für eine Abtswohnung hergestellt, und es wurden nur designirte Äbte nach Herrenalb verordnet, welche zugleich in andern Ämtern stunden. Der letzte, seit 1792 war Ernst Urban Keller († 1812 als Oberconsistorialrath und Stiftsprediger zu Stuttgart).

Die Pfarrgeschäfte und die Seelsorge nach der Reformation wurden anfänglich den Klosterpräceptoren anvertraut; nach Aufhebung der Klosterschule von den jeweiligen Äbten übernommen. Nach dem 30jährigen Krieg, während dessen der katholische Gottesdienst mehrere Jahre über wieder eingeführt war, wurde Herrenalb Filial von Loffenau, bis es 1661 beständige Vicarios erhielt, an deren Stelle an Georgii 1738 eine eigene Pfarrei, deren Collatur landesherrlich ist, errichtet wurde.


  1. Von Herrenalb handelt: Krieg, Geschichte der Grafen von Eberstein 233–248. Die Herrenalber Urkunden bis 1381 herab stehen bei Besold, Docum. 121–223 und Mone, Zeitschr. 1, 96–128. 224–256. 354–384. 476–498. 2, 99–128. 216–256. 356–384. 449–481. 5, 206–223. 331–360. 440–468. 6, 65–91. 190–225. 322–358. 7, 66–85. 8, 327–343. 437–451. 9, 97–106, hiesige Grabsteine bei Schannat Vindem lit. 1. 151.
  2. Dieser schönen Aussicht wegen hat der frühere Revierförster von Herrenalb auf diesem Punkt einen kleinen Pavillon errichten und die Stelle durch Fußpfade leicht zugänglich machen lassen.
  3. Nach einer Urkunde bestanden noch im Jahr 1553 außer dem Grabmal der Stifter, Berthold und Uta, und Otto des älteren noch Ebersteinische Grabdenkmale von Bernhard I. † 1440, Agnes vermählten Gräfin von Helfenstein, † 1456, Wilhelm I., † 1385, und seiner Gemahlin Margaretha † 1395, endlich das große Grabmal Wilhelms III., das nach der Beschreibung zu schließen das Gegenstück zu jenem des Markgrafen Bernhard von Baden bildete, und ihm gegenüber an der südlichen Seitenhalle stand.
  4. Die Urk. K. Friedrichs I. v. 1186 (Mone 1, 105) gilt für späteres Fabrikat.
  5. Sattler, Herz. 3, 133.
  6. Gleichwohl wurde noch späterhin vor dem kaiserlichen Kammergericht von beiden Theilen ein weit aussehender Rechtsstreit betrieben, welcher erst 1753 durch gütlichen Vergleich beigelegt wurde. S. Meichsner, Decisiones camerales 4 decis. 35. und Grund- und actenmäßige Information, worinnen das vom Hause Baden-Baden an das Haus Württemberg gestellte Restitutionsgesuch die beiden Klöster Herrenalb und Reichenbach betreffend bestehe. 1754. Fol.
  7. Den Pfleghof in Eberdingen und Nußdorf hatte Herrenalb mit Hirschau gemeinschaftlich. Zu den Besitzungen in dieser Gegend gehörte die Pfarrei Aurich, s. O.A. Vaihingen 113.
  8. Die oben nach den Orten folgenden Jahreszahlen geben die Zeit an, zu welcher die Haupterwerbungen gemacht wurden. – Natürlich konnten nicht alle die vielen Ortschaften, wo das Kloster zeitweise Güterstücke und Rechte besaß, hier aufgeführt werden.
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