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Beschreibung des Oberamts Ludwigsburg/Kapitel A 4

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IV. Wohnorte.


1. Orte.
A. Zahl, Gattung und Areal.

Der Oberamtsbezirk zählt im Ganzen 58 Wohnplätze, und zwar 2 Städte, 20 Pfarrdörfer, von denen 2 Marktrecht haben, 5 Weiler, 5 Höfe und 26 einzelne Wohnsitze, worunter ein Schloß und eine Festung. Der Flächenraum, welchen sämmtliche Gebäude und Hofstätten einnehmen, beträgt 4406/8 Morgen.

B. Lage, Größe und Beschaffenheit.
Die Wohnorte liegen theils auf der Hochebene wie Ludwigsburg, Asperg, Eglosheim, Heutingsheim, Kornwestheim, Markgröningen, Möglingen, Oßweil, Pflugfelden, Stammheim, Thamm und Zuffenhausen, theils in den Thälern und zwar im Neckarthal: Aldingen, Beihingen (theilweise), Benningen, Hoheneck, Neckargröningen und Neckarweihingen; an den Gehängen des Neckarthals liegen Geisingen und Poppenweiler; im Enzthal liegt Bissingen und im Glemsthal Schwieberdingen. Die Lage der Orte ist durchgängig gesund, angenehm und zum Theil sehr freundlich. Von den Orten, welche eine eigene Gemeindeverfassung haben, ist, mit Ausnahme der beiden Städte, Zuffenhausen der größte, Pflugfelden der kleinste.| Die Orte sind durchgängig gedrängt gebaut, übrigens meist ansehnlich und mit gut erhaltenen kunstmäßig chaussirten (macadamisirten), gekandelten Hauptstraßen versehen; in größeren Orten findet man auch die Nebenstraßen chaussirt und gekandelt.

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2. Gebäude.
A. Anzahl und Gattung.

Nach dem neuesten Gebäude-Steuer-Kataster zählt das Oberamt:

Haupt- und Wohngebäude 4357
Nebengebäude 3973
zusammen      8330 Gebäude.

Auf ein Wohngebäude kommen durchschnittlich 7,50 Menschen, die meisten in Ludwigsburg (10,5), und in Markgröningen und Asperg (8,4); die wenigsten in Pflugfelden (4,5).

B. Bauart und Material.

Mit Ausnahme von der Oberamtsstadt, die beinahe durchgängig im Rococcogeschmack erbaut ist, und der im älteren städtischen Styl erbauten Stadt Markgröningen sind die Orte von der gewöhnlichen ländlichen Bauart der altwürttembergischen Ortschaften. Ganz von Stein erbaute Gebäude trifft man außer den Kirchen und Schlössern nur wenige, die meisten Häuser sind jedoch mit steinernen Unterstöcken versehen und viele stattliche Bauernwohnungen zeigen neben den steinernen Unterstöcken noch einen reichen Holzbau, der die Wohlhabenheit der Besitzer bekundet. Das Baumaterial besteht zum Theil aus feinkörnigem Keupersandstein (Schilfsandstein), häufiger aus Lettenkohlensandstein und nicht selten auch aus Hauptmuschelkalk, während die hölzernen Stockwerke, namentlich bei neueren Gebäuden, beinahe durchgängig aus Nadelholz, das auf dem Neckar und der Enz beigeflößt wird, aufgeführt sind. Die Bedachung besteht aus Ziegelplatten und bei älteren Gebäuden häufig noch aus Hohlziegeln. Als Gebäude von architektonischem Werth sind anzuführen: das Schloß zu Ludwigsburg, das Favorit-Schlößchen, das Schloß auf dem Seegut, die beiden Kirchen zu Markgröningen, die Kirche zu Schwieberdingen und die zu Eglosheim.


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