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Beschreibung des Oberamts Künzelsau/Kapitel B 7

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7. Berlichingen,

Gemeinde II. Klasse, mit 1191 Einw. a) Berlichingen, Pfarrdorf, 1158 Einw., worunter 31 Ev., Fil. von Schönthal, und 129 Isr. mit Synagoge; b) Neuhof, 27 ev. Einw., Fil. von Schönthal; c) Ziegelhütte, Hof, 6 kath. Einw.

Am Ende eines starken Bogens, den die Jagst von Schönthal her beschreibt, liegt der vom linken Flußufer allmählich sich in die Höhe ziehende Marktflecken Berlichingen. Die Rebengelände im Norden vom Ort, die steil vom rechten Flußufer aufsteigende Bergwand und die dunkeln Waldgehänge im Süden, an deren Fuß die Jagst genöthigt wird, sich von Süden nach Westen zu wenden, verleihen der Umgebung einigen Reiz. Der Ort selbst mit seiner hübschen neugothischen Kirche bietet auf der Höhe der Straße vom Neuhof, wie auf der andern Seite des Thales vom Fußweg nach Widdern ein freundliches Bild.

| Das Klima ist etwas milder als im obern Jagstthal, zumal die nahen Höhen einigen Schutz nach Norden und Westen gegen starke Winde gewähren.

Hagelschlag ist selten (in den letzten 50 Jahren 2 mal).

Frühlingsfröste und Herbstnebel theilt Berlichingen mit dem ganzen Jagstthal.

Der etwas unregelmäßig angelegte Ort zeigt schon in seinem Äußern, daß er in den letzten 30 Jahren aus einer in Folge der Kondominatsverhältnisse theilweise mißlichen Lage sich emporarbeitet. An der Hauptstraße, welche von der Jagst in südöstlicher Richtung gegen den Neuhof hinaufzieht, finden sich viele sauber und freundlich getünchte, stattliche Häuser. Eine neue Brücke über die Jagst ist im Bau begriffen.

In der Mitte des Ortes, auf einer kleinen Anhöhe, steht die 1845 vom Staate neuerbaute Kirche zum heil. Sebastian. Der Thurm gehört noch der von Abt Sigismund Fichtlin 1629 erbauten Kirche an. Sein Wappen, 6 Pinien, sieht man neben dem geschachten Wappen des Klosters außen am Thurm und im Schlußstein des Chors. Der Thurm erst vierseitig, dann mit abgeschrägten Ecken übergehend ins Achteck, ist mit Schiefer gedeckt, aber im Verhältnis zu dem hohen Schiff um ein Stockwerk zu nieder. Auf demselben hängen 3 Glocken. Die größte hat die Inschrift: Deo. B. Mariae Virg. SS. Patronis Sebastiano, Vito, Katharinae . Jesus Nazarenus rex Judaeorum. Gegossen von Ad. Bachert in Kochendorf 1832.

Die mittlere: In honorem S. Trinitatis, B. V. Mariae, Joh. Baptistae, Sebastiani, Viti ac Catharinae, Patronorum in Berlingen. Stefanus Bruncler et Joh. Arnolt me fecit anno 1662.

Die kleine: In honorem B. V. Mariae et Patronhorum (sic) hujus ecclesiae s. Sebastiani et Dionysi (sic). Wir Schultheiß, Bürgermeister und ganze Gemeinde in Berlingen Gos mich Joh Lösch 1787.

An den Thurm ist die Sakristei angebaut, zu welcher ein Theil des Thurms gehört. Die andere Hälfte des untern Geschosses des Thurms dient als Chor, der aber im Verhältnis zu dem weiten hohen Schiff zu klein erscheint. Im Chor befindet sich der dem heil. Sebastian geweihte, in gothischem Stil gehaltene Hochaltar. Die Seitenaltäre, St. Mariä und Wendelins, sind zopfig. Auch die Kanzel entspricht dem Stil des schönen Langhauses nicht. Letzteres ist durch Säulen in drei | Schiffe getheilt, welche durch hohe gothische Fenster und dazwischen liegende Rosetten Licht erhalten.

Im Westen bildet eine Vorhalle den Aufgang aus dem niederer gelegenen Theil des Ortes, während von Norden und Süden schöne steinerne Treppen zur Kirche führen. Bei aller Einfachheit ist die Kirche ein Denkmal des damals neuerwachten Sinnes für die Gothik und der staatlichen Fürsorge für die Gemeinde.

Die Baulast der Kirche, welche erst das Kloster, dann nach dessen Säkularisirung der Staat hatte, ist durch die Ablösung theils auf die politische, theils auf die kirchliche Gemeinde übergegangen.

Der hübsch gelegene Begräbnisplatz, welcher früher um die Kirche her lag, befindet sich seit 1812 auf der Anhöhe gegen den Neuhof nahe dem östlichen Ende des Dorfes.

Die Synagoge der Israeliten im untern Theil des Ortes nahe der Jagst ist ein einfaches, aber freundliches Gebäude ohne Stil aus dem Anfang dieses Jahrhunderts.

Ihren Begräbnisplatz haben die Israeliten eine halbe Stunde südöstlich vom Ort entfernt auf einer Anhöhe mitten im Feld, von einem Zaun umgeben.

Nahe bei der Kirche steht das wohnlich eingerichtete, alte Pfarrhaus, früher durch eine Mauer und Garten von der Straße abgeschlossen. An der Thüre des Pfarrhauses das Wappen des Erbauers, Abts Christoph Haan (ein Hahn) und des Klosters Schönthal. Darunter R. D. D. C. S. V. Abbatis (reverendi domini domini Christophori Speciosae Vallis Abbatis) 1674 und das Zeichen des Steinmetzen.

An der Hauptstraße gegenüber der Kirche steht das Schulhaus, früher Privathaus, 1838 von der Gemeinde erkauft und zur Schule eingerichtet. Es enthält 3 Lehrzimmer und die Wohnung eines Schullehrers. Der zweite ständige und ein unständiger Lehrer haben ihre Wohnung im Rathhause. Die Israeliten haben eine Konfessionsschule.

Das Rathhaus im obern Theil des Ortes an der Hauptstraße, wurde 1843 um 1400 fl. von der Gemeinde angekauft, ist sauber und freundlich gehalten und enthält im untern Stock die Gelasse für die Gemeindebehörden, im obern die ebengenannten Lehrerwohnungen.

Hart an der Jagst am westlichen Ende des Ortes steht das Stammschloß der Herren von Berlichingen. Der Schloßgraben, | jetzt ausgefüllt, läßt sich noch erkennen. Der nordwestliche Theil des alten unscheinbaren Steinhauses ist zu einer Pächterwohnung umgebaut und umgeben von großen Ökonomiegebäuden. An einem Thor derselben stehen die Namenszüge Johann Reinhards v. Berlichingen, † 1704, und seiner Gattin Sophie Magdalene geb. v. Berlichingen.

Nach der Sage soll ein unterirdischer Gang von der alten Burg nach Rossach gegangen sein.

Ein altes Haus mit hohem Giebel im untern Dorf heißt die Kanzlei.

An der Kellerthüre eines weiteren alten Hauses steht die Jahrszahl 1592.

Zu bemerken ist noch die große Ölmühle auf der mit herrlichen Bäumen bewachsenen Insel. Hier errichteten die Gebrüder Baumann 1812 die erste mechanische Wollspinnerei in Württemberg mit englischen Maschinen, aber die Schwierigkeit des Verkehrs, Brandunglück und die schlechten Zeiten ließen das Unternehmen, welches den Wohlstand der Gemeinde und der Umgegend hätte heben können, nicht emporkommen. Die Spinnerei gieng wieder ein.

Am Fußweg nach Widdern auf der jenseitigen Thalseite steht die alte Kapelle zu den vierzehn Nothhelfern im Schatten zweier Lindenbäume.

Mit Trinkwasser ist der Ort reichlich versehen, aber die größere Anzahl der 7 Pumpbrunnen leidet bei starkem Regen unter Jauchezusatz. Die Markung ist reich an Quellen, doch ist keine derselben gefaßt. Die bedeutendsten sind der sog. erste Brunnen, der alte Mörsbrunnen, an der Straße nach Schönthal, der Windbrunnen im Neusasser Flur, der Weihenbrunnen hinter dem Judenkirchhof, sodann Quellen im Kellerberg, im Storchwald und im Katharinenberg. Die den Ort im Halbkreis umfließende Jagst tritt öfters aus, überschwemmt das Wiesenthal und verderbt das Futter. Da sie noch hart am Ort ein Altwasser, Ader genannt, bildet, so ist der Ort bei Hochwasser bisweilen Wochen lang vom Verkehr auf der Staatsstraße, welche von Schönthal nach Möckmühl zur Eisenbahn auf dem rechten Ufer führt, abgeschnitten, ein für das gewerbreiche und handeltreibende Volk empfindlicher Mißstand.

Auf der Markung bestehen 4 Steinbrüche, 3 an der Straße nach Jagsthausen, einer an der Straße nach Neuhof. Doch werden bessere Bausteine von außen bezogen.

| Lehmgruben sind vorhanden. Ein Versuch, im Storchwald Steinkohlen zu graben, blieb ohne Erfolg. Auf dem Katharinenberg ist ein Erdfall zu bemerken.

Der höchste Punkt der Markung, der sog. Heubirken, gewährt eine weite Aussicht bis nach dem Wartberg bei Heilbronn, Löwenstein und Waldenburg.

Die Einwohner, vor hundert Jahren noch vielfach mit fahrendem Musikantenvolk vermischt, das England, die Niederlande und Frankreich durchzog, sind nun mehr seßhafte, ordnungsliebende Bürger geworden, welche aber durch Gewerbe und Handel mehr in den Verkehr der Welt hineingezogen werden, als dies bei der fränkischen Bevölkerung sonst der Fall ist. Sie sind darum weltgewandter, aufgeweckter und redefertiger als ihre Nachbarn und theilweise auch dessen bewußt. In der Nachbarschaft gilt der Berlichinger für „aufgeklärt“. Kirchlicher Sinn und Sparsamkeit ist vorherrschend.

Wie der Volkscharakter, so zeigt auch die Konstitution und Gestalt einige Abweichungen. Gegenüber der mittleren Körperkraft und gedrungenen Gestalt der Franken begegnet man in Berlichingen hochgewachsenen, derbkräftigen Männern. Auch das Lebensalter scheint durchschnittlich ein höheres zu sein als in der Umgegend. 1879 waren 7 Einwohner über 80 Jahre alt.

Eine Folge des größeren Verkehrs ist der starkgemischte Dialekt des Ortes, der starke Übergänge ins Schwäbische und Rheinfränkische zeigt und auch wohl von dem früher stärker vertretenen israelitischen Element beeinflußt ist.

Die Volkstracht ward vollständig durch die städtische verdrängt.

Die Hauptbelustigung des Volks ist im Sommer Kegelschieben. Tänze finden zweimal im Jahre statt. Von dem eigenthümlichen Gebrauch gesegneten Weins bei Trauungen siehe oben allg. Theil.

Der Wohlstand der Gemeinde ist in sichtlichem Steigen. Es verdient alle Anerkennung, daß es der Gemeindeverwaltung gelungen ist, nicht nur eine schwere Schuldenlast von 39.000 fl. zu tilgen, sondern auch ein ansehnliches Gemeindevermögen zu sammeln und daneben ein Schul- und Rathhaus zu erwerben.

Die Vermögensverhältnisse sind insofern nicht ungünstig, als allen Einwohnern die Möglichkeit des Verdienstes in ausgiebigerer Weise als in den meisten Orten des Oberamts sich bietet.

| Die Haupterwerbsquellen sind Gewerbe, Feldbau und bei den Israeliten Handel. Obst- und Weinbau treten zurück.

Der Ort zählt 138 Gewerbetreibende. Sämmtliche Gewerbe sind vertreten, was einen starken Umsatz und an Sonntagen einen starken Verkehr von Seiten der benachbarten badischen und württembergischen Orte veranlaßt. An solchen Tagen gleicht Berlichingen einem belebten Städtchen. Der nicht 1200 Einwohner zählende Ort hat Mezger 6, Bäcker 5, Schneider 5, Wagner und Schreiner 3, Schlosser, Uhrmacher, Sattler je 2, Conditor, Flaschner, Kupferschmied, Messerschmied, Zeugschmied, Glaser, Hutmacher, Hafner, Dreher je 1. Die sehr stark vertretenen Maurer und Steinhauer arbeiten meist nach Außen. Krämer und Kaufleute sind 14 im Ort, Schildwirthschaften 6, Speisewirthschaften 6 und eine Bierbrauerei mit Schildwirthschaftsgerechtigkeit. Eine Mühle mit 3 Mahlgängen und 1 Gerbgang, 1 Öl-, Säg- und Schleifmühle, 1 Essigsiederei, 5 Dampfbrennereien und 1 Ziegelei außerhalb des Orts am Wege nach Neuhof arbeiten mit Erfolg. Feinere Korbgeflechte gehen nach Heilbronn.

Von der nicht sehr großen Gemeindemarkung gehört der größere Theil dem Staat und den Herren von Berlichingen-Jagsthausen. Der Grundbesitz ist sehr zerstückelt.

Der größte Grundbesitzer hat 17 Hektar 96 Ar Feld, der Mittelmann 10 Hektar, die kleineren Leute, besonders Handwerker, 0,5 Hektar.

Der größere Theil der Markung hat fruchtbaren, tiefgründigen Boden. Verbesserte Ackergeräthe finden Eingang. Zur Hebung der Landwirthschaft würde Besserung der Feldwege und der Düngerstätten wie Sammlung der Jauche wesentlich beitragen.

Der Weinbau, der früher noch im Fuchsen, Vorderburgberg und Hintermühlberg getrieben wurde, ist seit dreißig Jahren zurückgegangen. Die besten Lagen sind der Priorsberg und der Katharinenberg. Die gebräuchlichsten Rebsorten sind Veltliner, Rißling, Silvaner, Burgunder und Gutedel. Der Wein gehört zu den besten im Jagstthal. Die Preise schwanken zwischen 60 und 170 Mark für den Eimer.

Der Obstbau ist in erfreulicher Zunahme.

Die Gemeinde besitzt 360 Morgen Wald, vorherrschend Laubwald, welcher der Gemeindekasse bei den hohen Baukosten 1000 Mark Ertrag jährlich liefert.

| Die Brach- und Stoppelweide, welche im Winter mit 400 Schafen, im Sommer mit 200 befahren wird, wirft sammt dem Pferch 1200 Mark ab. Der Pacht der 60 Morgen Allmand erträgt ca. 700 Mark.

Die Israeliten treiben starken Viehhandel. Das Vieh wird meist im Bezirk, aber auch nach Hall, Crailsheim und Ellwangen abgesetzt.

Das Fischrecht gehört der Gemeinde und ist um 14 Mark verpachtet. Die Jagst liefert Hechte, Aale, Weißfische und Barben.

Die Staatsstraße von Schönthal nach Möckmühl führt jenseits der Jagst am Ort vorüber.

Eine Vizinalstraße zieht durch den Ort nach dem Neuhof und ins Kocherthal. Eine verbesserte Straße nach Oberkessach und Osterburken zum Anschluß an die dortigen Bahnen, welche von der Gemeinde längst angestrebt wird, könnte von großer Bedeutung für den gewerbsamen Ort werden.

Die gebrechlich gewordene Holzbrücke über die Jagst wird dermalen durch einen schönen Steinbau ersetzt.


Alterthümer. Der Limes berührt die Markung hart an der Oberamtsgrenze im Westen auf den Fluren Säuhaus und Heubirken.

Altgermanisch ist die Umwallung auf der Höhe östlich vom Ort nahe beim Neuhof im Eichwald, mit einer alten Kuhtränke. Hier ist ohne Zweifel der Ort, wohin man nach den Prozeßakten von 1483 in den alten Fehden das Vieh getrieben hat (Jagsth. Arch.). Die Sage läßt dort das wüthende Heer erscheinen. Beim Fundamentgraben der Scheune des Thierarzt Maier und des Böttigheimerschen Hauses wurden kleine, wenig vertiefte Schüsselchen, Lämpchen und Gebeine gefunden.

Südöstlich von Berlichingen sind die Heidenäcker, nordwestlich die Schelmenklinge, westlich der Rennplatz, südlich die Streitäcker. Der Burgberg und die Burgwiesen haben ihren Namen nicht von einer dort gestandenen Burg, sondern als Zubehör der Burg Berlichingen. Das auf dem Burgberg auf der südwestlichen Seite gefundene Gemäuer gehörte zu dem dort und in der darunter liegenden Joppenklinge gelegenen Hiupenhusen s. unten. Die Steinäcker unweit des Hofes Neusaß weisen auf den abgegangenen Hof Stein s. unten Neuhof.

| Auf den Besitz des Klosters Schönthal weist der Priorsberg, auf den der St. Katharinenpfründe der Katharinenberg. Im Distrikt Thiergarten nahe beim Kloster Schönthal, aber auf Berlichinger Markung, hatte das Kloster einen Thiergarten.

Von sonstigen Flurnamen sind zu nennen: Bannholz, Barchfeld, Eßlinger, „im Fuchsen“, Roßberg, Rutschenberg, Tanzenäcker, Weihenbronnen.


Berlichingen, alt Berelahinga a. 800 Cod. Lauresh. III, 127 Nr. 34, 78 (cfr. Beringen = Bieringen, der Mutterort von B.), = Sitz der Nachkommen eines Berelach, vom Volk Berlingen genannt, der Stammsitz des alten Hauses der Herren von Berlichingen, erscheint erstmals im Jahr 800 als im Jagesgowe gelegen. Das Kloster Lorsch erhielt hier eine casa.

Nach der Ortssage bestand der Ort ursprünglich aus sieben Bauernhöfen. Daß Berlichingen in alter Zeit ganz den Herren von Berlichingen gehörte, ehe das Kloster Schönthal stand, wie Konrad v. Berlichingen in dem Prozeß gegen das Kloster 1483 behauptete, hat nichts gegen sich. Jedenfalls aber hatte das Kloster 1176 ein praedium, 1177 terram in Berlichingen und in Erlahe mit der Bergwand, die bis nach Berlichingen reicht. W. U. 2, 179, 185. Der Schönthaler Besitz wuchs rasch, daß das Kloster schon 1217 sich unter dem Abt Albert mit Engelhard von Berlichingen wegen einer Landscheid in territorio Berlichingen und 1234 wiederum mit demselben wegen aller ihrer Rechte in Berlichingen vertrug. W. U. 3, 338. Jagsth. Urk. Weitere Erwerbungen machte das Kloster 1301 (halben Zehnten), 1324 (halbes Gericht), 1334 (Äcker), 1348, 57, 61, 78, 1408 von den Herren von Berlichingen.

Neben diesen erscheinen besitzberechtigt 1220 Heinrich, Küchenmeister von Nortenberg, und 1301 Diether von Nagelsberg, der wie Engelhard v. B. ein Bocksbergischer Lehensmann war.

Der Zehnte war 1301 würzburgisches Lehen und Afterlehen Konrads von Bocksberg, die Burg, welche bisher freieigen gewesen, wurde 1292 hohenlohisches Lehen, war aber seit 1347 würzburgisches Lehen. Das Dorf war in eine Berlichingische und eine Schönthalische Hälfte getheilt. Die Straße schied beide Theile. Die hohe Obrigkeit stand Mainz zu. B. gehörte in die Cent Ballenberg. Die Vogtei und das Gericht war hälftig getheilt, doch hatte Schönthal den Vorsitz. Der Schultheiß war | gemeinschaftlich. Unter dem Schultheiß, dem bei 4 Malter Haber Strafe zu gehorchen war (Dorfordnung von 1529. Schönth. Kameral.-Akt.), standen die jährlich gewählten Bürgermeister, 3 Schätzer, welche Wein, Brot und die Eich besahen und vom Umgeld ein Viertel bekamen, die Heimbürgen, welche über Wege, Stege, Brücken, Wiesen, Baumzäune zu gebieten haben (D.-Ordn. von 1529) die 2 Heiligenknechte, von denen nach 2 Jahren einer abtritt, worauf ein neuer vom Pfarrer, Schultheiß und dem bleibenden Heiligenknecht erwählt wird. Die Wirthe durften nach Ave Maria keinem Einheimischen Wein, Licht und Karten geben (D.-O. 1529) und ohne der Herrschaft Willen keinen Fremden herbergen, was auch den Bürgern verboten war. Die Judenaufnahme war nach Schönthalscher Darstellung gemeinschaftlich, während die Herren von Berlichingen den Judenschutz in ihrem Gebiet für sich beanspruchten, woraus unzählige Streitigkeiten floßen. Zuerst ist vom Judenschutz 1650 die Rede. Berlichingen hatte 25 Schutzjuden, Schönthal 1.

Auf dem Gebiet der Burg sprachen die Herren von Berlichingen die Jurisdiktion in vollem Umfang für sich an. Bannwein schenkte jeder Dorfherr an der Kirchweihe unbeschränkt. (Jurisdikt.-Buch u. Schönth. Akten.)

Im Jahr 1642 erhob die Ritterschaft des Kantons Odenwald den Anspruch auf Betreiben Hans Wolfs v. Berlichingen, den Schönthalischen Antheil an B. zur ritterschaftlichen Steuer beizuziehen. Kurmainz nahm sich 1692 des Klosters an und belegte die ritterschaftlichen Gefälle im Amt Krautheim mit Beschlag. Die Ritterschaft erwirkte dagegen ein Mandat. Nach 10jährigem Prozeß überließ Schönthal seine unmittelbaren Unterthanen zu Rechbach der Ritterschaft zur Besteurung und erhielt von der ritterschaftlichen Steuer zu B. die Hälfte.

Auch sonst veranlaßte das Kondominatsverhältnis endlose Streitigkeiten und Klagen beim Reichshofrath, bis endlich 1802/3 des Klosters Antheil an B. sammt dem Patronat Württemberg zufiel und 1806 auch die andere Hälfte an Württemberg kam. 1809 hörte die gemeinsame Justizverwaltung von Württemberg und den Herren von Berlichingen auf, der letzte Rest des alten Kondominats war damit gefallen.


Kirchliches. Nach Schönthaler Tradition war Berlichingen ursprünglich Filial von Bieringen, wozu auch der Wortlaut des | Lorscher Kodex über die Schenkung von 800 paßt, s. Reg. Daß die Pfarrei schon 1176 dem Kloster Schönthal einverleibt worden sei (Neher, Pers. Katalog des Bisth. Rottenb. 76. Krauß Katalog 1832), ist urkundlich nicht zu belegen, ja höchst unwahrscheinlich. Die Trennung Berlichingens von Bieringen muß nach der Erwerbung der Pfarrei Bieringen durch Schönthal, also nach 1171, wahrscheinlich nach 1222 erfolgt sein. Das Patronatrecht blieb wie in der Mutterkirche, so in der neuen Pfarrei dem Kloster. 1331 wurde von den Herren von Berlichingen eine Frühmesse zu St. Katharina gestiftet, welche bald ansehnlichen Besitz bekam, besonders an Weinbergen (Katharinenberg). Auf Bitten des Pfarrers Joh. Vetter vereinigten 1454 die Herren von Berlichingen die Frühmesse, welche sie zu verleihen hatten, mit der Pfarrei, machten aber fortan Ansprüche auf die Präsentation zur Pfarrstelle, auf welche sie erst 1497 verzichteten.

Bei dem Prozeß 1483/84 wollte der Abt von Schönthal seine Ansprüche auf die Pfarrei retten, indem er sie für eine „Römerin“, welche abwechslungsweise der Papst zu besetzen hatte, erklären wollte; wogegen die Herren von B. ernstlich Einsprache thaten. (Jagsth. rothes Buch.)

Der große Zehnte gehörte dem Kloster, der kleine dem Pfarrer. Die Reformationszeit muß nicht spurlos an B. vorübergegangen sein, da die Dorfordnung von 1529 bei einer Strafe von 10 Malter Haber gebietet, an Sonn- und Feiertagen Predigt und Messe zu besuchen und nicht auf den Gassen zu stehen, noch auf dem Kirchhof sich zusammenzurotten (Akten des Kameralamts Schönthal).

In der alten Kirche hatte ein Herr v. Rohenkeim seine Grablege gefunden. Kremer, Chron. Schönth.

Nach der Ortssage soll an der Stelle der jetzigen Kirche eine unscheinbare hölzerne Kirche gestanden sein. Als einst der Konventuale Sig. Fichtlin mit einem Genossen durch Berlichingen spazieren gieng, habe er zu seinem Begleiter gesagt, wenn er Prälat werde, baue er eine neue Kirche in B. und darauf habe Abt Sigmund 1629 die Kirche erbaut. 1630 wurde die Emporkirche mit den Bildern der Apostel bemalt.

Die Kirche hatte damals zwei der Maria und St. Veit geweihte Altäre. Als Schönthal durch schwedische Schenkung an Kraft von Hohenlohe gekommen, war B. der einzige Ort in der nächsten Umgebung von Schönthal, wo der katholische | Gottesdienst Dank der Energie seines Pfarrers M. Diemer (s. Schönthal) erhalten blieb, weshalb auch hierher das Gnadenbild von Neusaß (s. d.) geflüchtet wurde.

Seit dem 17. Jahrhundert wurde die Pfarrei von Klostergeistlichen versehen, die rasch nach einander wechselten, bis mit der Säkularisation des Klosters das Patronat an den König übergieng. Seit 1858 hat der Bischof von Rottenburg die Kollatur.

Die Pfarrei gehörte bis 1818 zum Landkapitel Buchen oder Odenwald.

Pfarrer: Konrad plebanus 1282 1293. (Staatsarch.) Guthar 1302. (Staatsarch.) Peter v. Edelringen (Ailringen) 1337. Johan Vetter 1454, wird 1461 Statthalter der Pfarrei zu Öhringen. Andreas Hollenbach ... Johann Winter 1458 (Staatsarch.). Matth. Teuffel an. inc. (Annivers. Verzeichniß). Andr. Günther trat ins Kloster 1596, † 1605. Joh. Horn v. Külsheim 1611–21. Matth. Heil v. Aschaffenburg 1623–24. Adam Kucher 1628. Ad. Schüll v. T.-Bischofsheim 1629. Erhard Deppisch, † 19. März 1633. Mich. Diemer v. Kirchzell 1633 ff. Christof Hahn 1635 Febr. Wilh. Dümling v. Königshofen 1636. Melch. Sibert v. Bütthart 1637–39. Alberich Geilhard v. Ochsenfurt 1640–43. Bened. Wesserlin v. Neustadt a./S. 1644–47, Gottfr. Weber ... Christof Reichard v. Burkheim 1654–55, 68–70. Phil. Völker 1655. Peter Schönleber v. Hagenau im Elsaß 1655–62. Joh. Beger v. Aschaffenburg 1662–67. Alb. Beger v. Heustreu 1670. Andr. Duppelig v. Bamberg 1673–75. Amad. Bretzigheimer v. Miltenberg 1675. Bernh. Eckart v. Oberstreu 1676. Christi Greb v. Mittelstreu 1678. Bened. Knüttel v. Lauda (der spätere Abt) 1679. Wilh. Hohenrein 1679–82. Paul Götz v. Klepsau 1682. Mar. Wörner v. Lauda 1683. Thom. Derrer v. Reinsdorf 1687. Marc. Haidt v. Landsberg (Baiern) 1693. Placid. Bausback v. Königsheim 1705. Dom. Emmerich v. Mainz 1708. Christoph Klug 1710. Math. Holzhauser v. Landsberg 1710–15. Ant. Stalpf v. Buchen 1715. J. B. Rüdenauer v. Berlichingen 1716. Leonh. Hoffmann v. Mergentheim 1724. Balth. Raps v. Lauda 1726. Gabr. Zehlin v. Rottenbach 1728. Chr. Lindig v. Mainz 1729. Wilh. Scheffer v. Retzbach 1733. Edm. Seuling v. Würzburg 1737. Seb. Leininger v. Ebern 1741. Bernh. Lindiger v. Grünsfeld 1747. Sim. Peter v. Eichstädt 1749. P. Bauer v. Igersheim 1756. Aug. Braun v. Trennfurt 1756/59. Hieron. Trost v. Bischofsheim 1759. Al. Greber v. Mergentheim 1762. Alb. Katzenberger v. Niederlauer 1765. St. Manz v. Schönthal 1771. Aug. Stahl v. Ballenberg 1773. Greg. Scheuer v. Bingen 1785. Fr. X. Simon v. Neustadt a. d. S. 1800. Konr. Knoll v. Öpfingen 1813. Isid. Stendel 1829. Kasp. Haßler 1837. Joh. Bapt. Manz 1851. Flor. Widmaier 1862. Joh. Weber 1871. Fr. Jos. Hummel 1875.

Frühmesser: Johann 1335 (Staatsarch.). Albert v. Orengowe 1337 (Staatsarch.). Als Schullehrer nennen die Kirchenbücher zuerst 1612 Seb. Wagner.


| 800 23. Febr. Trutgart schenkt dem Kl. Lorsch in pago Jagesgowe in villa Biringen et in Berelahinga in loco Hiupenhusen ecclesiam, casam et curiam. Cod. Lauresh. Nr. 3478.

1176 8. Nov. bestätigt Papst Alexander III. dem Kl. Schönthal den Besitz eines praedium in B. W. U. 2, 179.

1177 21. Dez. den einer terra in B. nebst der in Erlahe cum latere montis pertingentis usque Berlechingen. W. U. 1, 185.

1217. Abt Albert v. Schönthal trifft mit Engelhard v. B. und seinen Söhnen eine discretio terminorum in territorio B., indem sie mit Hand und Halm gegenseitig auf die Rechte des andern Theils verzichten. Streitigkeiten, welche beim Pflügen oder Reuten entstehen, sollen die Bauern schlichten. Verkauft ein Bürger in B. etwas, so sollen beide Theile es mit einander kaufen und theilen. W. U. 3, 117. Urkd. im Jagsth. Arch. Schönhuth 25.

1220. Heinrich, magister coquinae imperialis, und seine Gattin Guta stiften 2 Morgen Weinberge in B. zum Altaropfer an das Kl. Schönthal. W. U. 3, 105.

1220 20. April. Engelhard v. B. schenkt dem Kl. Schönthal einen Weinberg in B. 3 Morgen auf dem Berg Storkesnest und übergibt dieselben durch die Hand seines Lehensherrn Heinrich v. Bocksberg. W. U. 3, 117.

1234. Bischof Hermann v. Würzburg bestätigt den Schiedsspruch Wilhelms v. Wimpfen über die Streitigkeiten des Kl. Schönthal mit Engelhard v. B. wegen des Schönthalischen Besitzes in B. Die Grangia des Klosters unterliegt nicht dem Mühlzwang in B. Schönthal darf in B. für seinen Bauhof einen Hirten halten, der Gemeindehirte aber nicht auf die Schönthaler Felder treiben außer auf die in B. Die Hölzer neben dem Gerberhaus an der Bergwand gehören dem Kloster, der Wald „Hengstberg“ Engelhard v. B. W. U. 3, 338.

1292 3. Non. Mart. geben Simon und Dietrich v. B. ihre Burg B. an Kraft v. Hohenlohe zu Lehen statt des Zehnten in Ober-Kessach. Hans. 2, 280.

1301 9. Jan. Dieter v. Nagelsberg verkauft den halben Zehnten gr. u. kl., den er als Würzburger Lehen von Konrad v. Bocksberg zu Lehen getragen, für 150 Pfd. an Schönthal. C. v. Bocksberg hatte schon am 30. Nov. 1300 diesen Zehnten Schönthal geeignet. Staatsarch.

1301 23. Dez. verspricht Dieter v. Nagelsberg seiner Schwester Adelheid Schalerin für ihre Ansprüche an den verkauften Zehnten zu B. die 15 Pfd., welche ihr bisher der Abt gegeben, lebenslänglich zu zahlen. Staatsarch.

1318 St. Walpurg. Beringer v. Berlichingen, Ramung v. Husen, Heinrich v. Bieringen vertragen den Abt v. Sch. mit Hermann, Engelhard, Zürich und Ulrich Gebr. v. B., welche auf ihre Ansprüche verzichten. Staatsarch.

1318 14. März. Beringer v. B., Mya seine Gattin, Simon, Götz, Thomas, seine Söhne verzichten auf ihr Kelterrecht und den Zehnten von des Kl. Weinbergen zu B. Dieser Verzicht wird von einer andern Linie angefochten. Daher 1324 27. Jan. verkaufen Dietr. v. B. und seine Gattin Elisabeth ihren Besitz in B. sammt dem Antheil am Gericht für 100 Pfd. an das Kl. Staatsarch.

1331 6. Aug. verkauft Gottfried, Arnolds Sohn v. Sachsenflur, | 8 Güter zu Oberkessach an Br. Heinrich v. B., Mönch in Schönthal, Götz v. B. und das Gotteshaus zu B. zur Stiftung einer Frühmesse. Staatsarch.

1334 24. März. Hermann v. Berlichingen, Adelheid seine Gattin, Ulrich Taube, sein Bruder, verkaufen 131/2 Morgen Äcker zu B. an Schönthal um 60 Pfd. Staatsarch.

1335. Lupold Tanner v. Gattenhofen, Agnes, Tochter Arnolds v. Königshofen, verzichten auf die Güter zu Ober-Kessach, welche ihr Bruder an die Frühmesse zu B. verkauft, nachdem sie mit Gütern zu Schüpf entschädigt worden. Staatsarch.

1337 22. Okt. bestätigt Bischof Otto die Stiftung der Frühmesse zu B. durch Götz v. B. mit Konsens des Pfarrers Peter v. Edelringen und macht Albert v. Orengow zum Frühmesser. Staatsarch.

1343 21. Jan. Isengart, Witwe Simons v. B., verkauft 2 Pfd. Heller zu Ober-Ernsbach an die Frühmesse zu B. Staatsarch.

1347 19. Febr. müssen Götz und Berenger, sein Bruderssohn, v. B. 1/4 an der Feste Hausen (Jagst), und was sie haben an der Feste und Mark Berlichingen, dem Hochstift Würzburg wegen Frevel gegen dasselbe zu Lehen geben. Mon. boic. 41, 269.

1357 10. Juli verkauft Hans v. B. und seine Gattin Alhus eine Wiese zu B. für 131/2 Pfd. an das Kl., und all ihr Eigen zu B. an Götz und Berenger für 133 Pfd. Staatsarch. (Bauer.)

1357 9. Okt. Isengart v. Helmstadt, Witwe Simons v. B. und ihre Tochter Elsbeth verkaufen den Hof zwischen Burg und Kirche, welchen hievon Hans v. B. zu Grunbach um 40 Pfd. erkauft, an Schönthal. Staatsarch.

1361 5. April. Zürch v. B., Adelheid seine Gattin, Hans, sein Sohn, verkaufen an Schönthal 28 H. Gült von einem Garten für 24 Schill.

1378 15. Dez. vertauscht Götz v. B. 11/2 Morgen Weinberg zu B. gen. Veldner gegen 2 Morgen Klosterweinberg zu Hausen und ebenso

1379 7. Febr. Konrad v. B. 42/3 Morgen, gen. der Langenberg am Mörsbrunnen, für 33/4 Morgen zu Hausen. Staatsarch.

1386. Adelheid v. Marlach, Witwe, und Hans v. Marlach, ihr Sohn, verkaufen an Götz v. B. und Agnes v. Gebesedel ihr Haus zu B. an der Brücke um 22 Pfd.

1408. Gottfried, Berenger und Friedrich v. B. schenken dem Kl. Schönthal zu ihrem und ihrer Mutter Gedächtnis etliche Güter und ihren Antheil am Kelterrecht und verzichten auf ihre Ansprüche an den Langenberg. Staatsarch.

1434. Götz v. B. wird von Würzburg mir 3 Theilen am Schloß Berlichingen belehnt. (Bauer.)

1454 15. März unirt Bischof Gottfried v. Würzburg die Frühmesse mit der lange verwaisten Pfarrei. Staatsarch.

1457 Freit. nach Assumpt. Mar. vertragen Abt Simon v. Schönthal, Johann Erhard, Dekan des Kap. Buchen und Peter, Pf. zu Wittstadt, den Pf. Johann Vetter und die Gemeinde wegen Streits über Zehnten von einer Wiese, von Obst, Erbsen, Linsen und Wicken. Staatsarch.

1463. Eberh. v. B. und Adelheid v. Thalheim, seine Hausfrau, vertauschen eine Wiese, welche sie von ihrem Vater Hans v. B. und | dieser von Hans v. B. zu Jagsthausen ererbt hat, an das Kl. Schönthal. Staatsarch.

1465 Sonntag n. Martini. Heinz Rigel verkauft sein Fischwasser zu B. um 121/2 fl. an Abt Joh. v. Schönthal. Staatsarch.

1483/84 heftiger Streit zwischen Schönthal und den Herren v. B. wegen Steinsatz, Triebrecht in Schönthals Wäldern, Faselvieh, Pfarrsatz und Anderem. Jagsth. Archiv.

1487. Schönthal verleiht seinen Hof zu B. an Wendel Kubach Staatsarch.

1520. Schönthal kauft das Fischwasser bis zum Mörsbrunnen. Staatsarch.

1520 stiften Pfarrer und Gemeinde eine Brüderschaft zu Ehren St. Sebastians, St. Veits, St. Katharina und Anna. Schönth. Chr.

1570 an der Kirchweihe brach ein großes Feuer aus durch Nachlässigkeit einer Frau, die Butter ausließ. Die Burg, die Schönthaler Kelter und mehrere Häuser und Scheuren brannten ab. Schönth. Chr. in Donaueschingen.

1576 wird der Müller zu B. vom Centgericht zu Ballenberg wegen Schmähung des Gerichts zu Berlichingen um 30 Pfd. gestraft. (Bauer.)

1592. Hans Reinhart v. B., Oberamtmann zu Möckmühl, vertauscht mit Schönthal eine Scheune in B. Staatsarch.

1620. Abt Theobald kauft von der Gemeinde B. einen Steinbruch ob dem „Storch“ im Wald. Staatsarch.

1651. Bei der Theilung mit Hans Wolf v. B. erhält Hans Konrad das Stammschloß Berlichingen. Jagsth. Archiv.

1672 begehrt Hans Konrad v. B. von der Gemeinde Bauholz, um das Schloß wieder zu bauen. Schönth. Chr.

1706 ist der Verkauf des freiherrlichen Antheils an Schönthal beabsichtigt. Der Kaufpreis ist 24.000 fl. Würzburg protestirt.

1736 entlehnt Hans Reinhart v. B. von Schönthal 15.600 fl., um die andere Hälfte des freiherrlichen Antheils an B. zu kaufen und das Schloß in B. zu repariren, und verpfändet dafür die Hälfte von B. mit allen Einkünften und 90 Morgen Acker, 27 Morgen Wiesen und Gärten. Jagsth. Archiv.

1750 rückt die Ballenberger Cent ein zum Schutz von Schönthal im Streit mit den Herren von B. und der Ritterschaft. Staatsarch.

1761 hebt Mainz Soldaten in Berlichingen, Bieringen und Sershof aus, die Ritterschaft protestirt. ib.

1783. Die Herren v. B. nehmen Juden auch in christliche Häuser auf, Schönthal protestirt. Staatsarch.

1812. Brand in der Ölmühle. (Mündl.)

1829 15. Nov. sterben Bernh. Lenz und sein Sohn an Brandwunden durch Entzündung von Hanf am Ofen. Württ. Jahrb. 1829, 25.

1874 8. Sept. brennt eine Scheune ab. (Mündl.)

1877. Hagelschlag.


In Berlichingen haben ihren Stammsitz die Herren von Berlichingen, eines der angesehensten, ausgedehntesten und begütertsten Geschlechter des ehemaligen Ritterkantons Odenwald.

| In die urkundlich gesicherte Geschichte tritt das Geschlecht mit Engelhard von Berlichingen 1212. Doch hat die Familientradition, welche schon 1484 bestand, (s. Geschichte Götz v. Berlichingen v. Gr. Friedrich v. Berlichingen. Leipzig 1861. S. 653) und wornach die Herren von Berlichingen schon zur Zeit der Gründung des Klosters Schönthal geblüht haben, nichts gegen sich. Immerhin möglich ist, daß die Burg Berlichingen schon um 1050 gebaut gewesen sei. l. c. S. 554. Dagegen ist in hohem Grad unwahrscheinlich, daß Wolfram von Bebenburg, der Stifter des Klosters Schönthal, der Sohn einer Dame von Berlichingen gewesen, der mit dem mütterlichen Erbe das Kloster Schönthal ausgestattet habe. ib. S. 554. Das Haus, zu dem ohne Zweifel die Herren von Marlach und Eicholzheim gehörten, ohne daß der gen. Zusammenhang sich erweisen ließe, W. F. 5, 30, und von welchem sich im 15. Jahrhundert eine Dörzbach-Laibacher (s. Dörzbach und Laibach) und Schrotsberger Linie abgezweigt hatte, trieb im 16. Jahrhundert zwei kräftige Zweige in Bayern, nemlich den Heidingsfelder Zweig (ausgestorben 1620) und den Geltolfinger Zweig (in Altbayern ausgestorben 1776). Die beiden Hauptlinien des Hauses sind heute noch die Jagsthäuser und die Rossacher Linie. Jene zerfiel in das innere (noch bestehende) Haus und das äußere Haus (Nebenlinien rothe Schloßlinie, ausgestorben 1818, und neue Schloßlinie, ausgestorben 1832, und Merchinger Linie, ausgestorben 1800). Die Rossacher Linie hat zum Stammvater den Mann, dessen Namen Goethes unsterbliches Drama einen durch die ganze gebildete Welt gehenden Ruhm verliehen, den Ritter Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand, für dessen Lebensgeschichte auf die OA.Beschr. Neckarsulm S. 444 verwiesen werden muß. Die Rossacher Linie theilte sich in die Hornberger, Illesheimer (ältere erloschen 1631, jüngere erloschen 1805) die Neuenstetter (ältere erloschen 1588, jüngere 1781) Rechenberger (erloschen 1687) und U. Eicholzheimer (erloschen 1769) Zweige. Am 7. Januar 1815 erhob König Friedrich von Württemberg den Freiherrn Jos. Friedrich Anton von B. in Anerkennung der von ihm und seinen Vorfahren geleisteten Dienste in den Grafenstand mit der Bestimmung, daß diese Würde jedesmal auf den Senior der Familie übergehe. Über ihn s. OA.Beschr. Neckarsulm S. 445. Das Wappen der Herren v. B. zeigt ein silbernes Rad mit fünf Speichen. Auf dem Schild ruht ein vorwärts gestellter Helm mit goldener Krone und goldenem Halsschmuck. Auf dem Helm sitzt ein rechts schauender Wolf, der zwischen den Zähnen ein Lamm hält, beide von Silber. Am 14. Juli 1488 erlaubte Kaiser Friedrich Kilian von Berlichingen und seinen Vettern, die silberne Krone in eine goldene zu verwandeln, was Maximilian I. 25. Aug. 1489 bestätigte. Unter letzterem Datum erhielt das Haus auch das Recht, mit rothem Wachs zu siegeln. W. F. 4, 365.

Ihre Grablege hatten die Herren von B. seit alten Zeiten im Kloster Schönthal, welches auch nach der Reformation weitherzig genug war, die evangelisch gewordenen Herren von B. nicht als haeretici formales zu behandeln, und so erhielt z. B. Götz v. B., der schon vor dem Bauernkrieg einen evangelischen Pfarrer in Neckarzimmern, Jörg Ammerbacher, angestellt (Nürnb. Kreisarch.) sowie ein Religionsgespräch veranstaltet hatte, noch in Schönthal sein Grab, s. Schönthal.

| Den Besitz der Jagsthauser Linie bildet heutzutage in Württemberg das Rittergut Jagsthausen-Berlichingen mit Stolzenhof, Leutersthal und Edelmannshof, in Baden das Rittergut Merchingen mit Dörnishof und dem Dorf Hüngheim. Die Rossacher Linie besitzt das Rittergut Rossach mit Neuhof und Halsberg in Württemberg und Helmstadt mit Ingelheimerhof sowie Neuenstetten im Großherzogthum Baden s. Gr. v. Berlichingen, Gesch. Götzen von B. S. 642 und 672.

In früherer Zeit war der Besitz ein weit ausgedehnterer, nemlich: im OA. Künzelsau zu Ailringen 1477. 1542. Altkrautheim 1585. Belsenberg 1352. 1415. 1514. Berlichingen 1234. Bieringen 1522. Criesbach 1423. Crispenhofen 1358. 1560. Diebach (Ober-) 1409. Dörzbach 1440. Hermuthausen s. d. Hollenbach s. d. Ingelfingen 1352. Künzelsau 1542. Laibach 1434. Meßbach 1374. 1617. Nagelsberg 1514. Niedernhall 1480. Oberkessach 1287 ff. Ozendorf abg. bei Hollenbach 1454. Railhof s. d. Rittersdorf s. d. Rossach 1498. Schleierhof 1318. Sershof 1586. Stachenhausen (Wald 1600). Unterginsbach s. d. Urhausen 1434. Weigenthal 1358. Weisbach 1470. Westernhausen 1566.

OA. Crailsheim Burleswagen 1441. Rechenberg 1618.

OA. Gerabronn Azenrod 1408. Hengstfeld OA.Beschr. S. 151. Herrenthierbach 1497. Hornberg a. d. Jagst 1430. Michelbach a. der Haide 1419 und an der Lücke 1423 sammt Kienhart, Scheinbach 1493. Schrotsberg mit Crailshausen und Könbronn 1409–1609. Wiesenbach, sowie kurze Zeit die Hälfte an dem reichen Vellberger Erbe, der Herrschaft Leofels OA.Beschr. Gerabr. 286.

OA. Heilbronn: Eisisheim und Kirchhausen 1425.

OA. Mergentheim: Althausen 1558. Laudenbach 1394. Lustbronn 1423. Mergentheim 1599, Neunkirchen 1558. Rengershausen 1585. Tunkenrod 1394. Wachbach 1451. Weikersheim 1447.

OA. Neckarsulm: außer Jagsthausen Assumstadt 1423. Buchhof 1455. Degmarn 1455. Domeneck 1423. Hertrichhausen abg. im Harthauser Wald 1354. Höchstberg 1423. Leutersthal 1343. Neckarsulm 1335. 1348. Neuenstadt 1455. Ödheim 1489. Olnhausen. 1304. Pfitzhof 1486. Roigheim 1498. Siglingen 1350 ff. Widdern 1343. Züttlingen 1423.

OA. Öhringen: Baumerlenbach 1454. Baumgasse (Being.) 1417. Ernsbach (1327, Ober- 1405) Möglingen 1454. Mörich 1419. Ohrn (Ober-) 1358. Ohrnberg 1403. Rechbach 1419. Sindringen 1401. Ulhardsberg (Ulrichsb.) 1427. Windischenbach 1427.

OA. Weinsberg: Gelmersbach .... Hölzern 1455. Rappach 1414. Scheppach 1423. Siebeneich 1419. Weinsberg 1482.

Im Großherzogthum Baden:

Allfeld 1352. Assumstadt 1491. Balbach U. 1459. Berolzheim 1365. Erfeld (?) 1497. Grunbach 1343. Gimpern (Ober oder Unter?) 1352. Hagenbach 1413. Hedigbeuern 1462. Heinstatt 1462. Hergerstatt 1460. Hornberg am Neckar 1517. Hüngheim 1403. Klepsau 1533. Korb 1608. Leibenstadt 1293. Merchingen 1558. Muckenloch 1425. Neuenstetten 1402. Oberndorf 1538. Rappenau 1356. Ruchsen 1272. Seckach 1573. Sennfeld 1503. Stein am Kocher 1455. Unterkessach 1494. Wittstadt 1402. Züttenfelden 1423. Zwingenberg 1357.

| Im Königreich Bayern:

Bertholdsheim Landgr. Monh. 1638. Breidenbuch Landgr. Amorb. 1497. Brennhausen Landgr. Kgshofen. Espach bei Michelbach an der Lücke 1459. Gailrod Landgr. Schillingsf. 1424. Geltolfing Landgr. Straubing 1429. Heidingsfeld Landgr. Würzb. 1495. Ickenheim (? wo 1455, ob Ickelheim bei Uffenheim). Ippesheim Landgr. Uffenheim 1434. Milz 1618. Rödelsee Landgr. Kitzingen 1486. Röttingen Landgr. Aub. 1410. Sächsenheim ib. 1454. Sulzbach auf dem Gäu Landgr. Hofheim 1455. Weilbach und Wiesenthal Landgr. Amorb. 1497. Wiesentheid Bez.Amt Gerolzhofen 1480.

An geistlichen Pfründen hatten und haben die Herren v. B. theilweise noch zu vergeben: die Frühmesse zu Althausen, Berlichingen, eine Pfründe zu Creglingen, die Pfarrei Dörzbach, Jagsthausen sammt der Frühmesse, die Kaplanei Laibach, die Pfarreien Michelbach a. d. L. Merchingen, Neuenstetten, Neunkirchen, Schrotsberg.

Wir geben auf S. 396 und 397 einen Stammbaum des Hauses, wobei wir auf die genealogischen Schemata Hermann Bauers in der Zeitschr. f. w. Fr. 6, 342 und 5, 422 verweisen, die aber wesentlicher Ergänzung bedürfen.

Zu den bedeutendsten Männern des Geschlechtes gehört neben Götz Konrad, 1470 Amtmann zu Bocksberg, dann Rath des Pfalzgrafen Friedrich, 1487 Rath der Markgrafen Friedrich und Sigmund, dann Hofmeister; 1488 im Niederländer Krieg tapfer mit dem Schwert, gewandt in der Rede und im Rechtsstreit, ward er von den Markgrafen zu Sendungen auf Reichstagen und Versammlungen verwendet und von Kaiser Friedrich und Maximilian ausgezeichnet. Er starb am 3. Febr. 1497 auf dem Reichstag zu Lindau. Durch ein vielbewegtes Leben ist ausgezeichnet Hans Burkhard von der Geltolfinger Linie. Er war 1569–72 würzburgischer Rath, dann am Hofe Herzog Albrechts von Baiern, 1580 württemb. Rath, 1586 Haushofmeister, 1591–93 Obervogt vom Amt Waiblingen, 1594 von Cannstatt, um 1590 kaiserlicher Rath. Viel zu diplomatischen Verhandlungen verwendet, verlieh ihm Herzog Friedrich ein Kammerlehen von 8000 fl., ließ ihn aber 1597 zu Tübingen verhaften und in Gewahrsam halten. 1600 durch kaiserliche Fürsprache frei geworden, diente er Kaiser Rudolf als Rath, wurde aber durch seine dritte Gemahlin Isolde von Thein 1613 zu Prag in eine ärgerliche Skandalgeschichte verwickelt, die zu seinem Ruin führte. Er starb 1622.


Regesten. Bei dem reichen Material summarisch nach Jahrhunderten bis zum 16. Jahrh.

Engelhard I. 1212 W. U. II, 387. 1217. 1220. 1234 s. oben. 1222 W. U. III. 138. 1228 ib. 217. 1231 ib. 278. 1236 ib. 372. Engelhard II., Simon und Hermann 1245. 1252, Wib. 2, 52, 57. 1248 Reg. b. 2, 399. 1251 Wib. 4, 13. 1254 E. und Herm. Wib. 2, 62, 62. 1266 in d. U. des Kl. Billigheim C. (Bauer.) 1270 Z. für Luitgart v. Ziegenhain, Reg. b. 3, 351. Engelhard von Dörzbach Bruder Diethers Hund v. B. 1287. Ober-Kessach. – Simon. 1265 W. F. 8, 290. 1278 Sim. sen. Z. für Wolfrad v. Krautheim, Staatsarch. Otto, Hermanns Sohn, verkauft vor 1272 einen Hof in

|
Engelhard I. v. Berlichingen
1212 bis 34.
   
Hermann
1220–54. † 72.
  Engelhard II.
1220–70.
Lucardis
h. Adelhelm v. Husen 1220.
Simon I.
           
Otto Schaler 1272. 87. 1307,
h. Adelheid v. Nagelsberg 1302. 07.
|
|
  Beringer
1280–95.
|
|
    Diether,
gen. Hund,
1287–95,
h. N. v. Rosseriet.
Engelhard,
E. v. Dörzbach,
1287–95.
Simon II. jun.
1292–95.

Heinrich,
Mönch
in Schönthal.
     
Hermann
v. Lubenstadt
1318–52,
h. Adelheid
1337.
  Engelhard
ges. zu Sulm
1334.
  Zürch
1318–35,
h. Adelheid
v. Rieneck
1335.
Beringer 1286–1318,
h. 1. N. N.,
2. Meya
v. Hornberg
1351.
    Simon III.
1287.
Engelhard II.,
miles, 1301.
|
|
         
Conrad
1337–90,
h. Lucard.
Engelhard,
Johann.-
Ritter.
Wilhelm,
in Zwin-
genberg.

Hans 1351.
Elisabeth. Johann
1361.
|
|
|
    Götz?
1337.
Diether II.
1318–29,
† 1338,
h. Elisabeth.
 
Simon A.
Ritter 1310,
v. Marlach
1319 u. 20.
Simon B. Ritter
1329–1333,
h. Isengard v. Helmstadt.
Thomas
1310–34,
h. Isengard.
  Götz,
Ritter,
1310–67.
Hans v. Allfeld
1338–65,
h. Marg. v. Hartheim.
Hans
v. Hausen
1337–79,
h. Margareta.
Diether III.
1350,
gen. Hund.
h. .....
     
Conrad
v. Marlach
1350.
h. Adelheid
1350. 58.
Beringer,
Ritter
1333.
† 1377.
Elsbeth,
h. Eberh.
Lesch,
1390.
Margarete
h. Bertold
v. Stetten
ca. 1367.
Beringer
1345,
† 1357.
Raban
† 1345.
Johann zu
Grumbach
h. Alhus.
Simon
1367.
Götz sen.
v. Allfeld
1366–85,
h. Grete.
Hans v. Hausen
jun.
1364,
h. Anna.
Engelhard III.
1398–1420.
h. Anna
v. Willenholz.
Dietrich,
Deutschherr 1374.
     
Hans
v. Marlach
1384. 1417.
Simon
1366.
Conz 1379, † 1398,
h. 1. Anna Sutzel
1379,
2. N. v. Seinsheim.
Gottfried jun. 1374,
† 1392,
h. Agnes
v. Gebsattel.
    Engelhard
1435.
Dietrich
zu Laibach
1423–51,
h. Barbara
zu Messelhausen.
Friedrich
1422.
     
Götz sen.
1401–61,
h. Else
v. Thierbach.
Beringer
h. Anna Lamprecht.

Anna,
h. Hans
v. Frankenstein.
Friedrich,
h. Anna
v. Schrots-
berg.
|
|
|
Marga-
reta,
h. Poppo
v. Do-
meneck.
Hans
1399,
s. bair.
Linie.
Peter 1401,
h. 1. Elis.
v. Sparneck,
2. Kath.
v. Sindringen.
  Hans
1459–81,
h. Anna
v. Bopfingen.
Engelhard,
h. Clara
v. Bibra.
|
|
|
Götz, † 1501,
h. Ursula Geyer.

Moritz,
† 1516,
h. Ursula
v. Stettenberg.
Dietz, † 1484,
h. Kunigunde
v. Lentersheim
1554.
     
  Beringer
v. Frankenstein
1455.
Götz der junge
1441–49,
h. 1. Agnes v. Rosen-
berg, † 1438.
2. Magdalene
v. Adelsheim 1460.
|
Beringer,
sacr. can. Dr.
1448.
Hans 1440–97,
h. N.
v. Geyer.
Valentin,
h. Margarete
v. Vohenstein 1524.

Valentin.
Dorothee. Margarete. Anna.
       
      Conrad I.,
Ritter
1461–97.
Agnes
h. Wip.
Sützel.
Anna
h. Apel
v. Wippold.
 
Kilian
1450, † 1498.
Margarete. Anna. Margarete. Metze. Christine.
|
(Fortsetzung von S. 395.)

Ruchsheim (Ruchsen) an Kl. Seligenthal, dieses an Schönthal, Reg. b. 3, 385. 1273 ebenso Weinzehenten das. Dürnesches Lehen, Reg. b. 3, 421. 1278 mit Beringer Z. f. Rupert v. Dürne, W. F. 1847, 22. O. dictus Schaler 1287 s. Ober-Kessach. Seine Wittwe Adelhaid v. Nagelsberg 1307 schenkt Kl. Schönthal Gülten zu Unter-Kessach, Staatsarch.

Beringer 1286 Z. f. Konr. v. Neidenau, Staatsarch. 1287 filius patrui Diethers Hund s. Ober-Kessach. 1287 Z. Rupert v. Dürn. 1291 Wib. 2, 111. 1293 B. Ritter verkauft Gülten zu Leibenstadt an Schönthal, gibt dafür ein Gut zu Berl. zu Lehen an Rup. v. Dürne, W. F. 1847, 25. 1294 B. und Diether g. Hund Z. für Wipert v. Bödigheim, Staatsarch. 1295 B. mil. Engelhard v. Dörzbach, Heinrich, Simons Sohn, Z. für Gerh. v. Ernstein s. Ober-Kessach 1300 s. OA.Beschr. Neckars. S. 627. s. Rüdersdorf. 1301 Beringer und Engelhard Z. für Diether v. Nagelsberg, Staatsarch. 1302 B. Z. für B. Mangold v. Würzburg, Staatsarch., und die Grafen v. Flügelau, Staatsarch. 1304 für Rupert v. Dürne, Staatsarch., beim Vergleich Werners v. Hartheim mit Schönthal. Schönth. Chron.

Diether gen. Hund 1287, 1291, 1294 s. Beringer. 1291 geben D. und Simon Gebr. den halben Zehnten zu Ober-Kessach an Schönthal, machen dafür ihren Theil an der Burg Berlichingen zu würzb. Lehen. Bestätigung durch Kraft v. Hohenlohe 1292 5. März und Conrad v. Bocksberg 1293 10. Aug. 1294 OA.Beschr. Neckars. S. 448.

Heinrich, Simons Sohn 1295 Ober-Kessach. 1307 frater H. zu Schönthal Z. Konrads v. Neidenau, Staatsarch. 1311 für die v. Bieringen, ib. 1328 Z. für Kon. v. Weinsberg, Staatsarch. 1331 s. Ort. 1349 W. F. 5, 220.

Arnold Johanniter-Kommenthur zu Hall 1385–94, Reg. b. 10, 147, W. F. 9, 26. Beringer 1311 Z. für die v. Bieringen, Staatsarch. 1312 Ritter mit seinen Söhnen Simon und Thomas (diese schon 1310 Z. f. B. v. Eberstein, Staatsarch.) in einer Schönthaler Urk., Staatsarch. 1314 B. mil. Z. für B. v. Dürne, Reg. b. 5, 283. 1318 mil. Maya s. Hausfrau, s. Söhne Simon sen., Simon Ritter, Götz und Thomas s. Ort. 1318 verträgt die Brüder Hermann, Engelhard Zürch, Ulrich v. B. mit Schönthal, Staatsarch. Bürge für Diether – B. Simons sen. Sohn 1345 s. Simon. 1347 s. Ort. 1351. B. Wittwe Maya v. Hornberg und ihr Sohn Johann, dessen ux. Marg. v. Hartheim verkaufen den Günthershof in Olnhausen, einen Hof in Ober-Wittstadt, ein Gut in Rüdersdorf an Schönthal, Staatsarch. 1352 B. und Götz B. für Fr. v. Bieringen, Staatsarch. 1354 OA.Beschr. Neckars. S. 488. 1355 W. F. 5, 220. – 1360 B. rector eccl. in Schüpf, Reg. b. 9, 6 s. Rossach. 1363 Reg. b. 9, 77. 1365 OA.Beschr. Neckars. S. 449. 1367 verträgt Kraft v. Hohenlohe und Hans v. Bruneck, W. F. 5. 222. 1368 Vogt zu Weikersheim, Wib. 3, 82 Reg. b. 9, 216. 1372 Bürge (für Heinrich Sum?) OA.Beschr. Neckars. 670. 1376 für Hans v. Bolzhausen, Wib. 2, 227. 1393 Keller des Kl. Amorbach, Amorb. Kop.-Buch.

Conrad s. Hermann. 1358 Cunz, Engelhard und Wilhelm Gebr. gen. v. Lubelstadt (Leibenstadt) verkaufen einen Leibeigenen zu Mergentheim an Hans v. B. zu Allfeld., W. F. 5, 220. 1364 C. v. B. gen. | v. Lubenstadt armiger und Luck ux. verkaufen 2 Pfd. H. an Schönthal, Staatsarch. 1379 Bürge für Kraft und Gottfried v. Hohenlohe mit s. Bruder Götz, Reg. b. 10, 27. 1380 24. Z. für Kraft ib. 10, 54. 1382 für Ulrich v. Hohenlohe, W. F. 8, 304. Reg. b. 10, 91. 1383 Ulrichs Diener Hanselm 1, 591, empfängt von ihm 80 fl., W. F. 5, 223. 1385 Lehenrechte in Öhringen 5, 223. 1395 leiht Johann v. Schwarzburg 3000 fl. auf die Feste Neuhaus und erhält dieselbe v. Johanns Sohn Günther. W. F. 5, 223. 1392 erhält C. v. Konrad v. Weinsberg 300 fl. an 2500 fl. Kapital l. c. 1393 siegelt den Burgfrieden v. Aschhausen. 1394 verkauft Zehnten zu Laudenbach und ein Gut zu Tunkenrod an die von Finsterlohe, Reg. b. 11, 21 OA.Beschr. Mergenth. S. 437, 613. Cunz v. B. gen. von Marlach siehe dieses. Diether und Elisabet 1318 s. Schleierhof. 1323 mit Thomas und Götz Gebr. Zeuge für Konr. v. Rosserieth, Staatsarch. 1324 s. Ort. 1327 Diether und Hermann Z. für Eberhard v. Rosenberg, Staatsarch. 1334 mit Heinrich, Mönch in Schönthal, Z. für Kraft Greck, Staatsarch. 1337 todt. Dietrich Hund. 1350 s. Marlach. 1353 Dietrich armig. bekennt, daß die burgliche Hofstatt zu Ohrn nach s. Tod an das Erzstift Mainz fallen soll, Reg. b. 8. 262. 1358 wird sein Sohn Diether damit belehnt, soll sie einem burglichen Gadem bauen, Reg. b. 8, 389. Dietrich Vogt zu Werdeck 1378, W. F. 5, 222. Sein gleichnamiger Sohn tritt 1374 in den Deutschorden, Staatsarch.

Engelhard 1318 s. Beringer. 1334. 1345 E. gesessen zu Sulm B. für Fr. v. Neuenstein, cfr. OA.Beschr. Neckars. 370, W. F. 6, 265. 1337 s. Hermann. 1343 Kommenthur des Joh. Ordens zu Bocksberg, W. F. 5, 219. 1358 s. Konrad. – 1398 belehnt mit Oberohrn, W. F. 5, 224. 1399 erhält von Burggraf v. Nürnberg Schadenersatz für einen vor Marifeld (?) verlornen Hengst, l. c. 224.

Frank 1368 dient der Stadt Speier mit 2 Pferden. Lehman, Speier’sche Chronik. 1380 siegelt für Albrecht v. Löwenstein, Reg. b. 10, 49.

Gottfried, Götz – 1378 s. Beringer. 1323 s. Diether. 1327 G. Edelknecht schenkt Güter zu Obererlenbach mit Bewilligung des Abts v. Komburg an den Deutschorden in Mergentheim, Staatsarch. 1332 Z. für Konrad v. Neuenstein, Staatsarch. 1333 Stift Öhringen leiht den Hof zu Oberernsbach an Zürch und Beringer, Götzen Sohn, Öhr. Arch. 1343 s. Hans. 1345 Amtmann zu Ingelfingen Bürge für B. Otto v. Würzburg Reg. b. 8, 47. Ritter, B. f. Kraft v. Hohenlohe, W. F. 5, 220. 1347 s. Ort. 1351 B. für Maya v. Hornberg, Staatsarch. 1352, 1354 s. Beringer. 1357 s. Ort. – 1383 Götz der Junge B. für Diether Gans, W. F. 5 223. 1385 für Götz v. Belsenberg, Staatsarch. 1385 vom Landrichter in Franken beauftragt, Kl. Schönthal gegen Götz v. Urhausen zu schirmen. 1391 Götz d. j. Jung Misc. 3, 342. 1393 Agnes v. Gebesedel, Wittwe G. d. j., quittirt Ulrich v. Hohenlohe über 260 fl. 1396 verweist Marg. v. Weiler ux. auf seinen Theil an Hausen und Berlichingen (Pfaff).

Hermann 1318 s. Beringer. 1327 Diether. 1333 H. u. Zürch verkaufen die Mühle zu Olnhausen an den Pfarrer zu Möckmühl, Staatsarch., OA.Beschr. Neckars. S. 627. 1334 OA.Beschr. Neckars. S. 448. 1337 gen. v. Lubenstadt Ritter, Adelheid ux. Konrad, Engelhard, Wilhelm, Elisabete, ihre Kinder verkaufen Wald und Feld in | Bärenthal und Feld um Egelsee (bei Lubenstadt bad.) an Schönthal. B. s. Bruder Ulrich Taube, Staatsarch. 1348 H. v. Lubelstadt, B. für Zürch v. B. 1352 Hermann und Ulrich s. Belsenberg.

Johann, Hans. – Joh. Diethers Sohn, 1337 von Erzb. Balduin v. Trier, Verweser von Mainz mit Hof und Burg Ohrn belehnt, W. F. 4, 361, Reg. b. 7, 122. 1338 Johann, Diethers Sohn, Z. für die Gebr. v. Eichholzheim, Staatsarch. 1343 H. v. B. Burgmann zu Widdern, gesessen in der Grumbach (Bach bei Widdern?), und Alhus ux. verkaufen, was sie in der Grumbach besitzen und die Schäferei zu Leutersthal an Götz und Beringer v. B. Jagsth. Arch. OA.Beschr. Neckars. S. 449. 1343 s. Simon. 1348 Hans v. B. Vogt zu Husen, Staatsarch. 1351 Johann Beringers Sohn s. d. 1352 Joh. v. B. gen. v. Guntbur (Gimpern) verspricht B. Albrecht v. Würzburg, mit der Feste Allfeld zu gewarten, Reg. b. 8, 240. 1354 für Konr. v. Reinoldsbrunn, Staatsarch. 1354 s. Beringer. 1356 H. v. B. zu Allfeld und Grete ux. verkaufen den Berl. Hof zu Rappenau, Hansen Muttererbe, an die Herrn v. Berlichingen (Hüngh. Akten). 1357 s. Ort und Crispenhofen. 1357 H. zu Zwingenberg gelobt, Mainz zu dienen, Reg. b. 8, 377. s. Kunz. 1358 wird des Deutschordens Burgmann zu Mergentheim und gibt dem Orden Eigenleute das. Weinberge zu Hausen (Jagst) und Crispenhofen, W. F. 5, 225. Hans v. Hausen Z. 1355, 1357, Staatsarch. 1363 Reg. b. 9, 77, siegelt für Eberhard Lesch. 1364 für Konrad v. B. 1379 Staatsarch. Bürge Hans v. B. 1357. Konr. v. Berl. 1364. Konr. v. Wittstadt 1364. Götz v. Aschhausen 1366. Hans v. Klepsheim 1370. Staatsarch. – 1361 s. Ort. 1361 H. v. B. und Hans v. Hausen, Reg. b. 9, 77. 1366 H. v. Berl. gen. v. Hausen und Marg. ux. kaufen d. Zehnten zu Erlenbach bad. groß u. klein v. Boppo v. Eberstein, Staatsarch. 1395 H. Amtmann zu Forchtenberg, Wib. 4, 12. Joh. v. B. siegelt die Urkunde Joh. v. Eicholzheim und Agnes v. Gebesedel ux., Staatsarch.

Raban 1345 s. Simon.

Sifrid Joh. Kommenthur in Erningen, (Erdlingen bei Nördl.) 1338–40 Jung Misc. Reg. b. 7, 253 (Gruningen?) 274. W. F. 5, 219. Steichele, Bisth. Augsburg 3, 899.

Simon Bürge für die Gebr. v. Gosheim 1310, Staatsarch. 1310 Simon und Thomas, s. Beringer. B. für Boppo von Eberstein, Staatsarch. 1312. 1318 Beringer. 1324 Simon jun. B. für Diether v. B., Staatsarch. Ritter W. F. 5, 219. 1329 mit Götz v. B. für Boppo v. Eberstein, Staatsarch. 1345 Isengard, We. Simons d. ä. und ihre Söhne Beringer, Raban und Johann verkaufen ihren Hof zu Olnhausen an Schönthal, Staatsarch. 1388 canon. in Öhringen, Wib. 1, 60.

Thomas. 1310. 1312. 1318 Beringers Sohn s. d. Ritter Z. 1319 für Konrad Pfal v. Aschhausen, St.Arch. 1323 s. Diether.

Ulrich 1318 s. Beringer. 1337 gen. Taube Bürge für seinen Bruder Hermann v. Leibenstadt s. d. 1351 s. Belsenberg.

Wilhelm 1337 s. Hermann. 1358 s. Konrad. Zürch. 1318 s. Beringer. 1330 Z. in einer Urkunde des Kl. Billigheim (B.) 1333 s. Beringer. Zürch und Adelheid v. Rieneck ux. verkaufen an Schönthal den Weinberg „Kuster“, Staatsarch. 1358 2 M. Weinberg in Olnhausen, Staatsarch. OA.Beschr. Neckarsulm S. 627. 1361 s. Ort.

| Beringer. B. Götz und Friedrich Gebr. verkaufen 1405 Zehnten zu Ernsbach an die Frühmesse zu Jagsthausen, Arch. f. U.-F. 16, 142 O.A Beschr. Neckars. S. 449. 1406 siegelt die Urk. Joh. v. Hohenlohe, W. F. 5, 225. 1408 s. Ort. 1415 Amtmann zu Ingelfingen, empfängt 40 fl. Gehalt, W. F. 5, 226. 1419 findet er Hans v. Neuenstein und Else v. Münchingen ux. ab wegen Ansprüche an das Erbe Friedr. v. Neuenstein, nemlich 1/3 des Zehnten zu Siebeneich, Gütern zu Mörich und Rechbach OA. Öhr. (Bauer), empfängt v. Burgg. Fr. 600 fl. von 1500 Kapital und 90 fl. Zins, W. Fr. 5, 227. 1420 ff. Vogt zu Öhringen, kauft von Lorenz v. Gemmingen und Anna ux. die Kelter zu Siebeneich (B.). 1423 von seiner Schwester Margareta, We. Boppos v. Domeneck, unter Consens ihres Sohns Friedrich, Domdechanten zu Worms, (später Bischofs) Domeneck, ihre Rechte zu Züttlingen, Assumstadt, Siglingen, Scheppach, Lustbrunn, Weinzehnten zu Weinsberg, ihre Wohnung zu Züttenfelden etc., Assumst. Arch., OA.Beschr. Neckars. S. 688, erhält 1422 Zehnten zu Rengershausen, ib. 1424 verkauft Domeneck, OA.Beschr. Neckarsulm l. c. verweist seine Hausfrau Anna Lamprechtin 1424 auf das Kelterrecht zu Siebeneich, Mühle zu Weinsberg, 3 Güter zu Scheppach, 1427 auf weinsb. Lehen zu Siebeneich, Hof zu Mörich, Gütlein zu Ulhartsberg und Rechbach 13 M. Holz zu Windisch-Pfedelbach (B.). 1432 von Bischof Johann v. Würzburg mit Abt Heinrich v. Schönthal beauftragt, die Befestigung des Kirchhofs zu Merchingen zu beaufsichtigen, Schönth. Chronik, erhält von Markgr. Friedrich 1450 fl. zurückbezahlt, W. F. 5, 230. 1437 leiht Konrad v. Weinsberg 250 fl., 1438 1600 fl., Konr. v. W. Einnahmeregister S. 4. 5. 1441 u. 45 in heftiger Fehde nebst Götz gegen Konr. v. Weinsberg, Öhr. Arch. 1442 mit Hans Clingsore, Z. f. Oberrh. 22, 305. 1443 kauft von Marg. v. Urbach Äbtissin v. Lichtenstern, Güter, Gülten, Zinse zu Siebeneich, die Hälfte der Kelter, wie sie Dietr. v. B. waren, Bauer. 1446. todt, s. Wittwe Anna Lamprecht in Streit mit Dietrich v. B. zu Laibach, W. F. 6, 76. OA.Beschr. Neckars. 688. – 1448 B. doctor sacr. Canon. Beisitzer bei der Wahl Abt Ernfrieds v. Komburg, Menk. scr. rer. Germ. 1, 434. – B. und Eberh. vergleichen sich über das Vatererbe, Jagsth. Arch. – 1467 s. Eberhard. 1479 Götz und Beringer Gebr., Kilian, ihr Vetter, vertragen sich mit Schönthal auf Grund des Vertrags v. 1234, Jagsth. Arch. 1507 s. Folg.

Bernhard 1493 s. Konrad, – verkauft 1491 das Berlichinger Gütlein zu Baumerlenbach an Stift Öhringen (B.), stiftet 1499 mit Agathe v. Vellberg ux. 200 fl. in die Kapelle auf dem Burgberg OA. Crailsh., Jagsth. Arch. 1504 mit Philipp im Pfälzer Heer, Z. f. Oberrh. 26, 229. 1507 schlichtet einen Streit zwischen Beringer v. B. und den Brüdern Philipp, Götz, Hans v. B. über die Schäferei, Jagsth. Arch.

Konrad, Konz – 1456 und 57. K. v. B. und Philipp v. Hehenriet in Irrungen mit der Gem. Kirchensall, W. F. 5, 233. 1467/68 K. Dietrich und Kilian in Fehde mit Hohenlohe, Öhr. Arch. 1467 kauft Güter zu Holzhausen und Löffelsterz bei Wiesentheid von Christoph v. Wenkheim, wird damit von B. Rud. v. Würzburg belehnt, Jagsth. Arch. 1468 nebst Kilian mit Hans v. Frankenstein im Streit über das Neuensteiner Erbe zu Siebeneich Mörich, Ulrichsberg, Rechbach. Manngericht der Herrschaft Weinsberg, Öhr. Archiv. 1470 gemeinschaftl. | Amtmann in dem eroberten Bocksberg, W. F. 1856, 15. 1471 trägt für Dor. v. Crailsheim, seine Schwieger, das von Hans v. Wenkheim erkaufte Rödelsee zu Lehen, Öhr. Arch. 1472 verträgt sich mit Eberh. und Kilian über das Fischwasser in der Kessach, (Bamb.A.) 1478 tauscht mit Schönthal Güter zu Jagsthausen, Jagsth. Arch., beerbt Fritz v. Crailsheim, ib. 1480 entläßt mit seinen Schwestern Anna und Agnes die Unterthanen zu Hermuthausen ihrer Pflicht und weist sie an Agn. v. Bopfingen, Öhr. Arch. 1480 OA.Beschr. Neckars. 450, gibt Schrotsberg, Jagsthausen, Rötelsee, Wiesentheid, Sächsenheim in den Schutz des Markg. Albrecht, Münch. Arch. 1484 verleiht mit Kilian die von Beringer v. Frankenstein auf sie gekommene Mühlhofstatt zu Weißlensburg (Bauer). 1485 verkauft die Hälfte des von Konz v. Ehenheim erworbenen Sechstels an Neuenstetten an Kilian. 1487 erlangt von Innocenz VIII. das Recht, daß die Frauen bei Leichenbegängnissen der Familie in Schönthal anwohnen dürfen (B.). 1488 erlangt von Kaiser Friedrich ein Halsgericht und Jahrmarktsprivileg für Schrotsberg, Langenb. Arch. sowie das Recht, zu Rödelsee (erkauft v. Hans Fuchs), Schrotsberg oder sonst wo er will, auf seinen Gütern Mühlstatt, Badstube und offene Schenkstatt anzulegen zum Lohn für Verdienste im Feld vor Gent, Öhr. Arch. 1493 kauft Güter in Scheinbach. 1493/94 verkauft mit seinem Sohn Bernhard ihren Theil an Widdern an Kurf. Philipp von der Pfalz, Jagsth. Arch. OA.Beschr. Neckars. S. 670, 71. Seine Söhne Marx und Bernhard, OA.Beschr. Neckars. S. 450.

Dieterich. 1406 siegelt die Urfehde Hans Erlachers, Staatsarch., s. Laibach. 1446 s. Beringer. 1448 von Bischof Friedrich v. Regensburg belehnt mit dem Burgstall zu Oberohrn, Öhr. Arch. 1449 kauft mit Rüdiger Sützel Weinzehnten zu U. Balbach und Wachbach von Kon. v. Weinsbergs Kindern, W. F. 5, 232. 1449 erhält je 40 fl. Dienstgeld und Zins von Kraft und Albrecht von Hohenlohe, W. F. 5, 232. 1451 verweist Barb. v. Messelhausen ux. auf 2650 fl. Guthaben bei Kraft und Albrecht v. Hohenlohe, wofür ihm die Bete zu Öhringen versetzt ist, Dörzb. Kop., überläßt 1451 mit Rüdiger Sützel den Weinzehnten zu U. Balbach und Wachbach ihrer Schwieger Marg. We. Hermanns v. Messelhausen, W. F. 5, 232. 1452 erhält v. Mainz Erlaubniß zum Verkauf v. Oberohrn für 300 fl., wofür er binnen 4 Jahren ein anderes Burgstadel kaufen soll. 1454 Diethers We. empfängt von Hohenlohe den Kirchsatz zu Willenholz, Zehnten daselbst und zu Espich. Träger ihr Bruder Hein. v. Lentersheim, Öhr. Arch. 1465 Amtmann zu Wildenberg Amorb. Cop. 1465 Mont. n. Oc. werden Dietrich, s. Söhne Engelhard und Dietz, deren Helfer Hans v. Bachenstein und Simon v. Neuenstein nach heftiger Fehde mit Ulrich und Wilh. v. Öttingen und dem Propst v. Mönchsroth vertragen. Die Grafen müssen den von ihnen eingenommenen Theil an Burleswag OA. Crailsheim wieder an Dietrich geben, Dörzb. Kop. B. 1467 s. Konrad. 1468 s. Dörzbach. 1468 Dietz Rath der Grafen v. Hohenlohe, Hans. 1, 592. 1468/69 in Fehde mit Ulrich Lochinger (Berl. Arch.). 1476 mit Peter v. Finsterlohe ib. ca. 1470 verkaufen D. Engelhard, Hans und Götz, ihren Theil von Burleswagen an Ernst v. Wolmershausen. 1477 wollen sie ihn lösen; die Frist ist versäumt. 1478 wird E. v. Wolm belehnt. Amlish. Arch.

| 1477 D. Söhne im Streit mit Karl Martin wegen Ailringen, W. F. 5, 386. 1483 D. wird Willenholz von Gr. Albrecht v. Hohenlohe geeignet, Dörzb. Kopialb.

Eberhard. 1438 leiht Kraft und Albrecht v. Hohenlohe 3000 fl., W. F. 5, 231. 1438 s. Beringer. 1460 OA.Beschr. Neckars. 628. 1460 mit Dietrich Zeuge Ulrichs v. Rosenberg, Staatsarch., s. Aschhausen. 1467 E. und Adelheid v. Thalheim ux. Götz, Beringer, Veronika ihre Kinder verkaufen 1/6 des Zehnten zu Winzenhofen (an?), Bauer. 1472 s. Konrad. 1472 belehnt von Würzburg mit seinem Theil an Berlichingen und Leutersthal. Berlich. 605.

Engelhard. 1408 siegelt für Fr. v. Neuenstein und Pele v. Bachenstein ux. (B.). 1413 mit 1/3 des Zehnten zu Belsenberg von Hohenlohe belehnt, W. F. 5, 225. 1416 Vogt zu Öhringen, W. F. 5, 226. Wib. 1, 20. 2, 292. 4, 27. vergleicht sich nebst Hans v. Eicholzheim mit Stift Öhringen, Öhr. Arch. 1417 E. und Anna v. Willenholz ux. verkaufen das von Fr. v. Neuenstein, ihrem Oheim, ererbte Höflein zu Being. (Biering. OA. Öhr.) an das Stift Öhr., Öhr. Arch., ebenso 1420 1/3 des Zehnten auf dem Langenfeld und zu Möhrich W. F. 5, 227, Staatsarch., s. Laibach. 1423 † W. F. 5, 228. 1435 Engelhard und Dietz mit ihrer Mutter Anna v. Willenholz verkaufen ihr Gut zu Willenholz an Heinr. Bermeter, B. zu Rothenburg, Schrotzb. Kopialb. in Langenburg. – 1465 s. Dietrich. 1470 in Fehde mit Walter v. Enslingen, nimmt Leuten v. Markertshofen OA. Crailsheim Vieh weg, wird von Hall vertragen, Hall. Arch. 1470 s. Dietrich. 1475 Amtmann zu Wildenberg, Amorb. Kop. 1477 s. Dietrich.

Friedrich. 1405 s. Beringer. 1409 sitzt zu Schrotzberg, OA.Beschr. Gerabr. 213, wird 1414 v. K. Sigismund mit dem Erbe seiner ux. Anna v. Rothenburg, Schrotzberg und Weiler Kinbronn belehnt, W. F. 5, 225, Württemb. Jahrb. 1833, 302. 1421 in Wortstreit mit Wilh. v. Stetten, B. zu Hall, gefangen, wird auf Bitte seiner Brüder Götz und Beringer entlassen (B.).

Gottfried, Götz. 1401 Götz und Else v. Thierbach ux. im Streit mit Engelhard v. Weinsberg, durch Schenk Friedrich von Limpurg vertragen, W. F. 5, 224. 6, 259.

1402 kauft Neunstetten und Zehnten zu Wittstadt von Marg. v. Erenberg We. (B). 1408 stiftete G. und Else v. Thierbach die Frühmesse zu Jagsthausen, Jagsth. Arch. (1408 lies Bächlingen nicht Berlichingen, W. F. 5, 225.) 1410 kauft Burg, Stadt und Amt Röttingen mit Fritz und Hans Truchseß v. Baldersheim von Bischof Joh. v. Würzburg, Reg. b. 12, 58. 1414 Schiedsrichter zwischen Alb. v. Hohenlohe und Arn. v. Rosenberg, W. F. 5, 226, erhält mit seiner Gattin Else v. Thierbach 100 fl. Schadenersatz und Lösegeld für Gürtel und Spangen, welche Fr. v. Hohenlohe versetzt, von Alb. v. Hohenlohe l. c. 1418 kauft 1. Von Agnes Goltsteine, Meisterin zu Neunkirchen, ein Gut zu Neunstetten (B.), 2. von Kunz v. Rode dessen Besitz zu Belsenberg und Nagelsberg, W. F. 5, 227, 3. von Fritz Tuwing den Hof zu Hagenbach und seinen Theil an Korb (beide bad. BA. Adelsheim), W. F. 6, 74. 1419 v. Rüdiger Sützel Amt, Gericht, Vogtei zu Michelbach a. d. H. und den halben Zehnten zu Amlishagen, OA.Beschr. Gerabr. 102. 103. 109. 1423 von Abt Gottfried von | Komburg Michelbach a. d. L. für 1300 fl. wofür der Abt den Kirchsatz v. Erlach kauft, Amlish. Arch. 1424 Güter und Gülten zu Gailrod (bair.) v. Werner v. Riffenberg und Anna v. Wiesenbach ux., Schrotsb. Kopialb., Langenb. Arch. 1426 erhält von Markg. Friedrich 50 fl. Darlehen und 19 fl. Zehrgeld zu Heidelberg bezahlt, W. F. 5, 229. 1430 mit Hans und Peter in die Fehden des alten Horneck v. Hornberg gegen mehrere fränkische Fürsten und Herren verflochten, wobei Brand und Todschlag häufig. An 3800 fl. Schadenersatz, zu dem Horneck und Genossen verurtheilt werden, muß Götz 150 fl. bezahlen, W. F. 5, 229. 1433 leiht Rüdiger Sützel und Hartrat Truchseß 200 fl., welche er 1437 der Pfarrkirche U. L. F. zu Jagsthausen vermacht, Jagsth. 1434 gesessen zu Werdeck, siegelt die Belehnungsurkunde über Laibach, Reg. b. 13, 308. 1434 v. Würzburg belehnt mit 1/2 Burg Hausen, 3 Theilen an Berlichingen, 2 Theilen an Urhausen, Hof Hagenbach und 1/3 Weinzehnten zu Ippesheim (Bair. BA. Uffenheim). 1436 von Komburg mit Michelbach und Gütern zu Gailrod (Arch. in Rügland). 1437 vertauscht einen Leibeigenen zu Mergentheim gegen einen zu Blaufelden, Staatsarch. 1440 Götz d. jüngere belehnt mit Jagsthausen und 1/3 Rossach, Berl. 614. 1441 die Brudersöhne Götz des ä., Götz und Hans von Komburg mit Schloß und Kirchsatz zu Michelbach a. d. L. 2 Seeen, Gütern zu Gailrod und Kienhard belehnt, Rügl. Arch. 1443 Margareta, Götzen Tochter, hat Langenburg in Pfandbesitz, W. Viertelj. 1879, 65. 1444/5 Götz sen. und jun. und Hans in heftiger Fehde mit Hohenlohe wegen Zehnten zu Scheppach und Auspfändung zu Rappach, Öhr. Arch., W. F. 5, 231. 1445 kauft Wiprecht Tanners Gütlein und Gülten zu Wiesenbach von Heinz Lang das., Rügl. Arch. 1446 Götz sen. als Pfandinhaber von Werdeck gibt Wald an die von Niederwinden für 3 fl. jährl., OA.Beschr. Gerabr. 204. 1447 vergleicht sich Götz jun. und Hans Gebr. mit Kraft v. Hohenlohe wegen Weingült zu Weikersheim, wofür Götz 100 fl. erhält, Langenb. Arch., W. F. 5, 231. ca. 1450 stiftet ins Karmeliterkloster zu Heilbronn, Jäger Heilbr. 1, 264. 1450 bittet beim Rath das. für einen C. v. Metzlisdorf s. Unterthanen, Heilbr. Arch. 1451 erwirbt von Abt Simon v. Schönthal für sich und Magd. v. Adelsheim einen Jahrtag, Staatsarch. 1452. Götz sen. kauft Schloß Stein von Konrad v. Weinsbergs Erben, W. F. 6, 260. 1453 siegelt die Urkunde der Gem. Wimmenthal, welche eine Kirche bauen will, Schönth. Kron. 1454 verkauft Dorf Baumerlenbach und seinen Besitz zu Möglingen an Hans v. B. 1455 Mont. n. Inv. vermacht Götz sen. Konz Echter und Anna v. B. ux. seinen Besitz zu Stein a. K. und Züttlingen, Gülten zu Dürn, Degmarn, Buch, Eberstadt, Hölzern, Neustadt, auch ein Haus in Neustadt, Wilhelm v. Rechberg und Margareta v. B. ux. Amt Michelbach a. d. H. Metze v. Seinsheim Güter zu Ickenheim, Sulzbach auf d. Gäu und Randersacker. Die Lehenserben erhalten Berlichingen, Hausen, Urhausen, Alternsbach, Nagelsberg, Belsenberg, Michelbach a. d. L., Gailrod. Zehnten zu U. Wittstadt, Dorf Neunstetten, (B.). 1456 soll an Komburg 300 fl. zahlen, Menken 1, 493, kauft 1457 von Gr. Ulrich v. Helfenstein pfandweise dessen württb. Leibgeding zu Beilstein um 600 fl., Statutar. Rechte 219. 1457 Magd. v. Adelsheim We. Götz jun. kauft Bertold Kolers Haus zu Jagsthausen, muß aber an Schönthal 2 fl. Handlohn | und Hauptrecht geben. 1460 stiftet die Pfründe auf dem Kerntner zu Creglingen, OA.Beschr. Mergenth. 511. Götz s. Eberhard 1467 und Engelhard 1470, Beringer 1479. 1489 G., Eberhard Sohn, und Marg. Fischlein ux. verkaufen einen Hof zu Ödheim an Schönthal, W. F. 5. 350.

Hans. Hans und Peter, sowie Agnes v. Gebsattel erhalten von dem Grafen v. Hohenlohe die Schuld, wofür Götz v. B. Sindringen verpfändet war, W. F. 5, 224. 1401 Hans sen. vermacht Anna v. Gemmingen ux. den lebenslänglichen Genuß seines Vermögens, wogegen diese eine Morgengabe und Heimsteuer (1300 fl. in Gülten und Rechten zu Sindringen, Orenberg, Olnhausen, Hüngheim, Sennfeld, Züttlingen, Hegenstein, wahrsch. Hergenstal) auf lebenslang gibt. 1408 Hans und Peter quittiren Burggr. Friedrich v. Nürnberg für eine Schuld, ebenso 1412 für Jahreszins, W. F. 5, 225. 1412 vertragen sich mit Gr. Eberhard v. Württemberg über Schaden, den sie im Schleglerkrieg zu Sindringen erlitten, Gabelk. 1430 Hans kauft Hornberg a. d. Jagst von Pfalzgr. Otto, W. F. 8, 607, s. Götz. 1441 Hans sen. kauft nebst Jörg v. Bebenburg, Burkhard v. Wolmershausen jun., Peter Fuchs, Jörg v. Lickartshausen den von der Lankwarterin an Heinz Dieter, Wilh., Anna die Füchse, durch Kauf gekommenen Theil an Burleswag, Amlish. Arch. 1444/45 s. Götz. 1454 kauft von Albrecht Rutling zu Mergentheim und Marg. v. Morstein ux. Else Tauberin, s. Base, ein Gütlein zu Ozendorf, Rügl. Arch. 1454 s. Götz. 1454 belehnt mit Hof und Zehnten zu Sächsenheim (Landg. Aub.) von Abt Johann zu St. Burkhard in Würzburg. 1459 erhält als Erbe seiner Gattin Anna, Eberh. v. Stetten Tochter, einen Theil an Stetten, Öhr. Arch. 1460 Z. beim Verkauf von Archshofen, W. F. 5, 233. 1466 belehnt durch Kraft v. Hohenlohe mit dem Seemannshof und Burgstadel zu Sächsenheim, die er von Fritz Tanner erkauft, Öhr. Arch. 1466 wird in Folge eines Spruchs des Rottweiler Hofgerichts von K. Friedrich in die Acht erklärt, 1474 dem Grafen v. Hohenlohe befohlen, ihn als offenbaren Ächter nicht zu hegen, Chmel 472, Wib. 1, 205. 1470 s. Engelhard. – 1472 willigt in den Verkauf des Zehnten zu Kubach durch s. ux. Anna v. Bopfingen und deren Bruder Rudolf an das Stift Öhringen.

Kilian, Vater Götzen mit der eisernen Hand, erhält 1466 von Konz Echter, seinem Schwager (?) den Weinzehnten zu Eberstadt für 600 fl. als Pfand (B.) 1467/8. 1468. 72. 80. 84. 85 Conrad. 1479 s. Beringer. 1480 wird mit den Fruchtzehnten zu Eberstadt vom Pfalzgrafen belehnt (erkauft v. Götz dem alten) Pfälz. Akten. 1497 verkauft mit Marg. v. Thüngen Güter zu Erfeld, Weilbach, Breitenbuch, Wiesenthal, (sämmtl. bei Amorbach) an das Kloster Amorbach, Gropp, hist. amorb. 104. 1498 kauft Bernhards Antheil an Jagst- und Olnhausen, Berl. 604.

Peter s. Hans 1401/08. 12. – 1419 von Konrad v. Weinsberg belehnt mit den weinsb. Lehen zu Sindringen, ux. Kath. v. Sindringen, Karls. Gen. Landesarchiv. 1423 in Streit mit Sindringen, W. F. 5, 228. – 1425 Bürger zu Heilbronn empfängt als Träger Anna v. Rosenbach ux. (?) Güter in Isensheim (Eisesh. O. U.) Kirchhausen, OA. Heilbr., Muckenbach unter Guttenberg (bad.) Karlsr. 1430 s. Götz. 1431 erhält 100 fl. Schuld zurück von Kr. v. Hohenlohe, W. F. 5, 229. | 1435 Anna v. Rosenbach s. We. verträgt sich mit dem Rath zu Heilbronn über Wohnsteuer (Heilbr. Arch.) – 1444 siegelt für G. v. Seldeneck, Hans. 1, 505. 1448 zeugt über den Besitz des Klosters Schönthal zu Untermaßholderbach, Staatsarch. 1448 Kath. v. Sindringen, Peters We. vermacht das Kagingut zu Kochersteinsfeld an das gemeine Brot zu Öhringen, W. F. 5, 232, Öhr. Arch.

Bernhard s. oben. 1507 schlichter den Streit zwischen Beringer und den Brüdern Philipp, Hans, Götz über die Schäferei, Jagsth. Arch. Christoph v. B. zu Leutersthal, Hans zu Brennhausen (bair.), Hans zu Roßach. Philipp zu Bieringen, Valentin zu Dörzbach stehen 1526 im Verdacht, die Raubritter Hans v. Absberg und Hans v. Aschhausen zu unterstützen, Baader, Absbergische Akt. Publ. des lit. Vereins Nr. 114.

Friedrich, Pfarrer zu Lendsiedel 1518, Chorherr zu Würzburg, Dörzb. Kopialb.

Götz mit der eisernen Hand (s. OA.Beschr. Neckars. S. 444. Götz v. Berlichingen, v. Graf v. Berlichingen), geb. 1480, erzogen v. Konz v. Neuenstein zu Niedernhall, 1499 im Schweizerkrieg, 1502–3 Genosse Hans v. Massenbach gen. Theilacker, mit s. Bruder Philipp im Markgrafenkrieg gegen Nürnberg, verliert 1504 im bair. Erbfolgekrieg 28. Juli vor Landshut die rechte Hand, 1508–11 in Fehde gegen Köln wegen Hans Sindelfinger, Schneider zu Stuttgart, gegen B. Georg v. Bamberg, 1512 ebenso u. gegen Nürnberg, 1512 in kaiserl. Acht, 1514 daraus gelöst, kauft 1517 Hornberg a. Neckar von Konrad Schott, 1518 abermal in Acht, 1519 württb. Amtmann zu Möckmühl, vom schwäb. Bund gefangen, Stälin 4, 180, 1522 Ende Oktober aus dem Gefängniß zu Heilbronn entlassen, 1525 tritt in die Einigung der Bauern und verläßt dieselben bei Adolzfurt Stäl. 4, 296, 305. 1528. 16. Mai zu Blaufelden gefangen, vom 30. Nov. 1528 – 4. März 1530 in Haft des schwäb. Bundes, muß versprechen, sein Schloß nicht mehr zu verlassen und nie mehr zu Pferd zu sitzen, Stäl. 4, 297, 1540 in Fehde gegen die Herzoge Wilhelm und Friedrich v. Sachsen, 1558 kauft Theil an Neunkirchen und Althausen, † 1562 23. Juli. Hans s. Bernhard. Hans Gottfried baut 1568 das neue Herrenhaus zu Neunstetten (Pfaff) 1561. Hans Jörg schenkt der Gem. Schrozberg ein Haus am Blaufelder Thor zur Schule, Langenb. Arch. Hans Jakob 1563 stiftet zur Pfarrei Jagsthausen Luthers Werke und 400 fl. OA.Beschr. Neckars. S. 451. Seine Kinder kaufen 1570 die Hälfte von Hedigenbeuren von Hector v. Adelsheim, Ross. Arch. Hans Philipp zieht 1535 mit Karl V. nach Tunis, stirbt 1541 auf dem zweiten Zug nach Tunis, begraben zu Genua Berlich. 620, 621. Hans Pleikard zu Neuenstetten und Illesheim verkauft Neunkirchen an Konr. Geyer v. Giebelstadt um 14000 fl. und 200 Goldgulden, vergleicht sich mit Windsheim wegen des Patronats zu Illesheim, dessen Hälfte er erwarb, Kirchweihschutz, Heiligenrechnung etc. Schirmer, Windsheim 293, Pfaff. 1593 Hans Reinhard Oberamtmann zu Möckmühl, verkauft 1606 an Konrad v. Werdenau Wald zu Urhausen, Staatsarch.

Jobst 1540 im Türkenkrieg. Arch f. U. fr. 16, 166 wird 1544 Diener der Herzoge v. Baiern. Die bair. Linie verkauft 1583 Geltolfing B.A. Straubing an Georg v. Closen. Arch. f. M. Fr. 16, 264. Marx s. Philipp. Moritz s. Dörzbach. 1541 Kanonikus in | Würzburg, Berlich. 528, Philipp. 1502. Götz. 1504. Bernhard. 1518 verkauft 1/3 des Zehnten zu Herrenthierbach an Georg v. Hohenlohe. Bürgen Marx v. B. sein Vetter, Konr. s. Bruder, Rügl.-Arch. s. Christoph. Thomas blind, führt vor 1560 die Reformation mit Hilfe Joh. Stüdlins, Pfarrers zu Entringen ein. Jagst. Arch.

Valentin verkauft mit s. ux. Brigitta v. Vellberg die v. Georg v. Vellberg ererbten Güter 1563 an Ludwig Casimir v. Hohenlohe Öhr. Arch.

Georg Ernst Amtmann in Creglingen, Jung Misc. 3, 285. Gottfried kauft 1638 Bertholdsheim bair. BA. Donauwörth, W. F. 9, 171. Hans Bernhard, bair. Pfleger zu Wasserburg, 1623 von Wertheim mit Hüngheim belehnt, bietet dasselbe dem D. Orden zum Kauf an, verkauft es aber sammt s. Theil an Berlichingen u. Leuthersthal an Melch. Reinhart und Phil. Albrecht. – Hans Conrad 1606 vertauscht 1/4 Zehnten zu Berolsheim etc. an Schönthal gegen dessen Gefälle zu Jagsthausen, Olnhausen, Möglingen, Baumerlenbach und Korb, Jagsth. Arch. 1609 verkauft Schrozberg an Hohenlohe Ross. Arch. s. Rossach. Hans Gottfried, bair. Rath und Generalcommissar Aldringers fällt 7. Sept. 1634 bei Nördlingen, Berlich. 614. Ludwig Albrecht, lang in d. Niederlanden und anderswo im Krieg, sucht 1634 einen Civildienst, Neuenst. Arch. Melch. Reinhard kauft 1618 Rechenberg v. Joh. Phil. v. Crailsheim und Rittergut Milz, Ross. Arch. 1632 schwed. Kriegsrathspräsident, hilft Kraft v. Hohenlohe Ellwangen besetzen (B.). – Philipp Ernst verkauft 1602 Hornberg a. Neckar an Heinr. v. Heusenstamm, Berl. 648. Ulrich Christoph 1622 17. Apr. gefallen bei Wiesloch.

Johann Friedrich, geb. 1682 in Jagsthausen, 1701/5 unter Prinz Eugen in Italien, 1741 öster. Feldmarschalllieutenant, kämpft tapfer bei Mollwitz 10. Apr. 1741, 1745 4. Juni bei Hohenfriedberg gefangen, muß er Friedrich dem Großen die „Surprise“ von Cremona erzählen. 1751 6. Juli, Berlich. 662 ff.

Joh. Friedrich Alexander, geb. 1715 † 1789 als öster. Feldmarschalllieutenant, kämpft tapfer 1738 ff. gegen die Türken, 1743/46 in Italien, 1756 12. Juni in der Schlacht bei Kollin (zugleich Eberh. Maximilian, Emanuel Joseph, Albrecht Karl, Joh. Phil. Dominik, also 5 Berlichingen) Berl. 626 ff. 670. Graf Joseph Friedrich s. oben.

Irmeltraud Meisterin zu Schäftersheim 1432. 37. W. F. 5, 229, 230. Katharine Äbtissin ebendas. 1475, 1482 im Bann, 1483 absolvirt Berl. 592. Augustine, Wittwe des öster. Feldmarschall v. Bellegarde, Sternkreuz- und Palastdame † 1831, Berl. 630.


Zur politischen Gemeinde Berlichingen gehört das schöne Hofgut Neuhof, 2,6 km von Berlichingen auf der Höhe nahe an der Straße von Schönthal nach Sindringen gelegen. Nach der Inschrift an der Thüre des Wohnhauses wurde das Haus 1710 erbaut. Der Hof, mitten in Wäldern, hat geräumige Ökonomiegebäude.

Neuhof heißt derselbe wahrscheinlich im Gegensatz zu der in unmittelbarer Nähe abgegangenen schönthalischen grangia Stein | oder curtis in Lapide, welche Wolfram v. Bebenburg 1157 dem Kloster schenkte, W. U. 2, 109, 115, 145, 179, 185, die aber schon 1237 nicht mehr unter den schönthalischen Bauhöfen erwähnt wird. W. U. 3, 392. In dem Verzeichnis der Schönthaler Orte von 1703 erscheint der Neuhof noch nicht.

1840 wurde der Hof vom Staate mit Halsberg an die Freiherren von Berlichingen-Rossach im Tausch gegen deren Besitzungen in Rechenberg abgetreten. W. Jahrb. 1842, 89.

Auf der Markung Berlichingen ist abgegangen der Hof Erlahe, s. oben Reg. der Gemeinde Berlichingen 1177, ohne daß bis jetzt der Ort nachzuweisen wäre, und Hiupenhusen, s. Reg. 800, in der Joppenklinge. Zum Namen vergleiche Hiupandorf im Innviertel, Jupinpah-Aibach an der Isar und Jubindorf von einem P. N. Hiupo.


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