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Beschreibung des Oberamts Geislingen/Kapitel A 1

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Literatur:
Rink, Dr. Alois Jos., Dekan des Landkapitels Eibach und Pfarrer in Donzdorf, Beschreibung des Königl. Württembergischen Oberamts Geißlingen an der Steige. Ulm, 1823, in Commission der Wohler’schen Buchhandlung. 8.
Die ehemals Ulmischen Orte beschreibt: Haid, Joh. Herkules, in seiner Schrift: Ulm mit seinem Gebiete. Ulm, bei Chstn. Ulr. Wagner. 1786. 8.


A.


Beschreibung des Oberamts im Allgemeinen.


I. Lage und Umfang.


1. Geographische und natürliche Lage.


Der Oberamtsbezirk Geislingen, zum Donaukreis gehörig, liegt zwischen 48° 29’ 23" und 48° 45’ 13" nördlicher Breite und zwischen 27° 13’ 56" und 27° 40’ 15" östlicher Länge. Er gehört beinahe ganz dem Neckar- und Rheingebiete an, wird jedoch von der großen europäischen Wasserscheide dergestalt durchzogen, daß sich eine südöstliche Strecke desselben, gegen die Oberämter Ulm und Heidenheim, allmählig gegen das Donaugebiet senkt. Der südlichste Ort des Oberamts ist Westerheim, der nördlichste Rupertstetten, der östlichste Sontbergen, der westlichste der Hof und die Ruine Reußenstein.

Der Bezirk gehört größtentheils der schwäbischen Alp an, die auf der östlichen Grenze schon die Benennung Albuch annimmt.

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2. Grenzen.

Das Oberamt grenzt an folgende Oberamtsbezirke: gegen Norden an die Oberämter Göppingen und Gmünd, gegen Osten an Heidenheim, gegen Süden an Ulm, Blaubeuren und Münsingen, gegen Westen an Urach, Kirchheim und wieder Göppingen.

Die Grenze gegen die Oberämter Gmünd und Heidenheim nördlich und östlich bildet zugleich einen Theil der Kreisgrenze zwischen dem Jagst- und Donaukreis; jene westlich gegen das Oberamt Urach zugleich die Grenze gegen den Schwarzwaldkreis.


3. Größe.

Das Oberamt enthält 124.6991/8 württembergische Morgen oder 7,140 deutsche Quadratmeilen, und gehört somit zu den größeren, indem es das durchschnittliche Areal eines Oberamts (zu 5,626 Quadratmeilen gerechnet) um 1,514 Quadratmeilen übersteigt. Vor der Vermessung wurde der Flächengehalt auf 61/2 Quadratmeilen geschätzt. Über die Vertheilung der Fläche gibt die Tabelle II. das Nähere.


4. Figur.

Die Figur (siehe die Karte) ist etwas in die Länge gezogen, und gegen Südwest zugespitzt, übrigens nicht besonders unregelmäßig. Die Oberamtsstadt liegt ziemlich in der Mitte; die auf beiden Seiten entferntesten Orte sind Westerheim, Böhmenkirch und Weißenstein, erstes 5, die zwei letztern 3 Stunden entfernt.


5. Bestandtheile.

Der ganze Oberamtsbezirk ist aus neuwürttembergischen und schwäbischen Landestheilen zusammengesetzt, und besteht:

1) aus den ehemals ulmischen Orten, welche im Jahr 1802 an Baiern, 1810 an Württemberg kamen, nämlich:|
Geislingen. Hausen. Stubersheim.
Altenstadt. Hofstett-Emmerbuch. Türkheim.
Amstetten. Kuchen. Überkingen.
Aufhausen. Oppingen. Unterböhringen.
Bräunisheim. Schalkstetten. Waldhausen.
Gingen. Steinenkirch. Weiler.
Großsüßen. Stötten.

2) aus dem ganzen Gebiet der zuvor baierischen Herrschaft Wiesensteig, welche im Jahr 1806 an Württemberg kam, nämlich:

Wiesensteig. Drackenstein. Mühlhausen.
Deggingen. Gosbach. Reichenbach.
Ditzenbach. Hohenstadt. Westerheim.


3) den ehemals reichsritterschaftlichen, zum Kanton Kocher gehörigen, im Jahr 1806 an Baiern, im Jahr 1810 an Württemberg gekommenen Besitzungen

a) des Grafen von Rechberg zu Donzdorf, erblichen Mitglieds der Kammer der Standesherrn, nämlich:
Herrschaft Donzdorf, wozu Donzdorf mit den zugehörigen Weilern und Höfen.
Herrschaft Weißenstein, wozu Weißenstein, Böhmenkirch, Nenningen, Schnittlingen, Treffelhausen gehörten.
b) des Grafen von Degenfeld-Schomburg zu Eybach, nämlich Eybach mit mehreren Höfen.
c) der früher Bubenhofenschen Herrschaft Kleinsüßen, seit 1826 dem Grafen zu Rechberg zugehörig.



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