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Beschreibung des Oberamts Ehingen/Kapitel B 47

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47. Unterstadion mit Bettighofen.
a. Unterstadion,

ein kathol. Dorf auf einer kleinen Anhöhe an dem großen Munderkinger Ried, 21/2 südl. St. von Ehingen, 11/2 St. von Oberstadion, wovon es Filial ist, mit 375 Einw. und einer eigenen Caplaney und Schule; F. A. Zwiefalten. Grundherrschaft: Graf von Stadion-Thannhausen und Gräfin von Stein auf Emerkingen, von einem Hofe Gr. Reuttner von Weyl (s. Rechtenstein). Das Patronat zur Caplaney hat Stein allein. Zehnten, den großen hat 1/2 die Pfarrey Oberstadion, und 1/2 die Caplaney Grunzheim, von einigen Morgen der Staat, den kleinen der Staat; der, von Urspring herrührende, Heu- und Öhmdzehnten des Staats auf 91/2 Tagwerk und wieder in der Markung Oberstadion auf 1051/2 Tagwerk Wiesen wurde neuerlich von der Gemeinde mit 1080 fl. abgelöst.

Gefälle: der Staat aus Zinsgütern 164 fl. 2 kr., v. Stein 626 fl. 16 kr., v. Stadion 607 fl. 5 kr., Gr. Reuttner 26 fl. 52 kr., die Stiftspflegen: des Orts 3 fl. 11 kr., von Grunzheim 31 fl. 44 kr., von Oberstadion 29 fl. 29 kr., von Emerkingen 11 fl. 37 kr., zusammen 1466 fl. 6 kr., daran ungefähr die Hälfte in Früchten.

Unterstadion gehört zum Rittergut Emerkingen. Nach den Mitteilungen des Herrn Reg. Dir. von Raiser in Augsburg, hatte sich der Lehensherr einige Unterthanen Steuern, die Salzabgabe etc. in der lehnbaren Hälfte vorbehalten. 3 Höfe zu Unterstadion, wofür bey der Theilung 5054 fl. eingeworfen wurden, müssen bey dem Lehensheimfalle den Allodialerben vergütet und vom Kaufschilling sofort 10.000 fl. zurückbezahlt werden. Stadion bezahlte für das Lehen 45.000 fl., Östreich hatte es für 7000 fl. gekauft. S. Emerkingen. Die vereinigte Herrschaft ist 1369 von dem Stifter Heinrich von Freyberg an die von Stein gekommen, also nicht unmittelbar von den Herrn v. Emerkingen.

Unterstadion hat eine Kirche, die Einwohner nähren sich neben dem Feldbau, von der Flachsspinnerey, welche fleißig| betrieben wird. Das Feld ist in den Niederungen sehr sumpfig und moorig und häufigen Überschwemmungen der Stehen und der Donau ausgesetzt. Die Stehen treibt eine Mahlmühle. Die Caplaney wurde 1453 von Eberhard von Stein gestiftet. Über die weitere Geschichte s. Emerkingen. Hier ist noch zu bemerken, daß auch das Kl. Urspring 2 Höfe besaß, den einen 1456 von den von Stein, den andern 1535 von Sixt von Schynen Wittwe, geb. v. Stadion gestiftet, welche an die K. Finanzkammer kamen.
b. Bettighofen,

ein kathol. Weiler, bey Unterstadion in einem Thälchen, von der Stehen bewässert, mit 46 Einw., Filial von Oberstadion, F. A. Zwiefalten. Grundherr: 1/2 v. Stadion, 1/2 v. Stein auf Emerkingen, die Zehnten haben die Pfarrey und die Stiftungspflege Oberstadion.

Gefälle: von Stadion 210 fl. 37 kr., von Stein auf Emerkingen 189 fl. 37 kr., Stiftspflege Oberstadion 69 fl. 17 kr., theils in Geld, theils in Früchten. S. Emerkingen.

Bey der Wiederherstellung des Kl. Marchthal, 1171, begabte Pfalzgraf Hugo das Kloster auch mit dem, von seiner Großmutter ererbten, Weiler Bettinkofen. In den Unruhen des 13ten Jahrhunderts verlor das Kloster diese Besitzung wieder, sie kam an die von Emerkingen und hatte fortan gleiches Schicksal mit Emerkingen.