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Beschreibung des Oberamts Biberach/Kapitel B 33

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33. Gemeinde Ringschnait
mit Bronnen und Stockland, 490 Einwohner.

1) Ringschnait, kathol. vormals Ochsenhausisches Pfarrdorf mit 435 Einwohnern, 21/8 Stunden östlich von Biberach, C. A. und F. A. Ochsenhausen. Die Grund- und Lehengefälle so wie die Zehenten bezieht der Staat. Das Patronat ist königlich. Der Name des Orts wird neuerlich gemeiniglich Ringschneid geschrieben, richtiger aber ist die alte Schreibart Ringschnait; denn Schnait ist eine häufig vorkommende Benennung von Gegenden und Orten. In den ältesten Zeiten wurde Rindtschnait geschrieben.

Ringschnait liegt in einem engen von der Dürnach durchflossenen Thale, an der Straße von Biberach nach Memmingen. Es ist weitläufig und schlecht gebaut. Boden und Clima sind rauh, der Nahrungsstand mittelmäßig; die Gemeinde besitzt eigene Waldungen, s. S. 115. Unter den Einwohnern finden sich mehrere Gewerbsleute, namentlich 1 Sattler, 1 Dreher, 2 Schreiner und 7 Leineweber, auch hat der Ort 2 Mahlmühlen und 1 Schildwirthschaft, Schule und Schulhaus. In die Pfarrei gehört außer dem Gemeindebezirk noch der Hof Schlotterthal. Die jetzige Kirche wurde 1720 von dem Kloster Ochsenhausen gebaut. Der Kirchthurm ist alt, doch schwerlich so alt, als die Jahrzahl 1111, die man daran findet. Die Kirche wurde 1351 dem Kloster Ochsenhausen einverleibt und von da an durch Klostergeistliche bis zur| Auflösung des Klosters versehen. Im Jahr 1803 wurde eine eigene Pfarrstelle errichtet und von dem Fürsten v. Metternich ein Pfarrhaus erbaut. Die Baulast von Kirche und Pfarrhaus liegt jetzt auf dem Staat.

Ringschnait hatte ehemals seine eigenen Edelleute; schon im 11ten Jahrhundert sollen hier zwei Brüder, jeder in einem eigenen Schloß, ihren Sitz gehabt haben. 1308 verkaufte Jakob v. Ringschnait für 50 M. S. Seine Besitzungen in Ringschnait an das Kloster Salmannsweiler. Die eigentlichen Herren scheinen aber die Schenken v. Winterstetten und Otterswang gewesen zu seyn. 1283 kaufte Ochsenhausen von Conrad zu Winterstetten das Vogt- und Patronatrecht zu Ringschnait für 26 M. S. 1293 verkaufte Hermann Schenk v. Etelswang (Otterswang) um 53 M. S. das Dorf Ringschnait an Heggbach, welches aber die Besitzungen bald wieder an Salmannsweiler verkaufte. Ebenso verkaufte im Jahr 1308 Heinrich v. Freyberg seine Besitzungen in Ringschnait an Salmannsweiler. Das Kloster Salmannsweiler verkaufte 1334 das Dorf Ringschnait um 285 Pfund Heller an das Kloster Ochsenhausen.

2) Bronnen, Brunnen, kathol. Weiler mit 48 Einwohnern, 5/8 Stunden von Ringschnait, an der Dürnach, Filial von Ringschnait. Die übrigen Verhältnisse sind wie in Ringschnait.

3) Stockland, Hof mit 7 Einwohnern, nicht weit von Bronnen und früher dazu gerechnet. S. o.