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Berliner Gerüchte

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Textdaten
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Autor: Kurt Tucholsky
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Titel: Berliner Gerüchte
Untertitel:
aus: Fromme Gesänge, S. 34
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1919
Verlag: Felix Lehmann
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Erscheinungsort: Charlottenburg
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: ULB Düsseldorf und Scans auf commons
Kurzbeschreibung:
Erstdruck in: Schaubühne, 9. November 1916 UB Michigan
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Berliner Gerüchte


Herr Meyer, Herr Meyer – und hörst du es nicht,
Das wilde, das grause, des dumpfe Gerücht:
Ein Licht!
     Ein Licht in der russischen Botschaft!

5
Und da, wo ein Licht, da ist auch ein Mann,

und der sitzt an einem Vertrage dran,
     beim Licht in der russischen Botschaft.

Und das Licht geht manchem Politiker auf;
es strömet das Volk, es rennet zuhauf

10
     zum Licht in der russischen Botschaft.


Und einer zum andern geheimnisvoll spricht:
„Da ist was im Gange – ja, sehn Sie’s denn nicht,
     das Licht in der russischen Botschaft?“

Es erbrausen die Linden! „Berennet die Tür!“

15
Ein Schutzmann hält seinen Bauch dafür

vor das Licht,
     das Licht in der russischen Botschaft.

Sogar ein geheimer Studienrat
sagt die Information, die er bei sich hat,

20
     vom Licht in der russischen Botschaft. –


Und drin spricht der Klempner im öden Saal:
„Du hör mal, Maxe, Du kannst mir mal
     die Ölkanne ribajehm!“

Dann gehen die beiden geruhig nach Haus,

25
nach dem Stralauer Tor – und das Licht löscht aus,

     das Licht in der russischen Botschaft.