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Beitrag zu der Geschichte des „Wohlgeboren“ etc.

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Textdaten
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Autor: H. S.
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Titel: Beitrag zu der Geschichte des „Wohlgeboren“ etc.
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 49, S. 784
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1862
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[784] Beitrag zu der Geschichte des „Wohlgeboren“ etc. Einer so lächerlichen Sitte, wie der in Nr. 46 der Gartenlaube von Fr. Gerstäcker angegriffenen des „Wohl-“ und „Hochwohlgeboren“, ist meines Erachtens am besten beizukommen, wenn sie in ihrer extremsten Erscheinung dargestellt wird. Es ist überflüssig, zu diesem Zwecke zu erdichten. Denn eine groteskere Verwendung der in Rede stehenden Höflichkeitsschnörkel, als deren in früherer Zeit thatsächlich in allem Ernste gemacht worden, läßt sich wohl kaum im Scherze erfinden. Nur ein Beispiel: Dr. E. von Lohenstein leitete seine bei dem Leichenbegängniß des „weiland Hoch-Edelgebornen, Gestrengen und Hochbenamten Herrn Christians von Hoffmannswaldau“, des bekannten schlesischen Dichters, gehaltene „Lobrede“ mit folgender Ansprache an die Trauerversammlung ein:

„Hochgeborner Graf, des heil. römischen Reichs Semper-Frey, hoch- und wohlgeborne Freiherren, hochedelgeborene, wohledle, gestrenge, hochbenamte, hochgelahrte, gnädige und hochgeehrte Herren; wie auch hochgeborenes, hoch- und wohlgeborenes, hochedelgeborenes, wohledles, hoch-, ehr- und tugendreiches, gnädiges und hochgeehrtes Frauenzimmer!“ Und dieser Unsinn wurde gesprochen!

Uebrigens sind die Prätensionen der einzelnen Stände auf die Zusätze „wohl“, „hochwohl“, und „hoch- und wohl“ mit der Zeit gestiegen. Ich habe ein vom Kaiser Karl VI. ausgestelltes Freiherrndiplom gesehen, worin dem Empfänger u. A. eröffnet wird, daß sich „fortan jedermänniglich gegen ihn des Prädicats Wohlgeboren zu bedienen habe.“

H. S.