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BLKÖ:Zoph, Johann Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Zoppellari, Carlo
Band: 60 (1891), ab Seite: 259. (Quelle)
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Zoph, Johann Freiherr von (k. k. Feldmarschall-Lieutenant und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Teussing in Böhmen 1740, gest. zu Kaaden in Böhmen 26. Mai 1812). 18 Jahre alt, trat er 1758 als Cadet bei Königsegg-Infanterie ein. Als Freiwilliger wohnte er der Schlacht bei Kunersdorf 12. August 1759 und der Erstürmung der Schanzen bei Landshut 23. Juni 1760 bei und wurde dann Fähnrich bei Bethlen-Infanterie. Als solcher kämpfte er in der Schlacht bei Torgau 3. November 1760 und im Treffen bei Adelsbach. Stufenweise in den darauffolgenden Friedensjahren vorrückend, stieg er durch seine geschickte Verwendbarkeit 1777 vom jüngsten Hauptmann zum Major bei Fabris-Infanterie auf, in welchem Regimente er, alle Stabsofficierschargen durchmachend, in 16 Jahren Oberst und Regimentscommandant wurde. Gleich bei Ausbruch des französischen Krieges marschirte er mit dem Regimente auf den Kriegsschauplatz in den Niederlanden, wo er bei Arlon am 9. Juni 1793 sich besonders auszeichnete. Im Jahre 1794 gelang es ihm, nach wiederholten Angriffen am 16. und 30. April, sich der Stadt zu bemächtigen, und da er bei den nun folgenden Kämpfen sich durch Eifer, Entschlossenheit und Umsicht zu öfteren Malen hervorthat, rückte er im December 1794 zum Generalmajor vor. 1795 befehligte er die ungarischen Grenadiere bei der Belagerung von Mannheim, 1796 eine detachirte Brigade am Rohrbach über den Rhein. Dort von dem französischen [260] General Desaix mit zwei Divisionen angegriffen, wurde er genöthigt, in das Retranchement von Mundenheim sich zurückzuziehen, leistete aber dann den weiteren versuchten Angriffen entschiedensten Widerstand. Nachdem er noch bei Schliengen gefochten, erhielt er Befehl zur Berennung des Forts Kehl. Er eröffnete nun an beiden Ufern der Kinzing die Tranchéen und schlug mehrere feindliche Angriffe ab; dann unternahm er mit fünf Bataillons die Erstürmung der wichtigen Schwabenschanze, dabei eroberte er nicht nur diese, sondern auch die Courtine und drei Fleschen des verschanzten feindlichen Lagers, worauf die Uebergabe des Forts erfolgte. Für diese Waffenthaten wurde er in der 48. Promotion (vom 20. Jänner 1797) außer Capitel mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet. Neue Waffenthaten im Feldzuge 1799 mehrten seinen Ruhm. Zoph commandirte damals eine Division bei der Armee in Italien und in der Schlacht bei Magnano am 5. April genannten Jahres den rechten Flügel der Armee, welcher eben durch seinen ausdauernden Widerstand wesentlich zum Siege beitrug. Der Fall der Stadt und des Forts Brescia waren eine Folge des Sieges, und Zoph erhielt Befehl zur Uebernahme derselben. In der bald darauf folgenden Schlacht bei Cassano, am 26. April, entschied er mit seiner Division beinahe allein den Sieg, und am nächsten Tage besetzte er Mailand. Hierauf wurde er zur Berennung und Bloquade von Tortona, dann zur Belagerung der Festung Mantua beordert, nach deren Einnahme er das Commando derselben erhielt. Später wurde er zum Divisionär in Prag ernannt, mit einem Commando der Donauarmee betraut, zum Generalinspector der Infanterie befördert und nach dem Frieden von Luneville (9. Februar 1801) in den Ruhestand versetzt, in welchem er im Alter von 72 Jahren starb. Im August 1800 war Zoph den Statuten des Maria Theresien-Ordens gemäß in den Freiherrenstand erhoben worden.

Hirtenfeld (J.). Der Militär-Maria-Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, schm. 4°.) Band I, S. 510; Bd. II, S. 1740. – Thürheim (Andreas Graf). Gedenkblätter aus der Kriegsgeschichte der k. k. österreichischen Armee (Wien und Teschen 1880, K. Prochaska, Lex. 8°.) Bd. I, S. 89, Jahr 1792; Bd. II, S. 456. Jahr 1797. – Dictionnaire biographique et historique des hommes marquans de la fin du dix huitième siècle (Londres 1800, gr. 8°.) Tome IIIe p. 522. [Die bisher genannten Quellen nennen den General Zoph.] – Hellbach (Joh. Chr. v.). Adels-Lexikon (Ilmenau 1826, Voigt, 8°.) Bd. II, S. 833 [Hellbach nennt ihn Zopf].