Zum Inhalt springen

BLKÖ:Zierotin, Elisabeth Juliana von

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Zierotin, Dionys von
Band: 60 (1891), ab Seite: 78. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Elisabeth Juliana von Zierotin in Wikidata
GND-Eintrag: {{{GND}}}, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Zierotin, Elisabeth Juliana von|60|78|}}

9. Elisabeth Juliana von Zierotin (geb. 23. Februar 1632, gest. im März 1676). Eine geborene von Oppersdorf, vermälte sie sich am 23. Februar 1654 mit Primislaus von Zierotin, Herrn auf Wiesenberg, Ullersdorf und Johnsdorf, kaiserl. Rathe und Landrechtsbeisitzer in Mähren. Sie gebar ihrem Gatten fünf Söhne: Wenzel, Primislaus, Franz, Maximilian und Johann Joachim, und zwei Töchter: Maria Angelina und Josepha Karolina, Zwillinge, welche jung starben. Mit Primislaus und seiner Gattin hebt unsere Stammtafel an. Elisabeth Juliana war eine Dame von seltener Frömmigkeit und – wie ihr merkwürdiges Testament es bekundet – von einer Demuth, die ihres Gleichen sucht. Sie war eine große Wohlthäterin des Dominicanerklosters zu Schönberg in Mähren. Als sie, erst 38 Jahre alt, dahinstarb, stellte der Prior des Dominicanerklosters zu Breslau am 13. März 1670 in den „Exequiis, welche vor abführung dehro ent-Seele-ten Cörpers zu seiner Beerdigung nach Glatz durch dreitägliche Solemnien bey anwesenheit hoher Standspersonen in der Pfahrrkirche zu Ullersdorff Ihr seind gehalten worden“ in einer Lobrede, zu welcher er folgenden Vers des Klagliedes des Propheten Jeremias zum Text nahm: „Siehe, die ist krank worden, welche hat Sieben geboren, die Sonne ist ihr untergegangen, da es noch Tag war“, und in welcher er aus dem Namen Zierotin das bedeutsame Anagramm: It in zero anwandte, alle frommen Werke, welche die Gräfin gethan, zum Muster auf. Diese merkwürdige, ganz im Style eines P. Abraham a S. Clara gehaltene Leichenpredigt, welche zu jener Zeit für ein Meisterstück der Homiletik galt, erschien 1670 zu Weiße bei Ignaz Constantin Schubart im Druck und ist heute eine bibliographische Seltenheit. Ein Forscher in curieusen Dingen bemerkt bezüglich ihres Testamentes, das wörtlich in Hormayr’s „Archiv für Statistik, Geschichte u. s. w.“ 1822, S. 687 abgedruckt steht, daß dasselbe sehr an die letztwillige Anordnung der Witwe Karls IX. Königs von Frankreich, Elisabeth von Oesterreich[WS 1] (geb. 5. Juni 1554, gest. zu Wien 22. Jänner 1592), die 22jährig am 26. December 1576 dem damals 26jährigen Karl IX. vermält wurde, erinnere. [79] Elisabeths von Oesterreich Gemal starb lange vor ihr, 1574. Sie zog sich nun zunächst zu ihrem Bruder Kaiser Rudolf zurück, verbrachte aber den Rest ihrer Tage in dem von ihr selbst gestifteten Clarissinenkloster bei St. Maria der Engelkönigin, in welchem sie auch beigesetzt wurde. Auf ihr ausdrückliches Verlangen ward sie nicht einbalsamirt in einem hölzernen Sarge begraben und ihre Ruhestätte mit folgenden Versen bezeichnet: „Peccantem me quotidie et non me poenitentem | Timor mortis conturbat me: quia in inferno nulla | Est Redemptio, miserere mei Deus et salva me.“

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Oestereich