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BLKÖ:Zedtwitz, Clemens Graf

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 59 (1890), ab Seite: 262. (Quelle)
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Zedtwitz, Clemens Graf (Dialektdichter, geb. zu Liebenstein in Böhmen am 18. September 1814), von der älteren katholischen Hauptlinie zu Liebenstein. Ein Sohn des Grafen Peter Adam, kurpfälzischen Kämmerers und Obersten der Cavallerie, aus dessen zweiter Ehe mit Anna geborenen Gräfin Holnstein und zur Zeit Chef dieser älteren Linie. Seine Ausbildung erhielt er in der theresianischen Ritterakademie zu Wien, deren Zögling er 1824–1829 war. Nach dem 1876 erfolgten Tode seines Neffen Maximilian, des einzigen Sohnes seines Stiefbruders Maximilian (geb. 1785, gest. 1863) aus dessen erster Ehe mit einer Freiin von Lerchenfeld-Aham, trat er in den Besitz der im Elbogener Kreise Böhmens gelegenen Güter Vorder- und Hinter-Liebenstein, welche seit 1426 der Familie Zedtwitz angehören. Graf Clemens ist k. k. Kämmerer und lebt theils in Prag, theils auf seinen vorbenannten Besitzungen. In der Mundart des Egerlandes hat er wiederholt Gedichte herausgegeben. Deren Titel sind: „As da Haimath. Humoristische Gedichte“ (1877); – „Was Funklnoglnais“ (1880); „Allahand. Humoristisch-satirische Gedichte und triste Lieder“ (1880). Auch finden wir einen Clemens Zedtwitz als Compositeur einer bei Hofmann in Prag 1869 erschienenen „Adelen-Polka“, allem Anscheine nach von dem in Rede stehenden Grafen. Derselbe wurde am 1. Februar 1872 von Seiner Majestät mit dem Comthurkreuze des Franz Josephs-Ordens ausgezeichnet. Aus zwei Ehen: a) mit Katharina Gräfin Zedtwitz aus dem Hause Schönbach (geb. 1812, gest. 1841) und b) mit Ernestine Gräfin Zedtwitz aus dem Hause Ober-Neuberg (geb. 1. Juli 1823) sind Töchter und Söhne, welche aus dem „Gothaischen genealogischen Taschenbuch der gräflichen Häuser“ ersichtlich, vorhanden.

[263] Deutscher Literatur-Kalender auf das Jahr 1889. Herausgegeben von Jos. Kürschner (Berlin und Stuttgart, Spemann, 32°.) S. 554.