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BLKÖ:Zahorski, Constantin

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 59 (1890), ab Seite: 95. (Quelle)
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Zahorski, Constantin (Humanist, gest. in Wien 1878). Seine letztwillige Bestimmung läßt vermuthen, daß er im österreichischen Antheil Polens geboren sei. Ueber seine Lebensumstände erfahren wir nur, daß er Ingenieur und Stabsofficier des Corps für Communication und öffentliche Bauten in Rußland war. In der Folge verließ er dieses Reich und nahm seinen bleibenden Wohnsitz in Wien, wo er trotz seines großen Vermögens, das sich testamentarisch auf über 400.000 fl. belief, in einer kleinen Wohnung in der Ferdinandsstraße und in höchst bescheidenen Verhältnissen lebte. Er schlief in dem in dürftigster Weise eingerichteten Gemache auf einem Brette und gestattete sich erst wenige Tage vor seinem Tode den Luxus einer Matratze. Von einer an Fanatismus grenzenden Frömmigkeit nahm er von seinen Freunden im Tone innigster Ueberzeugung für dieses Leben Abschied mit den Worten: „Auf Wiedersehen im Thale Josaphat“. Sein oben genanntes großes Vermögen stiftete er in zehn letztwilligen Anordnungen zu frommen und wohlthätigen Zwecken. In einer derselben verfügte er: daß die Hälfte der Capitalien zu wohlthätigen Anstalten, zur Erhaltung katholischer Kirchen und zu Unterrichtsstipendien für die in Oesterreich wohnende polnische Bevölkerung römisch-katholischer Religion zu verwenden sei. Nähere authentische Mittheilungen über diese letztwilligen Verfügungen Zahorski’s gibt die unten bezeichnete Quelle.

Presse (Wiener polit. Blatt) 31. Mär 1878, Localanzeiger, Nr. 88: „Das Testament eines Menschenfreundes“.